Review: Bleach (Box 9, Episoden 168–189)

Auch wenn die Geschichte rund um den Kampf gegen die Arrancar nicht abgeschlossen ist, wird in der mittlerweile neunten Volume der Anime-Serie Bleach ein neuer Handlungsstrang aufgeschlagen. Mit gleich vier Datenträgern fällt die Serienbox zugleich umfangreicher aus.

Am Ende der achten Volume ist es Kurosaki Ichigo und seinen Mitstreitern gelungen, ihre Freundin Orihime aus den Klauen von Aizen Sōsuke zu befreien. Wie diese Story fortgeführt wird, bleibt der in 168. Episode, die den Auftakt der neunten Ausgabe der Serie markiert, aber noch unklar. Stattdessen wird zunächst ein genauerer Blick auf die Soul Society geworfen. Für die dritte Einheit der Hofgarde steht eine Veränderung bevor, denn der an einem leichten Alkoholproblem leidende Amagai Shūsuke wird zum Kommandanten der Truppe befördert. Allerdings wird seine Beförderung unterhalb der Soldaten im ersten Moment nicht wirklich positiv aufgefasst. Dennoch steht er schon bald für seine Verbündeten ein und demonstriert ihnen seine große Kampfkraft als die Soul Society kurz davor steht, von Hollows angegriffen zu werden. Nur eine einzige Episode später wechselt das Geschehen aber wiederum zu den eigentlichen Helden der Anime-Serie Bleach. Mittlerweile sind Ichigo und Co nach Karakura zurückgekehrt und verrichten ihr gewöhnliches Tagwerk in der Schule. Die Ruhe währt jedoch nicht sehr lange, denn die Adlige Kasumiōji Rurichiyo trifft mit ihrem Gefolge Kenzaki Ryūsei und Enkōgawa Rusaburō durch ein Portal in Karakura ein. Einen Tag später stellen sich die Charaktere als neue Mitschüler von Ichigo vor und suchen „unauffällig“ dessen Nähe.

Zwei spannende Erzählebenen

Mit der Zeit verbinden sich die beiden – zu Beginn der neunten Serienbox noch unabhängigen Handlungsstränge – zu einer einzelnen spannenden Story. Bis es aber soweit ist, vergehen jedoch gut und gerne einige Episoden. So konzentrieren sich beide Erzählungen zunächst auf die jeweiligen Gegebenheiten. Im Diesseits lernt Prinzessin Rurichiyo Verkaufsautomaten an jeder Straßenecke kennen, während sich die Gruppe um angreifende Hollows kümmert. Ihre Charakterisierung steht bei diesem Plot im Vordergrund. So macht sie sich zum Beispiel Vorwürfe, als bei einem Kampf Ishida Uryū und Sado Yasutora verletzt werden. Diese Situation ist vor allem deshalb so wichtig, da dieses Ereignis die Geschehnisse im Finale überhaupt erst ins Rollen bringt. In der Soul Society erfährt der Zuschauer hingegen mehr über Shūsuke, dessen Vorhaben an vielen Stellen unklar bleibt. Peu à peu fällt Shūsukes Fassade. Genauer soll an dieser Stelle darauf nicht eingegangen werden, aber sowohl Rurichiyos Schicksal als auch das von Ichigo ist eng mit seinem Auftreten verknüpft. Vor allem die letzten Episoden in der neunten Serienbox stechen hierbei heraus, da sich die Ereignisse hier überschlagen und den Zuschauer mit spannenden und überraschenden Wendungen an den Fernseher bannen. Entsprechend hat die gute Story dieses Mal etwas mehr Gewicht als Kämpfe und Action.

Aufbruch ins Zeitalter der Breitbildfernseher

In technischer Hinsicht überrascht Bleach in der 168. Episode mit einem neuen Bildformat. So hat das selbst zum Entstehungszeitpunkt der vorherigen Folgen veraltete 4:3-Format endlich ausgedient. Alle Episoden dieser Serienbox, und damit wohl auch bei jeder weiteren Ausgabe, liegen im bildschirmfüllenden 16:9-Format vor. Insbesondere die sehr actionreichen Kämpfe profitieren davon, sodass die Funken fast schon aus dem Fernseher fliegen. So spannend wie bei der siebten oder achten Serienbox sind die Auseinandersetzungen zwar nicht, doch sind sie ausreichend inszeniert und animiert, um die Präsentation der Anime-Serie auf dem allseits gewohnten Niveau zu halten. Sowohl das Diesseits als auch die Soul Society eignen sich für den Handlungsrahmen gut, zumal sich die Architektur und die Umgebung für Action und Story eignen. Unter akustischen Gesichtspunkten gibt es die bekannten Melodien und auch neue Kompositionen im Tonformat Dolby Digital 2.0 auf die Ohren. Insbesondere die Ausgestaltung einer Hochzeit fühlt sich angenehm an. An der japanischen und deutschen Synchronisation gibt es wenig bis gar nichts zu bemängeln. Lediglich bei der falschen Aussprache von japanischen Begriffen in der deutschen Fassung fasst sich der Zuschauer erneut an den Kopf. Abgesehen davon unterhalten auch diese 22 Episoden von Anfang bis Ende.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 168 bis 189 der Serie): Obwohl es sich bei allen Episoden der neunten Serienbox um einen exklusiven Handlungsstrang der Anime-Serie von Bleach handelt und so nicht im Manga vorkommt, kann sie durchgehend überzeugen. Es ist eine gute Idee, die Handlung zunächst auf zwei Erzählebenen abspielen zu lassen und sie im Finale zu einer einzigen Story zu verbinden. Sowohl der neue Kommandant der dritten Einheit der Hofgarde, Amagai Shūsuke, als auch Prinzessin Kasumiōji Rurichiyo, sind zwei wirklich interessante Charaktere. Eingewebt in die typische Serienhandlung ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Zwar können die Kämpfe nicht ganz mit den vorherigen Auseinandersetzungen mithalten, doch durch das seit dieser Serienbox genutzte Breitbildformat kann die Action jetzt zumindest die Dynamik entfalten, die sie am besten schon früher gebraucht hätte. Die neunte Serienbox kann inhaltlich mit der restlichen Serie mithalten und dürfte alle Fans überzeugen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 9, Episoden 168–189)!

Review: Black Butler: Book of Murder

Nach den drei Staffeln der Anime-Serie entschied sich Animationsstudio A-1 Pictures dazu, die als Black Butler: Book of Murder bezeichnete Original Video Animation aus dem Jahr 2015 als zweigeteilten Film zu gestalten. Hierzulande erschien dieser 2016 bei Kazé Anime.

Chronologisch ist Black Butler: Book of Murder nach der dritten Staffel einzuordnen. Nach den Geschehnissen im Zirkus ist Königin Victoria als andere als vergnügt. Ihr Vertrauen in ihren „Wachhund“, dem jungen Earl Ciel Phantomhive, ist geschwächt. Damit dieser seinen Ruf und seine gesellschaftliche Reputation aufrechterhalten kann, wird ihm von den Butlern der britischen Monarchin im Vorfrühling des Jahres 1889 aufgetragen, ein Bankett für den deutschen Bankier Georg von Siemens auszurichten. Kurz darauf finden die Feierlichkeiten im Anwesen der Familie Phantomhive statt. Das Fest scheint gemeinhin Anklang bei den Gästen zu finden, zu denen unter anderem auch der weltberühmte Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle zählt. Als der Ehrengast damit beginnt, die anderen Anwesenden zu belästigen, eskaliert die Situation – Ciels titelgebender Butler Sebastian Michaelis hat also alle Hände voll zu tun, die Streithähne zu beschwichtigen. Damit nimmt der Trubel aber noch lange nicht ab, denn in der Nacht läutet Von Siemens Zimmerklingel in der Küche. Sebastian und die restlichen Bediensteten eilen daraufhin sofort zum Gästezimmer, nur um dort einen toten Von Siemens aufzufinden. Noch bevor Scotland Yard eintrifft, beginnt die Morduntersuchung und die Alibis werden überprüft. Ausgerechnet Ciel war zum Zeitpunkt des Mordes unbeobachtet.

Elementar, mein lieber Watson!

Zum Glück ist mit der historischen Persönlichkeit in Form von Doyle ein findiger Ermittler an Ort und Stelle, der an die Unschuld von Ciel glaubt. Die Mordermittlung fühlt sich, vor allem da Ciel an einer Stelle einen Trick mit Nadel und Faden erklärt, fast schon wie in der Serie Detektiv Conan an. Black Butler: Book of Murder ist allerdings wesentlich vielschichtiger aufgebaut als eine einzelne Folge der Anime-Serie von TMS Entertainment, denn noch in derselben Nacht wird Ciel unter Aufsicht gestellt und mit Handschellen an Doyle gekettet. Als dann am nächsten Morgen auch noch Sebastian tot aufgefunden wird, bricht für den Earl eine Welt zusammen, womit die Mordserie aber keinesfalls abbricht. Aufgeteilt ist die Original Video Animation in zwei Episoden, die jeweils 58 und 65 Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Diese Laufzeit ist aber gut gefüllt, denn während in der ersten Episode das Bankett und die Mordermittlung im Mittelpunkt stehen und reihenweise Geheimnisse aufgeworfen werden, nimmt sich die zweite Episode zunächst die Zeit für eine kurze Zusammenfassung und führt die Ermittlung schließlich zu einer Lösung – inklusive einem Nachspiel, in dem die wahren Tatsachen ans Licht kommen. In diesem Teil wird Black Butler: Book of Murder außerdem gekonnt mit der dritten Staffel verknüpft, weshalb hier ein wenig Vorwissen erwartet wird.

Detaillierte wie düstere Inszenierung

Wie in den drei Seasons zuvor, bleibt die Geschichte auch im zweigeteilten Film nicht nur spannend, sie wird auch atmosphärisch inszeniert. Das liegt allen voran an vielen kleinen Details, die immer mal wieder am Rande mehr oder weniger offensichtlich in die Handlung eingearbeitet sind. Beispielsweise verweist Ciel an einer Stelle auf Doyles Roman „Eine Studie in Scharlachrot“, während das tatsächliche Cover von Beeton’s Christmas Annual von 1887 abgebildet wird. An einer anderen Stelle findet wiederum die Kampfsportart Bartitsu, die zwischen 1898 und 1902 in England entwickelt wurde, durch ihren Einsatz von Figur Tanaka Erwähnung. Eine Taschenuhr der deutschen Firma A. Lange & Söhne ist ebenfalls in einem Bild zu sehen. In der restlichen Inszenierung ist Black Butler: Book of Murder wie gewohnt düster. Zum einen liegt das an trostlosen Kommentaren. Ciels Bedienstete Maylene bedauert es beispielsweise, dass sie wohl niemals heiraten wird. Zum anderen wird diese schiere Ausweglosigkeit mit einer finsteren Inszenierung unterstrichen: Der Himmel ist mit einem grauen Wolkenschleier durchzogen, es regnet durchweg wie aus Kübeln und dann schlagen die Regentropfen – wenn in der meisten Zeit nur hintergründig – an die Fensterscheiben des viktorianischen Anwesens. A-1 Pictures weiß den Manga von Toboso Yana wirklich zu inszenieren.

Gelungene „Fortsetzung“ der Serie

Auf der optischen Seite punktet Black Butler: Book of Murder zudem in allen Disziplinen, die bereits die Anime-Serie großartig macht. Die Charaktere sind schön gezeichnet und passen hervorragend in die in tristen Farben gehüllten Umgebungen. Hinzu kommt, dass durchweg diffuses Licht das Undurchschaubare der Mordermittlung unterstreicht, woran aber auch die in vielen Szenen vorherrschende Dunkelheit nicht ganz unschuldig ist. Daher können hübsche Lichteffekte ebenso überzeugen. Wenn beispielsweise Sebastian mit einem Kerzenleuchter durch die Gänge stolziert und nur wenig Licht die Dunkelheit durchdringt, sorgt das für ebenso offene Münder wie die kurzzeitige Beleuchtung des Zimmers, wenn draußen die Dramatik unterstützende Blitze wüten. Akustisch sind meist Klavierklänge zu hören, aber auch der ausgewogene Einsatz von Streich- und Blasinstrumenten tun ihr Übriges, damit die Stimmung jederzeit gut eingefangen wird. In puncto Synchronisation überzeugen ebenfalls einmal mehr die bekannten Stimmen. Während für Ciel nach wie vor Sakamoto Māya beziehungsweise Sebastian Fitzner zu hören ist, wird Sebastian erneut von Ono Daisuke respektive Bernhard Völger gesprochen. Als Boni gibt es zwei Booklets, die mit 36 und 8 Seiten Einblicke in das Charakterdesign, die Kleidung der Figuren und die Entstehung der Original Video Animation geben. Black Butler: Book of Murder bleibt so auch über die 123 Minuten unterhaltsam!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Eingewoben in die mittlerweile drei Staffeln umspannende Serienhandlung, die eigentlich schon in der ersten Season ihren packenden Abschluss findet, erzählt Black Butler: Book of Murder eine unterhaltsame und zudem sehr wendungsreiche Geschichte, die wunderbar eine weitere Lücke schließt. Das Szenario ist dramatisch, erwachsen erzählt, düster inszeniert und wird passend dazu mit vielen finsteren Szenen ergänzt, bei denen verschiedene und einprägsame Stilmittel wie mitreißende Musik, diffuses Licht und Regengeräusche zum Einsatz kommen. Sowohl in der Präsentation als auch in puncto Atmosphäre punktet die zweiteilige Original Video Animation auf ganzer Linie. Dennoch steht trotz all dieser Blendung immer noch die Story im Fokus der Erzählung, die wirklich gut als Kriminalgeschichte funktioniert und nicht von ungefähr an ihre Anlehnung an Sherlock Holmes und Co überzeugt. Kenner der Serie sollten bei Black Butler: Book of Murder unbedingt zuschlagen, wenn auch ein paar Anspielungen und ganze Szenen nur für jene verständlich sein dürften, die die dritte Staffel bereits gesehen haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Butler: Book of Murder!

Review: Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 1)

2016 wurde die Anime-Serie Re:Zero – Starting Life in another World in Japan zum ersten Mal ausgestrahlt. Drei Jahre dauerte es, bis die erste Volume des Werks von Regisseur Watanabe Masaharu hierzulande auf Blu-ray Disc im Dezember 2019 von Kazé Anime veröffentlicht wurde.

Im Mittelpunkt der Geschichte von Re:Zero – Starting Life in another World steht der junge Natsuki Subaru. Dieser besucht nicht die Schule, geht keiner Arbeit nach und gehört damit zum Phänomen der Neets, das unter anderem auch im Anime Eden of the East angesprochen wird. Kaum verlässt er eines Abends nach dem Einkaufen einen Supermarkt, findet er sich plötzlich und unerwartet in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt wieder. Da er in seinem Leben schon eine Vielzahl an Videospielen konsumiert hat, verwundern ihn so manche Kreaturen und die europäisch angehauchte Umgebung nicht. Stattdessen knüpft er innerlich erste Verbindungen und findet sich schnell zurecht. Dennoch macht ihm sein leerer Geldbeutel schon auf dem Markt einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Während er von drei Schlägern in einer Seitengasse überfallen wird, lernt er die Geisterruferin Satella kennen. Diese ist auf der Suche nach einer besonderen Insignie – und da Subaru im Moment ohnehin nichts zu tun hat, beschließt er kurzerhand, Satella bei der Suche zu helfen. Wenig später werden die beiden Spürnasen brutal ermordet. Was bei vielen Anime-Serien wohl mit einer überraschenden Wendung oder schlicht mit dem Erwachen aus einem Traum erklärt werden würde, fühlt sich für Subaru in Re:Zero – Starting Life in another World eher wie Bill Murrays Erfahrung im Filmklassiker Und täglich grüßt das Murmeltier von 1993 an.

Und täglich grüßt das Murmeltier, oder doch nicht?

Nach seinem Ableben wacht Subaru auf dem Markt auf. Während die nächsten Augenblicke genauso passieren, wie er es schon einmal durchlebt hat, verläuft das Geschehen danach jedoch – nicht zuletzt aufgrund anderer Entscheidungen – in eine ganz neue Richtung. Zum Beispiel lernt Subaru nicht mehr Satella kennen. Stattdessen schließt er Freundschaft mit der Diebin Felt. Sämtliche Ereignisse führen jedoch abermals zum Tod der Hauptfigur, die danach wieder auf dem Markt erwacht. Für die Grundlage der Serie lässt sich die erste von insgesamt fünf Episoden in der ersten Volume ganze fünfzig Minuten und damit doppelt so viel Zeit, wie eine übliche Folge von Re:Zero – Starting Life in another World dauert. Das erinnert entfernt an den überlangen Prolog von der Anime-Serie Fate/Zero, ist aber auch hier notwendig, um auf die bevorstehende Komplexität der nächsten Episoden vorzubereiten. Wer Zeitreisen und Zeitschleifen mag, kommt definitiv auf seine Kosten, zumal Subaru in der ersten Folge nicht zum letzten Mal das Zeitliche segnet. In der zweiten Episode wird er beispielsweise von den Schlägern in der Seitengasse abgemurkst. Mit facettenreichen Wendungen wird das Spektakel auf die Spitze getrieben. Zum Beispiel leugnet Satella in einer weiteren Begegnung, dass sie so nicht heißt. An anderer Stelle wird Subaru in der Gasse vom Ritter Reinhard van Astrea gerettet.

Wie aus einem Guss

Neben der ernsten Thematik bleibt hier und da auch noch ein bisschen Platz für Humor, der gerne auch mal auf den Zwist zwischen Mittelalter und Neuzeit anspielt. Das funktioniert dank der überwiegend freundlich dargestellten Charaktere erstaunlich gut, was auch hervorragend ins Storytelling passt, da die Handlung etwas Zeit braucht, um ins Rollen zu kommen. Hinzu kommt eine hübsche Optik, an der sich der Zuschauer nicht sattsehen kann. Sowohl die sehr detaillierten Hintergründe, die abwechslungsreichen Charaktermodelle als auch die bewusst eingesetzten Beleuchtungseffekte ergeben ein stimmiges Gesamtbild in der Auflösung von 1080p. So ähnlich sieht es mit der Musik aus, die die Präsentation im bildschirmfüllenden 16:9-Format je nach Stimmungslage mit angenehmen oder düsteren Melodien im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Mitverantwortlich für die dichte Atmosphäre sind jedoch auch die Synchronsprecher. In der deutschen Fassung von Re:Zero – Starting Life in another World wird Subaru zum Beispiel von Tim Schwarzmaier gesprochen. Der hat bereits Daniel Radcliffe in den ersten beiden Harry-Potter-Filmen seine Stimme geliehen. Kobayashi Yūsuke übernimmt diesen Part in der japanischen Originalfassung. Neben fünf Mini-Episoden auf der Disc liegen der limitierten Erstauflage der ersten Volume noch ein 26-seitiges Guidebook, ein Schlüsselanhänger und ein Sammelschuber bei, in dem Platz für alle fünf Volumes ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Re:Zero – Starting Life in another World gehört zu den Anime-Serien, von der selbst Serienjunkies gehört haben, die eigentlich nichts oder nur wenig mit japanischem Zeichentrick zu schaffen haben. Dabei ist das Konzept der Serie nicht wirklich neu, denn bereits Kenneth Milton Grimwoods Roman Replay: Das zweite Spiel aus dem Jahr 1986 hat sich mit Zeitschleifen auseinandergesetzt. Re:Zero – Starting Life in another World setzt hinzukommend aber zum Glück genügend eigene Akzente, sodass die Zeitschleifen mit facettenreichen Wendungen gespickt sind. Dafür sorgen vor allem die überwiegend freundlichen und sympathischen Charaktere, die die Story in einem langsamen Tempo vorantreiben. Das ist für einen Großteil der Geschehnisse aber auch nötig, da sie zum Teil parallel zueinander laufen und durchaus komplex sind. Nach der vielversprechenden ersten Volume darf gespannt sein, wie sich Re:Zero – Starting Life in another World in den nächsten vier Ausgaben entwickelt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 1)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 9 (Unboxing)

Vor ein paar Wochen haben wir euch die neunte Serienbox von Fairy Tail im Rahmen einer Rezension vorgestellt. Heute wollen wir von den inhaltlichen Aspekten wegschwenken und stattdessen die optischen und haptischen Merkmale der physischen Veröffentlichung untersuchen. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung mit unserem Unboxing-Video!

Review: Attack on Titan – Season 2 (Vol. 1)

Attack on Titan erscheint in Anime-Form hierzulande leider immer mit großer Verzögerung. So war es auch bei der zweiten Season, die erst nach zwei Jahren den Sprung von Japan nach Europa geschafft hat. Im September 2019 veröffentlichte Kazé Anime die erste Staffelhälfte.

Nach dem offenen Ende der ersten Season war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Anime-Serie fortgeführt werden würde. Die zweite Staffel knüpft bei diesem Unterfangen nahtlos an die turbulenten Ereignisse der ersten Season an. Plötzlich bröckelt die Mauer und gibt den Blick auf einen Titanen frei, der mitten im Mauerwerk gefangen zu schein scheint. Das wirft neue Fragen auf, die die zweite Staffel peu à peu lüften darf. Kurz darauf springt das Geschehen zwölf Stunden in die Vergangenheit. Connie Springer, Sasha Braus und weitere Mitglieder des Aufklärungstrupps müssen mit ansehen, wie auf einmal eine Horde Titanen auf ihren Unterschlupf zu marschiert. Den Charakteren wird klar, dass die mittlere Mauer von den titelgebenden Riesen bereits durchbrochen wurde. Somit bleibt kaum bis gar keine Zeit, den Angriff abzuwehren. Während Boten in die umliegenden Bezirke geschickt werden, um die schlimmen Nachrichten zu übermitteln, machen die letzten Verteidiger eine folgenschwere Entdeckung. Die angreifenden Titanen sind wesentlich schneller und agiler. Ein besonderer Gigant ähnelt zudem weniger dem typischen Erscheinungsbild, sondern wirkt mit seinem behaarten Aussehen eher wie ein Tier. Noch dazu kann der mysteriöse Titan sprechen, was die Mysterien von Attack on Titan anheizt. Ein großartiger Einstand für die zweite Staffel!

Aufgeteilte Erzählweise

Nichtsdestotrotz kommen selbstverständlich auch wieder bekannte Gesichter wie Hauptfigur Eren Jäger und seine Gefährten Armin Arlert und Mikasa Ackermann zur Geltung. Nachdem sie vom Durchbrechen der Mauer Rose hören, macht sich das Dreigespann zusammen mit den beiden Kommandanten Hanji Zoe und Levi Ackermann auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Mit von der Partie ist auch Pastor Nick, der mehr über den Aufbau der drei Mauern zu wissen scheint, als er zugeben will. Trotzdem konzentriert sich Attack on Titan nicht nur auf eine Geschichte und springt stattdessen immer mal wieder hin und her. Sei es zwischen verschiedenen Zeitebenen oder Charakteren. In der 27. Folge begleitet der Zuschauer Sasha dabei, wie sie in ihr Heimatdorf zurückkehrt und ein Mädchen vor einem gefräßigen Riesen rettet. Nebenher erinnert sie sich an frühere Ereignisse, die in Verbindung mit dem Dorf und ihrem Vater stehen. Neben Hoffnung sind jedoch auch Trauer, Verlust und Verzweiflung ein wichtiger Teil der Erzählweise, wie an Connie demonstriert wird, als er sein menschenleeres Heimatdorf erreicht. Auch hier spielt Attack on Titan mit der Vorstellungskraft des Zuschauers, denn Leichen sind nicht zu sehen und mit den Pferden sind die Bewohner ebenfalls nicht geflohen. Nur zerstörte Häuser und ein bewegungsunfähiger Titan zeugen von einem Vorfall.

Gelungener Staffeleinstand

In stilistischer Hinsicht erinnert die zweite Staffel mit ihren visuellen Merkmalen frappierend an die erste Season. Dank unterschiedlicher Frisuren und Haarfarben unterscheiden sich die Charaktere wunderbar voneinander und fallen mit ihrem markanten Stil positiv auf. Selbiges gilt auch für das schaurige Design der Titanen, das die Bedrohung für die letzten Menschen hervorragend einfängt und symbolisiert. Musikalisch werden die zahlreichen Szenen der sechs enthaltenen Episoden ebenfalls gut unterlegt, sodass die Geschichte von Attack on Titan an den actiongeladenen Stellen spannend und mitreißend ist, und in den eher ruhigen Momenten das Mysteriöse geschickt einfangen wird. So und nicht anders hat der Zuschauer stets das Gefühl, mehr über die Welt von Attack on Titan erfahren zu wollen. Nicht zu vergessen sind die bekannten Synchronsprecher, die sowohl im Deutschen als auch im Japanischen punkten. In der japanischen Originalfassung sind beispielsweise die Stimmen von Kaji Yūki für Eren und Kamiya Hiroshi für Levi zu hören, während ihr deutscher Gegenpart nach wie vor von Max Felder und Florian Halm übernommen wird. Digitales Bonusmaterial gibt es leider nicht, doch dafür liegt der ersten der beiden Volumes ein Booklet mit Episodenguide und sieben aufschlussreichen Interviews bei. So darf die zweite Staffelhälfte gerne auch aussehen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Attack on Titan gehört nicht von ungefähr zu den besten respektive beliebtesten Anime-Serien. Nach der phänomenal guten ersten Staffel fühlt sich die zweite Season von Attack on Titan noch sehr viel besser an. Das liegt in erster Linie daran, dass die Handlung nahtlos fortgeführt wird und sich nicht erst neu erfinden muss. Von der ersten Minute an erzählt die zweite Staffel eine stringente Handlung, die aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird und in jeder Episode neue Fragen über die Titanen, ihre Herkunft, die Mauern und das Weltbild in Attack on Titan aufwirft. Zusammen mit den etablierten Charakteren, dem markanten Zeichenstil der gefräßigen und wilden Titanen und der gut inszenierten Action ergibt das ein fantastisches Gesamtbild. Schade ist nur, dass die zweite Staffel gerade einmal zwölf Episoden umfasst und die Season demnach mit der nächsten Volume endet. Wenn die zweite Staffelhälfte aber auch nur halb so gut wie der Einstand dieser Season ist, darf schon jetzt Großartiges erwartet werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan – Season 2 (Vol. 1)! 

Review: Star Wars: Squadrons

Durch den Exklusivdeal mit Disney steht Electronic Arts bei vielen Star-Wars-Fans immer noch in der Bringschuld. Mit Star Wars: Jedi – Fallen Order hat der Konzern im Jahr 2019 sehr gut vorgelegt, doch mit Star Wars: Squadrons gelingt ihm das Kunststück nicht ganz.

Zwischen 1998 und 2003 erschienen gleich drei Teile der Rogue-Squadron-Serie aus dem Star-Wars-Universum. Mit diesen Spielen hat das 2020 veröffentlichte Star Wars: Squadrons höchstens vom Namen her eine Ähnlichkeit, denn spieltechnisch fühlt sich der Titel eher wie ein spiritueller Nachfolger zu Star Wars: X-Wing vs. Tie Fighter von 1998 mit einem Schuss Wing Commander aus dem Jahr 1990 an. Angesiedelt ist Star Wars: Squadrons fernab der Eröffnungssequenz, die die Auswirkungen der Zerstörung von Alderaan durch den ersten Todesstern thematisiert, nach der Schlacht von Endor. In der Einzelspielerkampagne des Spiels schlüpfen wir abwechselnd in die Haut eines unbekannten Piloten der Neuen Republik und des Imperiums. So erfahren wir zwei Sichtweisen des unermüdlichen Kriegs, was uns grundsätzlich gut gefällt. Vorangetrieben wird die Story einerseits über die Kommunikation während der Schlachten. Andererseits sind es aber auch Dialoge, die wir im Hangar und im Besprechungsraum mit wichtigen Akteuren führen, die die Handlung bereichern sollen. Die Betonung liegt hierbei auf „sollen“, denn ein Großteil der Charaktere ist eher langweilig und versprüht auch nach Stunden nicht das Star-Wars-Feeling, das wir erwarten. Auftritte von bekannten Figuren wie Wedge Antilles sind da tatsächlich das Höchste der Gefühle.

X-Wing vs. Tie Fighter

Viel wichtiger ist ohnehin das Gameplay von Star Wars: Squadrons und in dieser Disziplin kann das Spiel punkten. Während wir im Hangar und im Besprechungsraum lediglich auf Mausklick oder Knopfdruck zwischen den einzelnen Interaktionsmöglichkeiten wählen, sitzen wir während der Missionen komplett im Cockpit eines X-Flüglers oder Tie-Jägers. Haben wir den Hangar verlassen, stoßen wir auch schon in die Weiten des Weltraums vor. Hier visieren wir jeweils die Gegenseite an, feuern wild drauf los und liefern uns so hitzige Kurvenkämpfe im All. Im Gegensatz zur eingangs erwähnten Rogue-Squadron-Reihe erleben wir den Krieg aber nicht aus der Verfolgeransicht. Stattdessen kämpfen wir uns aus der Ego-Perspektive durch die Missionen. Das Geschehen erleben wir also durchweg aus dem Cockpit unseres Raumschiffs, was zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Veteranen, die bereits mit X-Wing vs. Tie Fighter oder den beiden Vorgängern reichlich Erfahrung gesammelt haben, werden sich entsprechend schneller zurechtfinden. Der Schwierigkeitsgrad steigt jedoch angenehm an, denn in den ersten Missionen lernen wir sämtliche wichtigen Befehle. Zum Beispiel erfahren wir, wie wir Gegner oder andere Ziele anvisieren oder scannen können. Ebenfalls wichtig ist natürlich zu wissen, wie wir Zielsuchraketen abfeuern oder diesen selbst ausweichen dürfen.

Volle Kontrolle übers Cockpit

Am interessantesten ist jedoch die Energieversorgung unseres Raumschiffs. So müssen wir in Star Wars: Squadrons die Situation ständig neu bewerten, denn manchmal ist es wichtig, die Energie auf unsere Schilde umzuleiten, um bei starkem Beschuss weniger Schaden zu nehmen. Hinzu kommt, dass wir uns auch entscheiden müssen, ob der Schutz eher den Bug oder das Heck unseres Schiffs betrifft. Müssen wir vor einem Feind fliehen, ist es hingegen ratsam, die Energie auf die Triebwerke zu verteilen. Wenn wir uns dann wiederum einem Gegner schnell entledigen wollen, erhalten unsere Waffensysteme die nötige Energie. Dadurch sind wir dann natürlich etwas langsamer und anfälliger für feindliche Laser-Geschosse. Wird unser Schiff in Mitleidenschaft gezogen, können wir es in Intervallen auch durch unseren Astromechdroiden reparieren lassen. Raketennachschub können wir auf Knopfdruck ebenfalls anfordern. Diese Befehle lassen sich zwar alle mit etwas Übung problemlos mit Maus und Tastatur umsetzen, doch mit einem Controller in den Händen lassen sich die Vehikel von Star Wars: Squadrons gefühlt besser steuern. Haben wir die je nach Empfinden kurze Kampagne durchgespielt, können wir uns in den Mehrspielermodus stürzen. Hier wird unser ganzes Können gefordert, denn das mehr schlechte als rechte Matchmaking würfelt Anfänger mit Profis zusammen.

Spürbare Star-Wars-Atmosphäre 

Gelungener ist da schon die Star-Wars-Atmosphäre, die sowohl im Singleplayer- als auch im Multiplayer-Modus von Star Wars: Squadrons zur Geltung kommt. Wenn wir mit Offizieren in der Basis quatschen und uns dabei umsehen, fühlen wir uns wahrhaftig wie mitten in einem der drei klassischen Filme. Selbiges betreffen die Schlachten, denn wenn sich die Kollegen über Funk melden und zum Angriff blasen, können einem Fan schon mal die Tränen kommen. Das gilt auch für die optische Gestaltung des Spiels, denn obwohl wir uns hauptsächlich nur durchs All bewegen, sehen alle Raumschiffe genauso aus, wie wir sie bereits aus den Filmen kennen. Lediglich beim Vorbeiziehen an größeren Schiffen wie zum Beispiel den imperialen Sternenzerstörern haben wir uns gedacht, dass diese doch eigentlich noch etwas opulenter ausfallen müssten. Nichtsdestotrotz sorgen gerade in diesen Momenten, wenn das Feuer auf uns gerichtet wird oder wir im X-Wing sitzend selbst auf unsere Gegner schießen, vor allem die Soundeffekte für reichlich Star-Wars-Flair. Die deutsche Synchronisation des Spiels ist aber nur halbwegs gelungen. Während manche Sprecher überzeugen, fühlen sich andere schlicht unpassend an. Unterm Strich ist Star Wars: Squadrons immer noch ein solides Spiel, das in unseren Augen aber zu wenig Umfang bietet, um länger als zehn Stunden zu unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Star Wars: Squadrons ist für sich genommen bei Weitem kein schlechtes Spiel, denn die Weltraumschlachten sind äußerst atmosphärisch, imposant inszeniert und bieten vor allem Fans der Vorlage viele atmosphärische Gründe, sich in den Krieg der Sterne zu stürzen. Leider ist die Einzelspielerkampagne je nach persönlichem Empfinden recht kurz ausgefallen und das unfair wirkende Matchmaking für den Mehrspielermodus stark verbesserungswürdig. Während es aufgrund des angenehm ansteigenden Schwierigkeitsgrads in der Kampagne sehr viel Spaß macht, die einzelnen Schlachten im Weltraum zu schlagen, sieht das im Mehrspielermodus wiederum ganz anders aus. Hier werden Anfänger nicht weit kommen, da sie von Profis binnen weniger Sekunden erledigt werden. Da bleibt keine Zeit, um sich auf die Schlacht einzustellen und keine Möglichkeit, an seinen Erfahrungen zu wachsen, zumal der Einzelspielermodus den Spieler nicht auf diesen Härtegrad vorbereitet. Wer geübt im Umgang mit simulationsartigem Gameplay ist, wird sich in Star Wars: Squadrons schnell zurechtfinden. Alle anderen sollten sich den Kauf zweimal überlegen, denn ein fast schon bedingungslos zu empfehlender Hit wie etwa Star Wars: Jedi – Fallen Order ist Star Wars: Squadrons leider nicht geworden. Das muss selbst der größte Fan anerkennen.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Star Wars: Squadrons!

Review: Detektiv Conan (Box 8, Episoden 207–230)

Ganze fünf Monate mussten Fans von Detektiv Conan auf die DVD-Fortsetzung der Anime-Serie warten, was sie in Anbetracht des starken Cliffhangers in den Episoden der siebten Volume auf eine harte Probe stellte. Im Mai 2019 durfte die Spürnase endlich wieder Fälle lösen.

Am Ende der Episoden der siebten Serienbox von Detektiv Conan ist es Haibara Ai gelungen, eine Probe des Gegenmittels für ihre und Edogawa Conans überaus heikle Situation zu finden. Seit dutzenden respektive hunderten Episoden müssen sie ihr Dasein in ihren geschrumpften Körpern als Kinder verbringen. Obwohl es ganz danach aussah, dass die Wirkung nicht von langer Dauer sein sollte, erwachte Kudō Shin’ichi in der 206. Episode nicht mehr in Conans Körper. Mit diesem Kniff hätte die Anime-Serie die Option gehabt, die Geschichte auf den Kopf zu stellen – und in den ersten Minuten der achten Serienbox sieht es auch ganz danach aus, dass diese Möglichkeit auch genutzt werden will. So verabredet sich Shin’ichi mit seiner geliebten Mōri Ran zu einem Date, während er von Ai aus der Ferne beobachtet wird, wie lange die Wirkung tatsächlich anhält. Das Date zwischen den beiden Turteltäubchen währt jedoch nicht lange, denn kaum haben die beiden am Tisch Platz genommen, wird vor dem Restaurant der Spieleproduzent Tatsumi Taiji ermordet. Shin’ichi eilt selbstverständlich sofort zum Tatort und darf dort nach sehr langer Abwesenheit endlich wieder Inspektor Megure Jūzō assistieren. Im Verlauf der spannenden Ermittelung lässt jedoch die Wirkung des von Ai entwickelten Gegenmittels peu à peu nach, was die Lösung des Falls erheblich erschweren soll.

Urlaub und Mordermittlung

Auch wenn sich Fans der Anime-Serie darüber längst im Klaren sind, dass der Status quo so schnell wie möglich wiederhergestellt wird, gehören die einleitenden Folgen dennoch zu den gelungensten Folgen der bisherigen Handlung. Insbesondere wie der Konflikt zwischen Ran und Shin’ichi mit einer sehr emotionalen Szene zwischen der Tochter des berühmten Privatdetektiven Mōri Kogorō und Conan gelöst wird, zeigt einmal mehr, wie menschlich die Figuren sind und wie nah sie dem Zuschauer in derlei Momenten gehen können. Leider wird der Vorfall in den weiteren Folgen eigentlich gar nicht beziehungsweise nur noch am Rande thematisiert, weshalb die eigentliche Rahmenhandlung prompt in den Hintergrund rückt. Stattdessen konzentriert sich die Anime-Serie einmal mehr auf einzelne und abgeschlossene Fälle, in denen aber wiederkehrende Charaktere in gleich mehreren Episoden in Erscheinung treten. Das prominenteste Beispiel ist wohl Kommissar Yokomizo Sango, der diverse Morde aufklären muss, bei denen das Dreigespann Kogorō, Ran und Conan zufällig in der Nähe waren. Hier scheint auch der Schwerpunkt der achten Serienbox zu liegen, denn ständig sind die drei Helden außerhalb von Beika respektive Tōkyō in auffällig vielen ländlichen Gegenden unterwegs, in denen sie es mit merkwürdigen Tätern und fragwürdigen Motiven zu tun bekommen.

Munteres Mitraten bei mysteriösen Fällen

Im Grunde sind alle Fälle der achten Volume sehr spannend, zumal sie trotz zahlreicher Konstruktionen nicht ganz so überdreht wirken, wie noch in der siebten Serienbox. Beispielsweise wird im Dorf Kagekuwa ein älterer Herr namens Okumura getötet, was zu einem regelrechten Aufruhr in der Gemeinde führt und Kogorō ordentlich auf Trab hält. In der hauptsächlich vom Tourismus lebenden Stadt Tenbu verschwindet wiederum bei der Jungfernfahrt einer Seilbahn plötzlich der amtierende Geschäftsführer Dōmoto Eizō, der nur wenige Sekunden später auf der Hand einer riesigen Statue tot aufgefunden wird. Fans der Detective Boys kommen aber ebenfalls wieder auf ihre Kosten und gehen mit ihnen auf die Suche nach einem Brandstifter oder machen mit ihnen und Professor Agasa Hiroshi Ausflüge in die Natur, bei denen sie aber selbstverständlich auch in Mordfälle verwickelt werden, die die Polizei zunächst als Unfälle kategorisiert. Jeder gezeigte Fall ist einzigartig und lädt munter zum Mitraten ein, wer denn wohl der Täter ist. Diese Einbindung des Zuschauers macht Detektiv Conan auch in den vorliegenden und aus dem Jahr 2000 stammenden Episoden besser als viele andere Anime-Serien. Auch der Zeitgeist um die Jahrtausendwende ist sehr gut zu erkennen, wenn Rans Mutter zum Beispiel einen MiniDisc-Player nutzt oder Conan von der damals noch bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland schwärmt, was in der Retrospektive sehr charmant ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 207 bis 230 der Serie): Auch wenn dem Zuschauer schon im Vorfeld bewusst sein sollte, dass die Anime-Serie Detektiv Conan unmöglich ihre titelgebende Hauptfigur verlieren kann, gehören die einführenden Episoden dennoch zu den besten Folgen, die das japanische Werk bisher hervorgebracht hat. Die Auflösung des Cliffhangers führt zu einem überaus emotionalen Moment zwischen Conan und Ran, woran zu erkennen ist, wie menschlich die einzelnen Protagonisten mittlerweile geworden sind. Es ist zwar bedauerlich, dass die Rahmenhandlung in den weiteren Episoden kaum bis gar nicht vorangetrieben wird, doch die einzelnen und für sich stehenden Kriminalfälle können auch alle für sich punkten. Hier und da übertreiben es die Köpfe hinter dem Projekt auch schon mal mit der abstrusen Inszenierung der einzelnen Morde, doch bleibt es vielleicht gerade auch deshalb so spaßig, Conan bei der Ermittlung zu zusehen und selbst mitzuraten, wer denn nun der Täter ist. Unterm Strich gehört die achte Serienbox von Detektiv Conan zu den Volumes der Serie, die sich wohl kein Fan des Franchises entgehen lassen sollte.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 8, Episoden 207–230)!

Preview: Collection of SaGa: Final Fantasy Legend

Seit einiger Zeit legt Square Enix ältere Spiele für aktuelle Plattformen neu auf. 2017 hat der japanische Konzern beispielsweise den dreiteiligen Auftakt der Mana-Reihe für die Nintendo Switch veröffentlicht. Dem SaGa-Franchise ergeht es mit der Collection of SaGa: Final Fantasy Legend rechtzeitig zum 31. Geburtstag genauso.

Bei der Collection of SaGa: Final Fantasy Legend handelt es sich um eine Kollektion, die die drei zwischen 1989 und 1991 erstmals veröffentlichten Game-Boy-Spiele Makai Tōshi SaGa, SaGa 2: Hihō Densetsu und SaGa 3: Jikū no Hasha enthält. In Nordamerika sind diese drei Titel als Final-Fantasy-Legend-Reihe bekannt, womit der kürzlich hinzugefügte Untertitel der Sammlung zu erklären ist. Europäische Spieler hatten in den 1990er-Jahren leider nicht das Glück, die Rollenspiele aus dem Hause Square zu erleben. Aus keinem anderen Grund dürfte die Trilogie für das hiesige Publikum so interessant sein. Endlich bekommen also auch wir die Chance, die Anfänge des Franchises kennenzulernen, nachdem wir in den Genuss späterer Ableger wie dem fantastischen Romancing SaGa 3 oder SaGa: Scarlet Grace – Ambitions kommen durften. Alleine anhand der Gestaltung der Spielwelt von Makai Tōshi SaGa dürfte jedem klar sein, dass niemand geringeres als Designer-Legende Kawazu Akitoshi hinter dem Projekt steckt. So existiert in der Mitte der Spielwelt ein Turm, der ins Paradies führen soll. In bester Rollenspielmanier haben wir die Aufgabe, den Turm zu erklimmen, uns gegen diverse Monster in rundenbasierten Kämpfen zu stellen und schließlich die diversen Welten, die das Gemäuer miteinander verbindet, zu erreichen und zu erkunden. Fantastischer geht es kaum!

Mit dem Fokus auf die Originalspiele

In SaGa 2: Hihō Densetsu steht wiederum die Suche nach zwölf Artefakten, die wir suchen sollen, im Fokus der Story. SaGa 3: Jikū no Hasha thematisiert hingegen Zeitreisen und ergänzt die Fantasy-Welt somit um Science-Fiction-Elemente. Auf diese Geschichten freuen wir uns bereits, auch wenn sie aufgrund ihrer Game-Boy-Herkunft wohl nur sehr rudimentär erzählt werden können. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass uns diese drei Klassiker in ihren Bann ziehen werden, da Kawazu das Neue, das Unbekannte oder schlicht das Andersartige immer gereizt und es stets liebevoll umgesetzt hat. Bedauerlich ist jedoch, dass die Collection of SaGa lediglich die Game-Boy-Versionen und nicht die Remakes für den WonderSwan oder den Nintendo DS enthält. Hier reizt Square Enix keinesfalls das volle Potenzial der Kollektion aus. Eine deutsche Übersetzung soll es ebenfalls nicht geben, denn aktuell ist nur davon die Rede, dass die Collection lediglich die japanische und amerikanische Fassung der Trilogie enthält. Immerhin verspricht Square Enix im Trailer, dass wir auf Wunsch die Spielgeschwindigkeit erhöhen können, was für flüssigere Animationen sorgt. Auch die Bildschirmgröße sollen wir anpassen dürfen. Fraglich ist aber, ob dies stufenlos funktioniert oder wir lediglich auf zwei Größen beschränkt sind – mehr sehen wir im Trailer nämlich nicht.

Vertikaler Game-Boy-Modus

Da das eigentliche Geschehen der SaGa- beziehungsweise Final-Fantasy-Legend-Spiele nicht den kompletten Bildschirm der Switch respektive des Fernsehers füllt, freuen wir uns schon jetzt über mindestens acht verschiedene Hintergründe. Wie passend oder auch störend diese ausfallen, können wir aktuell noch nicht sagen, denn das wird nur ein angemessener Test über mehrere Spielstunden hinweg zeigen. Eine interessante, wenn aktuell auch nur schwer einschätzbare Idee ist das Entfernen beider Joy-cons im Handheld-Modus, um die Switch vertikal in Händen zu halten und damit die Optik eines Game Boys zu simulieren. Es ist allerdings äußerst fraglich, ob dieser Spielmodus haptisch denselben Effekt haben wird, wie wir ihm beim Spielen der Originalversionen auf einem Game Boy oder einem Game Boy Pocket hätten, zumal die Tasten allesamt nur auf dem Bildschirm zu bedienen sind. Wer aber genug Erfahrung mit Mobile-Titeln auf Smartphones oder Tablet-PCs hat, könnte sich womöglich schneller an das Konzept gewöhnen als jemand, der die Knöpfchensteuerung von Spielen selbst auf (halbwegs) aktuellen Geräten wie dem Nintendo 3DS, der Switch oder der PlayStation Vita bevorzugt. Somit bietet die Collection of SaGa aber mehr als einen Grund, um sie sich einmal genauer anzuschauen. Wir freuen uns jedenfalls auf den 15. Dezember 2020, denn dann soll die Trilogie genau zum 31. Geburtstag ihren Weg in den eShop finden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem veröffentlichten Trailer): Da ich in den 1990er-Jahren mit Game Boy und Super Nintendo aufgewachsen bin, habe ich ein Faible für Rollenspiele dieser Zeit. Ich fand und finde es immer noch äußerst bedauerlich, dass in dieser für das Genre überaus wichtige Epoche bei Weitem nicht alle Titel ihren Weg aus Japan nach Europa geschafft haben. Zum Glück sind die drei Spiele der Collection of SaGa in Nordamerika als Final-Fantasy-Legend-Trilogie in den Handel gekommen. Da Square Enix nur selten ältere Spiele ins Englische oder gar ins Deutsche übersetzt, darf ich mich in gewisser Weise also glücklich schätzen, Ende Dezember 2020 erstmals in den Genuss der drei Klassiker zu kommen. Ich bin mir dessen bewusst, dass gerade die frühen Game-Boy-Spiele limitiert im Bereich des Storytellings sind, doch ich traue Spieldesigner Kawazu Akitoshi durch Erfahrungen mit ein paar jüngeren Serienablegern zu, dass er auch bei den ursprünglichen Spielen reichlich Liebe hat einfließen lassen. So wird wohl auch die Collection of SaGa mit viel andersartiger Fantasie und Magie gefüllt sein, auf die ich mich schon sehr freue. Retro-Fans und Nostalgiker sollten sich den 15. Dezember 2020 also unbedingt rot im Kalender anstreichen!

Prime Time: Bleach (Box 8, Unboxing)

Vor ein paar Wochen haben wir euch die achte Serienbox der Anime-Serie Bleach im Rahmen einer Rezension ausgiebig vorgestellt. Wie es unsere Tradition will, möchten wir euch zu dieser Volume ein Unboxing-Video nicht vorenthalten. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: Kabaneri of the Iron Fortress: Compilation Movie 1 – Sich versammelndes Licht

Zwischen Dezember 2019 und März 2020 veröffentlichte Kazé Anime die aus zwölf Episoden bestehende Anime-Serie Kabaneri of the Iron Fortress in drei Ausgaben. In leicht geraffter Form reichte der Publisher im Mai 2020 die erste Serienhälfte als Compilation Movie nach.

Europäische Zuschauer, die an das Steampunk-Szenario denken, haben sicherlich zunächst die Vorstellung eines alternativen viktorianischen Zeitalters im Sinn. Dass das düstere Setting aber nicht nur auf London um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert oder gar England im selbigen Zeitraum beschränkt sein muss, zeigt sowohl die Anime-Serie als auch der erste Compilation Movie von Kabane of the Iron Fortress. „Sich versammelndes Licht“ demonstriert dies anhand der an Japan angelehnten Insel Hinomoto. In einer der Meiji-Zeit ähnlichen Epoche erzählt der Film eine Geschichte rund um den Wissenschaftler Ikoma. Dieser lebt mit hunderten anderen Menschen in einer geschlossenen Siedlung, die als Bahnhof fungiert. Auf Hinomoto gibt es mehrere solcher Ortschaften, die über das Schienennetz miteinander verbunden sind. Gesichert sind die Siedlungen mit übergroßen Mauern. Wer hier an Attack on Titan denkt, darf genüsslich schweigen. Ähnlich wie in dieser Anime-Serie, die ebenfalls von Animationsstudio Wit entworfen wurde, gibt es außerhalb der Mauern eine große Bedrohung, vor denen sich die Menschen schützen müssen. Damit sind die untoten Kabane gemeint, die willenlos sind und wie Zombies vor sich hin vegetieren. Endgültig können diese nur getötet werden, wenn ihr von Blei geschütztes Herz durchbohrt wird. Das ist ganz schön düster!

Düsteres und erschreckendes Szenario

Araki Tetsurō, der nicht nur bei der Serie, sondern auch beim Film die Regie führte, verzichtet abermals auf eine große Exposition und diese ist auch im Film nicht nötig. Alle Informationen, die wichtig für den Zuschauer sind, zeigt Arakis Werk genau wie ein Film von Kurosawa Akira sofort oder sie werden zumindest beiläufig erwähnt. So beginnt die Handlung mit einem schlimmen Ereignis, das dem Zuschauer ein gutes Bild von der zugleich faszinierenden als auch erschreckenden Steampunk-Welt vermittelt. Eingepfercht im Bahnhof Aragane leben Ikoma und die anderen Bewohner in ständiger Furcht vor den Kabane, die sie infizieren könnten. An dem Tag, an dem die titelgebende Eiserne Festung, also eine überdimensional proportionierte Dampflokomotive, in Aragane eintreffen soll, brettert diese ungebremst und mit Kabane überlaufen in die Stadt hinein. Es bricht Panik aus, Feuer lodert in allen Gassen und in all den Wirren wird zu allem Übel Held Ikoma während des Versuchs, einen Kabane mit einer neuen Waffen zu töten, von diesem gebissen. Was wie das tragische Ende eines Charakters im Franchise von The Walking Dead klingt, ist in Kabaneri of the Iron Fortress allerdings der Auftakt einer spannenden Story. Ikoma gelingt es, dem Virus zu trotzen und lernt seine Kräfte zu nutzen. Dennoch fürchten sich die Menschen vor ihm, insbesondere die adligen Bushi.

Durchdachte und erwachsene Erzählweise

Neben Ikoma dreht sich der 107-minütige Film auch um die junge Mumei, da sie gegen die Kabane kämpft und den Menschen zur Flucht verhilft. Prinzessin Yomogawa Ayame sieht der Situation hingegen aus einer entfernten Position ins Auge, setzt sich aber auch für Ikoma ein. Wichtiger ist da schon Ikomas bester Freund Takumi, durch den die Story Fahrt aufnimmt. Ohne Zweifel ist die Geschichte von Kabaneri of the Iron Fortress den Köpfen bei Studio Wit absolut geglückt, da sie mit mehreren Höhepunkten gepflastert ist. Da die Episoden der Serie nahtlos aneinander geknüpft sind, funktioniert die Umsetzung als Compilation Movie mit der erwachsenen Erzählweise ebenfalls sehr gut. Unter technischen Gesichtspunkten steht „Sich versammelndes Licht“ der Serie in Nichts nach, da das gleiche Bildmaterial genutzt wurde. So sind die Charaktere detailliert gestaltet und hervorragend animiert. An allen Ecken und Enden ergänzen sich die Gestaltungsmerkmale des Film im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Daher sind auch Kleidungsstil der Figuren und die Beleuchtung der einzelnen Szenen zu erwähnen. So ähnelt Arakis Film bildtechnisch fast schon den Werken von Shinkai Makoto, auch wenn qualitativ noch Welten dazwischen liegen. Zusammen mit der stimmungsvollen Musik ergibt Kabaneri of the Iron Fortress ein wahrhaft erinnerungswürdiges Gesamtbild, das nicht nur als Serie, sondern auch als zusammenfassender Film noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kabaneri of the Iron Fortress gehört auch in Filmform zu den Überraschungen der letzten Jahre. Regisseur Araki Tetsurō gelingt es, Steampunk- und Japan-Setting gekonnt miteinander zu verbinden und eine sehr spannende Geschichte zu erzählen. In dieser bedient sich der Regisseur zwar altbekannter Motive, lässt diese allerdings in einem frischen Szenario aufleben. Zusammen mit den zahlreichen Höhen und Tiefen, die die Charaktere während ihrer Reise durchleben, bleibt es an keiner Stelle langatmig oder gar langweilig. Actionreiche und entspannende Szenen wechseln sich in einem angenehmen Rhythmus ab, sodass die Szenenfolge genügend Abwechslung bietet. Die Umsetzung der ersten Serienhälfte als Film ist Studio Wit auf ganzer Linie geglückt, auch wenn auf Bonusmaterial unverständlicherweise gänzlich verzichtet wurde. Die eigentliche Qualität des Anime-Films wird dadurch aber nicht tangiert, weshalb sich kein Action- und Steampunk-Fan Kabaneri of the Iron Fortress entgehen lassen darf!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kabaneri of the Iron Fortress: Compilation Movie 1 – Sich versammelndes Licht!

Review: La-Mulana 1 & 2

Im Jahr 2011 hat das stark überarbeitete La-Mulana, das ursprünglich 2005 in Japan erschien, für offene Münder gesorgt. Nach all den Jahren kehrt das Spiel in La-Mulana 1 & 2 endlich auf eine Nintendo-Plattform zurück und bringt gleich den zweiten Teil aus dem Jahr 2019 mit.

Wer an Archäologen denkt, dem kommt wohl zu allererst Indiana Jones in den Sinn. Lemeza Kosugi war bis zum Release auf der Wii wohl nur japanischen Videospielern bekannt. Der virtuelle Archäologe macht keinen Hehl daraus, sich an seinem Vorbild zu orientieren. Zumindest besagt das die elektronische Bedienungsanleitung des heute nicht mehr zugänglichen WiiWare-Titels. Er möchte schlicht und einfach nicht Junior genannt werden und sein Vater ist ebenfalls an der Geschichte untergegangener Zivilisationen interessiert. Outfit und Peitsche haben er und seine im zweiten Teil spielbaren Tochter Lumisa wohl auch von Indiana Jones geliehen. So steht dem Abenteuer nichts mehr im Wege, denn die Rätsel der Ruinen von La-Mulana und dessen Gegenstück Eg-Lana aus dem zweiten Teil wollen gelüftet werden! Wer zum ersten Mal in eines der beiden Spiele eintaucht, bekommt vermutlich sehr schnell Probleme, da zumindest der erste Teil von La-Mulana so gut wie gar nichts erklärt, weshalb zunächst einmal vieles ausprobiert werden muss. Jüngere oder unerfahrene Spieler wird das zunächst abschrecken, doch wer Experimente nicht scheut, gelangt schnell in den Genuss zweier atemberaubender Spiele, die in einem Lager mitten im Dschungel beginnen. Ausgerüstet mit Peitsche und Laptop respektive Tablet-PC beginnen wir, die Welt zu erkunden. So erhalten wir vom Eingeborenenhäuptling ein E-Mail-Programm, das wir im begrenzten Speicher der mobilen Endgeräte lagern. Damit bleibt er mit uns im ständigen, aber sehr nützlichen Kontakt.

Waffenarsenal eines Archäologen

Unser tragbarer Computer ist jedoch auch für andere Dinge zu gebrauchen, denn mit der Zeit gelangen wir immer wieder in den Besitz neuer Software, die wir aktivieren dürfen, um zum Beispiel die Schriften der Ureinwohner auf Felsen zu lesen oder Karten der Umgebung einzuscannen. Das Waffenarsenal steigt später ebenfalls an. So dürfen wir von dem in den Ruinen erbeuteten Geld bei den in der Spielwelt verstreuten Händlern neue Waffen kaufen. Dazu zählen beispielsweise eine Pistole oder sogar Wurfsterne. Das ist auch bitter nötig, denn in den Ruinen wimmelt es nur so von Untoten und anderem Getier, das uns am liebsten zum Frühstück verspeisen will. Um in den Ruinen voranzukommen, gilt es oftmals einfache oder schwierige Schalterrätsel zu lösen. Meistens müssen wir einfach nur ein Gewicht auf einen Schalter stellen oder wie in The Legend of Zelda einen Block verschieben. Das macht durchaus Spaß, denn überall sind in der Spielwelt Schätze versteckt, die teilweise auch schon mal unsere Lebensenergie erweitern, doch Obacht: Nicht immer kann das Aktivieren eines Mechanismus Vorteile nach sich ziehen. Wer vergisst Hieroglyphen zu entziffern oder – so ulkig das auch klingen mag – die Toten zu befragen, erfährt oft nicht, dass mit einem Schalter eine Falle aktiviert wird. Das ist deshalb so wichtig, da die Regenerierung der Lebensenergie nur sehr selten möglich ist, wie etwa in der westlich von unserem Lager gelegenen heißen Quelle.

Verbeugung vor großen Serien

Gespielt wird dabei übrigens nicht aus der Vogelperspektive, sondern aus der zweidimensionalen Seitenansicht. Das System, um im Spiel erfolgreich zu sein, erinnert zudem ein wenig an Nintendos Metroid-Reihe. Nur mit bestimmter Ausrüstung ist es möglich, Türen zu öffnen, um so in neue Bereiche zu gelangen. La-Mulana lässt uns da aber wesentlich mehr Freiheiten, denn es gibt so viele Geheimnisse und auch Wege, um ans Ziel zu gelangen, dass wir uns zu Beginn von den Möglichkeiten erschlagen fühlen, auch wenn uns der zweite Teil etwas mehr an die Hand nimmt. Uns gefällt diese Freiheit jedoch sehr, da sie den Wiederspielwert drastisch erhöht. Die gesamte Spielwelt ist wirklich detailreich und atmosphärisch aufgebaut. So erfahren wir von Dorfbewohnern und verschollenen Steintafeln Hintergründe über die Sagenwelt von La-Mulana, wobei ein Großteil der Atmosphäre jedoch Grafik und Soundtrack ausmachen. So erinnern uns die Grafiken des Spiels an die gute, alte Super-Nintendo-Zeit und der Soundtrack von seiner Qualität stark an Castlevania: Rondo of Blood vom TurboGrafx-16. Die Ohrwürmer des Soundtracks lassen uns in unseren Gedanken nicht mehr los. Das schafft nicht jedes Spiel! Da ist es leider sehr schade, dass das Bild in 4:3 wiedergegeben wird. Aufgrund des Gebietaufbaus ist das vielleicht nicht anders möglich, aber bei einem Remake wünschenswert gewesen. La-Mulana 2 geht immerhin ein wenig mehr ins 16:9-Format.

Unvergessliches Spielerlebnis

Ebenfalls etwas suboptimal fallen, insbesondere beim zweiten Serienteil, die Bildschirmanzeigen aus. Sie befinden sich für unseren Geschmack viel zu nahe am oberen Bildschirmrand und könnten für unseren Geschmack ruhig etwas größer ausfallen. Die Menüstrukturen hingegen fallen positiv und übersichtlich aus, wobei der zweite Teil hier wieder unnötig Platz auf dem riesigen Bild einspart und alles ein wenig minimiert. Dafür fällt La-Mulana 2 mit seiner leicht verbesserten Steuerung positiv auf. So können wir im ersten Teil noch nicht von oder an Leitern springen, was im zweiten Teil kein Problem mehr darstellt. Hier hätte Entwicklerstudio Nigoro das Seriendebüt aber ruhig etwas optimieren dürfen. Bis auf die angesprochenen kleinen technischen Mankos und der zu Beginn vielleicht existenten Unzugänglichkeit für den einen oder anderen Spieler, ist an La-Mulana 1 & 2 aber nichts auszusetzen. Es sei jedoch abschließend gesagt, dass sich beide Titel vorwiegend an Hardcore-Spieler richten, da es im Spiel keine Rücksetzpunkte gibt und der Game-Over-Screen schneller als gedacht auf dem Bildschirm erscheinen könnte. So muss unausweichlich ein frührer Spielstand geladen werden, aber das machen wir sehr gerne, denn so ein gelungenes Spielerlebnis haben wir schon seit sehr langer Zeit nicht mehr erlebt. Jeder einzelne Fan von Action-Adventures sollte bei La-Mulana 1 & 2 unbedingt zugreifen und sei es auch nur bei einem der beiden Titel, denn im Gegensatz zur Retail-Fassung werden die Spiele im eShop auch separat verkauft.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch- und WiiWare-Fassung): La-Mulana und La-Mulana 2 sind die Paradebeispiele dafür, wie gute Action-Adventures auszusehen haben. In beiden Spielen komme ich in den Genuss einer großen Welt, die an allen Ecken und Enden mit Geheimnissen gespickt ist. Dazu motiviert mich das tolle Gameplay auch nach dem hundertsten Tod von Lemeza und Lumisa Kosugi, einen älteren Spielstand zu laden, nur um danach wieder in dieselbe Falle zu latschen oder gar eine Minute später einen völlig neuen Weg einzuschlagen. Das macht mir vor allem wegen der im ersten Teil verbauten Technik so viel Spaß, denn die Entwickler haben aus dem Code der PC-Fassung, die eine Hommage an alte Spielklassiker sein sollte, noch einmal eine ganz andere Interpretation geliefert. In beiden Spielen erinnern mich die Grafiken an das gute alte Super Nintendo und der geniale Soundtrack an Castlevania: Rondo of Blood vom TurboGrafx-16. La-Mulana 1 & 2 liefern ein ästhetisch anspruchsvolles Gesamtbild ab, das unbedingt jeder Fan von Action-Adventures einmal selbst gespielt haben muss. Wer La-Mulana 1 & 2 nicht spielt, verpasst zwei geniale Spiele!

Review: Fairy Tail (Box 9, Episoden 204–226)

Nachdem im Februar 2020 die achte Volume von Fairy Tail veröffentlicht wurde, folgte im Juli 2020 und damit erst fünf Monate später die neunte Serienbox der langlebigen Anime-Serie. In dieser wird ein neuer Handlungsstrang aufgeschlagen, der sich um die Stellargeister dreht.

Wie so oft auch beginnt die Handlung der Anime-Serie Fairy Tail auch in der ersten Folge der neunten Volume sehr seicht. So erfährt der Zuschauer zwar, dass die Stellargeister dieses Mal im Mittelpunkt der Erzählung stehen, doch das wahre Ausmaß der Story wird erst in der 205. Episode klar. In der Fantasy-Welt Fiore scheint das Wetter mit verschiedenen Extremen außer Kontrolle zu geraten. Das kommt auch den Mitgliedern der Gilde Fairy Tail seltsam vor. Also beschließen kurzerhand Hauptfigur Natsu Dragneel, seine Gefährtin Lucy Heartfilia und auch die fliegende Katze Happy, der Sache auf den Grund zu gehen. Ihr Weg führt sie in eine Stadt am Meer. Im idyllischen Ort Seabellus angekommen, übernehmen sie den Auftrag, die Wetterphänomene zu untersuchen – ein Glück, dass Lucy eine Stellarmagierin und damit absolut geeignet für die Mission ist. Alles deutet auf eine Anomalie der Himmelskörper hin. Nur wenig später werden die Freunde angegriffen und auch Lucys goldene Schlüssel scheinen keinerlei Nutzen mehr zu haben. Auf dieser Einleitung aufbauend entwickelt sich über 23 Folgen eine spannende Geschichte, die mit neuen Erkenntnissen und hitzigen Kämpfen gepflastert ist. So verschwindet unter anderem der König der Stellargeister, sodass die anderen Stellargeister keinem festen Weg mehr folgen können beziehungsweise überhaupt nicht kontrolliert werden.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Im Grunde spaltet sich die Story, wie es aus früheren Serienboxen von Fairy Tail bereits bekannt ist, in mehrere Handlungsfäden auf. Mal wieder steht die freundschaftliche respektive kollegiale Bande im Vordergrund, um den extremen Wetterverhältnissen ein Ende zu bereiten. Zum Beispiel macht sich die Magierin Wendy Marvell mit der fliegenden Katze Carla zu einem Vergnügungspark auf. Hier werden sie vom verspielten Stellargeist Aquarius überrascht. Das Spiel entwickelt sich jedoch mit der Zeit zu bitterem Ernst. Die anderen Charaktere müssen sich hingegen mit anderen Stellargeistern auseinandersetzen. Hier bleibt dann auch Zeit für die Einführung beziehungsweise Vertiefung von Figuren wie beispielsweise Prinzessin Hisui E. Fiore, mit der Lucy nach den Geschehnissen des Turniers zusammenarbeiten möchte. Bis zur 218. Episode verfolgt Fairy Tail dieses bekannte Konzept mitsamt des dazugehörigen und furios angelegten Finales. Obwohl die eigentliche Rahmenhandlung damit endet, bleibt in den verbleibenden acht Episoden aber genügend Zeit, um noch ein paar kleinere Geschichten zu erzählen. Auch da wird auf Lucys plötzliches Schicksal eingegangen, die Story an sich fühlt sich aber weitgehend losgelöst von der Haupthandlung an. Hier schlüpft unter anderem ein Wesen aus einem mysteriösen Ei und eine längst vergessene Insel taucht vor der Küste auf.

Neue Geschichte, alter Trott

In puncto Humor präsentiert sich die Anime-Serie in ihrem gewohnten Gewand. Dennoch ist zu erkennen, dass Witze in der neunten Volume von Fairy Tail deutlich passender eingespielt werden. Wenn die Sachlage ernst ist, bleibt es bei ein paar kecken Sprüchen und wenn sich die Charaktere gegenseitig aufziehen, dann ist das in weniger ernsten Momenten der Fall. Unter technischen Gesichtspunkten besticht die Serie auf Blu-ray wie bereits zuvor mit bunten und vor allem kräftigen Farben im bildschirmfüllenden 16:9-Format beziehungsweise in 1080p. So und nicht anders kommt während der Kämpfe genügend Dynamik zustande, die mit schönen Effekten aufgehübscht wird. Vor allem beim Finale der Haupthandlung wird mit Lichteffekten nicht gegeizt. Mit dem typischen Fairy-Tail-Soundtrack wird die Serie abermals atmosphärisch unterlegt, sowohl in ruhigen als auch hitzigen Momenten. Zu guter Letzt wissen hier auch ein weiteres Mal die deutschen und japanischen Synchronsprecher zu überzeugen. Alle Szenen wirken im Rahmen der Anime-Gesetze glaubhaft. Digitale Boni gibt es leider nicht. Dennoch liegt der neunten Serienbox ein einmal mehr ein Booklet mit Episodenguide bei, in dem alle Folgen kurz und bündig zusammengefasst sind. Ein Poster und ein Stickerbogen mit sieben Aufklebern runden das Gesamtpaket für Fans der Serie angenehm ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach der wirklich guten achten Serienbox fühlt sich die neunte Volume von Fairy Tail wie ein kleiner Rückschritt an. Das darf aber nicht falsch verstanden werden, denn die Story ist nach wie vor spannend und sehr unterhaltsam. In den Episoden der neunten Ausgabe fehlt es jedoch ein wenig an durchgehender Action. So sind die meisten Story-Stränge separiert und laufen erst spät zueinander. Die mosaikartige Zusammensetzung von Handlungsfäden ist im Anime-Bereich und sogar bei Fairy Tail keine Seltenheit, nach den sich überschlagenden Ereignissen der vorherigen Episoden war jedoch ein wenig mehr zu erwarten. Trotzdem können sowohl die Haupthandlung um die Stellargeister als auch die kleineren Einzelgeschichten von Anfang bis Ende überzeugen. Vor allem in den kleineren Storys kann dann auch der typische Humor der Serie wieder voll und ganz zünden. Unterm Strich ist die neunte Serienbox also immer noch eine Empfehlung für jeden Fan, doch darf die zehnte Ausgabe von Fairy Tail gerne noch mal einen Zahn mit Story und Action zulegen. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Vol. 9, Episoden 204–226)!

Review: Mafia – Definitive Edition

2002 erschien mit dem Computerspiel Mafia von Entwicklerstudio Illusion Softworks ein Titel, der von Presse und Konsumenten für seine Story und seine Atmosphäre gelobt wurde. 18 Jahre später spendierte Hangar 13 dem Spiel wie aus dem Nichts endlich ein Remake.

Hangar 13 ist in der Branche kein unbekanntes Entwicklerstudio, denn 2016 haben sich die Kalifornier mit Mafia III bereits einen Namen gemacht, auch wenn das Actionspiel keinen bleibenden und vor allem keinen durchweg positiven Eindruck hinterlassen hat. Insbesondere das sehr repetitive Spieldesign und die maue technische Umsetzung der PC-Fassung sind uns recht negativ im Gedächtnis geblieben. Dafür ist es aber umso erfreulicher, wie sich das Blatt bei der Definitive Edition respektive dem Remake von Mafia gewendet hat. Anstatt die Spielzeit wie beim dritten Serienteil künstlich in die Länge zu ziehen, handelt es sich bei der neuen Interpretation der bei Veröffentlichung 18 Jahre alten Vorlage um eine sehr originalgetreue Umsetzung. Das heißt, dass wir in der Definitive Edition die gleiche und in zwanzig Kapiteln eingeteilte Handlung erleben – genau in der gleichen Reihenfolge und zwar von der opulenten Eröffnungssequenz des Spiels bis zum filmreifen Epilog, der sogar visuell angepasst wurde, um ihn in den Kontext zu Mafia II zu setzen. Hangar 13 geht aber noch einen Schritt weiter und verfeinert das Storytelling an den richtigen Stellen. So bekommen wir Thomas „Tommy“ Angelos Ehefrau Sarah deutlich öfters zu Gesicht als es im Original der Fall ist. Ebenso fallen die Dialoge zwischen den Charakteren etwas tiefgründiger aus, sodass wir uns jederzeit so fühlen, als wären wir mitten im Geschehen statt als stiller Beobachter nur dabei.

Cineastisches Storytelling

Wer den Ursprungstitel aus dem Jahr 2002 nicht gespielt hat, wird sich an dieser Stelle nun fragen, wer dieser Tommy Angelo überhaupt ist. Bei diesem handelt es sich nach wie vor um den Protagonisten des Spiels. In der Eröffnungssequenz von Mafia, die im Jahr 1938 spielt, erfahren wir im Gespräch mit Detective Norman, dass der Mafioso aus der „ehrenwerten“ Gesellschaft aussteigen will. Im Anschluss übernehmen wir die Kontrolle von Tommy und erleben, wie er im Jahr 1930 als Taxifahrer unfreiwillig in eine Schießerei hineingezogen wird. Dies führt dazu, dass er zum Spielball zwischen den „Familien“ von Don Morello und Don Salieri wird. Letzterem schließen wir uns in den ersten Kapiteln schließlich an, werden als Chauffeur und Rennfahrer eingesetzt und als Schläger gebraucht. Zu Zeiten der Prohibition schmuggeln wir des Weiteren Alkohol und werden mehr und mehr als Mordwerkzeug instrumentalisiert. Je mehr Tommy in den Moloch der Gewalt hineingezogen wird, desto mehr Gewissensbisse machen sich in ihm bemerkbar, die in der Definitive Edition aufgrund der angepassten Handlung noch deutlich besser zur Geltung kommen. Vor allem die neuen Story-Sequenzen mit Sarah zeigen, dass Tommy trotz seiner Taten über ein intaktes Moralsystem verfügt. Hinzu kommt, dass die Missionen und die Schießereien in den meisten Fällen nicht übermäßig stark ausarten, sodass in Mafia regelrecht düsteres Mobster-Filmflair entsteht.

Gameplay aus den späten 2000er-Jahren

In puncto Gameplay hat sich die Definitive Edition von Mafia im Vergleich zum ursprünglichen Spiel ebenfalls gewandelt, wenn der Sprung hier auch nicht so groß wie beim Storytelling ist. Sobald wir von Don Salieri den neuen Auftrag erhalten haben, decken wir uns im Hinterhof bei Vincenzo erst einmal mit den für den Job passenden Waffen ein und statten im Anschluss dem Stotterer Ralph einen Besuch ab, um ein Auto zugewiesen zu bekommen. Manchmal wird uns aber auch von unseren beiden Freunden Sam und Paulie, mit denen wir einen Großteil der Aufträge gemeinsam erledigen, ein Fahrzeug vorgesetzt. Hin und wieder dürfen wir uns aber auch aus unserem eigenen Fuhrpark einen Wagen aussuchen. Dabei blicken wir Tommy so gut wie immer über die Schulter, sodass die Verfolgerperspektive nur in den Zwischensequenzen kurzzeitig in eine cineastische Gesamtansicht wechselt. Die Missionen selbst laufen in der Regel nach demselben Schema ab. Erst düsen wir mit unserem Automobil durch das fiktive und an Chicago angelehnte Lost Heaven und erkunden dann per pedes die Umgebung. Obwohl wir meist mit Waffengewalt vorgehen, müssen wir in manchen Missionen jedoch auch schleichend, ruhig und sehr behutsam vorgehen, um keinen Alarm auszulösen. Werden wir dann dennoch mal in eine Schießerei verwickelt, fühlt sich Mafia wie ein typischer Deckungs-Third-Person-Shooter an, wie sie noch in den 2000er-Jahren entstanden.

Atmosphärische Neuinterpretation

Nichtsdestotrotz ist das alles nicht schlimm, denn die zwanzig Mission in Mafia sind – je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad – bei einer gesamten Einmalspielzeit von mindestens zehn Stunden gut dosiert und funktionieren auch hervorragend als Intermezzo. Obwohl Lost Heaven wie eine Open World konstruiert ist, ist die Stadt nicht wirklich offen. Es gibt keine betretbaren Geschäfte, keinerlei Nebenmissionen und auch keine Nebenbeschäftigungen. Was in der Kampagne nicht negativ auffällt, schlägt uns jedoch im Spielmodus Freie Fahrt auf den Magen. Das war im Original zwar nicht anders, für ein Spiel aus dem Jahr 2020 hätten wir uns aufgrund des Fehlens des Freie-Fahrt-Extrem-Modus mit seinen Bonusaufgaben aber über ein paar Zusätze gefreut. Hier dürfen wir lediglich die immerhin hübsch inszenierte Stadt erkunden, versteckte Fahrzeuge für unsere Garage entdecken und kleine Collectibles wie Comic-Hefte und Zigarettenbildchen aufklauben. Das ist nicht annähernd so motivierend wie das Verfolgen der spannenden Handlung, dürfte aber zumindest sammelwütigen Spielern ein paar Stunden mehr aus Mafia herausholen. Im Gegensatz zu Mafia III, das auf dem PC eine Katastrophe war, läuft Mafia trotz der gleichen Engine auch auf älteren Rechnern butterweich. Zeitgenössische Musik von Louis Armstrong, Duke Ellington oder Django Reinhardt machen die Autofahrten zu einem atmosphärischen Genuss, während der restliche Soundtrack eher zweckmäßig ist. Wer Mafia von 2002 nicht kennt, muss es aber nicht nachholen, denn die Mafia – Definitive Edition ist genau das Remake geworden, das dem Klassiker gerecht wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Mafia aus dem Jahr 2002 gehört, seitdem ich es zum ersten Mal gespielt habe, zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Die packende Story überzeugt bis zum Schluss, denn anstatt mich nur in immer wieder gleiche Schießereien zu verwickeln, wie es die Grand-Theft-Auto-Reihe gerne macht, wiederholt Mafia die diversen Ansätze nicht und baut so über zwanzig Missionen aufeinander auf. Nachdem Hangar 13 mit Mafia III nur ein halbgares, aber immerhin noch ein halbwegs zufriedenstellendes Produkt abgeliefert hatte, habe ich nach der Ankündigung der Definitive Edition des ersten Teils Angst gehabt. Zu groß war meine Sorge, die Entwickler würden das Spiel mit unnötigem Ballast füllen. Stattdessen hat Hangar 13 die exakt gleiche Story erzählt und dabei sogar noch kleine Lücken gefüllt. So fühlt sich die Kampagne sogar noch runder an als beim Original im Jahr 2002. Schade finde ich nur, dass der Freie-Fahrt-Modus nur eine nette Spielerei ist. Da bietet selbst das fiktive und ebenfalls eingeschränkte Empire Bay aus Mafia II mehr Tiefgang. Dennoch kann ich das Spiel vor allem aufgrund seiner intelligenten Geschichte, seinen facettenreichen Charakteren und der mitreißenden Atmosphäre jedem Actionfan bedingungslos ans Herz legen, denn das Remake macht ein ohnehin schon sehr gutes Spiel noch ein kleines Stückchen besser.

Vielen Dank an 2K für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mafia – Definitive Edition!

Prime Time: Detektiv Conan (Box 7, Unboxing)

Vor Kurzem haben wir euch im Rahmen eines Reviews die siebte Volume der Anime-Serie Detektiv Conan vorgestellt. Heute folgt traditionsgemäß unser Unboxing-Video, in dem ihr erfahrt, wie unserem Chefredakteur die siebte Serienbox unter optischen und haptischen Gesichtspunkten gefallen hat. Viel Spaß!

Special: 30 Jahre Game Boy – 30 Jahre Spielspaß unterwegs

Über dreißig Jahre ist es her, seit Nintendo mit dem Game Boy eine neue Marke etabliert und den Videospielmarkt revolutioniert hat. In dieser Zeit erlebte die Marke einige Höhen und auch ein paar Tiefen. Es folgt ein chronologischer Rückblick auf die Game-Boy-Historie.

Als der Game Boy am 21. April 1989 zunächst in Japan und über ein Jahr später am 28. September 1990 in Europa veröffentlicht wurde, stand Videospielern mit Nintendos neuem Handheld weltweit eine wegweisende Revolution bevor. Dabei beginnt die Geschichte des Game Boys genaugenommen schon im Jahr 1980, denn in diesem Jahr erschien in Japan das erste Game-&-Watch-Modell. Hierbei handelt es sich um Konsolen, die mit genau einem vorinstallierten Spiel ausgeliefert werden. Möglichkeiten, den Spielumfang eines so kleinen Geräts zu erweitern, war zu Beginn der 1980er-Jahre noch Zukunftsmusik. Verantwortlich für die Entwicklung der Handhelds mit LCD-Bildschirm war Yokoi Gunpei, der seit 1965 für das japanische Unternehmen aus Kyōto tätig war und kuriose Spielzeuge wie die Ultra Hand oder den Love Tester entwarf. Als Nintendo damit begann, Videospiele zu entwickeln, produzierte Yokoi Werke wie Kid Icarus oder Metroid. Am wichtigsten dürfte aber seine Idee zum Design des digitalen Steuerkreuzes sein, das auch heute noch in leichten Abwandlungen auf dem einen oder anderen Nintendo-Gerät zu finden ist. Auch der Game Boy, der ebenfalls auf Yokois Ideenreichtum zurückzuführen ist, verfügt über diese Eingabemethode. Beeindruckender ist jedoch, dass beim Game Boy Spiele in Form von Modulen ausgewechselt werden können.

Wegweisende Technik auf kleinstem Raum

Wer vor der Veröffentlichung des Game Boys auf Handhelds ein anderes Spiel zocken wollte, musste sich zwangsweise ein neues Gerät kaufen. Als der Game Boy 1989 erschien und nur ein Jahr später Konkurrenzkonsolen wie Segas Game Gear oder Ataris Lynx in Japan auf den Markt kamen, verloren Handhelds wie die bereits erwähnten Game-&-Watch-Modelle rasant an Bedeutung. Auf einmal war es möglich, wesentlich komplexere Spiele zu erleben, wie sie schon vom Nintendo Entertainment System und später vom Super Nintendo bekannt waren. Möglich macht dies die intelligente Technik des Game Boys. Unter der Haube des Handhelds werkelt ein 8-Bit-CMOS-Prozessor, der mit flotten 4,19 Megahertz getaktet ist. Mit 8 Kilobytes Arbeitsspeicher und ebenso vielen Kilobytes Grafikspeicher können zudem genügend Details auf dem 4,7 mal 4,3 Zentimeter großen Bildschirm dargestellt werden. In anderen Worten: Auf 160 mal 144 Pixeln erwachen die von den Entwicklern ausgedachten Welten zum Leben. Was aus heutiger Sicht belächelt wird, war 1989 die Grundlage für Super Mario Land, Tetris oder The Legend of Zelda: Link’s Awakening. Wie bei jeder anderen Konsole lernten die Entwickler auch die Hardware des Game Boys bis in den letzten Winkel auszureizen. Diese Theorie wird insbesondere durch die Nachfolger der genannten Titel untermauert.

Gesteigerter Spielspaß für die Hosentasche

Beim Vergleich von Super Mario Land und Super Mario Land 2: 6 Golden Coins fallen zum Beispiel die wesentlich größeren und zudem detaillierteren Sprites auf. Zudem ist die Welt des Spiels komplexer aufgebaut, sodass der Weg zum Endboss nicht zwangsweise gleich ausfallen muss. Zudem wurden Spiele immer länger. Bestes Beispiel dürfte wohl Kirby’s Dream Land sein – ein Spiel, das in gut zwanzig Minuten durchgespielt werden kann. Für den Nachfolger dürfen Spieler ein paar Stunden mehr einrechnen. Es sind jedoch nicht nur die Spiele, die sich weiterentwickelt haben. Auch die Hardware selbst hat in den Jahren darauf Veränderungen erfahren. 1995 folgte zunächst die Special Edition. Hierbei handelt es sich um eine Revision des Game Boys in unterschiedlichen Gehäusefarben. An der technischen Leistung des Geräts selbst hat sich nichts geändert. Selbiges gilt auch für den Game Boy Pocket, der 1996 veröffentlicht wurde. Das klobige Design des ursprünglichen Handhelds wurde zugunsten eines kompakten Formats aufgegeben, was dazu führte, dass der Game Boy Pocket auch in so gut wie jede Hosentasche gesteckt werden konnte. Bei der Hosentaschenvariante handelt es sich im Übrigen um die letzte Hardware, an der Yokoi bei Nintendo werkelte. Nach dem Flop des Virtual Boy verließ Yokoi im selben Jahr das Unternehmen und verstarb 1997.

Es werde Licht… und Farbe!

Dennoch war Yokois Arbeit an Game Boy und Game Boy Pocket wegweisend für die weitere Entwicklung der Marke. Schon der Game Boy Pocket verfügte über einen stärkeren Kontrast als der Game Boy und auch der Batterieverbrauch schrumpfte erheblich. Als 1998 mit dem Game Boy Light eine Variante des Game Boy Pockets mit Beleuchtung exklusiv in Japan erschien, änderte sich an der Lebensdauer einer Batterieladung kaum etwas. Dennoch kamen alle Spiele bis dahin mit vier Graustufen aus, da Farbbildschirme zu kostspielig und zu stromintensiv waren. Dies änderte sich schlagartig im Erscheinungsjahr des Game Boy Light, denn auch der Game Boy Color erblickte 1998 das Licht der Welt. Wie es der Name schon vermuten lässt, kann der Game Boy Color Spiele in Farbe darstellen. Dies gilt auch für die bereits veröffentlichten Spiele für den Game Boy, wenn diese auch eher rudimentär eingefärbt werden. Neue Spiele, die zunächst auch noch mit dem Game Boy kompatibel waren, können jedoch das volle Potenzial der neuen Hardware entfalten und bis zu 56 Farben gleichzeitig aus einer Palette von 32.768 Farben darstellen. Spiele wie das aus heutiger Sicht wohl als Remaster bezeichnete The Legend of Zelda: Link’s Awakening DX nutzen das Farbfeature sogar für einen speziellen Dungeon, der Spielern auf dem Game Boy ganz verwehrt bleibt.

Startfrei für die nächste Generation

Ulkigerweise verzichtete Nintendo auf den beleuchteten Bildschirm des Game Boy Light beim Game Boy Color. Dafür verfügt der Game Boy Color über eine Infrarotschnittstelle, mit dem kleinere Daten zwischen zwei Geräten übertragen werden können. Auch beim Nachfolger des Game Boy Color, dem 2001 veröffentlichten Game Boy Advance, fehlte die Beleuchtung. Mit dem ursprünglichen Game Boy hat der Game Boy Advance aber nur noch wenig gemeinsam. Er basiert auf einer ganz anderen technischen Grundlage, was sich vor allem bei den Spielen bemerkbar macht. Während die Module vom Game Boy Color maximal 4 Megabytes fassen, vervielfältigt sich dieser Wert auf satte 64 Megabytes bei einem äußerlich nur halb so großen Modul. Auch wenn das Hochkantdesign der früheren Geräte einer breiten Gehäuseform wich, hat Nintendo die Vergangenheit nicht vergessen. Auch auf dem Game Boy Advance können Game-Boy- und Game-Boy-Color-Module eingesteckt und abgespielt werden. 2003 wurde mit dem Game Boy Advance SP die erste Hardware-Revision veröffentlicht, bei der dann auch die Beleuchtung des Bildschirms wieder vorhanden ist. Allerdings dauerte es wiederum bis zur ersten Hardware-Revision des Game Boy Advance SP im Jahr 2005, dass die Beleuchtung durch eine angenehme Hintergrundbeleuchtung ausgetauscht wurde.

Das vorläufige Ende einer Marke

Dadurch, dass der Game Boy Advance SP nicht zuletzt durch sein zusammenklappbares Gehäuse nur halb so groß wie der Game Boy Advance ist, sticht die Verwendung der doppelt so großen Game-Boy-Module auch doppelt so stark ins Auge. Dafür steckte Nintendo Kritik ein, die aber nur dazu führte, dass beim bis dato letzten Game-Boy-Modell, dem Game Boy Micro, keine Game-Boy- und Game-Boy-Color-Titel mehr abgespielt werden konnten. Das gleiche Schicksal hat die alten Module auch beim Nintendo DS getroffen, denn die erste Generation der DS-Familie kann auch Game-Boy-Advance-Spiele abspielen. Im Bereich der Handhelds ist dies auch die letzte Möglichkeit, in der Game-Boy-Spiele genutzt werden können. An der Marke hält Nintendo bis heute zwar fest, doch zu einem wahren Game-Boy-Nachfolger kam es zumindest bis ins Jahr 2020 hinein nicht. Stattdessen wurden einige Spiele in der Virtual Console des Nintendo 3DS veröffentlicht. Einzelne Spiele haben es auch in verschiedene Kollektionen geschafft. Beispielsweise finden sich in der Castlevania: Anniversary Collection die eher durchwachsenen Titel Castlevania: The Adventure und Castlevania II: Belmont’s Revenge wieder. Der Klassiker Mystic Quest ist wiederum Teil der Collection of Mana und die Final-Fantasy-Legend-Trilogie bildet hingegen gleich die vollständige Collection of SaGa.

Heutige Alternativen und Ausblick auf die Zukunft

Vor allem anhand solcher Sammlungen ist deutlich zu erkennen, dass Nostalgie ein wichtiger Bestandteil des Game-Boy-Erbes ist. Die Retro-Welle ebbt einfach nicht ab und das haben auch diverse Hersteller gesehen, die regelrechte Game-Boy-Klone auf die Welt loslassen. So gibt es verschiedene in China produzierte Handhelds, die dem Game Boy Color ähnlich sind und so gut wie alle Game-Boy- und Game-Boy-Color-Spiele abspielen. Es soll jedoch je nach Gerät und Spiel Probleme beim Abspielen geben, sodass auch wieder deutlich wird, dass die Original-Hardware für Puristen immer noch die erste Wahl sein sollte. Beim GB Boy Colour entspricht beispielsweise die Auflösung nicht eins zu eins dem Bildschirm des Vorbilds und auch die Musik soll laut Kritikern bei manchen Spielen nicht richtig ausgegeben werden. Der aktuelle Hoffnungsträger ist der Analogue Pocket, der die Spiele über die eigene Hardware emuliert. Zudem soll das Gerät neben Spielen für Game Boy, Game Boy Color und Game Boy Advance mit speziellen Adaptern auch Titel von anderen Handhelds wie dem Neo Geo Pocket Color abspielen. Bis der Analogue Pocket im Mai 2021 erscheint und sich wohl zu der überfälligen Alternative mausert, bleibt Game-Boy-Fans nur die Möglichkeit, ihre Spiele auf der bis zu dreißig Jahre alten Hardware zu spielen – und die funktioniert in den meisten Fällen auch heute noch tadellos und verleiht einem genau das damals erlebte und tolle Gefühl.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: Bleach (Box 8, Episoden 152–167)

Im siebten Episodenpaket der jahrelang das Fernsehen dominierenden Anime-Serie Bleach wurde endlich wieder der Handlungsstrang des Mangas nach etlichen Filler-Episoden aufgegriffen. Dieser wird in der achten Volume mit gewohnten Mitteln fortgeführt und vorläufig beendet.

Um die Ausgangslage der 152. Folge und damit der ersten Episode der achten Ausgabe von Bleach zu verstehen, sollten Kenntnisse über die vorherigen Geschehnisse vorhanden sein. Als Inoue Orihime verschwunden ist, sind Protagonist Kurosaki Ichigo und seine Freunde, Kuchiki Rukia, Ishida Uryū und Sado Yasutora sofort zur Stelle, um ihre Mitstreiterin zu retten. In der Zwischenwelt Hueco Mundo angelangt, die in gewisser Weise die Soul Society und auch das Diesseits miteinander verbindet, setzen sie alles daran, den ewigen Bösewicht Aizen Sōsuke zur Strecke zu bringen und Orihime aus seinen Klauen zu befreien. Dies wollen wiederum Sōsukes Anhänger, die Arrancar, verhindern – wodurch erneut Kämpfe zwischen den Helden und Schurken entbrennen. Ein solcher Kampf ist auch zu Beginn der 152. Episode im Gange, denn in dieser attackiert Ichigo seinen Gegner Dordonii Alessandro Del Socacchio. Er weiß, dass Ichigo zum Hollow werden kann und sorgt dafür, dass er seine Kräfte demonstriert. Das ist aber nur der kalte Tropfen auf den heißen Stein, denn auch in Hueco Mundo gibt es Unstimmigkeiten unter den Akteuren der Führungsebene. Beispielsweise befehligt Sōsuke ein Exekutionskommando, die so genannten Exequias. Deren Aufgabe ist eigentlich das rücksichtslose Entfernen von unfähigen Anhängern, doch verhelfen sie Ichigo diesmal zur Flucht.

Mosaikartige Genialität

Auch wenn solche Story-Schnipsel das Geschehen in Bleach vor allem in den Kämpfen stets auflockern, konzentriert sich die Erzählung aber vor allem auf die Auseinandersetzungen mit den Gegnern. Uryū muss sich beispielsweise mit Cirucci Sanderwicci herumschlagen, spielt ihr im Kampf zu seinem Nachteil jedoch unweigerlich in die Hände. Rukia lernt wiederum den maskierten Aaroniero Arruruerie kennen. Nach einem kurzen Gespräch, in dem nichts so ist, wie es scheint, beginnt auch hier das Geplänkel. All diese leicht ausufernden Kämpfe haben jedoch gemein, dass die Charaktere auf der einen Seite neue Fähigkeiten einsetzen und auf der anderen Seite alte Techniken verfeinern können. Das ist ein Konzept, das bereits Serien wie Dragon Ball oder One Piece verstanden haben – und auch Bleach schafft es, mit solchen Methoden den Zuschauer bei Laune zu halten. Ähnlich wie in den Werken von Toriyama Akira und Oda Eiichirō ist auch der Manga von Kubo Noriaki in Anime-Form mit der einen oder anderen Überraschung gespickt, sodass es selten langweilig wird. Bleach war allerdings nicht immer so – umso mehr überrascht es, dass nach der hervorragenden siebten Volume auch die achte Ausgabe auf ganzer Linie überzeugt. Zwischen der 152. und 167. Episode gibt es in der mosaikartigen Erzählung einfach sehr viele genial inszenierte Highlights.

Traditionelles Gesamtbild

In technischer Hinsicht hat sich in der achten Serienbox von Bleach nichts geändert. Das ist vor allem am gewohnten Bild zu erkennen, denn wie schon die vorherigen Folgen wird das Geschehen im 4:3-Format wiedergegeben. So bleiben auf Breitbildfernsehern links und rechts schwarze Balken, die das Geschehen entsprechend einrahmen. Altersbedingt ist das zwar zu verschmerzen, die Kämpfe wirken dadurch aber leider nicht ganz so dynamisch, wie sie sein könnten. Fans von Ichigo und Rukia werden in der achten Episode am ehesten bedient, da ihre Kämpfe tatsächlich zu den spannendsten Auseinandersetzungen gehören, die bisher in der Serie zu sehen waren. Die aus den Jahren 2007 und 2008 stammenden Episoden zeigen bildtechnisch stimmige Spezialeffekte und Animationen, die in Tradition zu den 151 früheren Folgen stehen. In musikalischer Hinsicht gibt es die bekannten Melodien der Anime-Serie im Tonformat Dolby Digital 2.0 auf die Ohren. Auch die japanische und deutsche Synchronisation trägt zur Stimmung bei, auch wenn die falsche Aussprache von japanischen Begriffen in der deutschen Fassung nach wie vor für Kopfschütteln sorgt. Abgesehen davon unterhält Bleach aber erneut über 16 Folgen mit gelungener Action und angemessenem Humoreinsatz.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 152 bis 167 der Serie): Bleach spart sich in der achten Volume eine Exposition. Diese ist auch nicht nötig, da das siebte Episodenpaket im Grunde die Einleitung für die Folgen 152 bis 167 darstellt. Somit sollte der Zuschauer mit der Ausgangslage vorab vertraut sein, um die verschiedenen Verbindungen zu verstehen. Die achte Serienbox von Bleach konzentriert sich zwar vor allem auf actionreiche Kämpfe, bietet jedoch auch genügend Dialoge, die die Erzählung mehr als deutlich vertiefen. Hinzu kommen unerwartete Wendungen und weitere Überraschungen, die den Zuschauer bei Laune halten. Dies geschieht überwiegend mit einer mosaikartigen Story, sodass das sehr spannende Geschehen aus mehreren Blickwinkeln eingefangen wird. Nach der hervorragenden siebten Volume überflügelt die achte Ausgabe einmal mehr die Vorarbeit. Großartig!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 8, Episoden 152–167)!

Review: CrossCode

Im 16-Bit-Zeitalter erschienen vor allem für das Super Nintendo unzählige Rollenspiele, die uns bis heute im Gedächtnis bleiben. CrossCode knüpft mit seinem Retro-Look an diese Ära an und verbindet das Spektakel mit dem Konzept eines Online-Rollenspiels, nur eben offline.

CrossCode spielt sowohl in einer fernen Zukunft als auch auf einem fremden Planeten. Auf diesem gab es einst eine alte Kultur, die aber vermeintlich ausgestorben ist. Im Verlauf des Spiels erfahren wir mehr über diese Kultur und ihre mythologischen Wurzeln. All das ist auf der einen Seite Realität, auf der anderen Seite aber zugleich Fiktion. Anstatt unsere Figur direkt zu steuern, schlüpfen wir stattdessen in die Rolle ihres Avatars. Der in der Welt von CrossCode wirklich existierende Planet ist nämlich Austragungsort eines Online-Rollenspiels – komplett mit Nicht-Spieler-Charakteren, Gilden, Quests und dem Sammeln von Ressourcen. Wir schlüpfen in die Haut von Lea, die sich an nichts weiter als ihren Namen erinnern kann. Zu allem Überfluss ist auch ihr Sprachmodul defekt, sodass sie kaum ein Wort herausbringt. Auf diese Art und Weise parodiert CrossCode einerseits den stummen Helden und andererseits den Gedächtnisverlust, an dem schon so viele Charaktere in der Geschichte des Rollenspiels gelitten haben. Dennoch entwickelt sich mit der Zeit eine interessante Geschichte, die genau diese beiden Aspekte logisch in die Handlung einwebt und immer mal wieder zum Bestandteil der Diskussion macht. Auch dass sich die Figuren in einem Online-Rollenspiel befinden, wird an allen Ecken und Enden der Spielwelt mit zahlreichen Details deutlich gemacht.

Knifflige Rätsel als Alleinstellungsmerkmal 

Überall auf dem Planeten flitzen andere „Spieler“ durch die Gegend, unterhalten sich über eingeblendete Chatfenster miteinander, berichten von ihrem Real Life und geben uns hier und da sogar Tipps, wie wir Gegner besiegen oder ein Rätsel lüften können. Es ist faszinierend, mit welch einfachen Mitteln es dem Entwicklerstudio Radical Fish Games gelungen ist, die Illusion eines Online-Rollenspiels in einem Offline-Rollenspiel zu erzeugen. Sicherlich sind die deutschen Entwickler aus Saarbrücken nicht die ersten, die sich daran versucht haben. Mit .hack und Sword Art Online gibt es bereits zwei namhafte Franchises aus Japan, die genau dieses Konzept erfolgreich umgesetzt haben. CrossCode schlägt in puncto Gameplay jedoch noch eine andere Richtung ein. Eines der Alleinstellungsmerkmale sind beispielsweise die bereits erwähnten Rätsel. Zum einen gilt es hier Schalterrätsel zu lösen, indem wir mit Geschossen, so genannten Bällen, auf Schalter schießen. Zuvor müssen gelegentlich auch Felsblöcke, an denen die Bälle abprallen, richtig angeordnet werden. Zum anderen gibt es Sprungeinlagen, bei denen wir von Anhöhe zu Anhöhe springen müssen. Diese sind derart organisch in die stimmige Spielwelt eingebaut, dass sie fast gar nicht auffallen. Zudem sind die meisten Rätsel überaus knifflig, sodass sie auch munter zum Experimentieren einladen.

In der Ausrüstung liegt die Kraft

In puncto Kampfsystem geht CrossCode deutlich weniger Experimente ein. Das heißt aber nicht, dass das Rollenspiel in dieser Disziplin anspruchslos ist. Wir können mit unserem Schwert im Nahkampf angreifen, Angriffe abwehren, mit Ausweichrollen einer Attacke aus dem Weg gehen und im Fernkampf den Gegner mit Bällen aufs Korn nehmen. Hier fühlt sich das Spiel fast schon wie ein Twin-Stick-Shooter an. Nur eben mit dem Unterschied, dass die Gegner trotzdem aktiv den Nahkampf suchen und wir an keiner Stelle wirklich sicher sind. Selbst Anhöhen können sie erklimmen, wodurch wir stets in Bewegung und auf der Hut sein sollten. Da Händler für neue beziehungsweise bessere Waffen wenig bescheiden beim Kassieren unseres hart verdienten Geldes und Ressourcen in der Spielwelt zum Eintauschen für neue Rüstungen, Helme oder Stiefel rar gesät sind, müssen wir öfter als uns lieb ist, mit älterer Ausrüstung zurechtkommen. Hier spielt CrossCode gekonnt mit einem weiteren Aspekt von Online-Rollenspielen. Level-Aufstiege brauchen Zeit, viel Zeit. Schneller erreichen wir das nächste Level-up, wenn wir Quests erledigen. Dennoch erhöht ein Stufenaufstieg die Statuswerte kaum. Nur wenn wir neue Ausrüstung finden oder kaufen, fühlen wir uns auch tatsächlich stärker. Einerseits ist das ganz schön genial, andererseits aber auch unnötig zeitintensiv.

Pflichtprogramm für Rollenspieler

Zeit sollten wir übrigens mitbringen, wenn wir alles von CrossCode sehen wollen. Möchten wir alle Quests erledigen, können wir über fünfzig Stunden lang den Planeten erkunden. Folgen wir nur der Haupthandlung, fällt das Abenteuer entsprechend kürzer aus. Vor allem ist es aber sehr wichtig, Sitzfleisch mitzubringen. Stellenweise plappern die Figuren wie ein Wasserfall. Vor allem wenn wir eine neue Stadt erreichen, Quests suchen und keine Einzelheiten verpassen wollen, vergessen wir gerne, dass wir Lea eigentlich von ihrer Amnesie befreien sollten. Wer nur der Story folgt, bekommt den besseren Spielfluss und verpasst zudem keine tiefgründigen Nebengeschichten, denn auch das Sammeln von einer bestimmten Anzahl an Items oder das Töten von einer gewissen Gegneranzahl ist – wie könnte es auch anders sein – Online-Rollenspielen nachempfunden. Spieltechnisch und visuell orientiert sich CrossCode vor allem an Super-Nintendo-Klassikern wie Secret of Mana, Trials of Mana, Terranigma oder Secret of Evermore. Alles Spiele, die ein Rollenspieler in seinem Leben nicht verpassen sollte. CrossCode verbeugt sich vor diesen Klassikern und verbindet einzelne Elemente wie flotte Kämpfe, hübsche Gegenden und akrobatische Sprungeinlagen zu einem fantastischen Genuss, der noch dazu mit einem tollen Soundtrack von Deniz Akbulut unterlegt ist. Crosscode gehört zum Pflichtprogramm für alle Fans von guten alten japanischen Rollenspielen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Bereits vor Monaten hat mir ein Freund CrossCode auf Steam geschenkt. Undankbar wie ich bin, habe ich es bis heute dort nicht angerührt. Erst auf der Switch habe ich dann tatsächlich zum Spiel gefunden und bin begeistert. Nicht nur, dass die Entwickler die anfänglich unerträgliche Framerate in manchen Gebieten in den Griff bekommen haben, mir gefallen auch Story, Charaktere und Spielwelt sehr. Ich fühle mich tatsächlich in ein Online-Rollenspiel wie Final Fantasy XIV: A Realm Reborn versetzt, ohne dass ich monatliche Kosten latzen muss und erlebe dabei eigentlich ein waschechtes Offline-Rollenspiel. Als Nostalgiker, der mit Secret of Mana, Terranigma und Co aufgewachsen ist, erkenne ich sofort so manche Anspielung an die 16-Bit-Zeit, die für das japanische Rollenspiel tatsächlich wegweisend war. CrossCode macht so gut wie alles richtig. Lediglich die eine oder andere gefühlte Länge in der Story und das zeitintensive Aufleveln respektive Geld- und Ressourcensammeln für neue Ausrüstungsgegenstände sind mir persönlich wirklich ein Dorn im Auge. Abgesehen davon genieße ich aber jede einzelne Minute des Spiels und kann CrossCode deshalb jedem Rollenspieler wärmstens empfehlen!

Review: My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 5)

Nachdem im September 2019 die vierte Volume von My Hero Academia erschien, mussten Fans nur einen Monat auf die fünfte und damit abschließende Volume der Staffel warten. Mit dem fünften Episodenpaket gelingt der Superhelden-Anime-Serie der vorläufige Abschluss.

My Hero Academia setzte in der zweiten Season verschiedene Schwerpunkte. So mussten sich die Nachwuchshelden in den ersten drei Ausgaben der Anime-Serie dem Sportfest der Yūei-Akademie stellen. Auch wenn Protagonist Midoriya Izuku bei der dritten Disziplin des sportlichen Wettkampfes ausschied, hat ihm das absolut nicht geschadet. Ohnehin fehlt es der Figur nicht an Bescheidenheit, doch die Zurückhaltung hat ihm vor allem bei seinem Praktikum bei Gran Torino, dem ehemaligen Lehrer von All Might, gut getan. Während des Praktikums trat nach seiner kurzen Einführung in der dritten Volume auch der Heldenmörder Stain ins Rampenlicht. Wirklich wüten konnte er in der Stadt jedoch nicht, da sich ihm Īda Ten’ya mutig entgegenstellte, um seinen Bruder zu rächen. Trotzdem haben auch Izuku und sein einstiger Rivale Todoroki Shōto genügend Raum bekommen, um dem bösen Schurken das Handwerk zu legen. My Hero Academia warf in der letzten Volume aber Probleme auf, an denen die Nachwuchshelden in der fünften und letzten Volume der zweiten Staffel jetzt zu knabbern haben. So wird die überaus ernste Frage aufgeworfen, ob der Heldenmörder nur ein Vorbote des Schicksals war und die Yūei-Akademie bald von neuen Feinden bedroht wird. Hier zeigt die sonst sehr witzige Anime-Serie, dass sie die ernste Lage weder kaschiert noch unterschätzt.

Auf die Theorie folgt die Praxis

Als nächste Herausforderung müssen sich Izuku und Co der praktischen Prüfung stellen. In dieser müssen jeweils zwei Absolventen der Yūei-Akademie gegen einen Lehrer kämpfen. Auf der einen Seite müssen sie lernen, zwischenmenschlich miteinander auszukommen und auf der anderen Seite ist es ihre Aufgabe, ihre diversen Fähigkeiten und Spezialitäten auf der Kampfebene ebenso gekonnt zu kombinieren. Kommentiert werden die Kämpfe von den nicht an den Auseinandersetzungen beteiligten Helden, sodass das Geschehen nicht nur aus Sicht der Kämpfenden geschildert wird. Hinzu kommt, dass die Austragungsorte der Kämpfe sehr unterschiedlich sind. So prügeln sich die Charaktere nicht nur in geschlossenen Räumen, sondern auch auf Baustellen oder mitten in den Gassen der Vorstadt, was ein wenig an die ersten Episoden der Anime-Serie Bleach erinnert. In einem Wohnviertel kämpfen beispielsweise Yaoyorozu Momo und Shōto gegen ihren Lehrer Aizawa Shōta. Am wichtigsten dürfte in dieser Volume von My Hero Academia aber wohl der Kampf von Izuku und Bakugō Katsuki gegen Izukus Idol All Might sein. Dadurch, dass alle Kämpfer mit unterschiedlichen Mitteln und zu weiten Teilen sogar parallel kämpfen, ergibt sich somit ein abwechslungsreiches und kunterbuntes Gesamtbild, das jedem Fan der Serie noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ordentlicher Staffelabschluss

Es ist wirklich erstaunlich, mit welcher Vielfalt es den Köpfen bei Animationsstudio Bones gelingt, My Hero Academia zu gestalten. Dadurch, dass der Fokus ein weiteres Mal auf den Kämpfen liegt, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich diese Kreativität auch in der technischen Umsetzung widerspiegelt. So überzeugen im bildschirmfüllenden 16:9-Format nicht nur die illustren Charaktere, die mit einer übertriebenen Mimik zum Humor beitragen, sondern auch die zum Setting gehörenden Bewegungen und Effekte. Passend dazu gibt es eine erstaunlich tolle Kameraführung, die verschiedene Einstellungen wirklich herausragend in einen Kontext setzt. Hinzu kommt ein gelungener Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, der sowohl die actionreichen als auch die ruhigen Szenen mit stimmungsvollen Melodien unterlegt. In puncto Synchronisation gibt es keine nennenswerten Unterschiede zu den ersten vier Volumes der zweiten Staffel – und die muss es auch nicht geben, denn nicht nur die japanische Vertonung ist fantastisch, auch die deutschen Sprecher wissen mit ihren Stimmen zu überzeugen und den zahlreichen Charakteren ein letztes Mal für diese Season Leben einzuhauchen. Boni gibt es leider abermals nur im physischen Bereich, was mit einem dünnen Booklet, einer Character Card und einem Stick zumindest ordentlich ausfällt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der zweiten Season von My Hero Academia hat sich die Serie nach der guten, aber ausbaufähigen ersten Staffel wirklich selbst übertroffen. Die insgesamt 25 (beziehungsweise 26) Episoden der Staffel legen deutlich mehr Schwerpunkte, bauen die Charaktere gehörig aus und überzeugen auch auf der stilistischen Ebene deutlich. Nach dem Trubel der vierten Volume überzeugt der Staffelabschluss mit der praktischen Prüfung, in der sich die Nachwuchshelden jeweils zu zweit mit ihren Lehrern messen müssen. So und nicht anders zelebriert die zweite Staffel von My Hero Academia ihr großes Finale. Dank der abwechslungsreichen Spezialitäten der Helden ist dieses wahrhaftig umwerfend und besticht nicht nur inhaltlich, sondern auch auf der technischen Ebene. Es ist jedoch schade, dass das Finale nicht zusätzlich noch mit Bonusmaterial zelebriert wird, doch auch so dürfte es jeden Fan der Serie aus den Socken hauen, was im Umkehrschluss auch die Messlatte für die dritte Staffel sehr, sehr hoch legt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 5)!

Prime Time: Project-Itō-Trilogie (Unboxing)

In den letzten Monaten haben wir euch die drei Filme The Empire of Corpses, Harmony und Genocidal Organ vorgestellt. Heute möchten wir euch die Steelbooks der Project-Itō-Trilogie im Rahmen eines Unboxing-Videos vorstellen. Warum die Steelbooks zwar sehr schick sind, sie für Blu-ray-Käufer und DVD-Abkehrer eine kleine Zumutung sind, erfahrt ihr in unserem Video. Viel Spaß!

Review: Yōkai Watch (Band 12)

Wie es schon beim zehnten und elften Band der Yōkai-Watch-Manga-Reihe der Fall ist, konzentriert sich Manga-Zeichner Konishi Noriyuki auch bei der zwölften Ausgabe wirklich nur auf das Nötigste. Soll heißen, dass ein durchgehender Handlungsstrang nicht zu finden ist und sich die Geschichte erneut auf einzelne Abenteuer der Yōkai bezieht. Ein Großteil der kleinen Storys ist zwar nicht der Rede wert, diese unterhalten aber immerhin für ein paar Minuten inklusive witziger Einspieler. Im 112. Kapitel macht Hauptfigur Nathan Adams zum Beispiel Bekanntschaft mit dem Yōkai Wetterwendi. Gerade als sich Nathan endlich getraut hat, seine heimliche Liebe, Katie Forester, zu fragen, ob sie mit ihm gemeinsam nach der Schule nach Hause gehen möchte, kriegt er einfach keinen vernünftigen Satz mehr heraus. Wetterwendi ist dafür verantwortlich, dass jeder in ihrer Nähe plötzlich verlegen wird. Ob Whisper oder Jibanyan etwas an Nathans misslicher Lage ändern können oder gar selbst Opfer von Wetterwendi werden, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Fakt ist jedoch, dass diese Geschichte als ein gutes Beispiel dafür dient, wie der restliche Manga aufgebaut ist. Auf Wetterwendi folgt beispielsweise das Wiedersehen mit Yōkai Opa Gusto. Dem vor einem Konbini wartenden Greis knurrt regelrecht der Magen. Anstatt etwas zu essen, erinnert er sich lieber an alte Tage.

Leugnen und revidieren der kulturellen Herkunft

Gerade bei dieser Geschichte rund um Opa Gusto, bei der auch Erika Deneke und Usapyon in Erscheinung treten, wird deutlich, dass sich der Manga nicht immer am Videospiel orientiert. Die erst in Yōkai Watch 3 eingeführte Erika erlebt ihr Abenteuer eigentlich völlig unabhängig von Nathan, da dieser im Rollenspiel mit seinen Eltern aus Lenzhausen weggezogen ist. Damit nicht genug, ist bereits auf den ersten Seiten des Mangas der kulturelle Zwist zu erkennen. Während Opa Gusto Nathan einen Euro schenkt und das Geldstück gar abgebildet ist, werden im darauffolgenden Kapitel vom Yōkai Herr G. Nerös japanische Geldscheine durch die Luft gewirbelt. Hier mangelt es an Einheitlichkeit, denn diese Leugnung der kulturellen Herkunft des Werks und das anschließende Verleumden sind für den Leser schlicht und einfach verwirrend. Das soll aber nicht heißen, dass das Lesen des Mangas keinen Spaß macht. Zwar richten sich die Gags weitgehend an ein jüngeres Publikum, hin und wieder gelingt es Konishi jedoch auch ältere Leser anzusprechen. Bestes Beispiel dürfte wohl der Fäkalhumor sein, wenn Jibanyan plötzlich merkt, dass er in „Urin“ badet oder der Yōkai Scheiterschädel mit dem Gesicht in Kot landet. Alle enthaltenen Gags sind auf 194 Seiten durchgehend universell verständlich und besonders durch die überzeichnete Darstellung der Dramatik zudem äußerst unterhaltsam.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ähnlich wie der elfte Yōkai-Watch-Band, berichtet auch die zwölfte Ausgabe mehr von Einzelschicksalen der titelgebenden Wesen als eine durchgehende Geschichte zu erzählen. Diese braucht es im Setting eigentlich auch gar nicht, doch wenn vorherige Bände bereits erste Versuche unternommen haben, sollte daran auch in den weiteren Manga angeknüpft werden. Zwar plätschert die Story – die sich mittlerweile merklich von der Videospielvorlage unterscheidet – wieder einmal vor sich hin, doch drehen sich die einzelnen Geschichten in diesem Band um deutlich unterschiedlichere Yōkai als noch in den vorherigen Ausgaben. Das ist abwechslungsreich und vor allem dank des universell einsetzbaren Humors zudem sehr unterhaltsam. Auch wenn sich die Witze vornehmlich an ein jüngeres Publikum richten, können auch ältere Semester mit dem einen oder anderen Gag zum Schmunzeln gebracht werden. Es bleibt zu hoffen, dass mit dem nächsten Band aber etwas mehr Einheitlichkeit in puncto Storytelling und der kulturellen Identität gelegt wird.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 12)!

Review: PGA Tour 2K21

Nachdem Electronic Arts im Jahr 2015 mit Rory McIlroy PGA Tour zum letzten Mal ein Golfspiel veröffentlichte, füllten die HB Studios diese Lücke mit The Golf Club aus. Dank 2K hatten die Entwickler die Möglichkeit, in PGA Tour 2K21 mit großen Lizenzen zu hantieren.

Golf fasziniert die Menschen schon seit Jahrhunderten. Durch die Erfindung der Videospiele konnte der Golfsport in den letzten Jahrzehnten auch digital für Furore sorgen. Mal realistisch, mal absurd und mal fantasiereich fallen die Spiele aus. PGA Tour 2K21 gehört definitiv zur realitätsnahen Kategorie des Genres, da die HB Studios wieder sehr viel Wert auf Details gelegt haben. Im Mittelpunkt des Spiels steht der Karrieremodus, in dem wir uns von der Qualifying School, über die Korn Ferry Tour bis hin zur titelgebenden Professional Golf Association Tour einen Namen machen können. Es ist dabei nicht zwingend erforderlich, dass wir das Handwerk von der Pike auf lernen. Fühlen wir uns wie Profis, da wir beispielsweise schon The Golf Club rauf und runter gespielt haben, können wir auch direkt bei den großen Fischen mitmischen. Zuerst erstellen wir uns einen männlichen oder weiblichen Avatar, damit wir im Anschluss auf mehr als drei Dutzend Golfplätzen gegen Berühmtheiten wie Patrick Cantlay, Justin Thomas oder Gary Woodland antreten. Bei all den großen Namen fällt leider unschön auf, dass es keine Damen in PGA Tour 2K21 als Rivalinnen gibt. Hier hätte 2K ruhig ein paar Lizenzen bei der Ladies Professional Golf Association einkaufen dürfen, um das umfangreiche Gesamtbild auch für beide biologischen Geschlechter möglichst attraktiv zu gestalten.

Realitätsnahe Golf-Erfahrung

In puncto Gameplay folgt PGA Tour 2K21 durchweg den Golfregeln und versucht dabei ein möglichst realistisches Abbild des echten Golfsports auf den Bildschirm zu zaubern. Die an echte Areale orientierten Golfplätze verzaubern Fans des Genres mit ihren topografischen Eigenschaften. Unterschiedlich angeordnete Sandbunker, Wasserflächen und Bäume sind für uns überaus wichtig, denn nur wenn wir die Hindernisse korrekt erfassen, können wir unseren Golfball möglichst weit abschlagen. Hinzu kommt noch die Windrichtung mit unterschiedlicher Stärke, wodurch wir unseren Schlag immer mal wieder anpassen müssen. Komplett ist das Spiel dadurch aber nicht berechenbar und das ist auch gut so, denn nur mit Feingefühl macht das Golfen langfristig Spaß. Wenn wir einen Golfball versehentlich in einen Bunker versenken oder ins Rough schlagen, müssen wir uns schnell einen alternativen Plan überlegen, wie wir den Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch bringen. Für ein Golfspiel unerlässlich ist auch eine gute Steuerung – und genau hier punktet PGA Tour 2K21 fast durchweg. Während wir mit dem linken Stick die Aufschlagfläche des Balls bestimmen, regeln wir mit dem rechten Stick unter anderem den Drall, bevor wir mit selbigen Stick den Schläger ausholen und schließlich den Ball abschlagen. Auch hier verbessert Feingefühl unser Können stark.

Für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Für gewonnene Turniere erhalten wir im Übrigen Erfahrungspunkte. Warum diese so heißen, ist uns jedoch schleierhaft. Mit ihnen verbessern wir nicht die Eigenschaften unseres Golfers. Stattdessen erhalten wir bei einem Level-up lediglich besondere Kleidungsstücke oder auch Geldgeschenke. Diese können wir im In-Game-Shop ebenfalls gegen Kleidung von großen Marken wie Adidas, Malbon oder Puma eintauschen. Auch diese Kleidung ist rein kosmetisch und hat keine Auswirkung aufs Gameplay. Hier zählt in erster Linie das Können, was wir vor allem im Multiplayer-Modus begrüßen. Online oder offline dürfen wir uns mit anderen Spielern messen. Besonders gut gefällt uns, dass wir den Schwierigkeitsgrad personalisieren können. Zum Beispiel dürfen wir das Gitternetz am Boden beim Putten oder die Entfernungsanzeigen ausblenden. So kommen sowohl Anfänger als auch Profis voll auf ihre Kosten. Offline dürfen diese Regeln gar für bis zu drei einzelne Gäste unabhängig voneinander eingestellt werden. In technischer Hinsicht sind die Golfplätze zwar nett anzusehen, doch die Hardware der PlayStation 4 wird kaum gefordert. Dafür kommentieren mit Richard Beem und Luke Elvy zwei Golfexperten das Geschehen unglaublich atmosphärisch. Schade ist nur, dass es hier keine Untertitel gibt. Unterm Strich ist das aber nur der kalte Tropfen auf den heißen Stein, denn in puncto Gameplay und Unterhaltung beißt sich PGA Tour 2K21 an die Spitze.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Obwohl ich seit Rory McIlroy PGA Tour kein richtiges Golfspiel mehr angerührt habe, konnte ich mich in PGA Tour 2K21 sofort zurechtfinden. Im Karrieremodus klappere ich zwar nur ein Turnier nach dem anderen ab, werde aber mit ständig anders platzierten Hindernissen konfrontiert, sodass ich auch diese Herausforderungen meistern muss. Ebenfalls mag ich, dass die erwerbbaren Kleidungsstücke im In-Game-Shop keine Auswirkungen auf das Gameplay haben. In PGA Tour 2K21 zählt in erster Linie das Können. Ich habe wirklich das Bedürfnis, mich anzustrengen, damit ich meine Gegner schlagen kann. Positiv ist auch der einstellbare Schwierigkeitsgrad hervorzuheben. So kann ich den Schwierigkeitsgrad an meine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Möchte ich zum Beispiel das Gitternetz beim Putten deaktivieren, aber sonst alle Einstellungen so belassen, ist das durchaus möglich. Hier können sich andere Entwicklerstudios ruhig eine Scheibe von den HB Studios abschneiden. Dank dieser Features darf sich PGA Tour 2K21 mit Recht zu den besten Ablegern des Genres zählen, an dem kein Golf-Fan vorbeikommt. 

Vielen Dank an 2K für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von PGA Tour 2K21!

Review: Detektiv Conan (Box 7, Episoden 183–206)

Nach einer weiteren viermonatigen Pause, die die kleine Spürnase aus Japan einlegte, war es der Anime-Serie Detektiv Conan Ende 2018 möglich, in 24 weiteren Episoden Fälle zu lösen. Obwohl viele Folgen zum Serienstandard gehören, stechen sieben Episoden besonders hervor.

In den letzten Serienboxen von Detektiv Conan konnte der Zuschauer verschiedene Schwerpunkte bemerken, die sich beispielsweise mit der eingeführten Figur Haibara Ai beschäftigten oder den titelgebenden Detektiv wesentlich forscher agieren ließen. In dieser Volume fehlt ein solcher Schwerpunkt, was aber nicht weiter tragisch ist. Stattdessen konzentriert sich die Serie auf eine ausgewogene Erzählweise, sodass sich Episoden, in denen Edogawa Conan für Mōri Kogorō einen Fall löst, mit den Folgen abwechseln, in denen die Detective Boys im Zentrum der Geschichte stehen. Bemerkenswert sind jedoch sieben ganz besondere Episoden, in denen zum einen die mysteriöse Organisation und zum anderen Conans respektive Kudō Shin’ichis Schicksal thematisiert wird. Während eines winterlichen Spaziergangs entdecken Ai und Conan das Auto von Gin und Wodka, sprich den Männern in Schwarz. Mittels einer Wanze und eines Peilsenders versuchen die beiden mit der Unterstützung von Professor Agasa Hiroshi, ihre Gegenspieler aufzuspüren, um endlich das Gift in die Hände zu bekommen, das sie hat zu Kindern schrumpfen lassen. Leider verkompliziert sich dieser Plan, als Ai von der Organisation entdeckt und eingesperrt wird. Das dreht nicht nur den Action- und Drama-Anteil ordentlich in die Höhe, auch lässt sich die Serie ein bisschen Zeit, um weitere Akteure einzuführen.

Menschliche und nahbare Charaktere

Aufgrund der kurzen und bündigen Vorstellung der neuen Antagonisten wirkt die mysteriöse Organisation ein wenig greifbarer – und noch dazu darf der Zuschauer nach diesen drei Folgen von Detektiv Conan gespannt sein, wie die weiteren Begegnungen zwischen der Spürnase und seinen Gegnern in Zukunft aussehen werden. Im großen Finale der siebten Volume steht hingegen Rans Verdacht, wer Conan in Wirklichkeit ist, im Mittelpunkt. Ob Ran die Wahrheit über ihren kleinen Mitbewohner erfährt, soll an dieser Stelle aber erst einmal ein Geheimnis bleiben. Ohnehin sollte sich der Zuschauer selbst ein Bild von dieser mitreißenden Geschichte machen, zumal sich die Erzählung über zwei eigentlich abgeschlossene Kriminalfälle zieht. Der durchgehende Handlungsstrang ist aber eine willkommene Abwechslung zu den sonst in sich geschlossenen Fällen, zumal die 206. und damit letzte Episode dieser Serienbox mit einem spannenden Cliffhanger endet und die ganze Story, zumindest in der Theorie, auf den Kopf stellen könnte. Positiv fällt hierbei auf, wie menschlich und nahbar mittlerweile alle der wiederkehrenden Figuren geworden sind. Ohne die zahlreichen kleineren Fälle, die gar nicht oder zumindest nur wenig mit der Rahmenhandlung zusammenhängen, wäre dies aber sicher nicht möglich. Leider kann Detektiv Conan in dieser Disziplin nicht ganz das Niveau halten.

Spaß am Miträtseln trotz überdrehter Inszenierung

Vor allem in den kleineren Fällen fällt auf, wie konstruiert manche Morde zum Teil sind. Das war in der langlebigen Anime-Serie zuvor zwar nie anders, doch mittlerweile kommen einige überdrehte und absolut realitätsferne Mordkonstruktionen hinzu. Dazu zählen beispielsweise dutzende Masken, die an einer Leine befestigt und übereinander gestapelt ein Messer halten sollen, das schließlich als Tatwaffe herhält. Dies ist nur eines von mehreren Beispielen, die an der Vernunft der Köpfe hinter dem Projekt zweifeln lassen. Dennoch hält das auch in den 24 Folgen der siebten Serienbox nicht davon ab, Spaß am Miträtseln zu haben oder auch nur den Detektiven und Kommissaren dabei zu zusehen, wie sie das Puzzle nach und nach lösen. Humor ist und bleibt auch in den ernsten Situationen gelegentlich ein Thema, denn insbesondere wenn sich die Anwesenden am Tatort auf „den Höhepunkt der Darbietung“ von Kogorō freuen oder Inspektor Megure Jūzō zynisch anmerkt, dass „es wieder soweit ist“, dann bleibt auch beim Zuschauer kein Auge trocken. Hin und wieder ist auch der Entstehungszeitpunkt um die Jahrtausendwende zu erkennen, wenn Mōri Ran den Film Titanic zitiert oder in selbiger Folge Animationsstudio TMS Entertainment versucht, mit ungünstig computeranimierten Wasserwellen die technischen Grenzen auszuloten. Dennoch bleibt die Serie gewohnt unterhaltsam!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 183 bis 206 der Serie): In den letzten Serienboxen konnte Detektiv Conan bestimmte Schwerpunkte setzen, wozu zum Beispiel die Konzentration auf bestimmte Figuren gehört. Zugunsten einer abwechslungsreicheren Erzählweise rückt das Konzept jedoch in den Hintergrund, sodass sich die Geschichten in der siebten Volume um Edogawa Conan und Mōri Kogorō, den Detective Boys und Haupthandlungsstränge ständig abwechseln. Auch wenn viele Nebengeschichten mit übertriebenen Mordkonstruktionen inszeniert werden, die noch dazu fernab jeglicher Realität sind, macht das Mitraten, wer denn wohl der Täter ist, im wahrsten Sinne des Wortes einen Mordsspaß. Bemerkenswert sind jedoch gerade die sieben Episoden, die zur Haupthandlung gehören, die Männer in Schwarz thematisieren oder Mōri Ran den kleinen Conan auf die Schliche kommen lassen. Insbesondere weil die letzte enthaltene Episode mit einem fulminanten Cliffhanger endet, darf jeder Zuschauer gespannt auf die Fortsetzung blicken, die der Serie theoretisch einen neuen Anstrich geben könnte. Detektiv Conan bleibt somit auch in der siebten Volume überaus sehenswert.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 7, Episoden 183–206)!

Review: What the Golf?

Auf der Gamescom 2019 haben wir uns während eines Anspieltermins von What the Golf? durchaus schlapp gelacht, das Gameplay aber noch belächelt. Diese Einstellung haben wir überdacht, denn das Geschicklichkeitsspiel bietet mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

Wer auf der Suche nach einem neuen Golfspiel ist, braucht gar nicht erst weiterzulesen, denn der Titel What the Golf? des dänischen Entwicklerstudios Triband ist nur in den ersten Sekunden ein Spiel, das diesem Genre rudimentär zugeordnet werden kann. Zunächst sehen wir eine kleine Landschaft, die viel zu klein für den Sport ist, und eine Golfbahn, die sich eher dem Minigolf zuordnen lässt. Mit einer viel zu umfangsarmen, aber eingängigen Steuerung lochen wir den Golfball ein. Beim nächsten Loch wollen noch drei Katzen umgangen werden, die es sich auf dem Platz gemütlich gemacht haben. Hier fällt direkt auf, dass What the Golf? die Grenzen des Sportes ausloten will – und genau dieser Umstand wird mit jedem weiteren Loch umso deutlicher. Beim dritten Loch schlagen wir den Ball nicht selbst ab. Stattdessen steht neben dem Ball auf einmal ein Golfer mit Schläger, ganz traditionell eben. Wir holen aus, doch anstatt dass der Golfball ein paar Meter nach vorne flitzt, fliegt auf einmal der Golfschläger los und der Golfer gleich hinterher. Nun ist es unsere Aufgabe, den Golfer im wahrsten Sinne des Wortes einzulochen – oder zumindest die Fahnenstange am Ende der Bahn zu erreichen. Diese abartige Vorstellung des Menschenzerquetschens wollen wir gleich wieder vergessen. Stattdessen wollen wir die vielen weiteren Golfvarianten von What the Golf? erleben, die sich bis auf die eine oder andere mühselige Wiederholung immer mehr überbieten.

Kreativer Irrsinn

Bei What the Golf? fällt es schwer, sich in das Gameplay hineinzuversetzen und es zu verinnerlichen, um besser und besser zu werden. Das meinen wir aber absolut nicht im negativen Sinne, denn so abwechslungsreich und unterschiedlich ist nur selten ein Spiel. Wir können uns einfach nicht darauf einstellen, was im nächsten Level passiert. Einmal müssen wir ein ganzes Haus über den Golfplatz schlagen und ein anderes Mal mit einem raketenartigen Geschoss bis zum Loch düsen. Ebenso müssen wir als Schreibtisch über den Rasen rollen oder einen Fußball ins Tor schießen und vorher einer halben pubertierenden Fußballmannschaft ausweichen. Damit hört die Kreativität der Entwickler aber noch lange nicht auf, denn hin und wieder ist es unsere Aufgabe, die lebendig gewordene Fahnenstange zu verfolgen, um unseren Ball beziehungsweise unser Objekt damit zu treffen. Verpackt sind all diese Ideen respektive Levels in die epische Geschichte eines Golfballs, der ein Golflabor auf Vordermann bringen will. Gut, diese Umschreibung mag vielleicht ein wenig übertrieben sein, zeigt aber gut, wie genial und bescheuert das Spiel in seinen besten Momenten zugleich ist. Um ein Level auszuwählen, schlagen wir den Ball aus der leicht versetzten Vogelperspektive einfach zum entsprechenden Loch im Labor, woraufhin wir ins jeweilige Level transportiert werden. Um in das nächste Gebiet vorzudringen, müssen wir jeweils alle Levels eines Areals abschließen.

Hart, härter, What the Golf?

In puncto Schwierigkeitsgrad steigt What the Golf?, auch wenn es anfangs kaum zu vermuten ist, mit jeder freigeschalteten Welt leicht an. Dennoch sind die einzelnen Aufgaben niemals zu schwer, lediglich ein paar der weit über hundert Geschicklichkeitseinlagen reißen uns hier und da aus dem Spielfluss. Das macht aber nichts, da wir jederzeit den nächsten Quatsch, den sich die Dänen ausgedacht haben, sehen wollen und deshalb die Zähne zusammenbeißen. Nach ein paar Minuten geht es garantiert weiter. Wem die normalen Levels jedoch zu einfach sind, kann nach dem ersten Durchspielen des Levels zwei schwierigere Varianten freischalten, bei denen zum Beispiel die Bahn unter Par gespielt werden muss. Eine weitere Idee ist hier, eine Vase, die als Golfball dient, nicht zu zerbrechen. Sie darf nirgends anecken und nicht in einen Abgrund fallen, was der unermüdliche Rückenwind in der kurvigen Streckenführung äußerst erschwert. Für wen auch das keine Herausforderung mehr darstellt, sollte sich auf dem Startbildschirm unbedingt einmal die unmöglichen Herausforderungen anschauen. In diesem spektakulären Modus werden die wohl schwierigsten und zugleich aberwitzigsten Levels aneinandergereiht. Uns fällt hierbei sehr positiv auf, dass der Rekord online auf einer Bestenliste landet. So können wir uns wunderbar in den Weiten des Internets mit all den anderen Bekloppten auf der Welt messen, die von What the Golf? wie wir ebenso nicht genug bekommen können.

Wer lacht am lautesten?

Es ist nur logisch, dass bei all diesem Chaos auf den Golfbahnen kein Auge trocken bleibt. Kaum haben wir uns die letzte Träne aus den Augenwinkeln gewischt, fangen wir wieder herrlich an zu lachen. Vor allem jene, die das Spiel noch gar nicht kennen, dürften sich vor allem in der Gruppe nicht mehr einkriegen. Wenn auf einmal statt des Golfballs die Energieanzeige durch die Gegend fliegt, dürften alle zusammen in lautes Gelächter ausbrechen. Aus keinem anderen Grund ist What the Golf? auch nicht nur für Einzelspieler gedacht, denn mit ein paar Freunden vor dem heimischen Fernseher kann das Spiel für einen oder mehrere unvergessliche Abende sorgen. Deshalb gibt es wohl auch einen Modus, der die ersten Levels in aller Kürze zusammenfasst und für nichtsahnende Freunde die erste Anlaufstelle sein sollte. Daneben gibt es auch einen kompetitiven Zwei-Spieler-Modus, in dem beide Spieler simultan darum kämpfen, die Fahnenstange als erster zu erreichen. Zu guter Letzt gibt es noch tägliche Herausforderungen, die genau wie die bereits erwähnten unmöglichen Herausforderungen nicht ohne Online-Highscores auskommen. Am arg comichaften What the Golf? gibt es fast nichts zu bemängeln, denn das Geschicklichkeitsspiel ist in den Punkten Humor, Ideenreichtum und Spielbarkeit einfach eine Wucht. Lediglich die mit ansteigender Spielzeit zunehmende Wiederholung etablierter Elemente fällt leicht negativ auf, was aber zu verschmerzen ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Als ich auf What the Golf? während der Gamescom 2019 in Köln aufmerksam gemacht wurde, habe ich sehr gehofft, dass das Entwicklerstudio Triband das Spiel nicht vergeigen wird. Obwohl die Anzeichen gut dafür standen, dass das Spiel nur ein kurzes Stündchen und dann nie wieder vor den heimischen Fernseher locken würde, enttäuscht mich What the Golf? so gut wie gar nicht. Auch nach mehreren Stunden kriege ich, selbst wenn ich alleine auf dem Sofa sitze, einen Lachflash von so mancher kreativen Idee. Zusammen mit Freunden ist What the Golf? noch einmal ein ganzes Stück witziger. Die sich im späteren Spielverlauf zunehmend wiederholenden Elemente tun der sehr guten Spielbarkeit, die mit dennoch abwechslungsreichen Ideen, einer guten Steuerung und verschiedenen Kameraperspektiven punktet, aber keinen Abbruch. Wer alle Collectibles des Spiels sammeln will und sich auch gerne auf Bestenlisten mit anderen Spielern verewigt, wird mit What the Golf? über Wochen hinweg immer mal wieder Spaß haben.

Prime Time: Yamada-kun & the 7 Witches – Gesamtausgabe (Unboxing)

Vor einiger Zeit haben wir euch die Anime-Serie Yamada-kun & the 7 Witches in Form einer Rezension auf unserer Internetpräsenz vorgestellt. Heute möchten wir passend dazu in einem Unboxing-Video auch über die physische Veröffentlichung der Gesamtausgabe sprechen. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 3)

Nach der Veröffentlichung der zweiten Volume von Kabaneri of the Iron Fortress im Februar 2020 dauerte es nur einen Monat, bis auch die dritte Ausgabe der Anime-Serie hierzulande erschien. Diese führt die spannende und erwachsene Geschichte zu neuen Höhepunkten.

Im Rahmen der Erzählung führte die Anime-Serie im zweiten Episodenpaket neue Charaktere ein, die in der abschließenden dritten Volume von maßgeblicher Bedeutung sind. Zu Beginn der neunten und damit ersten Folge trifft die Gruppe um Prinzessin Yomogawa Ayame endlich im Bahnhof Iwato ein. Der Ort gilt als letzte Festung vor Kongokaku, dem Sitz des Shōguns. Um Durchlass zu erhalten, kommt es zu einer Unterredung zwischen Ayame und Fürst Maeda. Im Gegensatz zur Gruppe der Überlebenden aus Aragane darf der Bund der Jäger auf Geheiß des Shōguns jedoch nicht passieren, weshalb es zum Bruch zwischen den Gefährten kommt. Das heißt auch, dass Ikoma und die anderen Überlebenden Abschied von Mumei nehmen müssen, deren Bruder Amatori Biba der Anführer des Bunds der Jäger ist. In wenigen Minuten überschlagen sich die Ereignisse in Kabaneri of the Iron Fortress. So wird Mumei, instrumentalisiert durch ihren Bruder, die Zugbrücke nach Iwato, wodurch die Jäger eine große Gruppe Kabane in die Stadt führen kann. Biba wiederum hat es indessen auf Fürst Maeda abgesehen. Zudem gelingt es ihm und seinen Anhängern, die Prinzessin gefangen zu nehmen, während die Kabane in den Straßen von Iwato ein Blutbad anrichten. Der Schrecken von Aragane scheint sich zu wiederholen, was zu weiteren unerwarteten Wendungen führt.

Darwinismus für Bösewichte

Mumeis Bruder Biba nimmt in der dritten und letzten Volume von Kabaneri of the Iron Fortress eine tragende Rolle ein. Aus vermeintlicher Rachsucht gegenüber des Herrschers über Japan entledigt er sich jedem seiner selbst auserkorenen Feinde, benutzt seine kleine Schwester für seine finsteren Absichten und verwandelt sogar seine Mitstreiterin Horobi in einen schwarzen Rauch, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Was ihn wirklich antreibt, bleibt zeitweilig im Hintergrund und sollte der Zuschauer auch am besten selbst in Erfahrung bringen. Wichtig ist nur, dass er durch und durch als Darwinist charakterisiert wird, in dessen perfekten Weltbild nur die Starken überleben und die Schwachen keinen Platz haben. Damit entwertet er wie die Antagonisten in der Fernsehserie The Walking Dead die eigentliche Bedrohung durch die Untoten und zeigt, dass die sehr viel höhere Gefahr von den Menschen respektive dem Verfall der Gesellschaft selbst ausgeht. Aus keinem anderen Grund gibt es in der dritten Ausgabe der Anime-Serie auch den einen oder anderen Tod von bekannten Figuren, um das wahre Übel auf eine neue Ebene zu hieven und den Verlust von Freunden für Ikoma und die anderen Charaktere wesentlich bedeutender zu machen als es in den ersten beiden Episodenbündeln von Kabaneri of the Iron Fortress mit ersetzbaren Randfiguren der Fall war.

Ende der Reise

Auf diese Art und Weise gelingt es Regisseur Araki Tetsurō eine spannende, emotionale und vor allem dicht erzählte Handlung zu schildern. Es gibt keine unnötigen Szenen, sodass eine Wendung auf die andere folgen kann, ohne dass dabei Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer auftreten. Neben der Dramaturgie kommt in Kabaneri of the Iron Fortress aber auch die Action nicht zu knapp, bei denen der Regisseur auch mit verschiedenen Ideen spielt. Beispielsweise wird in einer Szene die Gewalt nur mit einem Standbild gezeigt. Dabei ertönen im Hintergrund Schreie und Gewehrschüsse, was das Geschehen eindrucksvoller denn je macht. An anderer Stelle hat sich Studio Wit aber offensichtlich ein weiteres Mal an Rollenspielen orientiert. Unter anderem ist Bibas Klinge offensichtlich von der Gunblade aus Final Fantasy VIII inspiriert. Ansonsten zeigt die Serie ihr gewohntes Bild, das mit detaillierten Charakteren, flüssigen Animationen und wunderschönen Lichteffekten ausstaffiert ist. Mit der jederzeit passenden und gelungenen Musik von Komponist Sawano Hiroyuki ergibt sich ein äußerst stimmungsvolles Gesamtbild, das jeden Anime-Liebhaber verzaubert. Boni gibt es in digitaler Form abermals nicht, doch dafür liegen der letzten Volume ein 100-seitiges Artbook, ein 8-seitiges Booklet und Artcards in einer Sammelbox vor. So schließt Kabaneri of the Iron Fortress nicht nur inhaltlich, sondern auch mit ihrer tollen Ausstattung vortrefflich gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Selten gibt es Anime-Serien, die wirklich von der ersten bis zur letzten Episode überzeugen. Kabaneri of the Iron Fortress darf sich mit Fug und Recht zu diesen Anime-Serien zählen. Wie aus dem Nichts kommend, überzeugt die Serie auch in ihrem Abschluss noch mit ihrer erwachsenen und intelligenten Erzählweise, den vielschichtigen Charakteren, zahlreichen Wendungen und der grandios inszenierten Action. In jeder Szene gelingt es dem Werk von Regisseur Araki Tetsurō, die Messlatte mit spannenden Ideen in die Höhe zu treiben. Kabaneri of the Iron Fortress übertrifft sich ständig selbst – und das ist etwas, was in dieser Form nur sehr wenige Anime-Serien schaffen. Zusammen mit dem japanischen Steampunk-Setting ergibt so ein vortreffliches Gesamtbild, das ein jeder Anime-Liebhaber unbedingt selbst einmal von Anfang bis Ende gesehen haben muss!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 3)!

Review: Spirit of the North

Obwohl Spirit of the North bereits Ende 2019 für den PC und die PlayStation 4 erschien, ließ die Nintendo-Switch-Fassung bis Anfang Mai 2020 auf sich warten. Auch wenn Spirit of the North zum Teil ein Genuss ist, leidet das Spiel teilweise unter sehr schlechtem Gamedesign.

Im Action-Adventure Spirit of the North schlüpfen wir in die Haut beziehungsweise in das Fell eines Rotfuchses, mit dem wir zunächst in einer Winterlandschaft durch den Schnee stapfen und später eine zunehmend herbstliche Ruinenkulisse erkunden. Was unser konkretes Ziel ist, verrät das Spiel ähnlich wie sein großes Vorbild Journey nicht. Das heißt, dass wir in erster Linie einem recht linearen Weg folgen und hier und da kryptische Hinweise darauf finden, was mit der verschwundenen Menschenkultur passiert ist. Das ist einerseits sehr interessant und gar atmosphärisch, zumal uns das Spiel damit Freiraum zur Interpretation lässt. Andererseits ist die rätselhafte Handlung nicht gerade hilfreich, wenn wir bei der Erkundung der Spielwelt mal wieder nicht weiterkommen. Hauptsächlich geht es in Spirit of the North neben dem Erforschen der Umgebung um das Lösen von Rätseln. Positiv fällt uns hier auf, dass die enthaltenen Denkaufgaben wesentlich vielschichtiger sind als in Journey und halten uns auch wesentlich länger bei der Stange, da die Lösung nicht immer offensichtlich ist. Vergleichbare Action-Adventures wie die Episoden der The-Legend-of-Zelda-Reihe haken derlei Aufgaben zwar schon im ersten Dungeon ab, doch lockert das die spielerisch sonst eher dröge Erkundung der auf sieben Kapitel aufgeteilten Spielwelt immer mal wieder und meistens gut auf.

Flower Power

Um in Spirit of the North ein Rätsel überhaupt lösen zu können, ist es in den meisten Fällen als erstes unsere Aufgabe, eine magisch anmutende Blume zu finden und sie dann mit dem Fuchs anzubellen, damit ihre Kraft schließlich auf das Raubtier übergeht. Anschließend können wir magische Steintafeln aktivieren, die quasi als Schalter funktionieren, um irgendwo einen Mechanismus auszulösen. Wollen wir danach eine weitere Aufgabe mit Magie lösen, müssen wir uns erneut nach einer Blume umschauen – oder einfach zurück zu der Blume laufen, die uns vorher schon einmal ihre Kraft verliehen hat. Unserer Meinung nach ist das ganz schön absurd, denn hin und wieder stehen zwei zu aktivierende Steintafeln auch nebeneinander. Warum uns die Blume nicht gleich mehrere Ladungen gibt, die Anzahl der Blumen im jeweiligen Spielabschnitt nicht limitiert ist oder wir im Spiel nicht einfach unsere Kapazität an magischen Ladungen erhöhen können, ist uns schleierhaft. Glücklicherweise gibt es daneben auch noch weitere und vor allem tiefgründigere Rätsel. Unter anderem müssen wir uns mit dem Fuchs auf einen Schalter stellen, mit Hilfe von Magie unseren Körper in Geisterform verlassen, so durch das geöffnete Tor schlüpfen und dort mit einer Lichtexplosion eine dunkle Knospe vernichten, um einen neuen Durchgang in das nächste Areal des Levels zu öffnen.

Probleme mit der Rätselmechanik

Allerdings offenbart Spirit of the North auch in dieser Komplexität, das durchdachtes Gamedesign keine Stärke der Entwickler ist. An vielen Stellen müssen wir unter Zeitdruck agieren und die uns zur Verfügung stehende Zeit ist immer so knapp bemessen, sodass wir das Puzzle erst beim vierten oder fünften Anlauf schaffen. Das sorgt mit den dazugehörigen Laufwegen zurück zum Anfang und einem gelegentlich inbegriffenen Umweg zur letzten Blume für Frustration. Ein paar Sekunden mehr hätten hier definitiv nicht geschadet. Zu guter Letzt gibt es jedoch auch Rätsel, deren Lösung wir einfach nicht durchschauen. So müssen wir an einer Stelle mehrmals an Steinringen drehen. Es gibt keine ersichtlichen Hinweise darauf, ob wir einen der Ringe richtig drehen – hier hilft nur ausprobieren. Abseits der Wege der schön designten Spielwelt gilt es noch bis auf die Knochen verweste Pilger zu erlösen, indem wir ihren in der Nähe versteckten Stab finden. Belohnt werden wir mit kosmetischen Skins für unseren Rotfuchs, die wir im laufenden Spiel an- und abschalten können. Unter technischen Gesichtspunkten weist die Nintendo-Switch-Fassung viele verwaschene und zum Teil nachladende Texturen auf, die besonders in den ersten Kapiteln negativ auffallen. Dafür entschädigt der tolle Soundtrack, der mit Klavierklängen das repetitive und circa vier bis fünf Stunden lange Spirit of the North immerhin musikalisch zu einem wirklich atmosphärischen Genuss macht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Nachdem ich erst vor Kurzem das erste Mal das von vielen hochgelobte Journey gespielt habe und nicht verstehen kann, wie diese Lobhudelei zustande kommt, ging ich mit gemischten Gefühlen an Spirit of the North heran. Das Spiel geht in eine ähnliche Richtung wie Journey, bietet in spielerischer Hinsicht aber deutlich mehr. So wird das Erkunden der Spielwelt und das Erlösen von Verstorbenen stets mit neuen Skins für meinen Rotfuchs belohnt. Auch die Rätsel sind eine willkommene Abwechslung, die in die Weltenerkundung greift. Leider ist die Umsetzung der Rätsel mehr schlecht als recht, da sie mir jedes Mal, wenn ich sie nicht direkt schaffe, unnötig Frust beschert. Ich muss die Aufgabe nicht nur von Neuem beginnen, sondern in vielen Fällen auch noch einen Umweg hinnehmen, um meinen auf eine Ladung limitierten Magievorrat aufzustocken. Da frage ich mich, ob die Entwickler ihr Spiel überhaupt selbst gespielt haben. Dennoch gefällt mir die verträumte und in herbstliche Farben gehüllte Spielwelt mit ihrem atmosphärischen Soundtrack so gut, dass ich in Spirit of the North auch künftig immer mal wieder hineinschnuppern werde, wenn auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 5)

Nachdem Kazé Anime zwischen November 2019 und März 2020 die 24-teilige Anime-Serie The Ancient Magus Bride in vier Volumes veröffentlicht hat, folgte im Mai 2020 abschließend die fünfte Volume, die drei zusammengehörende Original Video Animations enthält.

Auch wenn die vierte Volume der Anime-Serie The Ancient Magus Bride nicht das Ende der Handlung ist, so wie es sich Autorin der Manga-Vorlage Yamazaki Kore wohl vorgestellt hat, konnte das Werk des Wit Studios dennoch mit detailreichen Charakteren und erwachsenen Themen dennoch überzeugen. Selbiges trifft auch für die leicht von der eigentlichen Story losgelösten Original Video Animations der fünften Ausgabe zu. Unter dem Titel „Jener, der auf die Sterne wartet“ erzählen die Original Video Animations eine neue Geschichte, die sich in der Ausarbeitung des Szenarios und des Settings der Anime-Serie treu bleiben. Somit ist der Zuschauer nicht nur mit der idyllischen Landschaft Englands vertraut, sondern auch mit den wenigen, dafür aber umso besser ausgebauten Figuren. Zu Beginn der ergänzenden Storyline erhalten Magier Elias Ainsworth und seine Schülerin Hatori Chise von ihrer gemeinsamen Bekannten Angelica Varley ein paar Bücher zugestellt. Unter den literarischen Werken befindet sich auch das Buch mit dem Titel „Das einsame Sternenkind“, womit auch der Titel der dreiteiligen Original Video Animation halbwegs geklärt sein dürfte. Dieses Buch weckt in Chise jedoch derart schmerzhafte Erinnerungen, sodass nicht nur Elias und ihr magischer Begleiter Ruth, sondern auch der Zuschauer in Form von Rückblenden mehr über sie erfährt.

Realitätsflucht in die Welt der Bücher

Da die Anime-Serie mit der Versteigerung von Chise beginnt, weiß der Zuschauer im Grunde nichts über ihr Leben zuvor. Mit verschiedenen Flashbacks kann die Serie The Ancient Magus zwar in die Vergangenheit von Chise abtauchen, doch bleiben diese Einblicke rudimentär und aufs Nötigste reduziert. Sozusagen stellen die drei Teile von „Jener, der auf die Sterne wartet“ sozusagen die Vorgeschichte dar, die die Handlung der Anime-Serie jedoch spoilern und daher erst angeschaut werden sollten, wenn der Zuschauer genügend oder gar sämtliche Episoden der Serie gesehen hat. Selbiges gilt selbstverständlich auch für das weitere Lesen dieser Rezension. Chise wächst in Japan in schwierigen Verhältnissen auf, denn ihre Mutter ist mit der Erziehung ihrer beiden Kinder maßlos überfordert, lässt ihren Frust bei ihnen und ihrem Mann aus, was zu innerfamiliären Streitigkeiten führt. Überschattet von den Problemen büchst sie oft von zuhause aus und lernt in einer ominösen Waldbibliothek den aufgeweckten Miura Riichi kennen. Von diesem erhält sie einen Bibliotheksausweis, mit dem sie sich jeden Tag, wann sie will und so lange sie will, jeweils ein Buch ausleihen darf. Als einzige Auflage erhält sie, dass sie die Eingangstür immer hinter sich schließen muss. Damit schließt sich der Kreis zum Übernatürlichen, das auch in den drei Original Video Animations vorhanden sind.

Gefühlvoller Einblick in Chises Vergangenheit

Chise sieht immer und immer wieder schemenhafte Gestalten, vor denen sie sich fürchtet, sie aber nicht verstehen kann. So bleiben sie auch für den Zuschauer nicht greifbare Schatten, die von ihm im Kontext der Handlung von The Ancient Magus Bride jedoch akzeptiert werden. Genau wie die Anime-Serie wird auch „Jener, der auf die Sterne wartet“ ruhig und besonnen erzählt. Es gibt keine unnötig gestreckten Handlungsbögen und jede einzelne Szene passt hervorragend an die jeweilige Position. Actionreiche oder zumindest bedrohliche Stellen gibt es ebenfalls, werden aber dramatisch so inszeniert, dass sie sich gekonnt in die Geschichte einfügen. In puncto Inszenierung stehen die drei Original Video Animations der Anime-Serie in Nichts nach. Je nach Gefühlslage und Situation erstrahlt das tiefgründige Geschehen im bildschirmfüllenden 16:9-Format mit warmen oder kühlen Farben. Dadurch, dass die Farben meist etwas blasser und die Szenen mit schönen Lichteffekten ausstaffiert sind, ergibt sich so ein sehr stimmiges Gesamtbild, das den Zuschauer in seinen Bann zieht. In akustischer Hinsicht orientieren sich die Original Video Animations von The Ancient Magus Bride ebenso an der Serie, sodass Fans ein angenehmes Gefühl des Nach-Hause-Kommens versprühen. Bonusmaterial gibt es zwar nicht, doch nach dem Kauf der fünften und letzten Volume kann der Schuber der limitierten Erstauflage der ersten Ausgabe wenigstens komplettiert werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Ancient Magus Bride ist eine Serie, die über 24 Episoden mit unglaublichem Feingefühl hervorragend erzählt wird. Studio Wit führt dieses Konzept mit den drei Original Video Animations mit dem Untertitel „Jener, der auf die Sterne wartet“ mit Leichtigkeit fort. Als Vorgeschichte, die fast überwiegend in Japan und nicht in England spielt, funktionieren die drei enthaltenen und aufeinanderfolgenden Teile zwar auch nahezu unabhängig von der Anime-Serie, spoilern diese aber leicht und machen mehr Sinn, wenn der Zuschauer Hatori Chise bereits aus der Serie kennt. Die drei Original Video Animations sind zum Teil psychologisch und zum Teil philosophisch angehaucht und regen an vielen Stellen zum Nachdenken an. Zusammen mit der schönen Optik und der angenehmen Musik setzen sich alle Elemente wie ein Mosaik zusammen und zaubern jedem Kenner der Serie ein Lächeln ins Gesicht. Wer die 24 Episoden von The Ancient Magus Bride bereits gesehen hat, sollte zum rührenden Abschluss auch die drei jeweils 24-minütigen Original Video Animations anschauen, um die Vorgeschichte von Chise erlebt zu haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 5)!

Review: Langrisser I & II

Während Langrisser 1991 immerhin noch seinen Weg nach Nordamerika fand, schauten europäische Spieler auch beim zweiten Teil aus dem Jahr 1994 in die Röhre. Mit dem Doppelpack Langrisser I & II hat das Warten auf die beiden Strategie-Rollenspielklassiker ein Ende.

Strategie-Rollenspiele aus Japan hatten außerhalb des Landes in den 1990er-Jahren einen schweren Stand. Spiele wie Bahamut Lagoon oder die gesamte Fire-Emblem-Reihe wollten die Publisher einem nicht-japanischen Publikum kaum bis gar nicht zugänglich machen. Mit Shining Force und Co gab es zwar die eine oder andere Ausnahme, doch konzentrierte sich das Genre in Nordamerika und Europa auf militärische Spiele, die meistens ohne auch nur ein einziges Fantasy-Element ausgekommen sind. Spätestens seit Fire Emblem: Awakening aus dem Jahr 2012 sind Strategie-Rollenspiele aus der Videospielindustrie gar nicht mehr wegzudenken. So ist es kein Wunder, das vermehrt Genre-Ableger aus Japan ihren Weg in nordamerikanische und europäische Gefilde finden. Bei Langrisser I & II handelt es sich, wie eingangs erwähnt, grundsätzlich um zwei – zum Veröffentlichungszeitpunkt der Collection – fast dreißig Jahre alten Spiele. Diese wurden jedoch grafisch stark aufgewertet und ihre Bedienbarkeit verbessert. Vorweg lässt sich sagen, dass den Entwicklern das Kunststück einigermaßen gelungen ist. Lediglich im Detail gibt es ein paar Unzulänglichkeiten zu bemängeln, die aber nicht jedem Spieler negativ ins Gesicht springen dürften. Zunächst wäre da die Story zu nennen, die zuweilen spannend ist, aber weitestgehend mit altbekannten Motiven aufwartet.

Mehrere Handlungsfäden zum Finale

In Langrisser schlüpfen wir beispielsweise in die Haut von Prinz und Thronfolger Ledin, der während eines Angriffs aus seiner Heimat Baldea fliehen muss. Mit neuen Verbündeten im Schlepptau kehren wir später zurück, um das Königreich zurückzuerobern und die dafür verantwortlichen bösen Kräfte zur Rechenschaft zu ziehen. Im zweiten Serienteil, der wenig kreativ auf den Namen Langrisser II hört, übernehmen wir hingegen die Rolle von Elwin, der sich gegen ein ganzes Imperium auflehnt. Eingewebt in dieses Konstrukt sind überaus stereotypische Charaktere, sowohl in ihrem Auftreten als auch in ihrem Wesen. Wirklich schlimm ist das aber nicht, denn neben teils austauschbaren Figuren und bekannten Erzählmustern öffnet sich in beiden Langrisser-Episoden an bestimmten Stellen die Geschichte, sodass wir verschiedenen Handlungsfäden folgen können. Dank mehrerer Routen durchs Spiel erhöht sich der Wiederspielwert enorm. Wer im Übrigen im Verlauf des Abenteuers merkt, dass er mit einer Entscheidung nicht vollends zufrieden ist oder erkennt, dass es ihm an Erfahrung für die Kämpfe mangelt, kann einfach zu einem früheren Zeitpunkt in der Story zurückspringen und sich anders entscheiden. Erlangte Erfahrungspunkte und erbeutetes Gold bleiben dabei zwar gespeichert, doch wird der Handlungsfortschritt in diesem Fall unwiderruflich zurückgesetzt.

Seite an Seite mit den Kommandanten

Langrisser I & II sind des Weiteren, genau wie die älteren Episoden der Fire-Emblem-Serie, in aufeinanderfolgende Kapitel eingeteilt. Das heißt, dass eine Schlacht auf die nächste folgt und die Dialoge zwischen den Charakteren weitestgehend auf dem Schlachtfeld stattfinden. Es ist zwischen den Schlachten allerdings möglich, den Laden aufzusuchen und sich dort mit neuen Waffen und Rüstungen einzudecken, um die Attribute der Helden zu erhöhen. Im Gegensatz zu Fire Emblem und Konsorten kämpfen unsere Recken aber nicht alleine. Es handelt sich bei ihnen um Kommandanten, denen wir vor Kampfbeginn ein paar Söldner an die Seite stellen dürfen. Diese kosten zwar mehr oder weniger eine ganze Stange Geld, sammeln aber für ihren Kommandanten Erfahrungspunkte. So fühlen sich die Auseinandersetzungen in den beiden Langrisser-Episoden schon in den ersten Kapiteln sehr umfangreich an, zumal wir auf Wunsch jeden Söldner manuell befehligen können. Das sollten wir im Übrigen auch tun, denn wenn wir ihnen keine Befehle erteilen, bevollmächtigen wir sie für den Rest der Runde, was nicht immer in unserem Interesse liegen dürfte. Nach kurzer Einarbeitungszeit – Tutorials gibt es fast gar nicht – haben wir uns ans Konzept gewöhnt. Bedauerlich ist lediglich, dass allen den Kommandanten zugeordneten Söldnern einem gemeinsamen Typus angehören müssen.

Abwechslungsreiche Schlachten

Alle Söldnertypen sind des Weiteren unterschiedlich stark und haben teilweise auch Vorteile. Welche Typen den jeweiligen Kommandanten zur Verfügung stehen, hängt im Übrigen von deren Klasse ab. Im Verlauf des Abenteuers erhalten wir für das Bekämpfen von Gegnern und durch Level-Aufstiege Kommandopunkte. Haben wir genügend gesammelt, können wir einen Klassenwechsel durchführen. Dabei sollten wir beachten, dass stärkere Söldner auch deutlich mehr ins Geld gehen. Das Ressourcenmanagement ist aber weitestgehend fair. Nur selten müssen wir eine bereits gespielte Schlacht noch einmal angehen, um ein paar Münzen zu verdienen. Auf den Schlachtfeldern von Langrisser I & II geht es in der Regel darum, alle Gegner zu besiegen, die Flucht eines Feindes zu verhindern, selbst aus dem Geschehen zu entkommen oder eine bestimmte Rundenzahl zu überleben. Gekämpft wird in genretypischen Schlössern und Dörfern, auf Feldern oder in der Nähe von Wäldern und Ruinen. Das ist hier und da durchaus abwechslungsreich – und da häufig auch noch Schätze auf dem Schlachtfeld auf sich aufmerksam machen, lädt die Umgebung zusätzlich zum Erkunden ein, was eng mit den Söldnertypen zusammenhängt. Wollen wir Bodentruppen über Flüsse manövrieren, so dauert das ein paar Runden, während Flugeinheiten einfach über das Wasser fliegen können.

Zwischen Vergangenheit und Moderne

Auch wenn es manchmal brenzlig werden kann, ist der Schwierigkeitsgrad von Langrisser I & II nicht zu hoch. In puncto Bedienung könnten die Titel aber mehr bieten. Es ist zum Beispiel nicht möglich, mehrere Figuren zu selektieren und ihre gemeinsame Angriffsreichweite einzusehen. Ärgerlich ist auch, dass erlernbare Fähigkeiten beim Klassenwechsel zwar aufgelistet, doch nicht erklärt werden. Das ist erst nach dem Wechsel möglich. Derlei Kinderkrankheiten sollten der Vergangenheit angehören. Nostalgiker werden sich am wechselbaren Grafikstil freuen. So lassen sich alle Umgebungsgrafiken im 16-Bit-Grafikstil oder im aufpolierten Design anzeigen. Selbiges gilt für die Charakterporträts, bei denen wir entscheiden können, ob wir sie im Anime-Stil der frühen 1990er-Jahre oder im frischen Look dargestellt bekommen wollen. So gut uns das Feature gefällt, passen die eigentlichen Charaktermodelle im Chibi-Look nicht zum Rest des erwachsenen Stils. Hier waren die Entwickler inkonsistent, was zu einer negativen Wahrnehmung führt. Immerhin dürfen wir jederzeit auch zwischen dem Retro-Soundtrack und der überarbeiteten Musik wechseln, die für die Ohren ein wahrer Genuss ist. Langrisser I & II macht zwar bei Weitem nicht alles richtig, ist aber vor allem für jene Hobby-Strategen eine passende Alternative, die von Umfang und Komplexität von Fire Emblem: Three Houses, der aktuellen Genre-Referenz auf der Switch, erschlagen werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Langrisser I & II sind zwei alte Vertreter des Genres, die für ihr Comeback auf der Switch ordentlich aufgewertet wurden. In puncto Gameplay orientieren sich die beiden Remakes im Doppelpack stark am Original. Wer diese gespielt hat, wird sich sofort heimisch fühlen. Alle anderen müssen sich aufgrund der quasi nicht vorhandenen Tutorials auf eine kurze Einarbeitungszeit einstellen, um die beiden Handlungen, die nach bekannten Erzählmustern und mit stereotypischen Charakteren erzählt werden, zu genießen. Genau dann machen die Spiele meiner Meinung nach aber schon die nächsten Fehler, da es hier und da an Komfortfunktionen fehlt. Beispielsweise kann ich nicht mehrere Kommandanten oder Söldner selektieren, um ihre gemeinsame Angriffsreichweite einzusehen. Außerdem regt es mich auf, dass ich Informationen über erlernbare Fähigkeiten beim Klassenwechsel erst nach dem Wechsel einsehen kann. Was mich aber die ganze Zeit über stört, ist der alberne und nicht zum Spiel passende Chibi-Look der Charaktermodelle. Das hält mich zwar nicht davon ab, Spaß mit Langrisser I & II zu haben, doch untergraben diese kindlichen Modelle die erwachsenen Charakterporträts. Warum diese im 16-Bit-Design zudem nicht gepixelt werden, ist fraglich. Auch wenn bei der Entwicklung der Remakes nicht alles richtig gemacht wurde, sind sie für mich dennoch eine sehr angenehme Abwechslung zum übergroßen Fire Emblem: Three Houses, mit dem ich ja auch so meine Probleme habe.

Prime Time: Detektiv Conan (Box 6, Unboxing)

Im Gegensatz zur Anime-Serie Detektiv Conan, die je nach Volume immer wieder neue Schwerpunkte setzt, bleibt bei der Veröffentlichung der Serienboxen alles beim Alten. Das ist aber nicht so schlimm, wie es vielleicht klingen mag. Im Unboxing-Video erfahrt ihr von unserem Chefredakteur alles Wissenswerte zur sechsten Ausgabe von Detektiv Conan. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung dabei!

Review: Paper Mario: The Origami King

Seit dem Jahr 2000 schicken Publisher Nintendo und Entwickler Intelligent Systems das schnauzbärtige Allround-Talent Super Mario regelmäßig in neue Abenteuer – in Papierform. Dieses Mal muss sich Mario mit jeder Menge ärgerlicher Origami-Figuren herumschlagen.

Zu Beginn des Rollenspiels Paper Mario: The Origami King steht das ominöse Origami-Fest im Pilz-Königreich kurz bevor. Klempner Mario und sein Bruder Luigi schnappen sich ihr Kart und machen sich auf zum Pilz-Palast. Beim Durchqueren von Toad Town müssen die Brüder mit Erschrecken feststellen, dass sämtliche Bewohner verschwunden sind. Auch im Schloss ist weit und breit nichts vom Trubel zu sehen. Plötzlich taucht Prinzessin Peach auf. Die Adlige scheint ihre zweidimensionale Papierform zugunsten eines leicht dreidimensionalen Origami-Outfits abgelegt zu haben. Dass da etwas nicht stimmen kann, wird sowohl Mario als auch uns klar. Wenig später erfahren wir auch den Grund für ihre Verwandlung: Der bösartige Olly hat sich im Pilz-Palast eingenistet, Bowsers Anhänger für seine üblen Machenschaften instrumentalisiert, die Toads in alle Himmelsrichtungen verstreut und Peach „origamisiert“. Um sein Vorhaben umzusetzen, sich zum titelgebenden Origami-König ernennen, ist ihm jedes Mittel recht. Er verfrachtet das Schloss kurzerhand auf einen Vulkan und sichert den Zugriff mit fünf überproportional großen Luftschlangen. Unsere Aufgabe besteht darin, mit Mario die Verankerungen der Luftschlangen zu lösen und Ollys Handlangern das Handwerk zu legen. Unterstützung erhalten wir dabei von Olivia, Ollys klitzekleiner Schwester.

Repetitive Weltrettung

In The Origami King ziehen wir mit Mario und der hilfsbereiten Begleiterin Olivia von einem Ort zum nächsten. Unter anderem durchforsten wir einen Wald, erklimmen einen Berg, sind mit einem Boot auf dem Meer unterwegs oder durchkämmen eine Wüste. Die Struktur bleibt in jedem Areal nahezu gleich. Zunächst machen wir uns mit der Umgebung vertraut, decken die Hintergründe auf und machen einen Zwischenstopp in einem kleineren Dungeon. In jenen Tempeln machen wir Bekanntschaft mit den so genannten Pergamentons, durch die Olivia neue, aber nur an vordefinierten Orten einsetzbare Spezialfähigkeiten erlernt. Danach geht es auch schon in den wichtigen und abschließenden Dungeon des jeweiligen Spielabschnitts, in dem wir uns mit Ollys Vasallen im Kampf messen. Hier und da müssen wir kleinere Rätsel lösen, die aber niemals Kopfzerbrechen bereiten. Im Vorbeilaufen sammeln wir zudem Toads ein, die wir gegebenenfalls erst aus ihrer Origami-Form falten. Grundlose Löcher stopfen wir hingegen mit Papierschnipseln, die wir vorher von Bäumen schütteln oder durch besiegte Gegner erhalten. Großartige Abwechslung wird in puncto Gameplay nicht geboten. So schön gestaltet die Umgebungen auch sind, das volle Potenzial wie beispielsweise in Paper Mario: Die Legende vom Äonentor aus dem Jahr 2004, kann The Origami King aber nicht entfalten.

Schieben und Drehen im Puzzle-Kampfsystem

The Origami King ist deutlich linearer als vorherige Ableger der Videospielreihe. Wir können zwar über Warp-Röhren zu bereits besuchten Orten zurückkehren und auch Backtracking ist selten gefordert, doch macht das die zusammenhängende Spielwelt fast schon obsolet. Nur wenn wir verpasste Geheimnisse aufdecken respektive sämtliche Collectibles einsammeln wollen, ist die Rückkehr zu bekannten Orten wirklich gefordert. Unterwegs stellen sich uns auch häufig dieselben Gegnertypen in den Weg, was das Spektakel durchaus etwas mindert. Das rundenbasierte Kampfsystem von The Origami King läuft jedoch nicht nach Schema F ab. Der Boden des Kampfbildschirms ist wie eine Dartscheibe in mehrere Sektionen geteilt, auf denen sich die Gegner befinden. Unsere Aufgabe ist, die Feinde so anzuordnen, dass vier Individuen hintereinander stehen oder eine quadratische Blockform bilden, damit wir sie mit einem Sprung- oder Hammerangriff attackieren können. Um dieses Ziel zu erreichen, steht uns zu Beginn einer Runde eine bestimmte Zuganzahl bereit, um die Felder der Scheibe unter Zeitdruck zu drehen oder zu verschieben. Gelingt uns die Lösung des Puzzles, erhalten wir einen Bonus auf unseren Angriffswert. Hier schwankt der Schwierigkeitsgrad jedoch enorm, denn manchmal ist die Lösung sofort ersichtlich und manchmal partout nicht durchschaubar.

Kreative Bosskämpfe

Wer fleißig Toads sammelt, kann sich in den Kämpfen über deren Unterstützung freuen. Um den Gegnern beispielsweise ein wenig Schaden zuzufügen, werfen wir ein paar Goldmünzen auf die Bühne und schon geht das Tohuwabohu auf dem Bildschirm los. Intelligent Systems ist diese Verzahnung des Gameplays gut gelungen. Auch die Gestaltung der Bosskämpfe weiß zu überzeugen, denn hier steht nicht Mario, sondern der Bossgegner im Mittelpunkt der Scheibe. Auf den einzelnen Feldern sind zudem Pfeile und Aktionsfelder eingezeichnet, an denen wir Angriffe und Spezialattacken auslösen können. Mit den Pfeilen erinnert der Kampf ein wenig an die Levels des Klassikers ChuChu Rocket! für die Sega Dreamcast, erreicht in The Origami King aber eine ungeahnte Tiefe. Schade ist hierbei lediglich, dass es in fast allen Bosskämpfen nur genau eine (!) Taktik gibt, um Ollys Vasallen zu besiegen. Hier verschenkt das Spiel unnötig Potenzial. Ein wenig entschädigt dafür aber wiederum das Design der Bossgegner, denn hier kämpfen wir beispielsweise gegen einen riesigen Locher, der mit seiner speziellen Technik Marios maximale Kraftpunkte verringert. An einem anderen Ort müssen wir wiederum gegen eine Ansammlung von Gummibändern antreten, die uns um die Ohren fliegen beziehungsweise an die Ohren flitschen. Das ist spaßig und vor allem recht kreativ!

Light-Version einer einstigen Rollenspielreihe

Optisch verblüfft das Spiel mit seinen farbenfrohen Umgebungen und interessanten Ideen, die die Kunst des Papierfaltens in The Origami King zum Leben erwecken. Musikalisch gibt es ein paar schöne Stücke auf die Ohren. Herausstechend ist hierbei vor allem die Kampfmusik, die sich der Umgebung anpasst. Bis auf ein paar Instant-Game-Over-Stellen ist The Origami King auch in puncto Gamedesign gelungen. Ein echtes Rollenspiel im Stile der ersten beiden Ableger der Paper-Mario-Serie ist der Titel – wie wir nach den diskussionswürdigen letzten Ablegern der Reihe schon im Vorfeld erwartet hatten – aber nicht geworden. Beispielsweise erhalten wir keine Erfahrungspunkte nach einem Sieg im Kampf. Hier hagelt es einzig und allein Goldmünzen, die wir für eine überschaubare Anzahl an Items oder Zubehör ausgeben können, um gewappnet für die Kämpfe zu sein. Hin und wieder finden wir jedoch Objekte, die sowohl unsere Kraftpunkte als auch unsere Stärke erhöhen. Hier verlagert The Origami King einzelne Elemente so geschickt, dass das eigentliche Genre kaschiert wird. Zusammen mit den sehr humorvoll geschriebenen Dialogen, durch die die einzelnen Figuren noch mehr zusammenschweißen, erreicht die für ein Rollenspiel überaus wichtige Charakterentwicklung zumindest die nötige Tiefe, die uns mindestens zwanzig Stunden lang an die Switch zieht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Paper Mario: The Origami King ist ein Rollenspiel, das die fürs Genre wichtigen Elemente aufs Nötigste reduziert und zum Teil anders verlagert. Fans der ersten Stunde, die der einstigen Rollenspielreihe immer noch hinterhertrauern, kommen auch dieses Mal nicht auf ihre Kosten. Sollten diese aber über ihren eigenen Schatten springen, kann sich durchaus ein spaßiges Abenteuer entwickeln. Der Titel erzählt eine kinderfreundliche und an mancher Stelle dennoch tiefgründige Geschichte. Sowohl der typische Humor der Serie als auch die kultverdächtige Papiergestaltung der Umgebungsgrafiken unterstützen die Präsentation des Spiels enorm. Mir gefällt vor allem das Puzzle-Kampfsystem, auch wenn der Zeitdruck besonders bei den kniffligen Rätseln stört. Hinzu kommt, dass sich die Kampfmelodie je nach Areal leicht verändert und die Atmosphäre einmal mehr vertieft. Auch wenn es, vor allem im letzten Drittel des Spiels, ein paar Stellen gibt, die sofort zum Game-Over-Bildschirm führen können, sehe ich über diese Schnitzer im Gamedesign hinweg. Überwiegend ist das Spiel fair und kann mindestens zwanzig Stunden lang unterhalten. Wer alle Collectibles sammeln will, kann gut und gerne fünf Stunden zusätzlichen Spiel- und Sammelspaß draufrechnen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Paper Mario: The Origami King!