Prime Time: Waiting in the Summer – Vol. 1 (Unboxing)

Vor einer Weile haben wir euch bereits den Anime Waiting in the Summer vorgestellt. Ergänzend zu unserem Review möchten wir ein Unboxing-Video nachlegen, welches die Blu-ray-Fassung zeigt. Bei dieser Fassung liegt ein Artbook bei, welches wir euch keinesfalls vorenthalten wollen. In welchem Umfang das Artbook die sechs Episoden von Waiting in the Summer – Vol. 1 sinnvoll ergänzen, erzählt euch unser Chefredakteur im Video. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: The Lego Movie Videogame

The Lego Movie Videogame (1)So einen Film haben sich Lego-Fans seit Jahren gewünscht: Ein cineastisches Werk, das (fast) nur aus Lego-Steinen besteht! Passend zum Kinostart bereichert der Publisher die Lizenz mit einem Videospiel, welches in unserem Test ein Paradebeispiel für gute Lizenzspiele abgibt.

The Lego Movie Videogame (2)The Lego Movie Videogame erzählt die Geschichte des Films nach. Das heißt, dass wir in die Rolle des Lego-Männchen Emmet schlüpfen. Dieser ist eine gewöhnliche Figur unter vielen, doch bereits nach dem Aufstehen erfahren wir, dass er nicht von den anderen Bewohnern von Steinburg ausgeschlossen werden will. Tagtäglich begibt er sich zur Baustelle, um dort seinen Beruf auszuüben. Emmet ist nämlich ein Bauarbeiter. Da man in Steinburg jedoch strikt nach Plan arbeitet, läuft auf dem Bau nichts ohne Bauanleitung. Das heißt, dass wir uns bereits im ersten richtigen Level, auf die Suche nach mehreren Anleitungsseiten machen müssen. Dabei lernen wir gleich die Spielmechaniken des Titels kennen, der sich am Einmaleins der meisten Lego-Videospiele orientiert. Soll heißen, dass wir in jedem Level wieder je Menge Studs, also die kleinen, platten und rundlichen Lego-Steine sammeln, indem wir verschiedene Objekte zerstören. Schnell sind die beiden Seiten der Anleitung gefunden und eine Abrissbirne kann von uns zusammengesetzt werden. Hier bricht der Titel mit der Tradition und bietet uns eine Alternative des Bauens. Das Spiel übernimmt zwar den Großteil der Arbeit, doch mittendrin im Zyklus müssen wir schnell das passende Stück aus einem kleinen Sortiment wählen. Sind wir schnell genug, belohnt uns das Spiel entsprechend mit mehr Studs – dazu später mehr.

Weltenübergreifender Widerstand

The Lego Movie Videogame (3)Nach getaner Abend wollen wir gerne mit unseren Kollegen Würste verdrücken gehen, doch da uns ohnehin niemand Beachtung schenkt, wird daraus mal wieder nichts. Wachsam wie wir jedoch sind, bemerken wir eine seltsame Gestalt, welche über die Baustelle huscht. Einen Moment später machen wir mit Wyldstyle Bekanntschaft. Von ihr erfahren wir, dass wir etwas ganz besonderes sind. Ebenso hören wir vom gefährlichen Lord Business, der in ein paar Tagen nicht nur Steinburg, sondern auch die anderen Lego-Welten zerstören will. Hier bricht für Emmet innerlich eine Welt zusammen, denn von den anderen Welten hat er noch nie etwas gehört. Das macht aber nichts, denn zusammen mit Wyldstyle machen wir uns auf eine Reise durch verschiedene Themenwelten. Flachbusch, Wolkenkuckucksheim und noch mehr Gebiete warten nur darauf, von uns erkundet zu werden. Unterwegs schließen sich unserer Sache weitere illustre Gestalten wie Batman an, die Widerstand gegen Business leisten wollen. Während die ersten Levels beim ersten Spieldurchgang noch sehr generisch wirken, da wir kaum Interaktionsmöglichkeiten haben, ändert sich das im Verlauf des Spiels schlagartig. Jede Figur hat nämlich andere Fähigkeiten, die wir nutzen können. Emmet bohrt rissige Stellen auf, Wyldstyle springt höher und andere Figuren zerstören etwaige Objekte.

Die Sammelhatz beginnt aufs Neue

The Lego Movie Videogame (4)Dabei bemerken wir, dass wir einige Plattformen oder Räume in den Spielabschnitten noch gar nicht betreten können. Erst wenn wir eine Figur mit entsprechender Fähigkeit frei gespielt haben, können wir im freien Spiel zurückkehren und Geheimnisse lüften. Davon lebt so gut wie jeder Titel seit Lego Star Wars und wenn man seit so vielen Jahren diesem System noch nicht überdrüssig geworden ist, dann wird man daran auch in The Lego Movie Videogame seine wahre Freude haben. Nicht nur die einzelnen Spielabschnitte, die uns in fünfzehn Story-Akten zum Finale führen, laden zum Erkunden ein. Auch die Lego-Welten bieten jede Menge Orte, die uns erst mit der Zeit offen stehen. Es lohnt sich also vor allem erst nach dem Abschluss der Story zurückzukehren und in den Welten aufzuräumen. Für jeden Fortschritt hagelt es, wie bereits erwähnt, Studs. Mit denen kaufen wir uns dann zusätzliche Figuren oder Extras wie rote Lego-Steine. Diese schalten dann Spezialfähigkeiten frei; beispielsweise das permanente Orten von goldenen Bauanleitungsteilen. Während man die Story in unter zehn Stunden durchspielen kann, verlängert das Freischalten und Entdecken aller Geheimnisse die Spielzeit enorm. An den Umfang von Lego City Undercover reicht der Titel zwar nicht heran, unterhält aber vor allem aufgrund des Mehrspielermodus bis zum Happy End langfristig.

Am Ende siegt die Kreativität

The Lego Movie Videogame (5)Gemeinsam mit einem Freund können wir (offline) simultan an einer Konsole spielen. Dabei übernimmt jeder die Rolle einer Figur und teilt sich die Arbeit auf. Klasse! Besitzer der Wii-U-Fassung freuen sich zudem darüber, dass man entweder via vertikalem Splitscreen-Modus spielt oder das Geschehen auf Fernseher und GamePad aufteilt. Zwar läuft der Titel in diesem Falle nicht mehr ganz so flüssig, doch stören tut das nur selten. Störender finden wir da eher, dass die Abmischung von Musik, Dialogen und Effekten nicht ganz so gut gelungen ist. Auch Einstellungsmöglichkeiten sind rar gesät. Grafisch bietet der Titel ein schönes HD-Bild, doch da die Kamerafahrten nicht immer möglich sind und in einigen Fällen keine Schatten von den Figuren dargestellt werden, gehen Sprünge öfters mal ins Leere. Das kennt man alles schon von den Vorgängern und das ist dann auch der wahre Kritikpunkt am Spiel. Die Entwickler wissen seit Jahren, welche Defizite ihre Titel haben und ändern daran nur wenig. Da bringt es auch kaum etwas, dass neue Elemente wie das Bauen nach Plan oder diverse Tanzeinlagen ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Wer damit leben kann, bekommt ein humorvolles Spiel mit einer fantastischen Story, die jedoch gegen Ende abrupt nachlässt. Die Kernaussage des Spiels könnte nicht besser wie im Film sein: Am Ende aller Dinge siegt doch die Kreativität!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Leider habe ich den Film bis heute noch nicht gesehen, doch egal mit wem ich mich über diesen unterhalte, wird immer nur davon geschwärmt, wie toll er doch sei. Als alter Fan der Bausteine werde ich mir diesen aber definitiv noch anschauen, was vor allem an dem wirklich guten Lizenzspiel liegt. Das Spiel erzählt mir die Story von Anfang bis Ende so, dass ich sie auch verstehe – wenn man mal davon absieht, dass die letzte Viertelstunde auf der einen Seite zu viel erzählen will, es aber mit zu wenig Inhalten versucht. Bis dahin habe ich jedoch absolut meinen Spaß gehabt. Die Idee, das Bauen nach Plan gegen kreatives Denken antreten zu lassen, ist wirklich großartig. So sehr ich mir wünschen würde, dass die Entwickler endlich mal die Fehler korrigieren würden, die sie seit fast einem Jahrzehnt machen, so sehr kann ich ihnen verzeihen. Die Story unterhält mit humorvollen Dialogen und vielen Filmsequenzen. Wenn ich nach dem Abspann (und fünfstündigem Spielen in dieser Session) immer noch Lust verspüre, weitere Stunden mit The Lego Movie Videogame zu verbringen, dann macht der Titel gar nicht so viel falsch. Wer das nahezu unveränderte Gameplay immer noch mag und vor allem gerne mit einem Freund spielt, wird mit The Lego Movie Videogame zehn bis dreißig Stunden gut unterhalten werden.

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Lego Movie Videogame!

Review: Police Story

Police Story (1)1985 tritt Jackie Chan nicht nur in Der Protektor als Polizist auf. Von diesem Film inspiriert dreht Chan nach seiner Rückkehr nach Hongkong noch im selben Jahr Police Story. Welche Achtung man vor der richtigen Polizeiarbeit hat, möchte Chans Police Story erklären.

Police Story (2)Police Story beginnt einleitend mit einer großen Action-Szene, worauf die gesamte Handlung aufbaut. Kevin Chan ist angestellt bei der Polizei in Hongkong und wird mit seinen Kollegen direkt zu einem Großeinsatz gerufen. Der Boss eines Drogenkartells soll sich in der Siedlung am Hange eines Berges befinden. Die Übergabe des Geldes soll verhindert werden und auch wenn die Operation zunächst glückt, wird Drogenboss Ku vorgewarnt. Als dieser vom Ort des Geschehens fliehen will, beginnt eine waghalsige Schießerei zwischen den brüchigen Häusern und zwischen den Köpfen der Bewohner zu entbrennen. Wie es der Zufall so will, entkommt Ku aus der Siedlung, doch Kevin lässt nicht locker und nimmt die Verfolgung auf. Diese führt ihn nicht nur den Abhang auf beiden Füßen herunter, sondern auch auf die Stoßstange eines Doppeldeckerbusses. Endlich gelingt es Kevin den Drogenboss zu verhaften. Kus Sekretärin wird ebenfalls verhaftet, doch schon bald darauf auf freien Fuß gesetzt. Der Grund ist denkbar einfach – sie soll als Kronzeugin im Prozess gegen Ku aussagen. Damit ihr nichts geschieht, wird Kevin als ihre Leibwache eingesetzt. Es beginnt ein Spiel auf Zeit, denn Ku hat bereits seine Leute darauf ausgesetzt, seine Sekretärin zwar zunächst nicht zu töten, aber sie aus der Obhut von Kevin zu befreien und zu verhindern, dass sie gegen ihn aussagen kann. Spannend!

Martial-Arts-Kunst und Polizei-Arbeit

Police Story (3)Zugegeben ist diese Story heute nicht mehr taufrisch, doch immer noch verständlich und real. Gepaart ist die spannende Handlung mit einigen Wendungen, die man aus dem Genre zwar kennt, aber dennoch eine überraschende Wirkung haben. Ein Polizist, der die Seiten wechselt; jemand wird unschuldig des Mordes verdächtigt; ein Polizist, der Gerechtigkeit will – nie endende Geschichten des Kriminalgenres, die sowohl heute als auch im Erscheinungsjahr gut unterhalten können. Zudem ist der Film selbstverständlich gespickt mit jeder Menge Szenen, die sowohl aus turbulenten Action-Stunts und jeder Menge Kämpfe. Regisseur und Darsteller Chan verzichtet weitgehend auf Schießereien und demonstriert fast bis zum Ende, wie Gewalt mit harmloseren Mitteln als eine Kugel zwischen den Augen dargestellt werden kann. Fans des Martial-Arts-Genre kommen absolut auf ihre Kosten, zumal Chan in Police Story richtig glänzen kann. Besonders die einleitende Szene beim Kampf am und im Bus, sowie beim großen Finale in einem Kaufhaus, stellt Chan sein Können einmal mehr unter Beweis. Eine wahrhafte Sternstunde des Kampfkünstlers, Schauspielers und Regisseurs, auf den am Ende des Tages auch die Schnittfassung des Films geht. Chan erzählt die Handlung meist locker, wodurch der Film dann und wann kurz an Tempo verliert, es aber schnell wieder einholt.

Tonspurdifferenzen

Police Story (4)An dieser Stelle möchten wir übrigens unbedingt die Originaltonspur empfehlen. Dank der deutschen Untertitel muss man dem Kantonesischen nicht mächtig sein, doch diese Tonspur ist weitaus authentischer, da hier Gags und ernste Szenen nicht durch Albernheiten verfälscht werden. Trotzdem kann man sich an einem entspannenden Nachmittag auch die deutsche Synchronfassung anhören. Diese ist allerdings unvollständig, da der Film hierzulande niemals ungeschnitten veröffentlicht wurde. Szenen, die nicht synchronisiert worden sind, werden mit der kantonesischen Tonspur unterlegt. Dabei werden die Unterschiede zum Original mehr als deutlich. Während beide Tonspuren in 5.1 und 2.0 DTS-HD vorliegen, ist das Bild im 16:9-Format (2,35:1) enthalten. Man merkt dem Film sein Alter leider an, weshalb ein wackliges Kamerabild und einige Verunreinigungen den Spaß ein wenig trüben. Hier hätten wir uns für die Blu-ray-Fassung ein kräftigeres Bild gewünscht. Trotzdem haben wir 102 Minuten lang unseren Spaß mit dem Polizeibeamten Kevin, der mit viel Humor in den Tag hineinlebt, in das eine oder andere Fettnäpfchen tritt und Dank Chan als Martial-Arts-Kenner glänzt. Das Bonusmaterial glänzt ebenfalls – mit alternativem Anfang und Ende, einem zwanzigminütigen Interview mit Jackie Chan, dem Trailer und einem Audiokommentar von Bey Logan!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Polizeigeschichten gibt es wie Sand am Meer. Es läuft sicherlich jeden Tag mindestens eine Serie im Fernsehen, die mir diverse Teams vor die Nase setzt, welche einen Fall aufklären sollen. In der Regel werden diese Fälle aber innerhalb von einigen Minuten gelöst und Einzelpersonen kommen gelegentlich zu kurz. So gefällt mir Police Story mit einer Länge von 102 Minuten deutlich besser. Dazu kommt, dass die Kulisse von Hongkong heutzutage viel zu selten genutzt wird und mit dem Achtziger-Jahre-Touch des Films gleich noch eine ganz andere, herausstechende, Bedeutung erhält. Die Polizeigeschichte mit und von Jackie Chan wird durchgehend spannend erzählt, auch wenn der Film an der einen oder anderen Stelle kurzzeitig an Tempo verliert. Sobald aber die nächste Action-Szene in Anflug ist, gelingt es Police Story aber bestens, das Tempo schnell wieder einzuholen. Police Story fasziniert zwar mehr im kantonesischen Originalton, doch auch wer sich nur die deutsche Synchronfassung anschauen beziehungsweise anhören will, wird dennoch mit viel Humor, spannender Action und einigen tollen Martial-Arts-Szenen von Anfang bis Ende belohnt!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Police Story!

Review: Ninja – Pfad der Rache

Ninja - Pfad der Rache (1)Martial-Arts-Filme haben nicht selten damit zu kämpfen, dass ihnen vorgeworfen wird, dass ihre erzählte Geschichte alles andere als intelligent sei. Ninja – Pfad der Rache muss sich den Vorwurf ebenfalls gefallen lassen, glänzt dafür jedoch mit atemberaubenden Kampfszenen.

Ninja - Pfad der Rache (2)Der Film Ninja – Pfad der Rache aus dem Jahr 2013 knüpft nahezu an die Geschehnisse von Ninja aus dem Jahr 2009 an. In diesen vier Jahren hat sich Protagonist Casey zum Sensei, also zum Lehrer und Leiter einer Kampfkunstschule, entwickelt. Mit seiner Frau Namiko lebt er in Japan, wo sich die beiden auch schon auf Nachwuchs freuen. Nachdem Casey nachmittags, nachdem er seiner Frau ein Medaillon erworben hat, von zwei Schlägertypen überfallen wird, tut er dies als leichte Übung ab und denkt nicht mehr darüber nach. Nachdem seine Frau in der Nacht aufwacht und Heißhunger auf etwas Süßes verspürt, begibt sich ein guter Ehemann natürlich zum Laden auf der anderen Straßenseite, um beim Bezahlen jedoch zu merken, dass er seine Geldbörse vergessen hat. Zuhause angekommen wird er jedoch Zeuge eines traurigen Bildes. Seine schwangere Frau Namiko wurde von Unbekannten brutal ermordet. Nach der Trauerfeier lädt ihn ein Freund in dessen Kampfkunstschule in Thailand ein. Dieses Angebot nimmt Casey wenige Zeit später wahr, als er glaubt, die beiden Mörder seiner Frau erledigt zu haben. Sein Freund in Thailand erklärt ihm jedoch, dass hinter dem Mord an seiner Frau sehr wahrscheinlich der Bruder eines toten Kampfkunstmeisters steckt, der immer noch Rache am Clan der Takeda nehmen will. Caseys Reise führt ihn daraufhin weiter nach Myanmar.

Hervorragende Kampfszenen

Ninja - Pfad der Rache (3)In der ersten Hälfte plätschert die Story des Films ein wenig vor sich hin. Anstatt auf die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Teil der Reihe einzugehen, setzt der Film einfach so in der Geschichte ein. Vorkenntnisse braucht man dabei aber nicht, da die Story selbsterklärend ist und der Fokus schon bald ohnehin auf die fantastisch choreographierten Kämpfe legt. Der Film nutzt das Motiv der Rache, um Gewalt als alleinige Lösung preiszugeben. Zunächst hat uns schon sehr verwundert, wie der Film mit seiner teils exzessiven Gewaltdarstellung durch die Prüfung der Freiwilligen Selbstkontrolle gekommen ist – ungeschnitten! Wenige Minuten vor dem großen Finale wird die Handlung jedoch noch einmal mit einem genialen Storytwist umgeworfen. Im Gesamtbild rettet das die Geschichte zwar nicht, passt aber hervorragend ins Martial-Arts-Genre. Der Film mit Scott Adkins in der Hauptrolle brilliert mit Kampfszenen, die ohne Drahtseile, Spezialeffekte oder Stuntdoubles umgesetzt werden. Das heißt auch, dass hier keine Darsteller meilenweit durch die Luft gleiten und alle Schläge, Tritte und Techniken von den Darstellern selbst ausgeführt werden. Wer sich vor allem unter diesem Aspekt einen Martial-Arts-Film anschaut, wird von Ninja – Pfad der Rache durchgehend zufriedengestellt. Einzig und allein die Wandlung zum Ninja kommt unserer Meinung nach etwas zu plötzlich.

Mittelprächtige Synchronisation

Ninja - Pfad der Rache (4)Wenn man sich fünf Minuten mehr Zeit für das Drehbuch genommen hätte, hätte man sich so auch sicher einen anderen Kniff einfallen lassen können. Für die Erzählweise des Streifens reicht die gegebene Erklärung jedoch aus. Gerade so ausreichend ist auch die Synchronisation ins Deutsche. Die Synchronsprecher sind zwar gut gewählt, doch verliert der Film ein wenig an Identifikation. Der Grund ist denkbar einfach. Während Scott Adkins im Originalton mit Japanern tatsächlich Japanisch spricht, kommt es uns in der deutschen Synchronisation so vor, als ob Protagonist Casey zwar in Japan lebt, aber bis auf vier Worte kein Japanisch versteht. Dafür ist der Soundtrack des Films gelungen, da er jede Szene hervorragend unterlegt. Wir hätten uns jedoch über ein paar einprägsame und unverwechselbare Tracks gefreut. Das Bild der Blu-ray-Fassung in 1080p und im 16:9-Format besticht mit einem scharfen Kontrast und dazu mit einer gesunden Kameraführung, die nicht zu hektisch und auch nicht zu sanft das brachiale Geschehen zwischen Casey und seinen Kontrahenten zeigt. Wer nach 95 Minuten noch mehr über den Film erfahren will, wird leider mit gerade einmal weniger als 15 Minuten Bonusmaterial (Produktionseinblicke und B-Roll-Material) und ein paar Trailern abgespeist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): So wenig der Film mit seiner Story einen Handlungsfanatiker begeistern kann, desto mehr kann der Streifen mit seinen Kampfszenen beeindrucken. Hier wird nicht mit billigen Effekten getrickst oder mit Drahtsteilen durch die Gegend geschwungen. Wenn Scott Adkins mit den anderen Kampfkünstlern aufräumt, dann sieht der Kampf authentisch aus. Selbst wenn die großartigen Kampfszenen zu Kosten der Handlung gehen, unterhält der Film gerade deswegen. Ich würde sogar sagen, dass eine gute Handlung dem Film eher schaden könnte, wenn man deswegen den Martial-Arts-Anteil weniger Beachtung schenkt. Mehr Beachtung hätte man auch dem Bonusmaterial schenken können, denn dieses fällt äußerst spärlich aus. Interviews und ein Making-of hätten diese Blu-ray sicherlich noch interessanter gestaltet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Regisseur Isaac Florentine und Scott Adkins auch in Zukunft wieder miteinander arbeiten würden, denn ihre Zusammenarbeit in Ninja – Pfad der Rache ist wirklich herausragend und kein Fan des Martial-Arts-Genre sollte den Film aufgrund eines westlichen Hauptdarstellers verpassen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja – Pfad der Rache!

Review: Armour of God – Chinese Zodiac

Armour of God - Chinese Zodiac (1)Mehr als zwanzig Jahre müssen sich Jackie-Chan-Fans auf einen Nachfolger gedulden, wenn Armour of God II – Der starke Arm der Götter im Jahr 1991 erscheint. 2012 kommt mit Armour of God – Chinese Zodiac der lang erwartete dritte und letzte Teil der Trilogie in die Kinos.

Armour of God - Chinese Zodiac (2)Hierzulande schafft es der Film lediglich auf DVD und Blu-ray. Man könnte sagen aus gutem Grund, denn in fast jeder Disziplin fällt Armour of God – Chinese Zodiac durch. Das fängt bei der zusammenhanglosen Handlung an. Irgendwo in den Bergen flieht Jackie, der gar nicht mehr der asiatische Falke, sondern J.C. genannt wird, aus einem Sicherheitskomplex. Man erfährt nicht, warum Jackie, pardon J.C., dort ist und auch nicht, warum die mysteriöse Schönheit, die dort aus einem Sportwagen steigt, eigentlich die Schlüssel von den Wachen unter einem anderen Auto versteckt. Auf der Flucht wird J.C. dann ja doch von jeder Menge Militärs in diversen Wagen verfolgt. Cool ist hingegen die Inszenierung, denn überall an J.C.s Körper befinden sich kleine Rädchen, mit denen er unter Lastwagen oder durch Abflussrohre hindurchflutschen kann. Noch während der Flucht erhält J.C. einen Anruf, der den richtigen Auftrag des Films einleitet. Es geht um zwölf Tierkreisfiguren beziehungsweise deren Köpfe, die damals aus dem Sommerpalast in China gestohlen worden sind. Hier und da besucht J.C. Wissenschaftler, Demonstranten und Adlige. Mal in offizieller, mal in inoffizieller Mission. Obwohl die Kopfskulpturen an einem Ort gezeigt werden und von J.C. mit technologischen Wunderhandschuhen abgescannt werden, muss er danach dennoch auf Weltreise gehen.

Action ohne Sinn und Verstand

Armour of God - Chinese Zodiac (3)Mit der Zeit erfahren wir, dass sich J.C. nun offiziell mit dem Titel Dieb schmücken kann, doch wie seine Organisation genau funktioniert, bleibt weitgehend im Dunkeln. Auch warum die gesuchten Objekte später auf einer Auktion landen, dann von dieser genommen werden, verstehen wir nicht – zumal der Drachenkopf deswegen auch noch in einen aktiven Vulkan geworfen werden soll. Die Intention der Geschichte ist sicherlich gut gemeint, funktioniert aber in dieser Form vorne und hinten nicht. Da hilft es auch nicht, dass man mit den neuesten technischen Mitteln, die sowohl dem Produktionsteam, als auch J.C. vor zwanzig Jahren nicht zur Verfügung stand, arbeiten kann. Gutgemeinte Action-Szenen wie der Auftakt mit dem Rädchenanzug oder der Ritt auf einem Baumstamm auf einer tropischen Insel funktionieren einfach nicht, wenn man sie nicht logisch verknüpft. Armour of God – Chinese Zodiac tendiert sowieso mehr dazu ein Action-, als ein Abenteuerfilm zu sein. Den Anspruch haben zumindest noch die ersten beiden Filme erhoben und zudem mit tollen Martial-Arts-Szenen unterlegt. Der Martial-Arts-Anteil kommt diesmal leider wieder viel zu kurz und zeigt sich so richtig nur in einer einzelnen Szene. Zwischen Teppichrollen, Stahlgittern und Sofakissen schlägt sich Chan, genauso wie eine seiner Kolleginnen, wacker und eindrucksvoll.

Fortschritte und Rückschritte

Armour of God - Chinese Zodiac (4)Chan möchte mit Armour of God – Chinese Zodiac trotzt negativer Meinungen von anderen Regisseuren wieder zu der optischen Vielfalt älterer Filme zurückführen, anstatt sich auf die Kulisse Südchinas zu beschränken. Das gelingt mit Frankreich, einer tropischen Insel und einem Ausflug in die Berge wunderbar. Viele Szenen werden jedoch dadurch kaputtgemacht, dass jetzt mit Computereffekten getrickst wird. Davon war in den Vorgängern (fast) nichts zu sehen und hat diese Filme natürlich gehalten. Jetzt wirken viele Szenen einfach lächerlich; insbesondere der Aufprall am Fuß des Vulkans. Ebenso hat die charmante Musik, mit der die ersten beide Teile geglänzt haben, ausgedient. Das mag am Wandel der Zeit liegen, ist aber dennoch schade, da sich der Film so in die Riege schwächerer Action-Filme einreiht. Die deutsche Synchronfassung geht dabei zwar in Ordnung, doch der Originalton, wo mal in Englisch, mal in Chinesisch gesprochen wird, sollte man nach Wahl durchaus bevorzugen. In 110 Minuten wird man zwar nicht sonderlich gut unterhalten, aber einschläfernd ist der Film dadurch noch lange nicht. Hinzukommt das Bonusmaterial, welches aus einem einstündigen Making-of und einer Computeranimation besteht. Besonders das Making-of ist interessant und ist gespickt mit Humor – Humor, den wir im Hauptfilm überwiegend vermissen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von einigen Seiten wird gemunkelt, dass Armour of God – Chinese Zodiac der letzte Action-Film mit Jackie Chan in der Hauptrolle sein soll. Passend dazu tauchen im Abspann Szenen aus dutzenden Filmen von Chan auf, die seinen Abgang untermauern. Trotzdem behauptet der Star, dass er so lange es ihm möglich ist, weitermachen wird. Das möchte ich auch hoffen! Obwohl ich Chan natürlich seinen wohlverdienten Ruhestand gönne, fände ich es sehr schade, wenn sich der Kampfkünstlers mit einem unterirdischen Film, der seinem Können absolut nicht gerecht wird, verabschiedet. Armour of God – Chinese Zodiac bietet zwar abwechslungsreiche Schauplätze und Charaktere, doch werden sowohl die Handlung, als auch die Geschichten der Charaktere nicht ausreichend miteinander verknüpft oder erläutert. Zudem gesellen sich viele schwache, aber auch einige gute Action-Szenen dazu, die ebenfalls nicht so richtig ins Gesamtkonzept passen. Über den Sinn des Filmtitels in Bezug auf die Rüstung Gottes, gehe ich beim dritten Teil schon gar nicht mehr ein. Lange Rede, kurzer Sinn: Während die ersten beiden Teile der Trilogie noch glänzen, kann der abschließende dritte Teil nicht annähernd so bezaubern.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Armour of God – Chinese Zodiac!

Review: The Garden of Words

The Garden of Words (1)Die Vergänglichkeit des Lebens und unvollkommene Gefühle sind die Leitthemen, die in The Garden of Words behandelt werden. Vor der Kulisse der Regenzeit begegnen sich in Tōkyō zwei ungleiche Charaktere. Ihr Gefühlsleben wird positiv und negativ auf den Kopf gestellt.

The Garden of Words (2)Takao Akizuki ist alles andere als ein Musterschüler, da er sich in der Schule treiben lässt und doch hat er ein altmodische, wenn auch großes Ziel vor Augen. Eines Tages möchte er gerne ein Schuhmacher sein. Immer wenn es morgens regnet, schwänz er die Schule, um im Park in Ruhe seine Entwürfe zu zeichnen. Eines Tages trifft der fünfzehnjährige Oberschüler auf die zwölf Jahre ältere Yukari Yukino. Diese schwänzt anscheinend ihre Arbeit und verbringt die regnerischen Tage ebenfalls viel lieber im Park. Dort begnügt sie sich unter dem Pavillon mit Schokolade und Alkohol, um den Alltag zu entfliehen. Mit der Zeit lernt Frau Yukino auf der einen Seite ihren Gesprächspartner besser kennen, doch erfährt Takao nur wenig über sie. Der Altersunterschied könnte ein Indiz dafür sein, dass die Gespräche zunächst oberflächlich sind und erst zum Ende des Films wesentlich bedeutender für beide werden. Tiefsinnig sind sie für den Zuschauer dennoch, da die Geschichte mit vielen Metaphern und Symbolen arbeitet. Es wird zuweilen sogar poetisch, da man Bezug auf Haikus nimmt und Dialoge ähnliche Formen annehmen. Sie beschließen, dass sie sich wiedersehen wollen, wenn es wieder regnet. Mit der Zeit bauen sie Vertrauen zueinander auf, welches jedoch jäh unterbrochen wird, als der Regen langsam verschwindet und die Sonne den dunklen Wolkenschleier über Tōkyō durchdringt.

Vergänglichkeit des Lebens

The Garden of Words (3)The Garden of Words zieht sich über den gesamten Sommer. Von Juni bis September erhalten wir Einblicke in das Leben beider Charaktere. Erzählt wird zwar überwiegend aus der Sicht von Takao, doch auch Frau Yukino lernen wir mit der Zeit besser kennen und verstehen. Die tiefgründigen Dialoge helfen beiden Protagonisten dabei, ihr Leben entsprechend zu ordnen. Was auf der einen Seite zu gelingen scheint, geht auf der anderen Seite völlig schief. Beide Charaktere erfahren Enttäuschungen und gehen völlig unterschiedlich damit um. Während der unerfahrene Takao sehr extrovertiert interagiert, schlägt Frau Yukino gebeutelt durch äußere Einflüsse den introvertierten Weg ein. Mit der Zeit verstehen sie, dass das Leben vergänglich ist und lernen dabei, wie sie ihre unvollkommenen Gefühle bewältigen können. Nach nur 46 Minuten müssen nicht nur beide Charaktere auf die eine oder andere Weise voneinander Abschied nehmen, sondern auch wir als Zuschauer. Weniger ist oft mehr heißt die Devise und diese trifft auf The Garden of Words zu. Jede Minute ist wunderbar gefüllt und keine einzige Szene wirkt in diesem Anime deplatziert. Regisseur Makoto Shinkai zieht die Story nicht in die Länge und beendet sie so, um die Intention des Films zu verstärken. Im Interview verrät er, dass sich der Film an jene richtet, die ein ähnliches Gefühlsleben wie die Helden haben.

Ein Platz in unserem Herzen

The Garden of Words (4)Natürlich kann man sich den Film auch anschauen, wenn man glücklich und zufrieden ist – im schlimmsten Fall hat der Film für einen dann eine ganz andere Bedeutung. Mit The Voices of a Distant Star und 5 Centimeters per second hat Shinkai bereits eindrucksvoll bewiesen, wie er tiefgründige Themen angeht und umsetzt. Im Endeffekt erwartet uns nicht weniger bei The Garden of Words. Das heißt auch, dass man sich wieder viel Mühe gegeben hat, um sämtliche Orte der Realität nachzuempfinden und die Charaktere natürlich wirken zu lassen. Das Bild in Full HD glänzt mit gelungenen Perspektiven und glanzvollen Lichteffekten. Wer wissen will, wie der Anime durch das Storyboard entstanden ist, kann sich den gesamten Film in dieser Form anschauen. Auf der Blu-ray Disc liegt der Film sowohl mit japanischer Synchronisation, als auch mit einer deutschen Tonspur vor. Beide Versionen nehmen sich nichts und können bedenkenlos angeschaut werden. Besonders die Stimme von Rubina Kuraoka verleiht der deutschen Fassung einen sanftmütigen Touch. Die japanischen Synchronsprecher Miyu Irino und Kana Hanazawa erinnern sich in Interviews an ihre Arbeit in The Garden of Words. Der Kurzfilm The Place promised in our Early Days rundet das Bonusmaterial, welches insgesamt 107 Minuten unterhält und für einen recht kurzen Anime wirklich herausragend ist, gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von Makoto Shinkai erwartet man, dass jeder seiner Animes eine Bedeutung hat und sie für immer in Gedanken bleiben. The Garden of Words schafft es wieder mit Leichtigkeit, dass ich auch Stunden nach dem Abspann über den Film nachdenken muss. Zunächst habe ich tatsächlich etwas ganz anderes vom Anime erwartet, doch dass Makoto Shinkai dieses Thema erwachsen umschifft oder sich davon in einer der letzten Szenen entfernt, hätte ich nicht gedacht. 46 Minuten sind zwar sehr kurz, doch mehr braucht The Garden of Words nicht, um sich entfalten zu können. Die Story ist auf ein Minimum reduziert und spielt stattdessen mehr mit Metaphern und Symbolen, wie zum Beispiel Schuhe, die hier eine tiefgründige Bedeutung haben. Aus Spoiler-Gründen verzichte ich jetzt jedoch darauf, Sinn und Zweck des Schuhwerks zu erläutern. Wer tiefgründige Anime mag und sich gerne mit ernsten Problemen auseinandersetzen will, ist bei Shinkais Werken im Grunde immer gut aufgehoben und The Garden of Words macht da keine Ausnahme.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Garden of Words!

Review: Waiting in the Summer – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)

Waiting in the Summer (1)Waiting in the Summer umfasst gerade einmal zwölf Episoden, die auf zwei Volumes klar aufgeteilt werden. Nachdem die ersten sechs Episoden bereits überzeugen, kommen Werte wie Freundschaft und Liebe in den abschließenden Folgen nochmals besonders zur Geltung.

Waiting in the Summer (2)Gerade noch legt Ichika Takatsuki mit ihrem Raumschiff eine Bruchlandung auf der Erde hin, da muss sie schon das Leben des jungen Hobby-Regisseur Kaito Kirishima retten. Es dauert nicht lange, da findet sie sich bald in einer eingeschworenen Clique wieder und wird sogar in diese aufgenommen. Da Kaitos Schwester Nanami nach wie vor in Bolivien arbeitet, darf die hübsche Ichika im Haus der Takatsukis leben. Zusammen beschließen die Freunde einen Film zu drehen, in denen Ichika lustigerweise eine Außerirdische spielen darf, die auf der Erde in letzter Sekunde notgelandet ist. Sie hofft dabei, dass ihr Geheimnis nicht gelüftet wird, denn die Regierung ihres Sterns hat sehr strikte Vorschriften, was Kontakte mit Bewohnern anderer Planeten betrifft. Das bezieht Beziehungen, insbesondere Liebesbeziehungen, mit ein. Blöd nur, dass sich Ichika unsterblich in Kaito verliebt hat und ihre Gefühle grundsätzlich auch von ihm erwidert werden. Bis sie sich ihre Gefühle eingestehen können, sind mittlerweile einige Wochen vergangen und das Gefühlschaos bezieht auch ihre Freunde Kanna Tanigawa, Mio Kitahara und Tetsurō Ishigaki mit ein. Diese lieben nämlich jeweils ein anderes Mitglied ihrer Gruppe, was ihre Freundschaft tatsächlich auf die Probe stellt. Wie erwachsen die Charaktere mit dieser doch recht heiklen Situation umgehen, ist das zentrale Element der Anime-Serie.

Erwachsenwerden

Waiting in the Summer (3)Die Geschichten der Charaktere werden dabei immer gekonnt mit der eigentlichen Handlung der Serie, dem Drehen des Films, verbunden. Die Handlung in der siebten Episode setzt dabei während des gemeinsamen Urlaubs in Okinawa ein, wo das Filmdrehen bei knallender Sonne auf Hochtouren läuft. Nebenfiguren wie Kaitos angebliche Verlobte Kaori Kinoshita und ihre Freundin Chiharu Arisawa verkomplizieren die Situation für alle Freunde ein weiteres Mal. In diesen Momenten kristallisiert sich jedoch für jeden Einzelnen heraus, was es eigentlich ganz genau bedeutet, jemanden zu lieben und seine Gefühle zu zeigen – selbst dann, wenn sie nicht von der Person ihres Herzens erwidert werden. Zum Ende der zwölfteiligen Serie drückt diese Thematik sogar einmal stark auf die Tränendrüse, da einem als Zuschauer das Glück aller Protagonisten wirklich wichtig geworden ist. Nichtsdestotrotz kann Waiting in the Summer in den vorliegenden Episoden wieder einmal mit sehr viel und auch subtilen Humor punkten. Da ist die Enthüllung einer Figur, die klammheimlich Nudistin ist, noch das Harmloseste. Zum Ende treten die Science-Fiction-Elemente verhäuft auf, weshalb noch wesentlich abstrusere Situationen entstehen – ein Augenzwinkern auf einen Film mit Will Smith und Tommy Lee Jones ist da genauso inbegriffen wie das Auftreten von eiförmigen Raumschiffverfolger.

Trauriger und humorvoller Abschluss

Waiting in the Summer (4)Wir möchten an dieser Stelle einmal mehr die japanische Synchronisation loben. Diese wirkt wie aus einem Guss und durch Synchronsprecher wie Nobunaga Shimazaki, Haruka Tomatsu oder Aya Hisakawa erreicht diese Fassung einen auf der einen Seite wirklich tiefgründigen und auf der anderen Seite herausragenden humorvollen Touch, der Waiting in the Summer zu einem Genuss macht. Bei der deutschen Synchronfassung hat man sich auch bei den Folgen der zweiten und letzten Blu-ray Disc Mühe gegeben, diese Qualität zu erreichen. Das gelingt nicht ganz, doch trotzdem ist die deutsche Fassung keinesfalls schlecht, da die Stimmen der Sprecher hervorragend zu ihren Charakteren passen. Beide Tonspuren liegen in DTS HD Master Audio 2.0 vor. Die japanische Fassung kann man sich wie bei vielen Animes typisch nur mit deutschen Untertiteln anschauen; bei der deutschen Fassung ist dies optional. Auf Seiten des Bildformats bietet Waiting in the Summer ein scharfes und kontrastreiches Bild in 1080p. Sowohl die Charaktere als auch die vielen Umgebungen existieren hier in Harmonie. Bonusmaterial liegt bei der zweiten Volume nur in Form eines Booklets vor, welches dafür mit vielen Begleitinformationen punkten kann. Digitales Bonusmaterial gibt es dagegen nicht, was wir bei der sonst sehr spannenden und unterhaltsamen Serie doch sehr schade finden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss zugeben, dass die Entwicklung der Handlung ein wenig abzusehen ist. Ich hätte jedoch nicht damit gerechnet, wie abstrus es am Ende dann doch wird. Hier bricht der Anime ein wenig mit seiner ernsten Grundhaltung, doch um das Ende von Waiting in the Summer zum Abschluss zu bringen, ist das in meinen Augen jedoch absolut nötig. Durchgehend besinnen sich auch die letzten sechs Episoden auf die Qualitäten der Serie. Das heißt zum einen das witzige Momente subtil in die Situationen eingewoben werden und zum anderen, dass dadurch eine ernste Geschichte über Liebe und Freundschaft durchgehend aufrechterhalten werden kann. Dabei erreicht die Handlung an einer Stelle sogar eine sehr philosophische Ebene, was mir angenehm auffällt. Hat man sich die ersten sechs Episoden bereits angesehen und mag das Szenario, kommt man um die letzten sechs Folgen auch gar nicht mehr umher. Waiting in the Summer ist zwar eine sehr kurze Serie, doch eine Serie über einen Sommer voller Liebe und Freundschaft kann ich jedenfalls nicht so schnell vergessen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Waiting in the Summer – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)!

Review: Resident Evil: Marhawa Desire (Band 4)

Resident Evil - Marhawa Desire (Band 4) (1)Ein ganzes halbes Jahr mussten sich Resident-Evil-Fans auf den vierten Band der Manga-Reihe Marhawa Desire gedulden. Mitte Dezember 2013 war es dann endlich soweit und auch die deutschsprachigen Fans können jetzt wieder mit ihren Helden mitfiebern und das im wahrsten Sinne des Wortes. An der Marhawa-Akademie ist der Ausnahmezustand nach wie vor präsent. Gerade in dem Moment, als sich Ricky Tozawa das Leben nehmen will, taucht endlich die seit dem ersten Band unterpräsente Bioterrorism Security Assessment Alliance auf. Allen voran natürlich der berühmte Chris Redfield, der dem Tränen nahen Ricky aus den Fängen der drohenden Zombie-Apokalypse mit ein paar Salven aus seinem Gewehr befreit. Ricky erklärt Chris’ Team, was bisher an der Schule passiert ist, woraufhin Piers schnell die Verstärkung von der Fernost-Abteilung einholen soll, um die Gefahr einzudämmen. Die im dritten Band eingeführten Mutanten sind ebenfalls wieder mit dabei, die sich den Helden des vierten Bandes schlagkräftig entgegenstellen. Der Kampf ums Überleben beginnt erneut und leider müssen wir deshalb im vorliegenden Teil Abschied von einem bereits lieb gewonnenen Charakter nehmen. Wer das genau ist, verraten wir an dieser Stelle aus Spannungsgründen nicht. So oder so müssen diesmal alle Protagonisten mit ein paar Rückschlägen kämpfen.

Kurze Taten statt lange Worte

Der vierte Band der Reihe setzt die Entwicklung der Manga-Serie konsequent weiter. Auch wenn die Handlung mit wichtigen Ereignissen punkten kann, die ausschlaggebend für das Fortbestehen und womöglich den Ausgang der Story sind, steht die Action nach wie vor im Vordergrund. Infizierte werden von der Bioterrorism Security Assessment Alliance mit ein paar Karren Munition niedergeschossen und andere Lebewesen verlieren Körperteile. Wer ein schwaches Gemüt hat, wird mit der einen oder anderen Zeichnung von Naoki Serizawa wohl nicht konform gehen. Da sich die Reihe aber ohnehin an ein erwachsenes Publikum richtet, welches die mittlerweile recht übertriebenen Serienteile auswendig kennt, ist das jedoch kein negativer Punkt. Schade finden wir nur, dass wir den Manga auf diese Art und Weise sehr viel schneller beenden, als so manche Geschichte aus anderen, weniger blutrünstigen Manga. Die insgesamt 176 Seiten verfliegen wie im Nu, doch da die Manga-Reihe in ungleichmäßigen Veröffentlichungszeiträumen erscheinen, kann man so sehr gut noch einmal die vorherigen Bände konsumieren und sich immer und immer wieder auf die spannende Fortsetzung im nächsten Band freuen. Wir sind in einigen Wochen jedenfalls wieder mit dabei, wenn die Flucht aus der Marhawa-Akademie womöglich (nicht) funktionieren wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem die Videospiele von Resident Evil immer mehr zu stumpfen Action-Orgie von den Medien und Capcom selbst degradiert werden, finde ich es schade, dass man diesen Weg wohl auch in der Manga-Reihe einschlägt. Das ist in erster Linie nichts Schlechtes, da die Spannung trotzdem aufrechterhalten wird. Das Flair des ursprünglichen Franchise geht so jedoch mehr und mehr verloren. Fernsehserien wie The Walking Dead schaffen es, wenn gelegentlich auch nicht besonders gut, zwischenmenschliche Beziehungen zu schildern und ein Universum zu schaffen. Resident Evil: Marhawa Desire legt natürlich ein ganz anderes Temperament an den Tag, doch eine Kursänderung würde auch hier sicherlich nicht schlecht bei den Fans ankommen. Wer die ersten drei Serienteile bereits mehr als einmal verschlungen hat, wird auch beim vierten Manga nicht umhinkommen, denn schlecht oder gar langweilig wird Marhawa Desire mit zusätzlicher Action ohnehin nicht!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Marhawa Desire (Band 4)!

Review: Btooom! – Vol. 4 (Episoden 10 – 12)

Btooom! - Vol. 4 (1)Vergeben ist menschlich, heißt es. Vergebung ist auch eine Eigenschaft, welche die Spieler auf der Insel brauchen, wenn sie andere Menschen zum Guten erziehen wollen – auch wenn sie dabei selbst den Tod finden könnten. Ein schmaler Grad tut sich in Btooom! auf.

Btooom! - Vol. 4 (2)Nach neun Episoden voller Spannung, Dramatik und Action neigt sich die Geschichte um den jungen Ryōta Sakamoto dem Ende entgegen. Die Insel voller Gefahren, gefräßigen Waranen, hinterhältigen Gegenspielern und angeblichen Freunden kann Ryōta nicht verlassen. Ihm und seinen Verbündeten Himiko, Kiyoshi Taira und Masahito Date ist es noch nicht gelungen, die acht notwendigen Chips zu sammeln, um das Eiland zu verlassen. Dabei ist Ryōta kurz davor, seinem Gegenspieler Nobutaka Oda dessen erbeutete Chips abzunehmen und entgeht während des Unterfangens sogar dessen Hinterhalt. In der Schule waren Ryōta und Nobutaka zeitweise Freunde, die sich auf der Insel jedoch als erbitterte Kontrahenten gegenüberstehen. Da sich in das Getümmel auch Frauenmörder Kōsuke Kira, sowie ein unbekannter Teilnehmer, der mit seinen Bomben die Gegend in Brand setzt, mischen, geht es auf der Insel heiß her. Das Duell zwischen Ryōta und Nobutaka geht schlussendlich unentschieden aus, doch verliert er dabei einige seiner Bomben und der Koffer voller Essen ist ebenfalls futsch. Arzt Date kann die Fassade der Freundschaft nicht mehr lange aufrechterhalten, Himiko kommen erste Zweifel und als sie sich mit ihm und Ryōta in ein verlassenes Gebäude aufmachen, um dort nach den für Herrn Taira wichtigen Medikamente zu suchen, eskaliert umgehend die Situation.

Humanität

Btooom! - Vol. 4 (3)Date stellt sich als jener Arzt heraus, der mit Shiki Murasaki bereits auf der Insel war und für ihren fehlenden Unterarm verantwortlich ist. Date dreht durch und versucht seine angeblich Verbündeten zu töten. Wir möchten hier zwar nicht zu viel verraten, doch in den vorliegenden drei Episoden nehmen wir unweigerlich Abschied von einem liebgewonnenen Charakter. Das Leitthema der letzten drei Episoden von Btooom! ist definitiv Vergebung. Obwohl der Verrat durch eine freundliche Person erst sehr schmerzhaft ist, ist es die Humanität der Individuen, die selbst dem unliebsamsten Menschen Vergebung schenken kann. Weitere Themen, die in der dritten Volume behandelt werden, sind einmal mehr Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Oft sieht es so aus, dass ein Charakter unweigerlich verloren scheint, doch wer einer Person in Btooom! wie im echten Leben vertraut und wem das Vertrauen effektiv erwidert wird, schafft es ebenfalls auf der Insel zu überleben. Zum Ende des Anime wird Btooom! sogar ein wenig metaphysisch, da Dialoge und Taten darauf ausgelegt sind, den Tod als einen möglichen Ausweg zu betrachten. Am Schluss bleibt Btooom! jedoch offen. Fragen bleiben weitgehend unbeantwortet und alleine in der letzten Minute wird eine weitere große Frage aufgeworfen, wie das Leben auf der Insel weitergehen wird. Das ist unterm Strich sehr unbefriedigend.

Spannung bis zum Schluss

Btooom! - Vol. 4 (4)Wirklich kritisieren darf man das aber nicht, da die Manga-Vorlage umfangreicher ist und bis heute fortgesetzt wird. Außerdem werden wir in keiner der zwölf Episoden gelangweilt. Fast jede Episode besitzt einen Cliffhanger, der uns tiefer in das Btooom!-Universum ziehen will. Nach dem Ende einer jeden Episode, welche jeweils eine Laufzeit von circa 23 Minuten aufweisen, ertappen wir uns schnell dabei, die nächste Folge direkt im Anschluss anzusteuern. Das digitale Menü der Blu-ray Disc fällt dabei sehr spartanisch aus. Keine Animationen und Standbilder wie zu DVD-Zeiten sind hier an der Tagesordnung. Ärgerlich ist vor allem, dass sich im Menü kein Bonusmaterial findet. Ein Vergleich zwischen Anime und Manga wäre in unseren Augen nicht verkehrt gewesen. Das eigentliche Bild in Full HD kann sich selbst in der vierten und letzten Volume sehen lassen. Alle Zeichnungen wirken sehr scharf und der Einsatz von Filtern in bestimmten Szenen macht Sinn, um das Bild einmal wärmer und dann einmal kühler ausfallen zu lassen. Gepaart mit den hintergründigen Melodien und der guten japanischen Synchronisation, wird Btooom! zu einem Genuss. Der Anime wird uns wie das Titellied No pain, No game von Nano und das Schlusslied Aozora von May Nakabayashi lange im Gedächtnis bleiben und wir hoffen, dass er wie der Manga hoffentlich bald fortgesetzt wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist sehr, sehr schade, dass der Anime Btooom! gerade einmal zwölf Episoden umfasst und bisher nicht weitergeführt wird – zumal das Ende wirklich offen ist und man nur mutmaßen kann, wie es weitergeht. So kann ich mich zwar auf die Manga-Ausgaben freuen, die immer noch erscheinen (werden), doch den Anime habe ich samt der Musik und den Synchronsprechern ins Herz geschlossen und würde mich nach einem gefühlten Bruchteil der Handlung nur ungern von diesen trennen. Dass ich mehr von Btooom! erleben möchte, liegt vor allem daran, dass mich diese ganzen Cliffhanger im wahrsten Sinne des Wortes wahnsinnig machen – im positiven Sinne! Immer wenn ich denke, dass es schlimmer oder besser nicht kommen wird, macht mir der Anime einen Strich durch meinen Gedankengang und wenige Minuten später schaue ich mir schon die nächste Folge an. Wer dem Serienkonzept, welches eine Mischung aus Lost und einem Battle-Royale-Ansatz darstellt, nicht abgeneigt ist, sollte sich Btooom! unbedingt einmal ansehen – auch wenn auf eine Fortsetzung in Anime-Form womöglich vergeblich gewartet werden muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 4 (Episoden 10 – 12)!

Review: Blue Exorcist – The Movie

Blue Exorcist - The Movie (1)Bis heute zeichnet Kazue Katō fleißig Manga zu Blue Exorcist. Eine Serienadaption in Form eines Anime hat Ao no Ekusoshisuto bereits erhalten. Ende 2012 schafft es das Franchise in die japanischen Kinos und mit etwas Verspätung erscheint der Titel bei uns auf Blu-ray Disc.

Blue Exorcist - The Movie (2)Während die Abenteuer von Rin und Yukio Okumura in der Anime-Serie vorerst beendet sind und Satan zunächst kein Unheil mehr stiften kann, hat man sich dazu entschlossen, einen Film an die Handlung anknüpfen zu lassen. Der Film ist jedoch keine direkte Fortsetzung, denn um den Leibhaftigen dreht sich die Story diesmal nicht. Viel mehr möchten die Köpfe hinter dem Projekt ein einzelnes Abenteuer erzählen, welches auf den Charakteren aufbaut. Rin, Yukio und Shiemi Moriyama beschließen eines Nachts eine Expedition zu unternehmen. Während Rin natürlich verschläft und sich verspätet auf den Weg macht, fährt der zu untersuchende Geisterzug pünktlich in die Haltestelle ein. Betreten dürfen Yukio und Shiemi die Bahn aber nicht, um das Vorhaben nicht zu gefährden. Als die beiden sich schon ohne Rin auf den Weg machen, trifft dieser gerade noch rechtzeitig zur Gruppe. Von Yukio erfahren die beiden, dass der Zug auf dem Weg nach Gehenna ist und dass sie ihm den Dämon vorher austreiben sollen. Da bleibt zwar eigentlich keine Zeit, um die Menschenseelen Verstorbener in den Wagons zu retten, doch während sich ihr Lehrer Yukio zur Lokomotive aufmacht, beschließen Rin und Shiemi eigenhändig, die Menschenseelen zu retten. Die Situation eskaliert, der Geisterzug bemerkt das Vorhaben der drei Freunde und der Kampf mit einem Dämon entbrennt.

Gutwillige Taten

Blue Exorcist - The Movie (3)Die Zerstörungswut des Dämons zerstört einige Gebäude und legt den Weg frei zu Schreinen, die von den Exorzisten vergessen wurden. Rin bemerkt einen kleinen Jungen, der bewusstlos in den Trümmern liegt und rettet ihn. Zurück in der Heiligenkreuz-Akademie bemerken die Exorzisten jedoch, dass es sich bei dem Jungen ebenfalls um einen Dämonen handelt. Wild schlägt der Junge um sich und am Leben soll er nicht gelassen werden. Rin setzt sich für ihn jedoch ein, weshalb er für den Zeitraum des Festes, dessen Vorbereitungen in der Stadt gerade auf Hochtouren laufen, auf den Jungen aufpassen soll. Als er herausfindet, dass der Dämon sprechen kann, freundet sich Rin mit ihm an. Da der Junge nicht weiß, wie er heißt, tauft Rin ihn auf den Namen Usamaru. Unbemerkt gelingt es dem Jungen anscheinend gutwillige Taten zu vollbringen. Obwohl Rin vom Unterricht suspendiert ist und von Yukio gestellte Aufgaben abarbeiten muss, reicht ein Augenzwinkern aus, damit Usamaru Rin alles vergessen lässt, so dass dieser sich endlich hinlegen und sich ausruhen kann. Später beklagen sich Rins Freunde darüber, dass sie so viel arbeiten müssen und sie sich lieber auf dem Fest amüsieren wollen. Usamaru meint es jedoch zu gut und erzeugt Vergnügungssucht in der Stadt. Das Chaos ist vorprogrammiert, da niemand mehr die Zellen bewacht und Dämonen aus diesen entkommen.

Gemacht für die große Leinwand

Blue Exorcist - The Movie (4)Die Handlung von Blue Exorcist – The Movie steht der Serie in absolut nichts nach. Die Story ist bis zum finalen Kampf spannend erzählt, bietet einige Wendungen, versteckte Hinweise, hintergründige Informationen, Rückblenden an die Kindheit von Rin und Yukio und selbst der Humor der Serie wird an einigen Stellen deutlich. Da der Film für japanische Kinos bestimmt ist, gestaltet man die Farbpalette etwas erfrischender mit bunten Farben. Das merkt man als Zuschauer jedoch nur selten, weshalb der Film optisch in Full HD wie die Serie brilliert. Akustisch besticht der Titel mit einem tollen Soundtrack und passenden Synchronsprechern. Sowohl im Deutschen als auch im japanischen Original liegen gut geschriebenen Dialoge vor, welche die Handlung mit Tiefsinn und Humor vorantreiben. Es macht wirklich viel Spaß, sich ganze 89 Minuten zurückzulegen und die Zeit zu vergessen. Der Anime ist in einer Limited Edition auf Blu-ray Disc und DVD erhältlich. Diese enthält als Bonusmaterial vier Postkarten mit Artworks des Films darauf, die jedoch wirklich viel zu schade sind, um sie tatsächlich zu verschicken. Besonders gut gefallen uns die beiden beiliegenden Booklets, die randvoll mit Zeichnungen, Hintergrundinformationen und längeren Interviews (beispielsweise mit Kazue Katō) sind, die das Gesamtpaket (auch ohne digitale Boni) hervorragend abrunden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Manchmal muss ich wirklich bedauern, dass ich in Deutschland lebe. Ich mag mein Land zwar, doch Anime und Manga fristen hier leider immer noch ein Nischendasein. Besonders Blue Exorcist – The Movie hätte ich mir als Fan der Anime-Serie sehr gerne im Kino und auf der großen Leinwand angeschaut. Die Handlung ist wirklich spannend erzählt, trumpft mit vielen tiefsinnigen Ideen auf, bleibt dabei zwar meist ernst, kann dann aber doch mit dem typischen Humor der Serie punkten. Mir gefällt ganz besonders, dass man endlich mehr von der Stadt sieht, die sich um die Akademie erstreckt. Europäische und japanische Architekturen im Einklang und Gegensatz zu sehen, ist sowohl für mein Auge, als auch für den Film wirklich eine Bereicherung. Bereichernd ist das physische Bonusmaterial ebenfalls. Die Postkarten sind für Sammler ein nettes Schmankerl, doch die gleich zwei Booklets haben das Eintauchen in das Franchise auch nach dem Film zu einem Genuss gemacht. Wer Informationen zur Entstehung von Blue Exorcist – The Movie haben möchte, sollte unbedingt zur Limited Edition greifen. Überhaupt – jeder Fan der Serie sollte sich den Film anschauen, denn das losgelöste Abenteuer steht der Serie in nichts nach!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorcist – The Movie!

Review: Professor Layton und der Ruf des Phantoms

Professor Layton und der Ruf des Phantoms (1)Wenn im Jahrestakt ein neuer Teil einer bekannten Serie erscheint, verliert diese mit der Zeit oft an Qualität. Dieser Eindruck, den wir von manchen Ego-Shooter-Reihen gewinnen, macht sich leider auch im mittlerweile vierten Abenteuer von Professor Layton 2011 bemerkbar.

Professor Layton und der Ruf des Phantoms (2)Nach drei guten bis sehr guten Abenteuern mit Professor Layton und seinem selbsternannten Lehrling Luke, erreicht Professor Layton und der Ruf des Phantoms leider nicht einmal jene Qualität des ersten Spiels. Sowohl Rätsel, als Verlauf der Handlung wirken diesmal mehr als aufgesetzt. Während Professor Layton und die verlorene Zukunft den chronologisch letzten Teil darstellt, markiert die vierte Episode mit dem Zylinderträger den Auftakt der Geschichte. Im kleinen Städtchen Misthallery erscheint seit einiger Zeit des Nachts jenes Phantom, von dem im Spieltitel die Rede ist. Es verwüstet in Nebel gehüllt ganze Straßenabschnitte und versetzt die Bewohner von Misthallery in Angst und Schrecken. Eines Tages erhält Professor Layton ein Schreiben von Clark Triton, einem Freund aus Studientagen. Dieser lebt mit seiner Familie in Misthallery und bittet den Archäologen um Hilfe. Flugs packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg in die Provinz. Unterwegs treffen wir auf Emmy Altava, welche dem unordentlichen Professor als neue Assistentin an die Seite gestellt wird. Obwohl sich der erst gegen die Hilfe von Emmy sträubt, raufen sich die beiden zusammen und erreichen bald ihr Ziel. In Misthallery erfahren sie, dass ein gewisses Orakel die Bewegungen des Phantoms voraussehen kann. Das Orakel entpuppt sich später als ein künftiger Freund des Professors.

Episodenformat

Professor Layton und der Ruf des Phantoms (3)Das titelgebende Phantom umfasst die Rahmenhandlung des Spiels, doch besteht die Story aus vielen weiteren Elementen. Ein sagenumwobener Garten, ein Seeungeheuer, plötzliche Tode, eine Bande voller Kinder und hinterhältige Polizisten bringen zwar Abwechslung in die Detektivgeschichte, doch hinterlassen diese Einflüsse den Eindruck, dass man nur wenig Zeit in der Entwicklungsphase hatte, die Geschichten der Charaktere ordentlich zu verknüpfen. So bedient sich der Titel ebenfalls eines neuen Erzählstils. Grundlegend wird die Story stringent bis zum Ende erzählt, doch schalten wir mit der Zeit die sogenannten Episoden frei, die wir aus dem Pausenbildschirm auswählen dürfen. Diese Episoden erzählen Geschichten, die nicht im regulären Spielverlauf vorkommen, sondern parallel oder zeitlich davor spielen. Diese Idee finden wir übrigens großartig – nur kann die Handlung diese vielschichtige Qualität nicht ganz erreichen. Auch dass wir ein ganzes Kapitel nur mit Emmy in London unterwegs sind, gefällt uns sehr und bringt ein wenig Schwung in die eher trockene Handlung. Neben Emmy Altava werden selbstverständlich weitere Charaktere vorgestellt. Mit Inspektor Grosky erhält New Scotland Yard einen übermotivierten Ermittler und Clarks Sohn Luke gesellt sich relativ früh im Spiel zu unseren Helden. Kurzum: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!

Lösen und Raten

Professor Layton und der Ruf des Phantoms (4)Am eigentlichen Spielverlauf hat sich derweil nicht viel verändert. Nach wie vor klicken wir uns in bester Point-and-Click-Adventure-Manier durch die Spielwelt, tippen mit dem Stylus unseres Nintendo DS alles an, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und dringen immer tiefer in das Stadtleben von Misthallery ein. Wir unterhalten uns mit sehr illustren Charakteren, wie einem Jungen der zum Teil in lautmalerischer Vogelsprache spricht, einer älteren Dame, die ihre Süßigkeiten partout nicht an Emmy verkaufen möchte oder einem stocktauben Herrn, mit dem sich unsere Truppe nicht richtig verständigen kann. Jede Person hat übrigens dasselbe Problem und wer das Professor-Layton-Universum kennt, der weiß, dass während des Dialogs nicht selten Rätsel angesprochen werden. Manchmal fragen wir uns zwar, warum es nach drei Spielen die Entwickler immer noch nicht schaffen, die Rätseleinlagen besser und subtiler ins Spiel zu integrieren, doch sobald die bekannte Rätselmelodie ertönt, interessiert uns die Frage ohnehin nicht mehr. Hinter den Rätseln verstecken sich knifflige Mathematikaufgaben, einige Knobel- und Denkaufgaben, sowie Logikrätsel, die manchmal auch in Form von Schalter- und Blockschieberätseln auftreten. Die Rätsel sind vielfältig, doch die Aufgabenstellungen in einigen Fällen nicht aussagekräftig genug, was dann und wann zum puren Raten führt.

Professor Layton’s London Life

Professor Layton und der Ruf des Phantoms (5)Das ist wirklich sehr schade, denn besonders in Professor Layton und die verlorene Zukunft haben die Entwickler gezeigt, wie hochwertige Rätsel aussehen. Abwechslung vom Rätseln versprechen kleinere Minispiele. Da verlegen wir die Schienen einer Modelleisenbahn so, dass der Zug nicht mit fremden Fahrzeugen kollidieren und mit genügend Treibstoff zum Ziel kommen kann und verteilen Luftblasen in Aquarien, die unseren Fisch Adrian in eine andere Richtung sausen lassen, so dass dieser alle Münzen einsammeln kann. Außerdem erhalten wir mit der Zeit Begriffe, die wir beim Puppentheater verwenden und die Puppen anleiten dürfen. Neben den Hinweismünzen, mit denen wir Rätselhinweise kaufen können, gibt es dieses Mal auch Mäusemarken. Haben wir genug davon gesammelt, können wir auf Mäusejagd gehen. Das umfangreichste Minispiel aller Zeiten ist vermutlich Professor Layton’s London Life. Ein Minispiel, in dem wir um die einhundert Stunden verbringen könnten, wenn es das Spiel denn in die europäische Version geschafft hätte. Da der Übersetzungsaufwand angeblich zu hoch sei und das ganze Spiel dadurch wesentlich später auf den Markt kommen würde, hat sich das Traditionsunternehmen dazu entschieden, den Titel hierzulande halbfertig zu veröffentlichen. Wenigstens die fertige (englischsprachige) Lokalisation hätte noch auf die Cartridge gepasst.

Unvollendete Tatsachen

Professor Layton und der Ruf des Phantoms (6)Wer auf deutsche Texte und deutsche Sprachausgabe verzichten kann, sollte sich den Titel in dem Falle also lieber aus den Vereinigten Staaten importieren. Dort ist Professor Layton’s London Life nämlich vollständig enthalten. Obwohl manche Fans es fordern, weigert sich der Konzernriese den Titel zumindest optional im eShop von 3DS und DSi zu veröffentlichen. Uns wundert nach dem Durchspielen und Lösen von circa zweihundert Rätseln (von denen 33 nur über die Wi-Fi Connection bis zum 20. Mai 2014 heruntergeladen werden können) nicht, dass der Titel keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, obwohl der Titel mit Hinblick auf den Anime-Film, Professor Layton und die ewige Diva, zum Ende hin spannend und offen bleibt. Wer also unbedingt jedes einzelne Detail wissen möchte, sollte sich den Film nach Beenden des Spiels also unbedingt anschauen und unser Review dazu lesen. Für DS-Verhältnisse kann aber auch das Videospiel mit wunderschönen Anime-Sequenzen und schönen Hintergründen punkten, die von den kuriosen Charakteren bevölkert werden. Der Soundtrack ist ganz nett und kommt an einigen Stellen sogar über die Musik der Vorgänger hinaus. Die deutsche Synchronisation ist erträglich, doch an manchen Stellen wirkt sie komischerweise in unseren Ohren zu sehr gespielt. Unterm Strich wäre durchgehend deutlich mehr möglich gewesen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Professor Layton und der Ruf des Phantoms habe ich direkt im Anschluss von Professor Layton und die verlorene Zukunft gespielt. So überzeugt vom dritten Teil der Serie, habe ich gedacht, dass die Entwickler in der vierten Folge vielleicht noch einmal nachlegen. Dieses Ziel haben sie jedoch bei Weitem nicht erreicht. Die Handlung wirkt für mich wie ein Puzzle, in dem ein paar Teile zu viel vorliegen. Soll heißen, dass die Handlungsfäden zwar alle verständlich sind, jedoch nur lose zusammenhalten und das Drumherum interessanter erscheint, als der Plot des Spiels eigentlich ist. Ebenfalls missfällt mir, dass es die hellen Entwicklerköpfe beim mittlerweile vierten Teil gar nicht mehr versuchen, die Rätsel sinnvoll ins Spiel zu integrieren. Egal mit wem ich mich in der Spielwelt unterhalte, das anschließende Rätsel hat meist nichts mit der Person zu tun, die sie stellt. Bei einigen Rätseln kommt es mir dann auch so vor, als ob man selbst die Aufgabenstellung hingeschludert hat. Manchmal ist die Logik eines Rätsels anders aufgebaut, als in einem ähnlichen Rätsel mit fast identischer Fragestellung. Trotz dieser kleineren Mankos verstehe ich beim besten Willen nicht, warum Nintendo diesmal so engstirnig denkt, um das Spiel unter Zeitdruck in den Westen bringen. Professor Layton’s London Life wäre ein großartiges Minispiel in der europäischen Version gewesen, welches mich hundert Stunden an meinen Handheld gefesselt und die vielen kleinen Defizite des Spiels kaschiert hätte. Man kann nur hoffen, dass Nintendo Erbarmen zeigt und dieses Zusatzkapitel hierzulande früher oder später noch im eShop veröffentlichen wird.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Professor Layton und der Ruf des Phantoms!

Review: Btooom! – Vol. 3 (Episoden 7 – 9)

Btooom! - Vol. 3 (1)Fernsehproduktionen aus dem Scripted-Reality-Bereich gehen so gut wie immer auf Kosten der Darsteller. Btooom! zeigt, wie gierig ein Konzern sein und wie weit eine solche Firma gehen kann, wenn es dabei einzig und allein um herausragende Einschaltquoten geht.

Btooom! - Vol. 3 (2)Ryōta Sakamoto, Himiko und Herr Taira sitzen nach wie vor auf einer mysteriösen Insel im Südpazifik fest. Einen richtigen Schimmer haben sie immer noch nicht, wie sie auf der Insel gelandet sind. Klare Gedanken können sie ohnehin nicht fassen, denn die drei Teilnehmer des Spiels ums Überleben müssen sich schon mit der nächsten Bedrohung konfrontiert sehen. Ryōta stößt im Wald auf einen Söldner, der bereits Himikos ursprüngliche Gruppe zerstört hat und bei der Verwendung des Elektroschockers durch Ryōta merkt, dass er sie kennen muss. Ryōta gelingt die Flucht, doch der hinterhältige Söldner kann Spurenlesen und so führt Ryōta ihn direkt in das Versteck der Gruppe. Dass es der Söldner nicht nur auf die Chips abgesehen hat, sondern auch Spaß am Morden und Foltern hat, merken wir unmittelbar in der siebten Episode. Dort schlägt er Herrn Taira Finger ab, schleudert Ryōta einen Abhang hinunter und krallt sich Himiko, um sie in ein entlegenes Gebäude zu entführen und dort zu fesseln. Dabei ist er nicht alleine, denn unterstützt wird er von Sōichi Natsume – jenem Anwalt, der sich von dem psychisch labilen Kōsuke Kira losgesagt hat, da er seine Methoden als gestört betrachtet. Während dieser mehr und mehr in die menschlichen Abgründe fällt, gelingt es unterdessen Ryōta das Gebäude erfolgreich zu infiltrieren und Himiko aus den Söldnerfängen zu befreien.

Freundschaft und Vertrauen

Btooom! - Vol. 3 (3)Dass die Konfrontation zwischen den Btooom!-Spielern dennoch zustande kommt, ist nach den ersten sechs Episoden keine Neuigkeit mehr. Schließlich will jeder die Insel verlassen und ihr für alle Zeiten den Rücken kehren. Dies gelingt jedoch nur jenem, der mindestens acht Chips von seinen Kontrahenten erbeutet – ergo die Gegenspieler umbringt. Bereits in den vorherigen Episoden bemerken wir erste Andeutungen, dass die geldgierige Firma Tyrannos Japan dieses Spiel schon länger mit den Menschen treibt. Diese Andeutungen manifestieren sich in den vorliegenden drei Episoden in zwei Charakteren, die zum einen schon mal auf der Insel waren oder es immer noch sind. Wie genau ihr Verhältnis zueinander steht, verraten wir euch an dieser Stelle jedoch nicht. Thematisch drehen sich diese Episoden vor allem um den Wert, den Freundschaft und Vertrauen auf dem Eiland haben. Himiko, die bereits mehrmals fast vergewaltigt wurde und ihr Vertrauen in die Männerwelt mehr und mehr verliert, ist wohl das beste Beispiel, an dem wir sehen können, dass es neben schlechten auch gute Menschen gibt. Diese sind in Btooom! aber rar gesät, weshalb selbst unter Freunden Gedankenspiele an der Tagesordnung sind. Man könnte meinen, dass dieses soziale Experiment der Handlung auf Dauer schadet und sie zum Stillstand bringt – das ist jedoch absolut nicht der Fall!

Sozialer Verfall der Gesellschaft

Btooom! - Vol. 3 (4)Wir erhalten nicht nur Informationen über das bisherige Leben von Himiko und Ryōta – auch der Konzern Tyrannos Japan wird spätestens jetzt als Übeltäter entlarvt, der aus dem Vorfall ein mediales Ereignis machen will. Auf Kosten der Teilnehmer und Unwissen der Zuschauer versteht sich – fast wie im wahren Leben. Spannung und Dramatik bietet auch die mittlerweile dritte Volume von Btooom! durchgehend. Unterlegt wird der soziale Verfall der Gesellschaft auf der geheimnisvollen Insel mit einem gelungenen Soundtrack, der bedrohliche und selbst heitere Momente gut einfängt. Besonders unterhaltsam ist jedoch das Einfangen von mehreren Handlungsbögen, die jetzt zusammenfließen und das Finale langsam einleiten. Wir möchten zwar die japanische Synchronisation hervorheben, doch auch die deutsche Sprachfassung ist mittlerweile nicht mehr so mittelmäßig, wie wir sie bei der ersten Volume kritisiert haben. Beide Tonspuren liegen derweil in DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Wer des Japanischen mächtig ist, wird sich wohl darüber ärgern, dass diese Tonspur nur mit deutschen Untertiteln auswählbar ist. Störend ist auch, dass wie bei der zweiten Volume kein Bonusmaterial neben Trailern zu anderen Kazé-Anime-Titeln auf der Disc vorliegt. Bei gerade einmal 75 Minuten Laufzeit ist das sehr schade und da täuscht auch die spannende Story nicht hinüber weg.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Btooom! ist nach wie vor interessant und spannend. Lange habe ich keinen Anime mehr gesehen, der mich fast am Ende einer jeden einzelnen Episode mit einem Cliffhanger zurücklässt, mir dutzende Fragen aufgibt und ich es nicht erwarten kann, bereits die nächste Folge zu sehen – nur um dann zu merken, dass am Ende dieser abermals ein weiterer Cliffhanger auf mich wartet. Der Anime orientiert sich quasi an Fernsehserien, die nach diesem Schema öfters aufgebaut werden. Das gefällt mir sehr, da auch die Charaktere nicht langweilig werden und man jederzeit damit rechnet, dass einer der Charaktere den Tod finden könnte, da die Regeln auf der Insel von fast allen Teilnehmern konsequent befolgt werden, um die eigene Haut zu retten. Wer die ersten sechs Episoden bis hierhin gesehen hat, wird mir da sicherlich zustimmen. Auf die nächsten und leider auch schon letzten drei Folgen freue ich mich schon sehr – auch wenn ich mich dann mit zwei oder vielleicht sogar drei Cliffhangern konfrontiert sehen muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 3 (Episode 7 – 9)!

Review: Psycho-Pass – Vol. 1 (Episoden 1 – 6)

Psycho-Pass - Vol. 1 (1)Denken wir an die Zukunft, stellen wir uns nicht selten extravagante Szenarien vor, in denen unser Leben von Hologrammen, futuristischen Maschinen, Konzernriesen und dem Internet bestimmt werden. Psycho-Pass fällt absolut in dieses Mosaik unserer Vorstellungskraft.

Psycho-Pass - Vol. 1 (2)Einhundert Jahre in der Zukunft angesiedelt, hat sich das Amt für öffentliche Sicherheit im Land der aufgehenden Sonne gebildet. In diesem fiktiven Japan ist es so, dass jede Person einen Psycho-Pass besitzt, der einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf. Dieser Wert ändert sich je nachdem, wie die mentale Verfassung der Person ist. Erreicht der Psycho-Pass einen kritischen Wert, wird das eingangs erwähnte Amt für öffentliche Sicherheit automatisch alarmiert. Das klingt ziemlich nach Überwachungsstaat und das ist es genau genommen auch. Sinn und Zweck des Psycho-Pass ist es jedoch, Verbrechen präventiv aufzuklären. Gelingen tut das jedoch nicht immer, da der Psycho-Pass erst zu einem bestimmten Zeitpunkt reagiert. Die frisch von der Akademie kommende Inspektorin Akane Tsunemori wird direkt an ihrem ersten Arbeitstag mit so einem Fall konfrontiert. Als Team-Leiterin sind ihr die so genannten Vollstrecker untergeordnet. Eingestuft werden die Vollstrecker als latente Verbrecher, doch arbeiten sie für die Polizei. Waffen machen in der Zukunft ebenfalls Fortschritte, weshalb die sich nur aktivieren lassen, wenn eine als Verbrecher eingestufte Person in der Nähe ist. Als Inspektorin muss Akane ständig Entscheidungen treffen und ebenfalls ihre Kollegen unter Kontrolle halten, um die Operation nicht zu gefährden, damit die Gerechtigkeit siegen kann.

Futuristische Verbrechensbekämpfung

Psycho-Pass - Vol. 1 (3)Das Zukunftsszenario ist zwar weniger originell, dafür aber die Idee mit dem Psycho-Pass. In den ersten Minuten bekommen wir richtig das Gefühl, uns in einer dystopischen Zukunft zu befinden. Dieses Gefühl wird jedoch relativ schnell relativiert. Das merken wir zum Beispiel in Dialogen, die sich zuweilen um mythische Gestalten und Philosophen drehen. Außerdem stellt der Anime Tatsachen fest. Beispielsweise sei das Internet weder gut noch böse, doch wenn es existiert, wird es auch genutzt. Diese Unvoreingenommenheit finden wir großartig und macht aus Psycho-Pass keinen Science-Fiction-Abklatsch. Viel mehr fühlt sich Psycho-Pass an wie eine Kriminalserie. Damit Verbrecher gejagt und entlarvt werden können, müssen Untersuchungen und Ermittlungen geführt werden. Diese Methoden unterscheiden sich in der Zukunft selbstverständlich von unserer logischen Denkweise, da die Möglichkeiten zur Aufklärung eines Falls zwar nicht zahlreicher, aber wesentlich anders sind. Wir würden wohl beispielsweise nie darauf kommen, dass ein rechtwinklig ausgerichtetes Sofa und ohne Abdrucke auf dem Teppich verschoben ist. Tsunemoris Team findet dies nur heraus, indem das Hologramm aktiviert wird, welches die Innenausrichtung quasi mit neuen Texturen überzieht. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wie die Verbrechensaufklärung funktioniert.

Düstere Zukunftsvorstellung

Psycho-Pass - Vol. 1 (4)Auf der optischen Seite besticht die Blu-ray-Fassung von Psycho-Pass mit eindrucksvollen Bildern. Meist dunkle Bilder, die höchstens von sanften Neonleuchtreklamen durchdrungen werden, zeigen die Welt von Psycho-Pass oft melancholisch. Der Ernst der Lage wird dann durch gut geschriebene und tiefsinnige Dialoge eingefangen. Sowohl die japanische Tonspur, als auch die deutsche Synchronisation lassen sich hören. In letzterer gibt es beispielsweise Axel Lutter zu hören, der Tomomi Masaoka seine Stimme leiht. Zuhören war es zuletzt im Anime Btooom!. Unterstützt wird die dunkle Prämisse durch einen düsteren Soundtrack, der die Szenen meist ruhig einfängt und in Action-Szenen richtig zum Leben erwacht. Digitales Bonusmaterial liegt bei Psycho-Pass – Vol. 1 nur in Form eines Clear Opening und Ending vor. Das ist sehr wenig, doch liegt der ersten Volume zumindest ein kleines Poster bei, mit dem ihr eure Zimmer ein wenig schmücken könnt. Die erste Auflage der ersten Volume von Psycho-Pass ist im Übrigen auf dreitausend Stück limitiert. Das liegt daran, dass der ersten Volume ein Schuber beiliegt, in welchem die nächsten drei Volumes Platz finden können. Einziger Kritikpunkt: Man kriegt sowohl die erste Volume, als auch die Pappschachtel dieser nur schwer aus der Verpackung entfernt. Wir sind gespannt, ob sich daran noch etwas ändert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Auf Psycho-Pass habe ich mich schon länger gefreut, da um den Anime bereits ein kleiner Wirbel gemacht wird. In Japan erhält dieser bald eine Neuveröffentlichung der ersten Staffel und bereits eine zweite Staffel ist im Land der aufgehenden Sonne bereits in Arbeit. Nachdem ich mir die ersten sechs Episoden angeschaut habe, die in der ersten Volume enthalten sind, verstehe ich auch, warum das so ist. Ich werde zwar gnadenlos in die Handlung von Psycho-Pass hineingeworfen, doch nimmt sich der Anime die Zeit, mir alles in Ruhe zu erklären. Die Aufklärung von Verbrechen und das Dingfestmachen von Übeltätern ähnelt dem unserer Zeit, doch vor allem Möglichkeiten und Maßnahmen unterscheiden sich dafür sehr. Schade finde ich nur, dass ein durchgehender Handlungsstrang noch nicht zu erkennen ist und so Verbrechen peu á peu aufgeklärt werden. Das ähnelt aktuellen Kriminalserien aus dem Westen sehr, doch hoffe ich umso mehr, dass sich Psycho-Pass weiterhin mit intelligenten Mitteln von diesen entfernen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 1 (Episoden 1 – 6)!

Review: Pokémon Link: Battle!

Pokémon Link - Battle (1)Die Liste an Puzzle-Spielen im Pokémon-Franchise ist durchaus kurz, schließlich ist dieses Genre nicht das Merkmal der Marke. Der Release von Pokémon Link! im Jahr 2005 liegt jetzt jedoch fast neun Jahre zurück, weshalb man sich jetzt wohl für einen Nachfolger entscheidet.

Pokémon Link - Battle (2)Vorweg: Eine Handlung gibt es in Pokémon Link: Battle! nicht. Wer also wie in etwaigen Spin-offs wie Pokémon Snap und Co. erwartet, dass man ansatzweise durch das Spiel geleitet wird, liegt falsch. Nach dem Starten des Spiels erhalten wir eine grundlegende Einführung und auch diese ist binnen einer Minute überstanden. Wer sich dann immer noch unsicher fühlt, erhält auf Wunsch weitere Instruktionen. Kennt man das Konzept von Pokémon Link: Battle! nicht aus dem Vorgänger, sollte man sich unbedingt fünf bis zehn Minuten Zeit lassen, um das Regelwerk zu verstehen. Obwohl die Regeln offensichtlich erscheinen, hat sich in Pokémon Link: Battle! die eine oder andere Besonderheit eingeschlichen. Aufgebaut ist das Spielfeld auf beiden Bildschirmen in einem quadratförmigen Raster. In jedem Raster ist auf den ersten Blick ein Pokémon ersichtlich. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass sich dieses Pokémon in weiteren Quadraten wiederholt. Der Titel scheint also ein Bejeweled-Klon zu sein, doch wer dieser Annahme ist, liegt falsch. Während wir in Bejeweled nur benachbarte Elemente tauschen können, um Reihen gleicher Elemente zu erschaffen, können wir in der aus dem Hause Nintendo stammenden Variante jedes beliebige Element, also Pokémon, miteinander tauschen. Bei drei oder mehr gleicher Pokémon in einer Reihe, löst sich diese auf.

Bekanntes Regelwerk, neue Mechanismen

Pokémon Link - Battle (3)Wer jetzt wieder an Bejeweled denkt und glaubt, dass dies das ganze Regelwerk darstellt, liegt ein weiteres Mal falsch. Auf dem oberen Bildschirm (und im späteren Spielverlauf auch auf dem Touchscreen innerhalb des Rasters) tauchen wildlebende Pokémon auf. Auf welche Monster wir treffen, entscheidet die Region, in der wir umherziehen. Die Pokémon wollen von uns gefangen werden und um das zu erreichen, müssen wir die eben beschriebene Prozedur wieder und wieder durchführen. Je nachdem wie viele Pokémon wir kombinieren und je oft wir die Prozedur hintereinander schnell wiederholen, desto mehr Schaden richten wir an und senken somit die Kraftpunkte des gegnerischen Pokémon. Dabei sollten wir unbedingt beachten, mit welchen Pokémon wir die Reihe bilden. Die aus den Rollenspielen bekannten Pokémon-Typen sind nämlich auch in Pokémon Link: Battle! von Bedeutung. Kombinieren wir Elektro-Pokémon miteinander, richten diese wohl auch mit Kettenangriffen kaum Schaden bei Pokémon des Typs Gesteins an. Später tauchen Pokémon auch in Gruppen auf, weshalb es spätestens dann sinnvoll ist, den Angriff mit einer Fünferkette zu beginnen, um direkt alle Pokémon zugleich anzugreifen. Ein gefangenes Pokémon nehmen wir derweil automatisch ins Team auf. Dieses darf erwählt werden, um häufiger im Raster aufzutauchen.

Temporeiches Spielvergnügen

Pokémon Link - Battle (4)Im späteren Spielverlauf ist sogar möglich, zwei Pokémon auszuwählen, die häufiger im quadratförmigen Raster auftreten. Da sich die Pokémon auch in ihrer Stärke unterscheiden, was in Pokémon Link: Battle! in Form von einem bis fünf Sternen angezeigt wird, ist es ratsam, nicht nur mit den passenden Typen, sondern auch mit der richtigen Stärke in den Kampf zu ziehen. Ist StreetPass aktiviert, werden die ausgewählten Pokémon automatisch an andere Spieler verschickt beziehungsweise geteilt. So können wir beispielsweise recht früh im Spiel an seltene Exemplare kommen, die uns das Vorankommen erleichtern können. Während die ersten Schritte im Spiel ziemlich leicht ausfallen, zieht das Spieltempo nach zwei bis drei Stunden ordentlich an. Da hilft es nur, die Handhabung mit dem Touchpen zu verbessern und besonders schnell die zu tauschenden Pokémon im Gefecht zu wechseln. Habt ihr Freunde, die ebenfalls Pokémon Link: Battle! spielen, könnt ihr sogar gemeinsam auf die Jagd gehen. Eine Downloadspiel-Option bietet der Titel übrigens nicht. Während der Soundtrack nahezu durchgehend gute Laune versprüht, ist die Grafik auf Mindeste reduziert und zweckmäßig. Untypisch für einen 3DS-Titel, bietet das Spiel keinen ein- und ausschaltbaren Tiefeneffekt. Besonders die Kampfeffekte würden wir gerne in 3D an den Kopf geschmissen bekommen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Pokémon Link: Battle! lässt sich relativ einfach beschreiben. Wenn man an einem schönen Nachmittag die Software auf seinem 3DS startet, sieht man die Sonne wohl erst am nächsten Tag wieder. Obwohl der Titel darauf ausgelegt ist, ihn für kurze Zeit und immer mal wieder zwischendurch zu spielen, entfacht er schnell ein ähnliches Suchtpotenzial wie Tetris. Ganz so schlimm ist es vielleicht doch nicht, aber Pokémon Link: Battle! geht stark in diese Richtung. Das Konzept ist so einfach, dass man sich innerhalb von zehn Minuten fragt, ob man das Spiel nicht schon einmal in ähnlicher Form gesehen oder gespielt hat. Bejeweled trifft wohl am ehesten zu, wenn man den Titel vergleichen müsste, doch Pokémon Link: Battle! setzt sich mit intelligenten Gameplay-Mechanismen vom Vorbild ab und zeigt, wie man das Puzzle-Konzept fast hervorragend mit den Rollenspielen kombiniert. Ich werde jedenfalls noch einige Zeit damit beschäftigt sein, die restlichen Pokémon zu fangen und in mein Team aufzunehmen. Wenn ich dann via StreetPass noch Unterstützung von anderen Spielern unterwegs erhalte, kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Pokémon Link: Battle!

Review: Nintendo Pocket Football Club

Nintendo Pocket Football Club (1)Sowohl auf dem Nintendo Entertainment System, als auch auf dem Super Nintendo sammelte der japanische Konzern Erfahrungen mit Fußballspielen. In Nintendo Pocket Football Club blicken wir auf dem 3DS jedoch hinter die Kulissen und mimen den Manager einer Fußballmannschaft.

Nintendo Pocket Football Club (2)Der Spieleinstieg ist schnell gefunden. Wir stellen uns zu allererst unserer Assistentin vor, die uns daraufhin langsam in das Spiel einweist. Als Manager ist es unsere Aufgabe, einen Club in der untersten Liga auf Vordermann zu bringen. Ambitioniert wie wir sind, ist es langfristig gesehen jedoch unser Ziel, sowohl die Meisterschaft in der ersten Liga zu gewinnen, als auch den Sieg beim Verbandscup und beim Weltcup davonzutragen – in einer einzigen Saison! So gerne wir uns in dieser Position sehen möchten, soweit sind wir zu Beginn des Spiels noch von diesem Traum entfernt, der auch nach mehreren Spielstunden nicht näher rücken will. Haben wir unserem Team einen Namen verpasst, ein Vereinslogo ausgesucht, die Trikots der Spieler ganz nach unserem Geschmack verziert und uns damit abgefunden, dass der Aufbau einer eigenen Supermannschaft eine mühselige Angelegenheit ist, kommen wir auch schon in den Genuss der ersten Grundlage des Spiels. Da wir die Rolle eines Managers übernehmen, heißt das, dass wir unsere Spieler nur indirekt kontrollieren können. Diese agieren auf dem Feld nämlich alle selbstständig. Wir legen vorher nur fest, welche Spieler den Platz betreten und in welchem Bereich angegriffen und verteidigt werden soll. Als Manager stehen wir am Rand des Platzes und sehen anfangs zu, wie unsere Spieler gar nichts auf die Reihe kriegen.

Ausgewogenes Training

Nintendo Pocket Football Club (3)Während wir den 3DS fest umklammert halten, haben wir dann und wann tatsächlich das Gefühl, dass wir Nintendos Handheld durchbrechen könnten, so sehr ärgern uns verhauene Pässe oder nicht genutzt Torchancen. Das Gesicht unseres Miis taucht währenddessen am unteren Bildschirmrand auf. Automatisch notieren wir uns, wo es bei unseren Spielern noch hapert und welche Eigenschaften trainiert werden wollen. Dafür erhalten wir Sammelkarten, die im Training gegen die entsprechenden Trainingseinheiten ausgetauscht werden. So ist es nicht möglich, unser gesamtes Team gleichzeitig nach diesen Vorgaben zu trainieren, sondern nur einzelne Spieler. Ein wachsames Auge ist bei den Übungsspielen gefragt, damit wir unser Team langfristig aufeinander abstimmen können. Die verschiedenen Attribute wie Schießen, Schnelligkeit, Technik oder Sprungkraft lassen sich im Kontext zur langen Spielzeit des Titels jedoch nur langsam verbessern. Sinnvoll ist es in jedem Falle, die Sammelkarten miteinander zu kombinieren, von denen man maximal drei für einen Spieler pro Training nutzen kann. Es ist außerdem nur möglich, einen einzelnen Spieler nur einmal zwischen zwei Spielen auf diesem Wege zu verbessern. Wichtig ist zudem, dass unsere Spieler nicht zu sehr ausgelastet werden, da sie schnell an Tempo verlieren oder verletzt werden können und somit ausfallen.

Retro-Fußball

Nintendo Pocket Football Club (4)Gegen Genregrößen wir den Fußballmanager aus dem Hause Electronic Arts scheint der Titel auf den ersten Blick zunächst nicht anzukommen, doch bietet Nintendo Pocket Football Club eine hohe Spieltiefe, die wir so nicht erwartet hätten. Wir können beispielsweise gegnerische Spieler in der Halbzeit markieren, auf die unsere Jungs dann ganz besonders achten. Oder wir tauschen während eines Spiels einzelne Fußballer aus. Je länger wir uns mit diesen Feinheiten aufhalten, desto eingängiger wird der Titel. Die anfangs verlorenen Matches werden mit der Zeit zwar weniger, doch sollte man ein verlorenes Spiel ganz besonderes Gewicht beimessen. Fällt unser Ruf nämlich auf unter drei Prozent (zu Beginn liegt dieser Wert bei stolzen siebzig Prozent), sind wir unseren Job los. Umso erfreulicher und befriedigender ist es, wenn der Schiedsrichter in der pixeligen Retro-Optik auf den Platz rennt und einem Gegenspieler die gelbe oder gar rote Karte ins Gesicht hält. Die Soundkulisse des Spiels ist recht angenehm, da man bei vielen Spielen auf Musik verzichtet und nur Vogelgezwitscher, der Ballkontakt, die Trillerpfeife und die Laute der Zuschauer zu hören sind. Über die Online-Funktion können wir zum krönenden Abschluss auch Fußballspieler von Freunden verpflichten und europaweit Herausforderungen gegen andere Mannschaft annehmen. Langzeitspaß ist also garantiert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Vom Fußballsport halte ich persönlich wenig bis gar nichts. Zum einen ist mir der Sport zu stumpf und zum anderen verstehe ich oft nicht, wie man wegen einem gefallenen Tor ausrasten oder rumgrölen kann. Mit Emotionen hat das in meinen Augen nur sehr wenig zu tun. Die Faszination des Sportes verstehe ich auch nicht, nachdem ich in Nintendo Pocket Football Club einen Manager gemimt und mein Team bestmöglich trainiert habe. Interessant ist das Spiel für mich aber trotzdem. Es laufen unglaublich viele Spielmechaniken ab, die in dieser Simulation hervorragend miteinander kombinieren. Ich finde es nur sehr schade, dass der Titel weitgehend auf zu berechnende Werte verzichtet. Gerne würde ich wissen, wie gut meine Spieler im Detail sind. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau, denn wer Fußball mag und sich damit auskennt, wird das ohnehin nicht bemängeln können. Da man mit dem Titel jedoch sehr viele Stunden verbringen muss, bis das angestrebte Ziel mit mehrfachen Siegen erreicht werden kann, hätte ich mich persönlich über eine höhere (und meinetwegen optional einstellbare) Geschwindigkeitsstufe gefreut. So sitzt man quasi mit beiden Händen den 3DS umklammert vor zwei kleinen Bildschirmen und kann kaum bis gar nicht in das Geschehen eingreifen. Vielleicht eignet sich der Titel aber genau deswegen so gut, einfach mal unterwegs in der Bahn gespielt zu werden, um so recht stressfrei am Ziel anzukommen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nintendo Pocket Football Club!

Review: Btooom! – Vol. 2 (Episoden 4 – 6)

Btooom! - Vol. 2 (1)Von Geburt an stellt uns die Gesellschaft vor die Wahl, an einem großen sozialen Experiment teilzunehmen. Btooom! macht daraus keinen Hehl und stellt die Protagonisten in einem sehr viel kleineren sozialen Experiment vor sehr viel größere soziale Entscheidungen.

Btooom! - Vol. 2 (2)Ryōta Sakamoto hat es auf die Insel verschlagen. Dort macht er jedoch keinen Urlaub und mit Faullenzen und Bräunen in der Sonne ist ohnehin kein Blumentopf gewonnen. Unfreiwillig ist er auf diese Insel deportiert worden. Von wem und warum kann er nur mutmaßen, doch geizt die Handlung von Btooom! nicht mit Antworten. Nur sind diese Antworten sehr vage und so viele Aspekte liegen noch im Dunkeln. Nachdem sich Ryōta auf der Insel mit Kiyoshi Taira angefreundet hat, versuchen die beiden im Spiel um Leben und Tod sich nicht gegenseitig in den Rücken zu fallen und das Spiel anderweitig zu gewinnen. Blöd nur, dass die offiziellen Teilnahmeregeln besagen, dass man insgesamt acht Chips benötigt, von denen sich jeweils einer in der Hand eines Teilnehmers befindet. Diese lassen sich nur lösen, wenn der Besitzer des Chips sein Leben ausgehaucht hat. Um dies zu bewerkstelligen, erhält jeder Teilnehmer eine bestimmte Anzahl an Bomben, die geworfen werden müssen und auch unterschiedliche Funktionen haben. Während eine Bombensorte mit einem Countdown versehen ist, gehen andere Bomben bei Berührung in die Luft. Andere Bomben saugen sich an Oberflächen fest und implodieren kurz darauf. Rauchgranaten, dessen freigesetzter Nebel die Umgebung zum Verwelken bringt und menschliche Zellen zerstört, gehören ebenfalls zum Repertoire.

Das soziale Experiment

Btooom! - Vol. 2 (3)Auf der Insel könnte also hinter jeder Ecke der Tod lauern. Mit diesem muss sich Ryōta in den vorliegenden drei Episoden mehr als einmal konfrontiert sehen. Passend dazu wird ein weiterer Charakter eingeführt, der im ersten Manga ebenfalls auftritt. Kōsuke Kira ist ein Teenager, der wegen Mordes vor Gericht stand und jetzt mit seinem Anwalt Sōichi Natsume und seinem gewalttätigen Vater auf der Insel festsitzt. Sein Anwalt und er selbst sehen ihn mit der Zeit als psychisches Wrack, welches immer unberechenbarer wird. Dies gipfelt am Ende in einer Auseinandersetzung mit Ryōta. Er und Kōsuke sind beides Btooom!-Spieler, weshalb ein spannender Zweikampf entsteht. Weniger spannend, aber viel emotionaler ist die zweite Begegnung zwischen Ryōta und Himiko. Da diese in den ersten Episoden bereits fast zweimal vergewaltigt wurde, will sie mit Männern eigentlich nichts mehr zu tun haben und wehrt sich deshalb gegen den harmlos erscheinenden Ryōta. Zu guter Letzt werden Ryōta, Himiko und Herr Taira auch noch von großen Waranen angegriffen. Da Himiko bewusstlos ist und Herr Taira mit einem verstauchten Knöchel zu kämpfen hat, wird das soziale Experiment deutlich. Ob man bereit ist, sein eigenes Leben zu retten und das der anderen zu opfern, ist in Btooom! einmal mehr ein wichtiger und essentieller Konflikt, den Protagonist Ryōta lösen muss.

Flashbacks als Erzählmethode

Btooom! - Vol. 2 (4)Am Erzählstil hat sich nichts verändert. Nach wie vor orientiert sich das Animationsstudio Madhouse an der Manga-Vorlage. Das heißt, dass es auch im Anime ständige Rückblenden gibt, die das Leben der Charaktere vor den Vorfällen auf der Insel schildern. Es setzt sich mit der Zeit auch immer mehr das Puzzle zusammen, warum Ryōta, Himiko und Kiyoshi und alle anderen unfreiwilligen Teilnehmer überhaupt auf der Insel gelandet sind. Wie das jedoch mit dem anscheinend durchtriebenen Konzern Tyrannos Japan zusammenhängt, lässt der Anime noch im Dunkeln. Die Szenen des Animes, die im Schutz der Dunkelheit spielen, werden mit bedrohlichen Soundstücken unterlegt. Überhaupt kommt der Soundtrack in den Episoden vier bis sechs wesentlich besser zur Geltung als in den ersten drei Episoden. Das Bild in Full HD ist nach wie vor gut und auch der Einsatz von diversen Filtern gefällt uns sehr. Besonders der Effekt, der verwendet wird, wenn ein Flashback eingeleitet wird, beeindruckt immer wieder aufs Neue. Manchmal wünschen wir uns jedoch, dass man sich bei einigen Animationen mehr Mühe gegeben hätte. Das stört uns aber nur wenig, da die Handlung mit ernsten Themen wie Sozialkritik und Freitod beeindruckt und sehr oft sehr tiefsinnig wirkt. Die gut geschriebenen Dialoge sind daran nicht unschuldig, die einmal mehr auf ein erwachsenes Publikum abzielen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin beeindruckt, mit welcher Bravour die Episoden der zweiten Volume die Handlung fortsetzt. Einen Teil davon kenne ich noch aus dem ersten Manga, doch da ich diesen vorerst nicht weiter verfolgen kann, komme ich bei der weiteren Handlung weitaus mehr auf meine Kosten. Spannende Wendungen, ein wie schon in Lost gesehener gelungener Erzählstil, tiefgründige Themen wie Freitod, Vergewaltigungen, Mord und Sozialkritik machen Btooom! in meinen Augen zu einem sehenswerten Anime, den man sich unbedingt einmal angeschaut haben sollte. Das Konzept mag zwar nicht unbedingt taufrisch sein, doch fasziniert es im Zusammenspiel mit der ausgeklügelten Handlung gut. Jüngere Zuschauer werden es aber vielleicht schwer haben, den tieferen Sinn des Anime gänzlich zu verstehen, weshalb ich an dieser Stelle unbedingt betonen möchte, dass vor allem erwachsene Zuschauer ihre Freude mit Btooom! haben werden. Ich habe diese jedenfalls und kann die weiteren Episoden kaum mehr erwarten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 2 (Episoden 4 – 6)!

Review: Armour of God II – Der starke Arm der Götter

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (1)Warum Armour of God – Der rechte Arm der Götter einen Nachfolger erhält, in welchem es gar nicht um die titelgebende Rüstung Gottes geht, ist uns auf der einen Seite schleierhaft und auf der anderen Seite völlig egal! Jackie Chan ist zurück und zeigt sich von der besten Seite!

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (2)Nach dem ersten Teil der Reihe aus dem Jahr 1986 juckt es dem Abenteurer Jackie wieder in den Fingern. 1991 begibt er sich wieder einmal unter einen eingeborenen Stamm, um diesen wieder einmal wertvolle Objekte abzuluchsen. Dabei handelt es sich um ein paar Edelsteine, welche er sich auch durch Bitten der Eingeborenen an sich nehmen darf, doch dann macht er den Fehler und trinkt vom, zumindest für die Eingeborenen, göttlichen Wasser. Daraufhin soll er sich eine gut beleibte Eingeborene zur Frau nehmen. Jackie tritt die Flucht an und landet wenige Zeit später in Madrid, wo die eigentliche Herausforderung und der neue Auftrag auf ihn wartet. Vom Baron, der bereits im ersten Ableger der Trilogie mit von der Partie war, erfährt Jackie von einem Goldschatz der Nationalsozialisten. Die sollen in Nordafrika im Zweiten Weltkrieg einen Bunker errichtet haben, wo der Schatz bis heute schlummert. Nur mit einer alten Karte und einem mysteriösen Schlüssel begibt sich Jackie auf eine Reise durch Südeuropa und landet schließlich in Afrika. Begleitet wird er von der Nachfahrin eines der Nationalsozialisten, während er von einer Beschäftigten des Barons angeleitet wird. Erzählt wird die Jagd nach dem Goldschatz wesentlich stringenter als die Suche nach der Rüstung Gottes. Dadurch bleibt der Film ohne eine Verschnaufpause spannend und temporeich.

Turbulenz und Torpedierung

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (3)Nicht nur die Handlung kommt direkt in Fahrt, sondern auch die Action baut sich mit jeder Szene immer etwas mehr auf. Das beginnt bei der wilden Flucht vor den Eingeborenen in einem riesigen aufblasbaren Ball, manifestiert sich dann einer gelungenen Verfolgungsjagd, die im Hafenbecken endet und zeigt sich mit zunehmender Laufzeit in turbulenten Martial-Arts-Schlägereien. Hier zeigt sich Jackie Chan wirklich von seiner besten Seite, denn wo im Vorgänger die Action (teils wegen eines Unfalls des Hauptdarstellers) gemindert werden muss, bleibt Armour of God II – Der starke Arm der Götter ständig abwechslungsreich. Gekämpft wird nicht nur in einem Hotelzimmer, sondern auch in der Wüste und endlich im Bunker. Dabei toppt jegliche Szene die nächste, denn während Jackie relativ erfolgreich mit seinen Widersachern umgehen kann, werden die Schlägereien durch die weibliche Begleitung – wie könnte es auch anders sein – mal wieder torpediert. Dadurch treten die drei Abenteurer ständig in ein neues Fettnäpfchen und Jackie darf für sie die Suppe anschließend auslöffeln. Selbstverständlich bleiben diese Szenen ganz besonders haften, da sie mit viel Komik und teils mittelprächtiger Schauspielkunst einfach zum Schmunzeln anregen. Irgendwann kommt man einfach nicht mehr drumherum und muss mit den Darstellern herzhaft mitlachen!

Vom Winde verweht

Armour of God II - Der starke Arm der Götter (4)Das zeigt sich zum einen in einer Szene, wo eine der beiden Damen ein Sturmgewehr in die Hand gedrückt wird und statt den Bösewichtern die gesamte Einrichtung demoliert wird. Zum anderen zeigt sich das beim großen Finale, welches in einem riesigen Windkanal stattfindet – mehr möchten wir dazu jedoch nicht verraten, da diese Szenen mit zum Lustigsten des Films gehören. Da der Titel hierzulande nie geschnitten wurde, liegt selbstverständlich auf der Blu-ray die ungeschnittene Fassung vor. Man hat sich jedoch Gedanken zum Tonformat gemacht. Die ursprüngliche Mono-Tonfassung in Deutsch liegt ebenso vor wie eine unveränderte deutsche Synchronisation in 5.1 DTS-HD. Die kantonesische Originalfassung liegt jedoch nur in 2.0 DTS-HD vor; deutsche Untertitel lassen sich hinzuschalten. Das Bildformat macht für einen mehr als zwanzig Jahre alten Film eine gute Figur und besticht im 16:9-Format (2,35:1) mit meist butterweichen Bildern. Verunreinigungen können wir kaum entdecken. Das Action-Abenteuer bricht nach 108 Minuten zudem nicht so abrupt ab wie der Vorgänger, doch Bonusmaterial zur Entstehung des Films vermissen wir einmal mehr. Den direkten Vergleich zum Vorgänger gewinnt Armour of God II – Der starke Arm der Götter definitiv, doch fragen wir uns abschließend immer noch, was der Film mit der Rüstung Gottes eigentlich zu tun hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Story wird stringent erzählt, die Action baut sich mit abwechslungsreichen Momenten stetig auf und auch ansonsten gibt der Film keinen Anlass zum Nachdenken, was man noch verbessern könnte. Mich wundert das übrigens nicht, denn Armour of God II – Der starke Arm der Götter avanciert sich 1991 mit einem Schlag zur bis dahin teuersten Hongkong-Kinoproduktion aller Zeiten. Jackie Chan, der ebenso Regie führt, hat sowohl das Budget, als auch den Produktionszeitraum um mehr als das Dreifache überschritten. Herausgekommen ist ein würdiger Nachfolger, der zwar inhaltlich bis auf eine Nebenfigur nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun hat, aber in 108 Minuten so ziemlich alles besser macht. Eine spannende Verfolgungsjagd, temporeiche Martial-Arts-Szenen, weniger Stereotypen und trotzdem viele witzige Momente – und das durchgehend! Wer den ersten Serienteil mag, wird mit dem zweiten Film sehr viel zufriedener sein. Das Positive an der bisher fehlenden Verknüpfung der Filme ist aber, dass man sich Armour of God II – Der starke Arm der Götter ohne Vorwissen bedenkenlos anschauen kann. Der Film gehört definitiv zu den besseren Filmen mit Martial-Arts-Legende Jackie Chan!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Armour of God II – Der starke Arm der Götter!

Review: Thief

Thief (1)Mitte 2004 erscheint Thief: Deadly Shadows. Danach ist es ruhig um Meisterdieb Garret. Man munkelt zwar, dass ein Nachfolger in Entwicklung sei, doch bis dieser erscheint, vergehen rund zehn Jahre. Anfang 2014 ist es dann soweit und der Reboot wird eingeläutet.

Thief (2)In der Auftaktszene ist Garret nicht alleine unterwegs. Zusammen mit seiner Komplizin Erin wird er in einen mysteriösen Auftrag verstrickt. Unterwegs bemerken wir, dass Erin einen anderen Weg einschlägt als Garret. Während der aufs Töten verzichtet, hat sie kein Problem damit, fremde Personen hinterrücks zu ermorden, um ihr Ziel zu erreichen. Ausgestattet mit einer neumodischen Kralle, die quasi ein Wurfhaken darstellt, ist sie uns ein Dorn im Auge. Garret fackelt nicht lange und entwendet ihr das Utensil in einem Moment der Unachtsamkeit. Erin merkt davon erst etwas, als sie auf eine scheinbar stabile Glaskuppel tritt, um im Raum unter ihr merkwürdige Kuttenträger zu beobachten. Die spielen mit mächtiger Magie herum, welche die Glaskuppel zum Einsturz bringt. Erin kann sich aufgrund fehlender Kralle nicht retten und wird von der magischen Sphäre eingesaugt. Garret verschwindet nach dem Vorfall aus der Stadt und kehrt Monate später zurück. In dieser Zeit hat sich die Stadt verändert. Die Schwermut wütet in der Stadt und rafft die Menschen reihenweise dahin. Außerdem verhängt Baron Northcrest eine Ausgangssperre. In den Wirren der Vorfälle versucht ein fieser General mehr Macht zu gewinnen, in dem er reihenweise Diebe hängen lässt. Orion wiederum ist ein Mann, der sich den Fortschrittsplänen des Barons entgegenstellt – mit fatalen Folgen.

Viktorianisches Steampunk-Setting

Thief (3)Die Spielwelt des vierten Teils, der einfach nur Thief genannt werden will, ist die Stadt, die wiederum auf keinen Namen hört. Durch viktorianische Architektur inspiriert, fühlen wir uns in Thief in ein einhundertfünfzig Jahre altes London versetzt. Ähnlich wie in Dishonored: Die Maske des Zorns wird auch die Spielwelt von Thief durch Steampunk-Einflüsse geprägt. Das heißt, dass die Stadt von Eisenrohren, Dampfmaschinen, Zahnrädern und Lüftungsschächten durchzogen ist. Des Weiteren wird das Stadtbild von Kranken am Straßenrand, frierenden und am Feuer stehenden Obdachlosen und von patrouillierenden Stadtwachen geprägt. Zudem ist es während der ganzen Spielzeit Nacht. Fackeln und Laternen sind die einzigen Lichtquellen in Thief, während der Mond nur spärlich durch die Wolkendecke, den Nebel und den Dampf der Maschinen dringt. Das klingt im ersten Moment sehr atmosphärisch und das ist sogar auch dann, wenn wir durch die Straßen der Stadt schleichen und aus den Gebäuden Stimmen von Bewohnern hören, die interessante Hintergrundinformationen über die Stadt ausplaudern, wo es zum Beispiel etwas zu stehlen gibt. Genau hier bröckelt die hübsche Fassade jedoch, da wir bei unserem Raubzug durch die Stadt selten auf Bewohner treffen. Trotz Ausgangssperre sind fast alle Häuser, in die wir einsteigen, leer. Das freut zumindest unsere virtuelle Brieftasche.

Das Werkzeug eines Diebes

Thief (4)In alle Häuser können wir derweil nicht einsteigen. Gebäude, die wir durchs Fenster betreten können, werden an diesen gekennzeichnet. Drinnen nehmen wir alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Becher, Urnen, Kronleuchter, Teller, Messer, Taschenuhren und Bilderrahmen aus Silber oder Gold wandern flugs in unsere Tasche. Vollkommen unlogisch, aber dennoch praktisch ist, dass jeder Wertgegenstand direkt in bare Münze umgerechnet wird. Ausgeben können wir unsere Moneten beispielsweise bei verruchten Händlern, die sich in der Stadt gut verstecken. Bei denen decken wir uns mit Pfeilen ein, die unterschiedliche Wirkungen haben. Wasserpfeile löschen Fackeln, mit stumpfen Pfeilen legen wir entfernte Schalter um und mit den bekannten Seilpfeilen können wir an bestimmten Balken ein Seil anbringen, um an diesen hochzuklettern und in fremde Zimmer einzusteigen, wo bereits die nächste Beute auf uns wartet. Beim Händler gibt es jedoch noch mehr zu entdecken. Sobald wie möglich sollten wir uns mit der Rasierklinge und der Kneifzange eindecken. Während wir mit Rasierklingen ein Bild aus einem Bilderrahmen entfernen können, welches dann in unsere eigene Sammlung wandert, können wir mit der Kneifzange Fallenmechanismen deaktivieren. Besonders in der zweiten Spielhälfte ist dieser Gegenstand sinnvoll, da Fallen weitaus häufiger auftreten.

Heimat eines Thief-Veteranen

Thief (5)Auf den ersten Blick scheinen sich Thief-Veteranen direkt zuhause zu fühlen. Dieser Schein trügt jedoch, da Thief nicht ganz so intuitiv wirkt, wie seine Vorgänger. Seilpfeile können zum Beispiel nur noch an bestimmten Balken angebracht werden. Des Weiteren ist es egal, über welche Fußböden wir schleichen – das Spiel unterscheidet nur noch, ob wir schleichen oder nicht. Höchstens etwaige Objekte wie Vasen, die umfallen können oder Glasscherben können uns verraten, wenn wir unachtsam sind. Außerdem ist es wohl sehr konfus, dass unser Meisterdieb im direkten Kampf mit Stadtwachen selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fast nie den Kürzeren ziehen muss. In unserem Test haben wir es sogar einmal problemlos mit drei Wachen aufgenommen und sie mit unserem Knüppel im Kampf bewusstlos geschlagen. Das liegt zum Teil jedoch auch an der nicht immer klugen künstlichen Intelligenz. Öffnen wir beispielsweise eine Tür und eine Wache bemerkt dies prompt, wundert die sich zwar, dass die Tür jetzt offensteht, doch das war es dann auch. Die entsprechende Person wundert sich kurz, bleibt im schlimmsten Falle sogar einfach an ihrer Position stehen und alarmiert nicht einmal ihre Kollegen. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, haben wir immer noch genug Zeit, uns in eine dunkle Ecke zu verdrücken und abzuwarten, bis der Verlust des Kollegen relativiert wird.

Fokussiert durch die Spielwelt

Thief (6)Um das Spiel für Neulinge interessanter zu gestalten und das Spielprinzip für diese einfacher zu halten, haben sich die Entwickler wohl gedacht, neue Features zwangsweise einführen zu müssen. Eines dieser Features ist die Fokusenergie. Diese können wir begrenzt einsetzen, um alle wichtigen Elemente in der Umgebung farblich hervorzuheben. Türklingen, Wachen, jede einzelne auf dem Boden herumliegende Münze werden so für uns sichtbar. Ein wenig nimmt das den Reiz am Erkunden des Areals, da Perfektionisten sich schnell dabei ertappen dürften, wie sie die Funktion nutzen, um auch den letzten Groschen aus den Händen der Bewohner gerissen zu haben. Bei diversen Schaltern, die zwangsweise deaktiviert werden müssen, um eine Falle auszuschalten, sehen wir jedoch einen klaren Vorteil im Feature. Der Spielfluss könnte ohne dieses in der einen oder anderen Situation tatsächlich gestört werden. Bevor das Spiel auf den Markt geworfen wurde, haben die Entwickler sogar an einem System gearbeitet, bei dem es Erfahrungspunkte regnen soll. Von diesem hat man sich im fertigen Produkt aber wieder distanziert und diese Lücke haben wir beim Testen tatsächlich gespürt. Immerhin ist es möglich bei der Königin der Bettler für hunderte Goldmünzen unsere Fokusenergie erweitern zu dürfen, um beim Schlösserknacken unter anderem die Zeit verlangsamen zu können. Nett.

Atmosphärisch bis zum Schluss

Thief (7)Teilweise klingt es so, als sei Thief ein schlechtes Spiel. Das können wir so aber nicht stehen lassen. Die Suche nach jeder einzelnen Goldmünze motiviert, woran die optionalen Aufgaben nicht ganz unschuldig sind. Laufen wir an einem Fenster vorbei, kommt in uns schnell der Zwang hoch, es zu öffnen und dem Besitzer die Bude leerzuräumen. Die Interaktion mit der Spielumgebung tut ihr übriges, damit wir langfristig Spaß am Beutezug haben. Zudem sind die verschiedenen Hauptmissionen sehr unterschiedlich ausgefallen, was das Setting betrifft. Wir durchstreifen eine Puppenfabrik, erkunden ein pompöses Herrenhaus, schläfern in einem Bordell alle Prostituierten ein, klettern im gerade einstürzenden Burgfried in die oberste Etage und kriegen in einer verlassenen Nervenheilanstalt fast einen Herzinfarkt. Thief-Fans horchen auf. Selbst an Ghule und Zombies erinnernde Gestalten haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Spieltrieb und Atmosphäre funktionieren weitgehend, doch ist Thief davon entfernt, ein Fest für Veteranen zu sein. Die stören sich an beschränkten Möglichkeiten und werden vermutlich auch die Action-Szenen kritisieren, die aus dem Schleichszenario reißen. An der Handlung scheiden sich wohl die Geister, doch wir stehen nach zwanzig Spielstunden eindeutig wie der sprichwörtliche Ochse vorm Berg und fragen uns nur, wie das alles zusammenpassen soll.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Früher konnte ich mit der Thief-Reihe leider nicht viel anfangen. Dark Project: Der Meisterdieb habe ich zwar mal eingelegt, doch stürzte das Spiel bei mir ständig ab. Die nachfolgenden Titel habe ich dann erst gar nicht begonnen, doch habe ich mich in den letzten Jahren wirklich sehr auf den vierten Ableger gefreut. Da ich kein treuer Serienfanatiker bin, kann ich mich mit Thief sehr gut anfreunden. Mir gefällt es durch die dunkle Stadt zu schleichen, Aufträge für Basso, Vittorio und Ecto zu erfüllen, in jedes Haus einzusteigen, dabei vollkommen unertappt zu bleiben und jede noch so unwichtige Goldmünze meinem Vermögen gleich hinzuzufügen, um danach wieder neue Pfeile und neue Ausrüstung beim Händler zu kaufen. Ich kann jedoch auch jene Fans verstehen, welche die Änderungen in Thief absolut nicht gut heißen. Thief spielt sich (meistens) mit seinen Schlauchlevels relativ eingeschränkt und viele Möglichkeiten, durch die Gebiete zu schleichen, gibt es ohnehin nicht. Square Enix hätte den Entwicklern ruhig etwas mehr Zeit geben können, um die Spielwelt noch offener zu gestalten – dann hätte der Titel sicherlich Neulinge, als auch Veteranen gleichermaßen angesprochen. So bleibt unterm Strich immer noch ein tolles Spiel, welches die Zielgruppe aber leicht verfehlt.

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Thief!

Partner: NMag-Interview mit Yasuhiro Wada

In weniger als zwei Wochen erscheint Hometown Story für den 3DS in Europa. Beim NMag gibt es passend dazu derzeit ein aufschlussreiches Interview mit Yasuhiro Wada, dem Erfinder von Harvest Moon und Hometown Story. Welche Erkenntnisse beim Gespräch mit Herrn Wada ans Tageslicht kommt, könnt ihr in folgendem Video selbst erfahren. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Professor Layton und die verlorene Zukunft

untitledZeitreisen, riesige Kulissen, finstere Machenschaften, ein Hochstapler, rätselwütige Passanten und ein tiefgründiger, sowie verletzbarer Professor Layton machen den dritten und letzten Teil der ersten Trilogie um den Zylinderträger 2010 zum bisher besten Teil der Reihe.

Professor Layton und die verlorene Zukunft (2)Nach ihren letzten Abenteuern im geheimnisvollen Dorf und im Molentary-Express, in dem sie unter anderem das Rätsel der Schatulle der Pandora gelöst haben, haben sich Professor Layton und sein selbsternannter Lehrling Luke Triton eine wohlige Auszeit verdient. Daraus wird jedoch nichts, denn der Professor erhält schon bald einen Brief, der ihn zum nächsten großen Mysterium führen wird. Dieser Brief stammt von Luke, doch nicht von dem Luke der Gegenwart. Obwohl es der Professor nicht glauben kann und erst für einen Scherz von Luke hält, stammt der Brief anscheinend von einem Luke Triton, der im London der Zukunft lebt. Die Ereignisse überschlagen sich. Auf einer kleinen Veranstaltung stellt Dr. Alain Stolypin seine Zeitreisemaschine vor, doch das Experiment schlägt fehl und sowohl Stolypin, als auch der Premierminister Bill Hawks und einige weitere Assistentinnen verschwinden vom Ort des Geschehens spurlos. Ist das nicht schon mysteriös genug, machen sich Professor und Lehrling auf den Weg in einen Uhrenladen in der Midland Road, wo sie Antworten finden werden. Im Uhrenladen befindet sich nämlich angeblich eine Zeitmaschine, die funktionieren soll. Als sie die Maschine erblicken, begeben sich unsere beiden Helden mit Krach und Gepolter scheinbar auf eine Reise durch Zeit und Raum in ein London, welches vom Chaos regiert wird.

Zurück in die Zukunft

Professor Layton und die verlorene Zukunft (3)Um das London, welches zehn Jahre in der Zukunft angesiedelt sein soll, dreht sich die Story in den nächsten Spielstunden. Die Geheimnisse der Stadt zu enträtseln, ist einmal mehr die Aufgabe des Professors, seines Lehrlings und ein paar weiteren bekannten Gesichtern, die im Verlauf der Handlung zur Truppe stoßen. Mehr möchten wir darauf nicht eingehen, doch wir können euch sagen, dass die Geschichte des Spiels diesmal weitaus tiefgründiger als noch in den beiden vorherigen Ablegern der Serie ist. Durch mehrere Rückblenden und Zeitreisen ist es insbesondere der Charakter Hershel Layton, der tiefgründig und sogar verletzbar erscheint. Selbst die wahre Bedeutung seines Zylinders wird in Professor Layton und die verlorene Zukunft thematisiert. Die Beweggründe der anderen Figuren bleiben dabei verständlich, wenn die Handlung sich serientypisch natürlich die Zeit für viel übertriebene Dramaturgie nimmt. Uns stört es nicht, haben wir doch die illustren Protagonisten und die rätselwütigen Passanten in den vorherigen Ablegern gut gefallen. Warum so gut wie jede Nebenfigur im Spiel derart verrückt nach Rätseln ist, schadet zwar der eigentlich tiefgründigen Handlung etwas, doch die Intention des Spiels, uns generell mit Rätseln, Geschicklichkeitsübungen und Logikaufgaben zu versorgen, bleibt davon unberührt. Für ausreichend viele graue Haare ist bestens gesorgt!

Abwechslungsreicher Rätselspaß

Professor Layton und die verlorene Zukunft (4)Die Qualität der Rätsel ist grundsätzlich sehr hoch angesetzt, wobei der Schwierigkeitsgrad je nach Rätselverständnis des Spielers schwanken kann. Typische Rätselaufgaben sind zum Beispiel das Herausfinden eines Wochentags (ausgehend von einem bestimmten Datum), das Entdecken einer schnellen Route für ein Zimmermädchen oder das Bestimmen des Stempels, mit dem gerade auf einem Blatt Papier ein Abdruck hinterlassen wurde. Manchmal bietet das Spiel uns auch eine mehr oder weniger einfache Mathematikaufgabe an, die den Gesetzen der Logik entsprechend gelöst werden will. Die eine oder andere Geschicklichkeitsprüfung kann aus dem Zusammensetzen einer Figur oder das Bugsieren von Kugeln und Blöcken in einem bestimmten Rahmen sein. Diese Rätsel sind jedoch noch nicht genug, denn auch Professor Layton und die verlorene Zukunft bietet natürlich ein paar Nebenaufgaben. Haben wir ein spezielles Rätsel im Spiel gelöst, erhalten wir unter Umständen eine Karte für ein Modellauto, auf der wir Richtungspfeile und Sprungfedern verteilen müssen, um den Wagen zu bugsieren. Dann gibt es noch einen Papagei, den wir benannt nach einem Film liebevoll den Namen Pauli geben, der Lieferungen abholen und dabei auf von uns verteilte Seile hüpfen muss. Zu guter Letzt verteilen wir in einem Bilderbuch Sticker, um drei kleine Geschichten zu kreieren.

Prächtiger Abschluss einer Trilogie

Professor Layton und die verlorene Zukunft (5)Wie schon angedeutet, ist die Überzahl an Rätseln lose in den Spielverlauf eingewoben. An der einen oder anderen Stelle erwartet der Titel von uns zwar, dass wir eine bestimmte Anzahl Rätsel bereits gelöst haben, doch ist dieses Ziel meistens schon erreicht, wenn wir an diesem Punkt angekommen sind. Der Spielverlauf selbst fühlt sich abermals wie ein Point-and-Click-Adventure an. Entweder klicken wir wild auf das Bild und erfahren so etwas Bestimmtes oder finden gar eine Hinweismünzen, mit welcher sich mal mehr oder mal weniger hilfreiche Tipps bei den Rätseln kaufen lassen. Für jedes Rätsel erhalten wir übrigens nach wie vor Pikarat in der Höhe, wie gut wir uns beim Lösen angestellt haben. Belohnt werden wir dafür mit ein paar wenigen Bonusinhalten. Das ist jedoch nicht alles, was der Titel (noch) bietet. Haben wir alle 168 Rätsel des Spiels gelöst, können wir weitere 33 Rätsel herunterladen. Der Service wird am 20. Mai 2014 jedoch eingestellt. Wer tatsächlich jedes Rätsel gerne selbst einmal spielen möchte, sollte sich entsprechend beeilen und nicht mit dem Kauf warten. Wer sich für den dritten Teil der ersten Trilogie entscheidet, bekommt nicht nur eine intelligente Handlung, viele schöne Szenerien, den typischen Professor-Layton-Soundtrack und liebevolle Anime-Sequenzen geboten, sondern Rätselspaß, der mindestens für dreißig Spielstunden unterhält. Dreißig Spielstunden, die wir nach der Endsequenz so schnell nicht mehr vergessen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mit den Professor-Layton-Titeln hinke ich leider immer noch etwas hinterher. Das liegt vermutlich am chronischen Zeitmangel, doch da Nintendo die Wi-Fi Connection bald abstellen wird und ich ein Spiel sehr gerne in seiner Gänze erleben will, komme ich um den dritten Serienteil nicht umher. Dass die Handlung dabei stellenweise so tiefgründig wird, habe ich dabei jedoch nicht gedacht. Der Titel zeigt mir einen Professor Layton, der nicht nur ein Rätsel nach dem anderen lösen will, sondern auch tatsächlich verletzbar und mitfühlend ist. Schade, dass die anderen Charaktere nicht solche Züge annehmen, doch hat mir dieser vielversprechende Ansatz sehr gut gefallen. Hauptsächlich geht es neben der intelligenten und in Kapiteln erzählten Handlung natürlich um die Rätsel. Diese haben in meinen Augen wieder mehr an Qualität gewonnen, wenn sie stellenweise jedoch auch an die Rätsel der vorherigen Ableger frappierend erinnern. Da diesmal ein paar Kopfnüsse mehr als bei beiden Vorgängern dabei sind, stört mich das jedoch – wenn überhaupt – nur sehr geringfügig. Das liegt vielleicht an der deutlich höheren Anzahl an mitgelieferten Rätsel. Gefallen tut es mir trotzdem! Unterm Strich macht der Titel also noch mehr richtig als die Vorgänger. Selbst Anime-Szenen und die deutsche Sprachausgabe kommen mehr zur Geltung, was Professor Layton und die verlorene Zukunft auch zu einem optischen und ebenso akustischen Genuss macht.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Professor Layton und die verlorene Zukunft!

Partner: Gamecontrast-Ostergewinnspiel

Nicht nur zu uns kommt der Osterhase, sondern auch bei unserer Partnerseite Gamecontrast. Der kleine Schlawiner hat sich dort jedoch als Yoshi verkleidet und in verschiedenen Posts Eier versteckt, die von euch gesucht werden müssen. Wie die Hatz nach den Eiern bis zum zweiten Mai abläuft, könnt ihr dem Gewinnspielbeitrag von Gamecontrast entnehmen. Wir drücken euch natürlich ganz fest die Daumen!

Review: Btooom! – Vol. 1 (Episoden 1 – 3)

Btooom! - Vol. 1 (1)Videospielsucht ist ein Thema, welches in der heutigen Zeit wesentlich mehr als noch vor gut zwanzig Jahren aufgegriffen wird. Während Politiker und Psychologen sich oft nicht einmal vorab mit der Materie auseinandersetzen, stellen andere Medien das Problem besser vor.

Btooom! - Vol. 1 (2)Btooom! greift die Thematik sowohl im Manga, als auch im Anime auf. Der Anime von 2012 dreht sich wie die Manga-Vorlage, die 2009 mit der Veröffentlichung beginnt, um den jungen und arbeitslosen Ryōta Sakamoto. Anstatt sich eine Arbeit zu suchen, spielt dieser viel lieber den ganzen Tag lang das Computerspiel Btooom! mit seinen Freunden. Erfolge, die ihm im echten Leben verwehrt bleiben, gelingen ihm in der Virtualität. Mit seinem Team steigt er dort ständig in der Weltrangliste auf und ist sogar mit jemanden virtuell verheiratet. Seine Mutter macht sich Sorgen um ihn und hat sogar Bewerbungen für ihn geschrieben, damit er nicht den ganzen Tag vor dem Computer sitzt. Selbst Ryōtas Onkel bittet sie um Hilfe, doch Ryōta lehnt diese ab. Er möchte viel lieber bei der Firma, die Btooom! vertreibt, namentlich Tyrannos Japan, arbeiten. Dort wird er jedoch immer wieder aufs Neue abgewiesen, da diese angeblich keine weiteren Leute einstellen können. Mit diesem Traum vor Augen treibt es ihn jeden Tag weiter in die virtuellen Welten von Btooom! und merkt dabei selbst nicht, dass er das wahre Leben jeden Tag ein kleines Stück mehr verdrängt. Eines Tages findet sich Ryōta ohne jegliche Erinnerung auf einer tropischen Insel im Südpazifik wieder. Erst glaubt er auf der Insel alleine zu sein, doch dann wird er mit Bomben von einem anderen Japaner attackiert.

Das Regelwerk von Btooom!

Btooom! - Vol. 1 (3)In kürzester Zeit muss Ryōta die Regeln lernen, die auf dieser Insel herrschen. Eigentlich ist dies jedoch gar nicht notwendig, wie er ebenso schnell feststellt. Die Regeln auf dem Eiland folgen dem Regelwerk von Btooom!. Btooom! ist ein Action-Spiel, in dem es zwar keinerlei Schusswaffen gibt, doch dafür kleine Bomben mit einem großen Wirkungskreis. Diese muss man als Spieler auf die Gegenspieler werfen, um sie außer Gefecht zu setzen. Natürlich will Ryōta keinen Menschen töten, doch die Regeln verlangen danach. Von diesen erfährt er auch erst, als er den etwas tollpatschigen Kiyoshi Taira trifft. Dieser erklärt Ryōta die Regeln und schildert auch, wie sie auf der Insel gelandet sind. Anders wie im ersten Manga-Band geht die Handlung außerdem auf die hübsche Schülerin Himiko ein, die es ebenfalls unfreiwillig auf die Insel getrieben hat. Durch Flashbacks wie in der Serie Lost (wie passend!) erfahren wir immer wieder, wie es den Charakteren auf dem Festland oder auf dem Flugzeug ergangen ist. Das ist tatsächlich sehr, sehr spannend geschildert und ist nichts für schwache Nerven. Nicht nur Themen wie Videospielsucht, gebrochene Familienverhältnisse und Arbeitslosigkeit werden geschildert, sondern ebenso Vergewaltigungen und Morde. Btooom! entwickelt sich deshalb zu einem Anime, der sich vor allem an ein erwachsenes Anime-Publikum richtet.

Limitierte Edition

Btooom! - Vol. 1 (4)Die Frage nach dem Warum bleibt jedoch allseits gegenwärtig. Welch perfider Plan hinter der Insel steckt, erfahren wir in den ersten drei Episoden noch nicht. Wir denken auch nicht, dass der Anime so schnell mit Antworten rausrücken wird und die intelligente Erzählweise weitere neun Episoden fesseln kann. Die deutsche Synchronisation ist zwar gut gelungen, doch fehlt es manchem Charakter (insbesondere dem Protagonisten Ryōta) an emotionalen Merkmalen. Dirk Stollberg ist zwar absolut nicht fehlbesetzt, doch seine Kollegen Josephine Schmidt, die Himiko spricht und Axel Lutter, der Kiyoshi Taira seine Stimme verleiht, gehen mit weitaus mehr Elan an die Sache heran. Die japanische Synchronisation ist durchgehend gut, doch ist die nur mit deutschen Untertiteln auswählbar. Der Soundtrack ist zwar passend und unterlegt besonders die Scharmützel und bedrohlichen Situationen sehr gut, doch ein paar Tracks, die ein wenig energischer ins Ohr gehen, hätten Btooom! sicher nicht geschadet. Am Bild in Full HD lässt sich nicht sehr viel kritisieren. Die Farben sind ordentlich und werden vor allem in dunklen Szenen noch mit einem Filter unterlegt, der melancholische Gefühle hervorrufen soll. Auf der Blu-ray Disc schlummert ein Clear Opening und Ending als Bonusmaterial. Wer jetzt zuschlägt, erhält außerdem die erste Volume von Btooom! inklusive eines Sammelschubers.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits den ersten Manga habe ich am Stück regelrecht verschlungen und so ergeht es mir auch mit den ersten drei Episoden von Btooom!, die in der ersten Volume vorliegen. So spannend wie die Manga-Vorlage hält mich auch die Serie bei Laune. Ich finde es auch gut, dass es ein paar Unterschiede zwischen den beiden Medien gibt. Über Himiko erfahre ich im ersten Manga jedenfalls nichts und so kann Btooom! im Anime immer noch unterhalten, wenn man die Manga-Vorlage parallel liest. Das Konzept hinter Btooom! ist sicherlich nicht neu, da hier doch jeder für sich kämpft, um von der Insel zu gelangen. Der Battle-Royale-Anteil ist gepaart mit den Rückblenden aus der Fernsehserie Lost und diese Kombination funktioniert hier ausgesprochen gut. Ich weiß nicht, warum die Charaktere auf der Insel gelandet sind und welcher perfide Plan hinter alledem steckt, doch möchte ich das in den nächsten Folgen unbedingt herausfinden. Der Beginn des Animes hat mir also gut gefallen und ich kann ihn euch nur ans Herz legen. Solltet ihr nämlich zu den ersten Käufern gehören, erhaltet ihr noch einen Sammelschuber für alle vier Volumes dazu und ebenso eine kurze Leseprobe, die euch den Manga schmackhaft machen kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 1 (Episoden 1 – 3)!

Gewinnspiel (12. – 22. April 2014)

Animal Crossing Ostergewinnspiel (1)Ostern steht vor der Tür, doch der Osterhase hat bei uns bereits eine Woche vorher eine kurze Rast eingelegt. Dagelassen hat er einmal das Spiel Animal Crossing: New Leaf für den 3DS, sowie ein großes Merchandise-Paket dazu. Da wir an Ostern ohnehin nur damit beschäftigt sein werden, ein Osternest nach dem anderen zu plündern, wollen wir euch stattdessen eine Chance geben, die Lebenssimulation für Nintendos Handheld zu gewinnen. Um an unserer Verlosung teilzunehmen, habt ihr eine der beiden folgenden Möglichkeiten:

1. Auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen wir am 12.04.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild, welche Süßigkeiten in ein gut sortiertes Osternest gehören. Zudem müsst ihr unsere Facebook-Seite spätestens zum Ende der Verlosung mit einem „Gefällt mir“ versehen haben.

2. In der NextGen-Community veröffentlichen wir am 12.04.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild, welche Süßigkeiten in ein gut sortiertes Osternest gehören. Zudem müsst ihr zum Ende der Verlosung ein Mitglied der NextGen-Community sein.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer müssen vor der Teilnahme eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten einholen. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 23. April 2014 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers, Facebook und in der NextGen-Community erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 22. April 2014, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney

CTR_LvP_TS_UKV_140122-1.inddZwei der beliebtesten Videospielserien auf Nintendos Handhelds sind die Professor-Layton- und die Phoenix-Wright-Reihe. Seit sieben bis 13 Jahren unterhalten sie Fans auf der ganzen Welt. Im 2012 erschienenen Crossover stehen sich die titelgebenden Helden nun gegenüber.

Professor Layton vs. Phoenix Wright - Ace Attorney (2)Eines Abends zieht ein Gewittersturm über die britische Metropole London auf. Professor Layton und sein Lehrling Luke vertreiben sich die Zeit mit Abwarten, Teetrinken und dem Lösen von Rätseln. Als plötzlich die junge Sophie de Narrateur den Archäologen um Hilfe ersucht und einen Brief von dessen ehemaligen Studenten Will Crash vorliegt, stellt sie ihr Leben gehörig auf den Kopf. Ihre Ermittlung führt sie ins Herzen von London, wo sie durch ein geheimnisvolles Portal in eine mittelalterliche Welt versetzt werden. Zur gleichen Zeit befindet sich ein Flugzeug im Anflug auf die Stadt. Im fliegenden Vehikel sitzt der Anwalt Phoenix Wright mitsamt Gehilfin Maya Fey. Eigentlich hat Phoenix nicht die Absicht, in der englischen Hauptstadt einen Fall zu übernehmen, doch wird ihm dieser aufgebrummt. Als er sein Können unter Beweis stellen will, macht auch er Bekanntschaft mit Sophie. Diese wird der Körperverletzung angeklagt und obwohl diese ihre Schuld selbst eingesteht, will Phoenix es nicht wahrhaben. Später wird er mitsamt seiner Gehilfin ebenfalls durch ein Portal in jene mittelalterliche Welt versetzt, in der auch Professor Layton mit seinem Lehrling mittlerweile festsitzen. Im Verlauf der Geschichte fließen beide Handlungsstränge zusammen, was dazu führt, dass das Vierergespann zusammenarbeiten muss, um nach London zurückzukehren.

Kollision zweier Welten

Professor Layton vs. Phoenix Wright - Ace Attorney (3)Ihr primäres Ziel ist das jedoch nicht, denn schon bald werden sie mit der bitteren Realität der mittelalterlichen Stadt Labyrinthia konfrontiert. Hier glaubt man an Hexen und ausgerechnet eine gemeinsame Freundin wird als solche angeklagt und vor Gericht gestellt. Das können wir tatenlos natürlich nicht mit ansehen, weshalb wir uns in unregelmäßigen Abständen immer wieder in die Haut des Professors verirren oder den Anwalt im Gerichtshof mimen. Die Köpfe hinter dem Projekt haben die grundlegenden Qualitäten beider Serien beibehalten. Während wir mit dem Professor durch die Stadt schlendern, uns mit den Bewohnern von Labyrinthia unterhalten und allerlei Rätsel lösen, hocken wir mit Phoenix auf Seiten der Verteidigung im Gerichtssaal und müssen die Unschuld verschiedener Personen beweisen. Im späteren Teil der Handlung dürfen aber auch Phoenix und Maya Rätsel lösen, Luke als Zeuge aussagen und der Professor hat ebenfalls seine Momente im Gericht. Wenn man sich auf den Titel einlässt, ist es jedoch besser, gefeit gegen lange Dialoge zu sein. Von Beginn an werden wir mit langen Dialogen konfrontiert, die jedoch sehr gut geschrieben sind. Ernste Aussagen des oft seriösen Professor Layton, die sarkastischen Gedanken von Phoenix und die lustigen Kommentare von Maya unterhalten bis zum großen Finale nahezu durchgehend und langweilen uns fast nie.

Reste-Rätselkost vom Feinsten

Professor Layton vs. Phoenix Wright - Ace Attorney (4)Das Rätsellösen funktioniert in Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney genauso wie in der eigentlichen Videospielserie. Es fällt uns jedoch auf, dass die Rätsel zum einen an die mittelalterliche Thematik angelehnt sind und zum anderen deutlich besser zur jeweiligen Situation passen. Wollen wir etwa einen versteckten Zugang freilegen, so müssen wir in dem dazugehörigen Rätsel einfach verschiedene Steine verschieben oder einen Schlüssel formen. Gefesselte Personen befreien wir, in dem wir in einem Rätsel das richtige Seil lockern. Das ist definitiv eine Bereicherung, von der die Vorlage zehren kann! Leider müssen wir bemängeln, dass die meisten Rätsel ziemlich leicht ausfallen und auf Anhieb gelöst werden können. Die ebenfalls wieder versteckten Hinweismünzen sind nahezu unnötig, da sich die Rätsellösung mit ein wenig Grips fast immer leicht erahnen lässt. Am Ende bemerken wir jedoch, dass der Einfallsreichtum der Entwickler abklingt. Rätsel wiederholen sich in Folge, verspüren kaum mehr Charme und wirken selten sogar dahingeklatscht. Das finden wir sehr schade, da man dem anderen Teil des Spiels, sprich den Hexenprozessen, offensichtlich mehr Zeit gewidmet hat. Diese sind auch deutlich kniffliger als das Lösen der Rätsel. Wer hier kein Land sieht, freut sich immerhin darüber, dass die Hinweismünzen auch hier eingesetzt werden können.

Chaos im Gerichtssaal

Professor Layton vs. Phoenix Wright - Ace Attorney (5)Die Prozesse spielen sich jedoch anders als in ihrer Vorlage. Die grundlegenden Elemente wie die Verteidigung, der Richter und der Staatsanwalt beziehungsweise hier der Inquisitor, sind nach wie vor vorhanden. Logik ist in Labyrinthia jedoch ein Fremdwort, da die Bevölkerung an Hexen und Magie glaubt. Zunächst machen die Verhandlungen den Eindruck, dass sie sehr unfair gehalten sind, da nahezu jeder Fortschritt, den wir bei Zeugenbefragungen machen, von der Inquisition revidiert wird. Schließlich könnte eine Hexe auch einen Zauberspruch gewirkt haben, um die Situation zu ihrem Gunsten zu entscheiden. Irgendwann merken wir aber, dass selbst Magie irgendwelchen Gesetzen folgen muss und sind dann wieder in unserem Element – zumindest bis nicht irgendein Zeuge aus dem Publikum aufspringt und einen neuen Beweis vorlegt, den er am Tatort hat mitgehen lassen. Die Gerichtsverfahren werden in Labyrinthia übrigens im Schnellverfahren durchgeführt. Soll heißen, dass man als Anwalt mehrere Zeugen gleichzeitig vernehmen muss. Dass sich Zeugen gegenseitig beeinflussen, sich ihre Aussagen gegenseitig bestätigen oder sich widersprechen können, kann uns auf Dauer zwar wahnsinnig machen, doch wenn die Fassade der Zeugen oder der Inquisition nach und nach bröckelt, ist uns das fast egal. Schade nur, dass die langatmigen Prozesse das Spieltempo stark bremsen.

Fortsetzung im Episodenformat

Professor Layton vs. Phoenix Wright - Ace Attorney (6)Auf der technischen Seite möchten wir hervorheben, dass der 3DS-Titel wahrhaftig einen sehr schönen Tiefeneffekt besitzt. Wenn sich Charaktere im Raum befinden und mit ihrem Finger nach vorne zeigen, dann merken wir richtige Abstufen zusätzlich zum Hintergrund und zu den hervorgehobenen Textboxen. Nur sehr selten ruckeln hier ein paar Passagen, wenn zu viele Elemente gleichzeitig dargestellt werden sollen. Fragmentarische Verschiebungen einzelner Körperteile sind uns mitunter auch vorgekommen, stören den Gesamteindruck jedoch nicht. Die Anime-Sequenzen werden ebenfalls mit dem Tiefeneffekt beglückt. Hier stören wir uns selten an kompletten Charaktermodellen, die sich durch den Effekt zu stark vom Restbild abgrenzen. Unterlegt wird das Spiel mit einem Soundtrack, der aus Tracks der beiden Serien und neuen Kompositionen besteht, welche den Stil des Spiels wunderbar einfangen. Der Titel steuert sich via Touchpen-Eingaben, kann jedoch fast durchgehend auch mit Eingaben über die regulären Buttons gespielt werden – wirkt dann jedoch nicht mehr so intuitiv. Wer nach dem Durchspielen immer noch Lust auf weitere Geschichten und Rätsel hat, darf sich bis September 2014 auf zusätzliche (kostenfrei herunterladbare) Episoden freuen. Nach dreißig Stunden Spielzeit ist das ein sehr netter und lustiger Bonus, den wir wohlwollend begrüßen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Die virtuellen Gerichtsverhandlungen von Phoenix Wright waren leider noch nie mein Fall gewesen. Zu eingeschränkt fühle ich mich im Gerichtssaal, zu wenig kann ich mit den vorhandenen Beweisen argumentieren und oftmals frage ich mich, ob der Anwalt fähig ist, überhaupt die Unschuld seiner Mandanten zu beweisen und für diese einzutreten. Da ich aber stattdessen eher ein Fan von Rätselmeister Professor Layton bin, führte an Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney kein Weg vorbei. Das Spiel beginnt wie gewohnt mit vielen Mysterien, die sich dann nach und nach bis zum großen Finale aufklären und das finde ich im Crossover teilweise sogar noch besser als in der Vorlage. Spannend, humorvoll und unterhaltsam löse ich Rätsel und beweise die Unschuld meiner Mandanten im Gericht. Das liegt wohl auch daran, dass die Geschichte sehr wendungsreich geschrieben ist und ich die Wendungen aufgrund des Settings nicht kommen sehen kann. Schade finde ich es nur, dass der Großteil der Rätsel viel zu leicht und auf Anhieb zu lösen ist und sich die Hexenprozesse zu sehr in die Länge ziehen. Persönlich betroffen bin ich beim Übersehen des versteckten Rätsels 62, denn wer dieses im Spiel verpasst, darf nach dem Abspann große Teil des Finales noch einmal spielen. Das ist sehr ärgerlich und zeugt aufgrund fehlender Skip-Möglichkeit (außerhalb von Anime-Szenen) von leicht schlechtem Gamedesign. Im Gesamtbild macht das den Titel aber definitiv nicht schlechter und wer im siebten Kapitel einmal zu viel ein Bild zurückgeht, wird bis zum Abspann nichts verpassen und ein tolles Erlebnis haben!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney!

Review: Hidden Blade – Das Verborgene Schwert

The Hidden Blade - Das Verborgene Schwert (1)2004 dreht der damals 73 Jahre alte Regisseur Yōji Yamada nur zwei Jahre nach The Twilight Samurai den Film Kakushi Ken: Oni no Tsume, der hierzulande als Das Verborgene Schwert bekannt ist und durch den englischen Titel The Hidden Blade ergänzt oder ersetzt wird.

The Hidden Blade - Das Verborgene Schwert (2)Die titelgebenden Teufel des Originaltitels kommen im übersetzten Titel leider nicht vor, was wir ziemlich schade finden, da besonders dieser Zusatz The Hidden Blade Das Verborgene Schwert sehr gut beschreibt. Beworben wird The Hidden Blade stattdessen mit der Anzahl an Nominierungen und Preisen, welche der Film auf insgesamt zwölf Festivals abgeräumt hat – mit gutem Recht! Der Film erzählt die Geschichte des Samurai Munezō Katagiri, der gleich in der ersten Szene Abschied von seinem guten Freund Yaichirō Hazama nehmen muss. Diesen treibt es ins entfernte Edo, dem heutigen Tōkyō, um dort einen hohen Posten zu bekleiden. Das Leben verläuft in Katagiris Heimatprovinz weiter. In der ersten Hälfte des Films wird dieser Aspekt besonders beleuchtet, denn auch wenn alle Samurai ihrem Tageswerk folgen, entwickelt sich eine zunächst unglückliche Liebesgeschichte zwischen Katagiri und seiner früheren Bediensteten Kie. Diese wird in eine Familie eingeheiratet, in der sie jedoch so schlecht behandelt wird, dass sie mit der Zeit mehrmals erkrankt. Als Katagiri davon erfährt, nimmt er sich ihrer an und setzt für sie die Scheidung auf. Er pflegt Kie gesund und duldet sie in ihrem Haus, bis der soziale Druck ihm so sehr zusetzt, dass er sie zurück zu ihrer Familie schickt. Damit nicht genug, kehrt in der zweiten Filmhälfte Hazama als Gefangener zurück.

Pflichten und Bürden eines Samurai

The Hidden Blade - Das Verborgene Schwert (3)Dieser soll versucht haben in Edo Reformen durchzusetzen, was einer Entehrung des Shōgun gleichkommt. Seinen Mitverschwörern wird erlaubt, sich selbst zu richten, doch diese Ehre wird ihm verweigert. Als er aus dem Gefängnis flieht, erfährt der Lehnsherr, dass Hazama in früheren Tagen mit Katagiri verkehrt hat. Da Hazama als der beste Schwertkämpfer weit und breit gilt und man nicht das Leben unzähliger Samurai riskieren will, soll Katagiri ihn dazu treiben, Seppuku zu begehen oder ihn mit eigener Hand zu töten. In diesem Samurai-Drama sind es einmal mehr die typischen Motive Ehre, Loyalität und Anstand, die dutzende Male bei jedweder Gelegenheit charakterisiert werden. The Hidden Blade erfindet damit das Rad des Genres definitiv nicht neu, doch stattdessen erzählt der Film stringent eine Geschichte, die bis zum Abspann spannend bleibt. Anstatt dutzende Schwertkämpfe zu zeigen, nutzt Yamada das Medium Film ein weiteres Mal, um den Alltag eines Samurai, sowie Pflichten und Bürden des Kriegers, uns vor Augen zu führen. Für die Alltagsszenen nutzt der Regisseur oftmals einige Elemente des Humors. Ein Humor, der hierzulande wohl weitgehend als trocken identifiziert werden kann, ist dies jedoch absolut nicht. Die Szenen werden mit dem japanischen Humor in unseren Augen sehr aufgelockert und stellen so dennoch realistische soziale Beziehungen dar.

Bildgewagte Szenerie

The Hidden Blade - Das Verborgene Schwert (4)Höhepunkte sind es, auf die der Film zwar hinzielt, diese aber in Symbiose mit der Handlung stehen. Diese ist mit 137 Minuten nicht kurz ausgefallen, unterhält aber tatsächlich ungemein bis zur Lösung von Katagiris innerem Konflikt. Alle Szenen spielen vor einer sehr idyllischen Kulisse mit Wiesen, Dörfern, Bergen und authentischen Innenräumen. Der Film lässt sich wie The Last Sword – Die Wölfe von Mibu zeitlich am Ende des Tokugawa-Shōgunats einordnen, welches sich bald mit dem Tennōtum konfrontiert sehen muss, da Japan nach epochenlanger Isolation geöffnet wird. Entsprechend zeigt Yamada sehr bildgewagt, wie die Samurai mit der modernen Schusswaffentechnologie umgehen, die zu diesem Zeitpunkt zum zweiten Mal in Japan (diesmal weitaus erfolgreicher) eingeführt wird. Unterstützt wird die historische Kulisse von einem Soundtrack, der mit hübschen, sowie bedrohlichen Klängen und hervorragendem Taktgefühl die Szenen einfängt. Die japanische Tonspur ist bei dieser Blu-ray zu empfehlen, wenn auch die deutschen Sprecher nicht deplatziert wirken. Wenn japanische Begriffe jedoch zum Teil falsch ausgesprochen werden, kratzt das ein wenig an der gelungenen Atmosphäre. Das Bild könnte wie die Menge an Bonusmaterial besser ausfallen, da dieses mit einem Blick hinter die Kulissen und dem Besuch der Berlinale 2005 mit zwölf Minuten sehr kurz ausfällt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach nur zwei Filmen, die ich von Yōji Yamada gesehen habe, wage ich zu behaupten, dass er zu den talentiertesten Regisseuren Japans gehört. Mit The Hidden Blade – Das Verborgene Schwert enttäuscht er mich nicht, denn der Film zeigt mir ein realistisches Abbild der Samurai in der Edo-Zeit. Da es in den Provinzen Japans zu dieser Zeit nur selten zu (erfolglosen) Aufständen kommt, ist die Rüstung vor den Feinden nur Nebensache, doch zum Ende des Shōgunats wird klar, dass Japan technisch der Welt hinterherhinkt und westliche Waffentechnologie eingeführt werden muss. Bildgewagt schildert Yamada die ersten Versuche, die neue Technik zu beherrschen und bringt das mit dem Alltags- und Gefühlsleben eines einzelnen Samurai in Einklang. Hier macht der Film beileibe nichts neu, doch das muss er nicht. Jede Szene wirkt glaubhaft und sämtliche Dialoge sind tiefsinnig oder werden mit japanischem Humor gekonnt unterlegt. 137 Minuten vergehen hier wie im Fluge. Der Film eignet sich also nicht nur für Genre-Liebhaber, sondern auch an jene, die sich mit einem kleinen Stück der japanischen Geschichte auseinandersetzen wollen.

Vielen Dank an 3L Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Hidden Blade – Das Verborgene Schwert!

Review: The Twilight Samurai – Krieger der Dämmerung

The Twilight Samurai - Krieger der Dämmerung (1)Bevor Hiroyuki Sanada 2003 in The Last Samurai an der Seite von Tom Cruise zu sehen sein wird, spielt er 2002 in Yōji Yamadas Film The Twilight Samurai, welcher auf dem Roman des verstorbenen Schriftstellers Shūhei Fujisawa, die Hauptrolle des titelgebenden Samurai.

The Twilight Samurai - Krieger der Dämmerung (2)Tasogare Seibei, wie der Titel im Original heißt, heißt weltweit unterschiedlich. Hierzulande wird der Film als The Twilight Samurai gehandhabt; mit jeweils anderen Untertiteln wie Krieger der Dämmerung oder Samurai der Dämmerung. Letzterer Titel macht in unseren Augen mehr Sinn, da das Leben eines Samurai im zeitlich eingeordneten Tokugawa-Shōgunat überwiegend nicht aus dem Führen von Kriegen besteht. Trotz dieser Umstände nutzt der Publisher Krieger der Dämmerung als Untertitel, um den sich das Samurai-Drama dreht. Protagonist Seibei Iguchi lebt nicht das Leben, das ihm seit jeher vorschwebt. Nach seiner Schwertkampfausbildung fristet er sein Dasein als Beamter, was auf viele Samurai niederen Ranges dieser Zeit zutrifft. Jedoch stirbt seine Frau an der Schwindsucht, seine Mutter leidet an Demenz und zudem muss er sich neben seinen Tätigkeiten als Samurai um den Haushalt, sowie um die Nebeneinkünfte kümmern, um seine beiden Töchter ernähren zu können. Er möchte gerne am sozialen Leben teilhaben, doch zum einen kann er nicht mit seinen Kollegen abends vergnüglich Sake trinken und sich den irdischen Freuden hingeben und zum anderen vernachlässigt er mit der Zeit sein Äußeres und wird aufgrund seines Geruchs und seiner verwahrlosten Kleidung beiläufig während des Fürstenbesuchs zum Gespött in der Burgstadt.

Realistisches Abbild der Samurai

The Twilight Samurai - Krieger der Dämmerung (3)Sein Onkel aus der Hauptfamilie versucht, ihn mit einer Frau zu verheiraten, doch wehrt sich Iguchi dagegen. Als er von seinem Freund Michinojo Iinuma erfährt, dass dessen Schwester Tomoe sich von ihrem Ehemann scheiden lässt, kommen in Iguchi Gefühle auf. Er wird sich jedoch bewusst, dass trotz der Liebe, die Tomoe Iinuma ihm, seinen Kindern und auch seiner Mutter entgegenbringt, er ihr niemals das Leben bieten kann, welches er für sie vorstellt. Auf der einen Seite wird in The Twilight Samurai ein verletzlicher Samurai charakterisiert, der in seinem Leben anhand von Arbeit, Familie und Freundschaft Halt erhält und weniger das Bild eines Schwertkämpfer, welches einem Europäer fast schon automatisch in den Kopf kommt. Auf der anderen Seite ruft der Film anhand von vielen sozialen Gelegenheiten immer wieder ein Gefühl von Ehre, Disziplin und Treue hervor, die von einem Samurai erwartet wird. Im gesamten Film kommt es dennoch nur zu zwei Schwertkämpfen, die maßgeblich wichtig für die Handlung sind. Einmal im Zeichen der Ehre, einmal im Zeichen der Treue. The Twilight Samurai prägt mit Seibei Iguchi ein realistisches Abbild eines Samurai am Ende des Bakufu, der Zeltherrschaft unter dem Shōgun. Es wird absolut keine Kulisse genutzt, um eine fiktive Geschichte zum Gunsten von Spannung und Unterhaltungswert zu erzählen.

Eine Form von Glück

The Twilight Samurai - Krieger der Dämmerung (4)Erzählt wird die Geschichte ähnlich wie The Last Sword: Die Wölfe von Mibu auf zweierlei Zeitebenen, von denen jedoch eine nur in der letzten Szene mit Bildern dargestellt wird und nach der Meiji-Restauration spielt. Aus eingespielten Worten von Ito Iguchi, Seibeis Tochter, erfahren wir als Zuschauer während ruhigen Momenten innerhalb der Handlung, wie sich die Umstände auf ihren Vater ausgewirkt haben. Besonders der Begriff Glück wird durch diese Monologe geprägt. Die Geschichte von The Twilight Samurai hat eine Lauflänge von 129 Minuten, die durchgehend vor einer schönen Kulisse in Form von Dörfern, Innenräumen, Flüssen und Bergen begleitet wird. Das Bild liegt in 1080p und im 16:9-Format (1,85:1) vor, während sowohl die deutsche, als auch die japanische Tonspur in DTS HD Master Audio 5.1 vorliegen. Obwohl die deutsche Synchronisation wirklich gut umgesetzt wurde und sogar die emotionale Tiefe der Betonung glaubwürdig erscheinen, können wir Hiroyuki Sanada und Rie Miyazawa nur einmal mehr gratulieren, wie glaubwürdig sie ihre Rollen spielen. So kann man mit der deutschen Fassung absolut nichts verkehrt machen, doch die authentische japanische Tonspur besticht weitaus mehr. Das Bonusmaterial fällt auf der Blu-ray mit einem deutschen und drei japanischen Trailern, sowie einer Artwork-Galerie, jedoch sehr sparsam aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Asiatische Filme sind für Europäer meist nicht einfach zu verstehen, doch The Twilight Samurai: Krieger der Dämmerung  leitet den Film mit nur sehr wenigen Charakteren ein und behandelt überwiegend auch nur das Leben des titelgebenden Mannes der Dämmerung, Seibei Iguchi. Iguchi wird als sehr realistisches Abbild eines Samurai dieser Zeit vorgestellt und wird nicht zu Gunsten von Spannung oder Unterhaltungswert missbraucht, um ein Schwertkampfepos unterster Güte zu präsentieren. Schwertkämpfe sind in The Twilight Samurai mit nur zwei Auseinandersetzungen ohnehin nicht sehr präsent, weshalb einmal mehr das Gewicht des Films auf Seibei Iguchi gelegt wird, der wunderbar von Hiroyuki Sanada verkörpert wird. Das Drama überzeugt des Weiteren mit schönen Landschaften, tiefsinnigen Dialogen und einem passenden Soundtrack. Wer sich für das Leben eines Samurai zum Ende des Bakufu interessiert, sollte einen Blick riskieren!

Vielen Dank an 3L Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Twilight Samurai!

Review: Yoshi’s New Island

CTR_Big_Egg_TS_EAP.indd1995 veröffentlicht Nintendo unter dem Titel Super Mario World 2: Yoshi’s Island das erste Jump ’n’ Run mit Dinosaurier Yoshi in der Hauptrolle. Je ein Auftritt für das Nintendo 64 und den Nintendo DS folgen, doch dann wird es wieder ruhig um den grünen Dinosaurier.

Yoshi's New Island (2)Mitunter mag es nicht an der Beliebtheit von Yoshi liegen, sondern eher daran, dass weder das mittelmäßige Yoshi’s Story, noch das eher am Original orientierte Yoshi’s Island DS an den Erfolg der Super-Nintendo-Episode anknüpfen können. Dieses legte im Jump-’n’-Run-Sektor gänzlich neue Maßstäbe und zählt bis heute zu den wichtigsten Titeln des Genres. So ist es nicht verwunderlich, dass man das Franchise trotzdem verwerten möchte und stellt noch vor der Electronic Entertainment Expo 2013 das Spiel im Rahmen einer Nintendo-Direct-Ausgabe der Öffentlichkeit vor. Der Trailer zeigt zwar mutig neue Elemente, die es auch ins fertige Spiel geschafft haben, doch orientiert sich das Spiel sehr am Seriendebüt ohne dabei Experimente einzugehen. Mutig zeigt sich auch der Storch, der Baby Mario und Baby Luigi zu seinen Eltern bringen will. Wir dachten zwar, dass der Storch sich schon beim Original am Ende nicht geirrt hat, doch um die Story weiterzuerzählen, benötigt es eben Änderungen. Der Storch erfährt, dass er die Babys vor einem falschen Haus ausgesetzt hat. Hurtig versucht er die Babys an die richtige Adresse zu liefern, kollidiert unterwegs jedoch mit Kamek. Diesem gelingt es Baby Luigi und den Storch ins Domizil von Baby Bowser zu bringen, doch Baby Mario landet stattdessen mitten im Dschungel auf der Insel der bunten Yoshis.

Von Eiern, Rieseneiern und riesigen Metalleiern

Yoshi's New Island (3)Einen Oscar gewinnt die Handlung von Yoshi’s New Island sicherlich nicht, doch ist wie so oft eine Geschichte in einem Jump ’n’ Run nur Mittel zum Zweck, um dem Gameplay einen Sinn zu geben. Uns stört es nicht, da wir so recht schnell ins erste Level gescheucht werden, wo uns altbekannte Gameplay-Mechaniken erwarten. Wir nutzen Yoshis Zunge, um Gegner wie Shy Guys zu fangen, runterzuschlucken und in Eier zu verwerten. Diese können wir dann dazu nutzen, um entweder gefräßige Piranha-Pflanzen zu beschießen oder sonst unerreichbare Objekte wie rote Münzen oder Grinseblumen einzusammeln. In den meisten Fällen lassen wir mit den Eiern jedoch kleine Wolken platzen, die danach nicht selten die Level-Architektur zu unserem Gunsten verändern. Schlüssel lassen sich auf diesem Wege ebenfalls sammeln, um dann noch im selben Level an anderer Stelle eine Tür zu weiteren Geheimnissen zu öffnen. Neu sind diesmal riesige Gegner, die an bestimmten Stellen aus gigantischen Warp-Röhren erscheinen und ebenfalls geschnappt werden wollen. Normalerweise können wir bis zu sechs Eier mit uns herumschleppen, doch ein Riese verlangt nach einem Riesenei, welches die anderen verdrängt. Diese Eier zerstören Teile der Umgebung. Das kommt nicht zwar oft vor, aber wirkt weniger aufgesetzt als beispielsweise der Maxi-Pilz in New Super Mario Bros..

Verwandlungskünstler Yoshi

Yoshi's New Island (4)Das liegt auch daran, dass das allgemeine Spieltempo relativ hoch ist und wir die Flugbahn des Eies seelenruhig verfolgen können und nicht den Spielfluss stört. Später gibt es diese Eier noch in einer Metallversion, die uns an den Grund von Seen ziehen oder Gegner plattwalzen können. Nett! Der Superstern aus dem Seriendebüt ist ebenfalls wieder mit an Bord, doch ist es hier nicht der Nachwuchsklempner allein, der durch die Gegend rast, sondern beide Helden zusammen. Das erhöht das Spieltempo ebenfalls, welches jedoch durch das Versagen bei den Spielabschnitten mit Yoshis Verwandlungen doch ein wenig relativiert wird. Das mag in der ersten Spielhälfte zum Teil stören, da man nach Möglichkeit wieder alle Objekte eines Levels einsammeln will. Später haben wir die Verwandlungen in ein U-Boot oder in eine Lore jedoch gemeistert. Hierbei unterscheidet sich die Steuerung vom Rest des Spiels, denn hier müssen wir unseren Nintendo 3DS nach links oder rechts kippen, damit sich Yoshi in Bewegung setzt – Knöpfe werden nur für Sprünge oder Torpedos benötigt. Der Tiefeneffekt des Geräts wird währenddessen automatisch abgeschaltet, weshalb es dabei auch nicht zu Bildverzerrungen kommen kann. Außerdem kommt es dann nicht zu Verwirrungen. Diese Spielpassagen sind mit etwas Gespür übrigens nahezu problemlos zu meistern.

Geringer Anspruch und mehrmalige Wiederkehr

Yoshi's New Island (5)Viele Probleme bekommen wir in Yoshi’s New Island übrigens nicht. Der Schwierigkeitsgrad ist nämlich sehr gering ausgefallen. Soll heißen, dass wir mühelos durch fast alle Levels des Spiels hetzen können ohne auch nur von einem einzigen Gegner getroffen zu werden. Somit sind knifflige Passagen absolut in der Minderzahl. Obwohl das Spiel so leicht ist, verleiht uns das Spiel beim mehrmaligen Versagen in einem Level auf Wunsch sogar Flügel, mit denen wir durch das Level fliegen können. Hier verstehen wir den Entwickler nicht, dieses Feature einzubauen und Nintendo verstehen wir nicht, dass überhaupt zu zulassen. Der Anspruch von Yoshi’s New Island ist somit viel zu gering. Trotz der leichten Spielweise, sind sammelbare Objekte verdammt gut versteckt. Beim ersten Durchspielen sind wir zwar aufmerksam durch die Levels gelaufen, doch nur in zwei von 48 regulären Levels haben wir tatsächlich auch alle Items gefunden. Das motiviert dann auch nach dem Abspann, jedes einzelne Level nochmals in Angriff zu nehmen und verlängert die Spielzeit aufgrund der meist recht kurzen Abschnitte sehr angenehm. Obwohl uns Größe, Anspruch und Schwierigkeitsgrad eines fast jeden Levels stört, wirkt die Spielwelt dann trotzdem so, als sei sie genau so konzipiert. Jede Plattform, jede versteckte Wolke und jeder Gegner wartet genau da auf uns, wo wir ihn auch erwarten.

Das Jump ’n’ Run für Einsteiger

Yoshi's New Island (6)Bei den Bossgegnern geht Entwickler Arzest jedoch in eine andere Richtung als das Original. Während 1995 noch in jeder Burg ein anderer Bossgegner auf uns wartet, trifft dies jetzt nur noch auf jeden zweiten Bossgegner zu. In der ersten Burg einer Welt wartet Kamek auf uns, der immerhin auf immer unterschiedliche Weise besiegt werden will. In der zweiten Burg ist es dann immer ein anderer Gegner, der sich uns in den Weg stellt. Ausnahmslos bis zum Endboss reicht es aus, den Bossgegner dreimal mit einem geworfenen Ei zu treffen. Schwach! Weniger schwach ist der Grafikstil. Im Vergleich zum Serienerstling zieht der Titel zwar den Kürzeren, doch trotzdem wirkt die optische Oberfläche wie aus einem Guss. Dabei verzichtet der Titel abermals weitgehend auf Bildschirmanzeigen. Während diese 1995 ins Pausenmenü ausgelagert werden, sind sie nun auf dem Touchscreen präsent, da dieser im Spielverlauf nie benötigt wird. Gepaart wird der Grafikstil mit einem netten Soundtrack, der zwar stimmig ist, aber viel zu wenige Tracks beinhaltet, um uns im Gedächtnis zu bleiben. Wenn ihr noch nie oder zumindest länger nicht ein Jump ’n’ Run gespielt habt, dann bietet Yoshi’s New Island einen guten (Wieder)einstieg, doch für fortgeschrittene Spieler oder gar Profis bietet der Titel nur wenig Neues und entwickelt sich leider sehr schnell in stumpfes Abklappern der Levels.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: In den letzten Wochen habe ich den Titel sehnsüchtig erwartet und mich an die gute alte Super-Nintendo-Zeit erinnert. Diese Erinnerungen werden beim Spielen von Yoshi’s New Island zu Beginn stärker, relativieren sich jedoch relativ schnell. Man merkt so gut wie jedem Level an, dass die Entwickler das Seriendebüt von 1995 nachahmen möchten. Das gelingt auf der einen Seite mit einem ähnlichen Spielprinzip und auf der anderen Seite mit einer Anlehnung an die grandiose Spielwelt, ohne jedoch dessen Qualität zu erreichen. Grafik und Soundtrack passen zwar gut zusammen, sind unterm Strich jedoch zu wenig, um mich persönlich zufriedenzustellen. Da der Schwierigkeitsgrad sehr dürftig ausfällt, der Anspruch dadurch sinkt, Herausforderungen überwiegend fehlen und es kaum Innovationen gibt, vergeht mir sehr schnell die Lust am Spiel. Es kann nicht sein, dass ich ohne Anstrengung am Ende des Spiels fast 150 1-ups auf meinem Konto habe und im gesamten Spiel gerade einmal 36 Yoshis verloren habe. Das einmalige Durchspielen habe ich zwar genossen, doch aufgrund der Mankos habe ich ebenso keine Lust mehr, die ganzen Levels nochmals anzugehen, um jedes einzelne Geheimnis zu lüften – auch wenn ich die Special-Welten des Spiels doch sehr gerne einmal spielen möchte. Yoshi’s New Island ist somit zwar kein schlechtes Spiel, richtet sich aber eindeutig an ein sehr junges Publikum oder an jene Spieler, die länger oder gar nie Kontakt mit einem Jump ’n’ Run hatten. In dem Falle kann man bei Yoshi’s New Island guten Gewissens zuschlagen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yoshi’s New Island!

Partner: NMag #55 erschienen – Dinosaurierstärken

NMag #55Die dunkle Jahreszeit wird durch Frühlingstemperaturen abgelöst, die Tage werden wieder länger und neue Titel für Wii U und 3DS warten nur darauf, ausgiebig gespielt zu werden. In der 55. NMag-Ausgabe widmet sich die Redaktion den aktuellen Titeln, die wochenlang an den Bildschirm fesseln. Im Testlabor durchleuchtet die Redaktion Yoshi’s New Island, doch nicht nur Dino Yoshi kehrt in einem eigenen Abenteuer zurück, sondern auch Gorilla Donkey Kong. Wie bravourös Donkey Kong Country: Tropical Freeze ausfällt und ob dieser Maßstab auch für Mario Party: Island Tour gilt, wird ebenfalls geklärt. Außerdem stellt die Redaktion ganze fünfzehn Spiele wie NES Remix oder Dr. Luigi vor, die man sich aus dem eShop unbedingt herunterladen sollte. In Zusammenarbeit mit den Partnerseiten wird mit der vorliegenden Ausgabe außerdem ein neues Wertungssystem eingeführt, welches sich am großen Vorbild der Famitsū orientiert.

Das Jahr 2014 hat zwar gerade erst begonnen, doch analysiert die Redaktion in Form eines Specials den Markt. Um Klempner Mario einmal mehr die Treue zu schwören, hat sich die Redaktion für die nächsten Ausgaben ebenfalls etwas ausgedacht. Sie spielt alle Jump ’n’ Runs mit Mario durch; den Anfang machen die Abenteuer auf dem Nintendo Entertainment System. Welche Wege das NMag in den letzten Wochen noch eingeschlagen hat und noch in Zukunft einschlagen wird, bleibt dabei natürlich nicht außen vor. Und jetzt schnell unter http://n-mag.org und die nagelneue Ausgabe kostenlos herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Review: Waiting in the Summer – Vol. 1 (Episoden 1 – 6)

Waiting in the Summer - Vol. 1 (1)Fragt man Menschen nach ihrer Lieblingsjahreszeit, hört man bis zu vier unterschiedliche Antworten. Oft wird dabei jedoch der Sommer genannt. Vor dem Hintergrund der heißen Jahreszeit spielt die Handlung des leider nur zwölfteiligen Anime Ano Natsu de Matteru.

Waiting in the Summer - Vol. 1 (2)Übersetzt bedeutet der Titel des Animes soviel wie Warten im Sommer beziehungsweise Waiting in the Summer, wie die Serie auf Blu-ray und DVD vermarktet wird. Kaito Kirishima lebt mit seiner Schwester Nanami in einer ländlichen Gegend Japans im Haus ihrer bereits verstorbenen Großmutter und ohne Eltern, die ebenfalls tot sind. Eines Tages findet Kaito im Gerümpel des Hauses eine alte Kamera und entdeckt prompt das Filmemachen für sich. Eines Nachts begibt er sich auf eine Anhöhe, um den Sternhimmel zu beobachten und Aufnahmen mit der Kamera zu machen. Ein helles Licht blitzt auf. Es folgt eine Explosion und ehe er sich versieht, landet Kaito bewusstlos im Wasser. Nur mit der Erinnerung an ein rothaariges und hübsches Mädchen wacht Kaito am nächsten Morgen in seinem Haus auf. Das Erlebnis legt er als Traum in seinen Erinnerungen ab, doch als er sich später mit seinen Klassenkameraden in der Schule unterhält, fängt er nebenher mit der Linse seiner Kamera wieder das Mädchen ein. Diese stellt sich kurz darauf der Klasse vor und erklärt, dass sie ein Auslandssemester macht. Kaito und sein Mitschüler Tetsurō Ishigaki stellen sich der rothaarigen Ichika Takatsuki vor, die mit ihnen und Kanna Tanigawa, Mio Kitahara und Remon Yamano schnell neue Freunde findet. Gemeinsam beschließen sie in den kommenden Sommerferien einen Film zu drehen.

Liebe und Freundschaft

Waiting in the Summer - Vol. 1 (3)Da es sich bei Ichika um eine Außerirdische handelt, die mit ihrem Raumschiff auf der Erde notlanden musste, entwickeln sich während der gesamten Handlung aufgrund interstellarer Kulturunterschiede einige lustige Momente. Das beginnt beim Anbieten eines Schlafplatzes, sowie dem Aufnehmen von Nährstoffen und endet bei der Verarztung von einer mysteriösen Wunde durch eine Umarmung und einen Kuss. Schnell wird klar, welche Themen durch die ausgeklügelte Handlung erzählt werden sollen. Allen voran geht es um Liebe, denn Kaito ist vom ersten Moment in Ichika verliebt. Währendessen ist jemand anderes in Kaito verliebt, die wiederum von jemand anderem geliebt wird, welcher der heimliche Schwarm von Mio ist. Es ist ein großer Tohuwabohu, welches uns Regisseur Tatsuyuki Nagai hier vorsetzen. Dabei erreicht der Anime jedoch nie die emotionale Tiefe von Die Ewigkeit, die du dir wünschst und auch eine verrückte Handlung wie in Kämpfer bleibt uns erspart. Das ist auch gut so, da der Anime versucht, eine reale Geschichte zu erzählen – sofern man von der Außerirdischen einmal absieht. Nicht nur Liebe, sondern auch Freundschaft ist in Waiting in the Summer ein zentrales Thema. Als Zuschauer erfährt man schnell, wie verbunden die Charaktere mit ihren Freunden sind. Auf unterschiedlicher Art und Weise unterhalten sie sich miteinander.

Genüsse und Humor

Waiting in the Summer - Vol. 1 (4)Die sechs Episoden, welche in der ersten Volume enthalten sind, versuchen immer mit einem Cliffhanger zu enden und erhöhen die Spannung bis zur nächsten Folge enorm. Kaum ist eine Episode vorbei, ertappen wir uns dabei, wie wir schon die nächste Episode aus dem Menü wählen. Waiting in the Summer erzählt eine unterhaltsame, humorvolle und wendungsreiche Geschichte, die mit illustren Charakteren zusammengehalten wird und nicht in die Länge gezogen wirkt. Es gibt keine Szene, die überflüssig ist. Die Story verzichtet auf gekünstelte Pausen und um den Konflikten zu entgehen, fliehen die Protagonisten auf lustige Art und Weise aus der Szene. Da werden wir wehmütig, wenn wir am Ende der sechsten Episode merken, dass wir die Hälfte der Serie konsumiert haben. Unterstützt wird die Geschichte voller Liebe, Freundschaft und Geheimnisse durch ein auf der Blu-ray herausragendes Bild. Schöne Landschaften und liebevoll animierte Figuren machen den Anime in 1080p inklusive eines angenehmen Soundtracks zu einem Genuss. In puncto Synchronisation möchten wir die japanische Synchronfassung hervorheben. Wenn in der zweiten Folge Kaitos Schwester einen Heulanfall kriegt, merkt man einfach, dass diese Szene im Original wesentlich lustiger ist. Das beiliegende Booklet mit vielen Hintergrundinformationen rundet das Gesamtpaket ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich mir die ersten Episoden von Waiting in the Summer angeschaut habe, bin ich jetzt doch sehr überrascht, dass ich bereits die Hälfte der Serie gesehen habe. Dabei hat dieser Anime in meinen Augen so viel Potential, dass er glatt für die doppelte Folgenanzahl Geschichten erzählen könnte, ohne dass er dabei langweilig würde. Das ist zugleich der springende Punkt. Waiting in the Summer ist sowohl in der japanischen Originalfassung und in der deutschen Synchronisation mit so viel Humor, Wortwitz und leicht tiefgründigen Dialogen ausgestattet, dass ich schnell die Zeit vergesse. Nach zweieinhalb Stunden habe ich das Gefühl, dass man die Figuren schon ewig kennt und sie dennoch noch so viel erzählen könnten. Vor der Kulisse des Sommers gefällt mir dieser Anime ebenfalls gut – schließlich handelt es sich hierbei auch um meine Lieblingsjahreszeit! Ich freue mich schon auf die nächsten sechs und somit leider auch letzten Episoden und bin gespannt, wie die offenen Handlungsfäden am Ende der sechsten Episode fortgeführt werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Waiting in the Summer – Vol. 1 (Episoden 1 – 6)!

Review: The Last Sword – Die Wölfe von Mibu

The Last Sword - Die Wölfe von Mibu (1)2003 entscheidet sich Yōjirō Takita den Roman Mibu Gishi Den von Jirō Asada aus dem Jahr 2000 zu verfilmen. Während der Film im Original ebenso Mibu Gishi Den heißt, hört er in der Welt auf Namen wie The Last Sword is drawn oder The Last Sword – inklusive Untertitel.

The Last Sword - Die Wölfe von Mibu (2)Für die Blu-ray-Fassung hat man sich bei 3L Film für Die Wölfe von Mibu entschieden, da dies auf den Film eher zutrifft, als Der letzte Feldzug der Samurai. Der Film thematisiert das Leben der Samurai am Ende des Tokugawa-Shōgunat, doch wird die Geschichte rückblickend aus der Sicht zweier beziehungsweise dreier Personen erzählt. An einem Abend taucht in der Stadt Edo, dem heutigen Tōkyō, ein älterer Herr mit seinem an Fieber erkranktem Enkel in der Arztpraxis von Chiaki Ono auf, da das Fieber nicht zurückgehen will. Während sich seine Frau um den Patienten kümmert, unterhält sich der Arzt mit Hajime Saitō, dem älteren Herrn. Diesem fällt ein altes Foto auf, welches einen alten Samurai abbildet. Das ältere Bild zeigt Kanichiro Yoshimura, einen gemeinsamen Bekannten von Ono und Saitō und kurzum genau das wiederkehrende Element des Films, welcher die Geschichten über Yoshimura verknüpft. An dieser Stelle macht der Film den Sprung ins Jahr 1863 und somit findet die Handlung in den Wirren des Kriegs zwischen dem Tokugawa-Shōgunat und dem Tennōtum statt. Den Shinsengumi untergeordnet, dienen sowohl Yoshimura, als auch Saitō des um die Existenz ringenden Tokugawa-Shōgunats. In diesem Aspekt stellt der Film die Verpflichtung eines Samurai gegenüber seinem Herrn dar und was es bedeutet, für diesen in den Tod zu gehen.

Zwei Gegensätze

The Last Sword - Die Wölfe von Mibu (3)Trotzdem ist The Last Sword – Die Wölfe von Mibu mehr als ein einfacher Samurai-Film, denn die Geschichte um das berufliche Leben eines Samurai wird als Fassade genutzt, um das wahre und private Leben eines Schwertkämpfers vorzustellen. Hungersnöte und Armut sind zusätzliche Themen, die am Rande vorgetragen werden und das Kriegerleben beeinflusst. Durch die äußeren Umstände entwickeln sich Yoshimura und Saitō gegensätzlich. Das wird vor allem in einem Kampf klar, in dem sich beide plötzlich bekämpfen und ihre Motivation vortragen, warum sie eigentlich töten. Saitō wird ehrenhaft und introvertiert charakterisiert, was die Szenen mit Kōichi Satō sehr kühl erscheinen lässt. Das Äquivalent zu Saitō finden wir in Yoshimura wieder. Zwar wird dieser zunächst als raffgierig dargestellt, doch im Lauf des Films wird diese Eigenschaft relativiert. Der Familienvater benötigt das Geld, um seine Familie zu ernähren. Selbst in anderen Szenen wird er als sehr mildtätig dargestellt, wenn er zum Beispiel das letzte Reisbällchen kurz vor einer Schlacht seinem Pendant Saitō abgibt. Des Weiteren tragen die Szenen mit Kiichi Nakai eine kleine Prise Humor zum sonst recht ernsten Film bei. Entsprechend sind diese Szenen zunächst heiter, doch zunehmend driften sie zum Ende hin ins Elegische ab. Die Augen des Zuschauers werden dadurch nicht verschont.

Musik von Joe Hisaishi

The Last Sword - Die Wölfe von Mibu (4)Ausgehend von den sehr nüchtern gehaltenen Szenen in der Arztpraxis, zieht das Geschehen von 1863, welches auf einer fiktiven Geschichte vor historischen Tatsachen basiert, mit den emotionalen Szenen in seinen Bann. Nicht unschuldig daran ist der Soundtrack des Films aus der Feder von Joe Hisaishi. Dieser hat mit der musikalischen Untermalung zu Chihiros Reise ins Zauberland, Prinzessin Mononoke oder Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin schon etliche Male bewiesen, dass er zu den besten Komponisten der Welt gehört. Das merken wir in The Last Sword ebenfalls, denn jegliche Szenen wirken mit seinen Markenzeichen sehr stimmig. Die Kamerafahrten basieren nicht auf hektischen Bewegungen, sondern auf ruhigen Bildern, welche die Konzentration auf die Charaktere lenkt. Selbst die wenigen Schlachten, die von den Samurai geschlagen werden, werden nicht sonderlich überreizt. Während das Bild in 1080p (1,66:1; folglich schmale schwarze Balken links und rechts) auf der Blu-ray vorliegt, kann das Tonformat mit DTS-HD Master Audio 5.1 in der deutschen und der japanischen Tonspur überzeugen. Die deutsche Synchronisation ist mit bekannten Sprechern wie Bernd Vollbrecht gut besetzt, doch das japanische Original wirkt weitaus authentischer. Der Bonus-Anteil der Blu-ray ist mit zwanzig Minuten hinter den Kulissen und dem Trailer dünn besetzt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich erinnere mich noch an viele Bilder des Films, als ich ihn irgendwann einmal mitten in der Nacht zufällig gesehen habe. Es ist echt schade, dass solchen Filmen im Fernsehen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Emotionalität, welche die Japaner auf den Bildschirm bringen, erreicht mit The Last Sword – Die Wölfe von Mibu eine neue Ebene. Die Geschichte von Saitō und Yoshimura ist unterhaltsam und bedrückend zugleich. Auf der einen Seite gibt mir der Film einen Einblick in den privaten Alltag von den Samurai und zum anderen zeigt der Film mir die Brutalität, mit welcher die Kriegerkaste in Japan einst geherrscht hat. In Bildern kommt die Gewalt jedoch nicht über eine Enthauptung hinaus. Sie spielt sich entweder in den wenigen Schlachten oder in der Psyche der Samurai, von denen einige auch zum Seppuku, dem rituellen Selbstmord, gezwungen werden, ab. The Last Sword ist zur einen Hälfte Samurai-Film und zur anderen Hälfte ein Drama, welches sich über 138 Minuten zieht, aber keine Minute davon langweilig wird.

Vielen Dank an 3L Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Last Sword – Die Wölfe von Mibu!