Review: Tomodachi Life

CTR_Clone_PS_ANIVA_GEP_140409.inddTomodachi ist das japanische Wort für Freund, doch Freunde hat sich Tomodachi Life schon im Vorfeld nicht gemacht. Manch Homosexueller ist empört darüber, wie Nintendo mit einem nachträglich veröffentlichen Patch gleichgeschlechtliche Beziehungen untersagt.

Tomodachi Life (2)Dabei möchte Tomodachi Life nur ein illustres Spiel sein, welches einer breiten Käuferschicht Spaß machen möchte. Das Spiel beginnt damit, indem wir eine Insel irgendwo im Nirgendwo betreten. Das Eiland soll unser nächstes Zuhause werden. Wir erstellen uns dazu einen Mii, der uns am besten ähnlich sein sollte, da im Spiel darauf Bezug genommen wird. Die witzigen Avatare, die Nintendo 2006 nach Veröffentlichung der Wii auf alle nachfolgenden Konsolen übertragen hat, stehen in diesem Spiel im Vordergrund. Unser Alter Ego fühlt sich bereits in den ersten Spielminuten Recht einsam, weshalb wir ihm ein paar Freunde an die Seite stellen. Die Miis können wir entweder mit dem Mii Maker direkt im Spiel von Grund auf erstellen oder wir wählen aus den auf dem 3DS gespeicherten Miis eine Vorlage aus. Danach müssen wir dem Mii noch eine Persönlichkeit geben, die sich über ein paar überschaubare Optionen via Schiebereglern einstellen lässt. Wir können zwar jedwede Person erstellen, doch empfiehlt es sich durchaus, die Miis Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern nachzuempfinden und ihre Persönlichkeiten möglichst dem echten Vorbild anzupassen. Ihr werdet dabei sehr überrascht sein, wie viele Eigenschaften eurer Miis dem der Vorbilder entsprechen. Das ist aber sicherlich nicht die Intention des Spiels, denn was folgt, ist absolut kranker Humor!

Bedürfnisse eines Miis

Tomodachi Life (3)Alle Miis, die sich auf der Insel wohnen, quartieren sich in einem Wohnheim ein. Im Herzen der Insel gelegen, besuchen wir jene Residenz täglich. Bereits beim Anblick des Gebäudes sehen wir an den Fenstern, welcher Mii gerade zuhause, auswärts unterwegs oder auch in tiefe Träume versunken ist. Ein echtes Spielziel hat Tomodachi Life dabei nicht. Der Titel ist eine Simulation eines Lebens, welches in der Realität so nicht möglich wäre. Das aber macht den Reiz des Spiels aus. Wir besuchen zunächst einmal einen Mii und erkundigen uns dann nach seinen Bedürfnissen. Oftmals hat ein Mii Hunger, woraufhin wir in den örtlichen Inselladen rennen und dort Grünzeug, Fleisch oder Obst besorgen. Jeder Mii mag natürlich etwas anderes, weshalb seine Vorlieben mit der Zeit herausgefunden werden wollen. Dasselbe Spiel funktioniert mit Kleidungsstücken oder Inneneinrichtungen für sein Zimmer. Mit jedem Problem, welches wir lösen, erhalten wir ein wenig Taschengeld und der Mii erhält Erfahrung, wodurch uns beziehungsweise dem Mii mit der Zeit immer mehr Möglichkeiten offenstehen. Nach jedem Stufenaufstieg können wir einem Mii ein Liedgenre beibringen oder ihm sogar ohne zusätzliche Kosten eine Inneneinrichtung schenken. Manchmal möchte ein Mii auch, dass wir ihm eine neue Phrase beibringen, die er in emotionalen Lagen vermitteln möchte.

Zwischenmenschliche Beziehungen

Tomodachi Life (4)Lustig wird es, wenn wir einen schlafenden Mii aufsuchen und seine Träume besuchen. Hier träumt ein Mii davon, wie er als Skelett an einem überdimensionalen Rucksack hängt oder in einer Fabrik in Farbe mehrfach in Farbe getauft wird – hier dürfen wir sogar hämisch auf das Knöpfchen drücken. Oder die Miis träumen von anderen Miis, mit denen sie vielleicht einmal eine nähere Beziehung eingehen möchten. Abenteuerlich wird es, wenn wir einen Bewohner mit einem anderen Mii zusammenbringen und sie sich daraufhin gut verstehen. Im Verlauf des Spiels ist es nämlich möglich, dass sich männliche und weibliche Miis so gut verstehen, dass sie heiraten und sogar Kinder bekommen können. In der ursprünglichen Fassung war es sogar möglich, dass sich auch homosexuelle Pärchen bilden können. Offiziell hat man aber verlauten lassen, dass es sich hierbei um einen technischen Fehler handelt, der die Erfahrung mit dem Spiel durchaus beeinträchtigen kann. Unter anderem kann es ohne Patch dazu führen, dass man den (einzigen) Spielstand nicht mehr speichern kann. Anstatt den Spielcode derart stark umzuschreiben, um die Fehler zu verhindern, hat sich Nintendo jedoch für den Patch entschieden und verhindert homosexuelle Beziehungen damit. Jedoch geht der Konzern in seiner Wortwahl recht ungeschickt damit um; er bezeichnet solche Beziehungen als seltsam.

Kommunikation nach außen

Tomodachi Life (5)Hintergründe gibt es dafür genug. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass Nintendo ein familienorientierter Konzern ist und in vielen Ländern der Erde homosexuelle Beziehungen als falsch angesehen werden. Nicht nur das Unternehmen, sondern auch das Bewusstsein der jeweiligen Bevölkerung muss sich ändern. Außerdem ist Nintendo eine japanische Firma und obwohl man in Japan seit Jahrhunderten mit Homosexualität einen lockeren Umgang pflegt, gibt es in Japan ein Gesetz, das homosexuelle Ehen nicht ermöglicht. Selbst in Deutschland ist es nicht erlaubt, dass homosexuelle Pärchen Ehen eingehen dürfen. Ihr Zusammenleben ist in Deutschland nur als eingetragene Lebenspartnerschaft möglich. Nintendo möchte sich mit dem Patch sicherlich nicht gegen Homosexuelle richten, da man auch immer wieder betont, dass man Spiele produziert, die jedem Spaß machen sollen. In Zukunft wird man sich jedoch zweimal überlegen, wie man mit dieser Thematik umgeht. Ein Dialog ist hier wichtig! Trotz dieses Fauxpas ist Tomodachi Life kein Rückschritt, sondern ein Stillstand. Jedoch ein Stillstand, der mit seinen witzigen Ideen alle paar Minuten ein Lächeln auf unser Gesicht und das unserer Miis zaubert. Entweder sind die Dialoge zwischen unseren Freunden so komisch, dass sie keinen Sinn ergeben oder Geschenke, die wir erhalten, einfach nur sehr kurios sind.

Humor für Wahnsinnige

Tomodachi Life (6)Wenn wir in Minispielen nach dem Memory-Prinzip oder dem Erraten von Bildern im Spiel den Kürzeren ziehen, erhalten wir als Geschenk gerne mal eine Rolle Klopapier. Gewinnen wir, bekommen wir zwar schon mal Gegenstände wie Discokugeln, aber selbst ein Töpfchen inklusive Klobrille kann dann und wann schon mal in unser Repertoire wandern. Entweder können wir diese Schätze an unsere Freunde verschenken oder sie beim Pfandleiher für viele Euros verhökern. Je mehr Miis sich auf der Insel niederlassen und je mehr Probleme wir von ihnen lösen, desto mehr Gebäude sind auf dem Eiland zugänglich. Beim Brunnen können alle Bewohner täglich ein paar Euros in ein Sparschwein werfen, welches wir anschließend sofort plündern dürfen und beim Funkturm können wir uns die Mii-Nachrichten anschauen. Dabei erkennt man sofort, dass es sich bei Tomodachi Life um ein typisch japanisches Spiel handelt. Die News werden fast immer von einem anderen Mii moderiert und gezeigte Umfragen sind mit den anderen Inselbewohnern aufgenommen beziehungsweise zusammengeschnitten. Hier kommt der Humor des Spiels ebenfalls zur Geltung, weil die gesprochenen Dialoge der Mii im Kontext urkomisch sind. Deshalb halten wir es für besonders wichtig, sich an den echten Vorbildern der Miis am Charakter zu orientieren, um allseits bestens unterhalten zu werden.

Plappernde Miis

Tomodachi Life (7)Ein offensichtliches Vorbild von Tomodachi Life ist unverkennbar die Die-Sims-Reihe aus dem Hause Electronic Arts. Nintendo fokussiert sich jedoch mehr auf die Beziehungen. Die Sims sprechen zwar auch Bände, nur verstehen tun wir sie nicht. Bei Tomodachi Life ist es jedoch so, dass die Miis durchgehend vertont sind. Beim Erstellen des Miis verpassen wir der Figur nämlich eine (in einem gewissen Rahmen) frei personalisierbare Stimme, die sich etwa in Tonhöhe oder Sprechgeschwindigkeit unterscheidet. Schön hört sich das aber in fast keiner Einstellung an, da die technischen Möglichkeiten bei dieser vorhandenen Individualität sehr schnell an ihre Grenzen kommen. Die optische Gestaltung des Spiels passt zu den schrulligen Miis, doch etwas frischer könnte die Grafik schon wirken. Das ist vor allem deswegen schade, weil wir das Spiel nur aus der Position des Spielers und nicht eines Miis erleben. Gerne hätten wir die Insel zu Fuß erkundet. Dafür gibt es Ablenkung von Besuchern via StreetPass und via SpotPass kann unsere Insel Waren exportieren. Tomodachi Life kann jeden Tag für ein paar Minuten unterhalten, doch bietet der Titel in unseren Augen zu wenig Abwechslung. Man hätte nur einmal ins eigene Repertoire schauen müssen und Animal Crossing als ein weiteres Vorbild nehmen können. So bleibt leider nur eine recht abwechslungsarme Realitätsflucht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als Tomodachi Life eines Nachmittags im Rahmen einer Ausgabe von Nintendo Direct für Europa angekündigt wurde, habe ich den Titel noch nicht richtig wahrgenommen. Erst in den darauffolgenden Wochen habe ich mich immer ein wenig mehr über das Spiel informiert, zumal es aufgrund des Patches auf die Version 1.1 ohnehin in den Medien von allen Seiten kritisiert wurde. Es kommt mir so vor, dass Tomodachi Life aufgrund dessen von diesem kleinen Skandal auf dieses Spielelement reduziert und als Vermittler von alten Werten gesehen wird. Ich denke nicht, dass dies das Ziel von Tomodachi Life ist. Nintendo möchte mit den eigenen Spielen eine breite Käuferschicht ansprechen und Spiele produzieren, die jedem Spaß machen. Man kann Nintendo nur ankreiden, wie man im Dialog mit der Bezeichnung von homosexuellen Beziehungen umgegangen ist. Nur bietet Tomodachi Life neben dem Schließen von Ehen noch viele weitere Features, die wesentlich wichtiger für das Verständnis des Spiels sind. Es geht um Freundschaften zwischen den Miis; um zwischenmenschliche Beziehungen zwischen ihnen, die mit lustigen Dialogen in urkomischen Situationen einfach nur abgedreht sind. Leider unterhält der Titel trotz seines tollen Humors nicht lange am Stück. Tomodachi Life zielt darauf ab, über einen längeren Zeitraum immer wieder kurz eingelegt zu werden. Egal wie das eigene Leben läuft, Tomodachi Life zaubert ein Lächeln ins Gesicht!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tomodachi Life!

Gewinnspiel (16. – 30. Juni 2014)

Inazuma Eleven Gewinnspiel Juni 2014 (1)Die Fußball-Weltmeisterschaft begonnen. Viele Menschen sind gerade im Fußballfieber. Um den Fußballwahn nicht entkommen zu können, veranstalten wir im Juni in Zusammenarbeit mit Nintendo ein Fußball-Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es ein Paket, in dem die beiden Titel Inazuma Eleven 3: Team Oger greift an! und Inazuma Eleven Go: Licht enthalten sind. Um an unserer Verlosung teilzunehmen, habt ihr die nun die drei folgenden Möglichkeiten:

1. Auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen wir am 16.06.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild euren Tipp, welche Fußballmannschaft ins WM-Finale einziehen soll. Zudem müsst ihr unsere Facebook-Seite spätestens zum Ende der Verlosung mit einem „Gefällt mir“ versehen haben.

2. In der NextGen-Community veröffentlichen wir am 16.06.2014 ein Bild zum Gewinnspiel, welches ihr kommentieren und öffentlich mit euren Freunden teilen müsst. Schreibt uns unter dem Bild euren Tipp, welche Fußballmannschaft ins WM-Finale einziehen soll. Zudem müsst ihr zum Ende der Verlosung ein Mitglied der NextGen-Community sein.

3. Ihr schickt uns eine E-Mail, in welcher ihr den Link zu diesem Gewinnspielartikel setzt. Schreibt uns ebenfalls in diese Mail euren Tipp, welche Fußballmannschaft ins WM-Finale einziehen soll. Des Weiteren muss die Mail an einen für uns erkennbaren weiteren Empfänger geschickt werden. Sobald dieser mit seiner E-Mail-Adresse an unserem Gewinnspiel teilnimmt, erhalten beide Gewinnspielteilnehmer eine Chance auf den Gewinn.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer müssen vor der Teilnahme eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten einholen. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. Juli 2014 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers, Facebook und in der NextGen-Community erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30. Juni 2014, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Umfrage: Schlachtfeld E3 2014

Wie in jedem Jahr stellen wir euch am Ende der E3-Woche die Frage, welcher der drei großen Konsolenhersteller diese Messe für sich entschieden hat. Während Sony Computer Entertainment mit ein paar wichtigen Titeln auftrumpfen kann, distanziert sich Microsoft von der ursprünglichen Kinect-Vision; zeigt im gleichen Atemzug aber nicht viele hauseigene Titel und identifziert sich mehr mit Drittherstellertiteln. Nintendo hält sich aus dem Kampf der Streithähne hinaus und präsentiert in Form eines Digital Events alle wichtigen Titel der nächsten Monate – ohne ein einziges Drittherstellerspiel. Wir würden uns freuen, wenn ihr kurz an unserer Umfrage teilnehmen könntet und bedanken uns schon einmal im Voraus dafür. Voraussichtlich Ende Juni werden wir das Ergebnis veröffentlichen.

Special: Sony auf der E3 2014

Als letzte der großen Firmen veranstaltet Sony Computer Entertainment in der Nacht von Montag auf Dienstag eine richtige Pressekonferenz. Da Konkurrenz Microsoft die Messlatte niedrig gelegt hat, sollte Sony leichtes Spiel haben, eine großartige Präsentation auf die Bühne zu bringen.

Wie auch bei der Konferenz von Microsoft beginnt Sony nicht mit einem eigenen Spiel. Zu Beginn des Events präsentiert man uns den Titel Bunnies Destiny, welches für PlayStation-4-Nutzer mit einigen exklusiven Inhalten und einer Multiplayer-Beta daher kommt. Nach dieser eindrucksvollen Präsentation geht es direkt weiter zu den Sony-Titeln. Stolz werden Gameplay-Szenen aus The Order 1886 präsentiert und inFamous 2 darf mit einem Download-Content-Paket noch einmal auf die Bühne treten. Dann kommt schon die erste große Überraschung. Dadurch, dass im Vorfeld eindrücklich gesagt wurde, dass Media Molecule nicht an der Electronic Entertainment Expo 2014 teilnimmt, hatte wohl kaum jemand Little Big Planet 3 für die PlayStation 4 auf dem Schirm. Im November soll der Titel erscheinen, der sicherlich wieder viele Sackboy-Fans erfreuen wird – große Revolutionen werden aber wohl eher nicht geboten. Immerhin dürfen diesmal vier Spieler simultan ran. Vom kuscheligen Sackboy werden wir darauf in eine düstere Atmosphäre entführt. Bloodborne heißt der neue Titel von den Dark-Souls-Entwicklern, der uns ins blutige Mittelalter entführt. Ebenso blutig geht es danach mit Far Cry 4 weiter, das in einer Live-Demo präsentiert wird. Das Spiel wirkt grafisch wirklich beeindruckend und kommt mit einem ungewöhnlichen Feature daher – der Multiplayer-Modus kann auch mit Freunden gespielt werden, die das Spiel nicht besitzen.

Überraschende Rückkehr

Brutal geht es auch in den kommenden beiden Spielen der Sony-Pressekonferenz zu. Erst wird der Nachfolger zu Dead Island präsentiert, der von dem Berliner Yager-Studio entwickelt wird und gleich im Anschluss ist Battlefield Hardline mit einem Gameplay-Trailer an der Reihe. Danach der nächste Schnitt – von den brutalen Triple-A-Titeln geht es zu den Indie-Spielen. Magicka 2 wird in einem ulkigen Trailer präsentiert und diversen anderen Indie-Titeln wird in einem Trailer-Mix Platz eingeräumt. Ein großer Titel, der aber in gewisser Weise auch in jene Indie-Schiene passt, ist auch das Grim-Fandango-Remake. Der Adventure-Klassiker von Tim Schafer bekommt exklusiv auf der PlayStation 4 und ebenso der PlayStation Vita ein Remake spendiert. Das kommt unerwartet, ist aber wirklich beachtenswert. Weiter geht es mit drei weiteren (zumindest zeitlichen) Exklusiv-Titeln, die in ihrer Gestaltung unterschiedlicher kaum sein könnten. Let It Die von Gōichi Suda bietet, dem Titel entsprechend, sehr viel Gewalt, Metallsägen, Gasmasken und Waffen. Abzû hingegen bewegt sich irgendwo zwischen dem Tauchabenteuer Endless Ocean für die Wii und das häufig gelobte Journey. Das Spiel No Man’s Sky entführt uns hingegen ins Weltall. Hier erkunden wir die Planeten des Universums und liefern und Schusswechsel im Raum. Nachdem knapp eine Stunde der Pressekonferenz vergangen ist, widmet sich Sony nach Spielen lieber anderen Themen.

Abseits der Spiele

Die hauseigene Virtual-Reality-Brille Project Morpheus wird kurz erwähnt, es wird ein bisschen für das PlayStation Network geworben, man bietet den ein oder anderen Free-to-Play-Titel an und die PlayStation Now Beta startet schon in Kürze. Danach geht es weiter mit PlayStation TV, welches im Laufe des Jahres für neunundneunzig Euro sogar in Europa erscheinen soll und nach einer kurzen Mortal-Kombat-X-Gameplay-Sequenz, geht es auch noch ins Film-Segment. Mit Powers hat man eine hauseigene Serie, die sich um Superhelden und Detektivarbeit dreht, und 2015 kommt dann auch noch ein Animationsfilm mit Ratchet & Clank in die Kinos. Insgesamt eine sehr flache halbe Stunde, bevor man am Ende noch einmal fünf interessante Videospieltitel dem Publikum vorführt. Die PlayStation 4 bekommt bereits Ende Juli eine Remastered-Version von The Last of Us, Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ist im Anmarsch und Grand Theft Auto V erscheint im Herbst 2014 auch endlich. Kleiner Scherz am Rande; hierbei handelt es sich natürlich um eine grafisch aufpolierte Fassung für die PlayStation 4, die Xbox One und den PC. Nach einer Batman:-Arkham-Knight-Gameplay-Sequenz kommt zum Abschluss noch eine Neuankündigung. Uncharted 4: A Thief’s End ist keine Überraschung, wird aber trotz nichtssagenden Trailer viele Käufer auf locken. Nach zwei Stunden kommt die Längste der Pressekonferenzen endlich zu ihrem Ende.

Geschrieben von Björn Rohwer

Björns Fazit (basierend auf der Sony-Pressekonferenz): Ich glaube, dass ich einfach übersättigt bin von der Videospielbranche. Anders kann ich mir die folgenden Worte jedenfalls kaum erklären. Wenn ich mir die gute Pressekonferenz ansehe, die eigentlich viele hervorragende Spiele bietet und ich mich dann ausschließlich für das Grim-Fandango-Remake interessiert, sollte ich mir vielleicht ernsthaft Gedanken machen. Es sind zwar deutlich mehr Spiele, die interessant und exklusiv sind, als beim direkten Konkurrenten Microsoft, aber auch Sony konnte mich dieses Jahr wirklich nicht begeistern. Zudem war die Pressekonferenz einfach viel zu lang. Nintendo hat es für mich mit einem hohen Tempo wirklich perfekt gemacht und zudem sehr viel Material erst im Nachhinein gezeigt. In den nächsten Jahren könnte sich Sony ein wenig an Nintendos Aufmachung orientieren.

Erics Fazit (basierend auf der Sony-Pressekonferenz): Ähnlich wie Microsoft zieht auch Sony Computer Entertainment die Show groß mit Drittherstellerspielen auf. Das macht aber nichts, da der Konzern selbst genügend Spiele in der Pipeline hat. Darunter finden sich hochkarätige Titel wie The Order 1886, Litte Big Planet 3 oder Uncharted 4: A Thief’ End. Das sind für mich alles Gründe, die für einen Kauf der PlayStation 4 sprechen. Sony versteht es im Gegensatz zu Microsoft, die Konsole in attraktiver Form zu vermarkten. Hier muss der Konkurrent ordentlich aufholen. Schade finde ich jedoch, dass man die Pressekonferenz mit Themen wie PlayStation Now und Co. künstlich in die Länge zieht. Das kann man alles wesentlich kompakter gestalten oder weitere spezielle Events dafür einplanen. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Pressekonferenz jedoch sehr zufrieden und jetzt steht für mich unumstößlich fest, dass bis Ende nächsten Jahres definitiv eine PlayStation 4 in meinem Konsolenregal ein schönes Plätzchen finden wird.

Jonas’ Fazit (basierend auf der Sony-Pressekonferenz): Sonys Konferenz war jene, auf die ich mich neben Nintendos Konferenz im Vorhinein schon am meisten gefreut hatte. Zwar besitze ich noch keine PlayStation 4, aber jedes gute Spiel macht für mich das Gerät interessanter. Zu einem meiner Highlights, Bloodborne, wurde leider recht wenig gezeigt, dafür fühlte ich mich von No Man’s Sky ungemein angesprochen. Daneben sah ich in Little Big Planet 3 und dem neuen Spiel von Gōichi Suda auch die Überraschungen und noch nicht geleakte Spiele des Abends. Sony konnte die Ankündigungen wohl besser unter Kontrolle halten als die Konkurrenz. Leider konnten die Japaner auch dieses Jahr nicht darauf verzichten, erneut eine Reihe von Zahlen und Fakten anzuführen, die von einem Schlipsträger langatmig vorgetragen wurden. Das hatte sogar Microsoft besser gemacht.

Special: Nintendo auf der E3 2014

Bereits im Vorfeld sorgt Nintendo für Wirbel. Wie im letzten Jahr möchte man auch im Jahr 2014 keine Pressekonferenz abhalten. Viel mehr möchte man sich abermals an die eigenen Kunden mittels eines digitalen Event direkt richten. Wir waren online natürlich mit dabei!

Das Event beginnt dafür so lustig, wie es niemals der Fall gewesen wäre, hätte Nintendo doch tatsächlich eine Pressekonferenz einberufen. Mit kleinen Figürchen wird eine Pressekonferenz jedoch simuliert. Dabei nimmt sich Nintendo selbst aufs Korn. Dass kein neuer Super-Mario-Titel während des Events zu sehen sein wird, ist sicherlich verschmerzbar. Dass jedoch einer der anwesenden Figürchen im Publikum Mother 3 fordert, ist schon eine höhere Hausnummer. Reggie Fils-Aime pulverisiert den Redakteur einfach mit einem Feuerball. Kurz darauf gibt es Live-Action-Szenen zu sehen, in denen sich Fils-Aime mit Satoru Iwata, die Präsidenten der Hauptzentrale in Japan und der Niederlassung in den Vereinigten Staaten, erst bildlich gesprochen gegenseitig die Köpfe einschlagen, bevor es in einen Trailer zu Super Smash Bros. for Wii U übergeht. Wenige Minuten später meldet sich auch noch Masuhiro Sakurai zu Wort, der ein paar Worte zu Super Smash Bros. for 3DS fallen lässt. Obwohl man schon sehr viele Inhalte zur 3DS-Fassung gezeigt hat, gäbe es noch viel mehr im Spiel zu entdecken. Zudem lässt man erstmals ein konkretes Release-Termin fallen. Super Smash Bros. for 3DS erscheint am dritten Oktober 2014, während man bei der Wii-U-Version noch im Dunkeln tappt. Im Winter 2014 soll es dann jedoch soweit sein. Wir denken: Es wäre schon längst an der Zeit!

Ohne Faden gerät die Welt aus den Fugen

Anschließend meldet sich Fils-Aime wieder zu Wort. Er stellt die neuen amiibo-Figuren vor, die man auf den NFC Reader / Writer des Wii U GamePad stellen kann. Dadurch werden die auf den Chips der Figuren enthaltenen Daten in diverse Spiele übertragen. Zu diesen Spielen gehören beispielsweise Super Smash Bros. for Wii U und Mario Kart 8. Danach erinnert sich Fils-Aime an sein Lieblingsspiel Super Mario World vom Super Nintendo. Selbstsicher sagt er, dass uns Nintendo-Fans ein Spiel des japanischen Konzerns immer Spaß macht, egal was in unserem Leben gerade passiert. Vielleicht nicht immer, aber weitgehend dürfte der Mann damit Recht behalten. Fils-Aime übergibt das Wort an Takashi Tezuka und Etsunobu Ebisu. Die beiden Japaner arbeiten derzeit an Yoshi’s Wooly World. Einem Jump ’n’ Run mit dem (nach Gojira) wohl berühmtesten Dinosaurier der Welt, welches komplett aus Stoff besteht und mit seinem liebevollen Grafikstil und charmanten Soundtrack schon jetzt ein positives Licht wirft. Tezuka und Ebisu erzählen von der Entwicklung und vor allem, wie sie auf die verschiedenen Ideen gekommen sind, indem man ihnen Wollknäuel zur Verfügung gestellt hat. Großen Wert legen die beiden Entwickler darauf, dass die Spielwelt handgearbeitet im fertigen Produkt aussieht. Stolz ist man auch auf zwei selbst gewebte Yoshi-Stoffpuppen.

Rückkehr nach Hyrule im nächsten Jahr

Auf Yoshi’s Wooly World müssen wir uns jedoch bis ins Jahr 2015 gedulden. Ende 2014 bekommen wir es jedoch schon mit einem fast gänzlich neuen Spielcharakter zu tun. Das aus Super Mario 3D World bekannte Captain-Toad-Minispiel wird für die Wii U, wie von vielen Fans – inklusive uns – gefordert, in ein eigenständiges Spiel umgewandelt und zwar mit noch mehr Ideen und Funktionen. Ein Unterfangen, das nicht schiefgehen kann. Nach einer kurzen Einspielung mit einer Bowser- und einer Peach-Figur, meldet sich Eiji Aonuma zu Wort. Der Produzent, der heute hinter der The-Legend-of-Zelda-Reihe steht, erinnert sich nicht nur an die Entwicklung der technischen Möglichkeiten von Spielkonsolen, sondern verbindet diese Erinnerung mit der Entwicklung an besagter Videospielserie. Anschließend hat er die Ehre, das erste (richtige) The-Legend-of-Zelda-Spiel für die Wii U vorzustellen. Im Hintergrund sehen wir bereits eine große Steppe, die farbenfroh nur darauf wartet, 2015 endlich von uns gespielt zu werden. Fans mögen kritisieren dürfen, dass sie nach The Legend of Zelda: Skyward Sword und The Legend of Zelda: The Wind Waker HD lieber ein realitätsnäheres Spiel haben möchten, doch trotz der bunten Optik, erwartet uns hier sicherlich ein großartiges Action-Adventure, welches die Wii U in diesen Tagen unbedingt braucht.

Die doppelte Wiederkehr der Hexe Bayonetta

Überraschend geht es mit einem Einblick in die kommenden Pokémon-Remakes. Pokémon: Omega Rubin und Pokémon: Alpha Saphir erscheinen für den 3DS am 28. November 2014. Eine kurze Unterbrechung mit Fox McCloud und Little Mac später, erfahren wir, dass tote Hexen in die Hölle kommen. Ein Trailer zu Bayonetta 2 wird eingespielt. Dieser ist deshalb so besonders, da man hier endlich die Frage klärt, ob denn auch noch der erste Serienteil auf der Wii U nachgeliefert wird. Die Antwort: Bayonetta wird der Special Edition von Bayonetta 2 im Oktober 2014 beiliegen. Nonstop geht es weiter mit Einblicken in Spielen. Als nächstes steht Hyrule Warriors auf dem Programm. Ein Spin-off der Dynasty-Warriors-Reihe, welches sich im Fantasy-Reich Hyrule abspielt – dem häufigsten Schauplatz des The-Legend-of-Zelda-Universum. Hisashi Koinuma und Yosuke Hayashi von Tecmo Koei, sowie Aonuma treffen sich in japanischer Idylle sitzend in einem Haus und philosophieren über das Spiel. Neben den Massenschlachten, in denen Rubine nur so durch die Gegend kullern, wenn Gegner besiegt werden, wird es auch Bosskämpfe geben. Zudem werden wir die Möglichkeit haben, auch mit weiteren Charakteren wie Prinzessin Zelda oder dessen Zofe Impa zu spielen. Besonders der Zweispielermodus, dessen Geschehen halb aufs GamePad ausgelagert wird, profitiert davon.

Intuitive Spielkonzepte in Aussicht

Nintendo auf der E3 2014 (6)Am 19. September 2014 erscheint die Schnetzelorgie hierzulande. Leider erst im nächsten Jahr schickt Nintendo seinen Edelknödel Kirby in den Ring. In Kirby and the Rainbow Curse spielen wir den kleinen Nimmersatt jedoch nicht selbst, sondern malen Farbkurven in die Luft, wodurch wir Kirby ans Ziel geleiten können. Ans Ziel kommen wollen auch die Charaktere von X, welches nun offiziell auf den Namen Xenoblade Chronicles X getauft wurde. Einen konkreten Release-Termin nennt man jedoch leider nicht. Auch noch keinen Termin erhält das bereits wenige Tage zuvor durchgesickerte Mario Maker, welches grob gesagt 2015 für die Wii U erscheinen wird. Mit dieser Software können wir eigene Super-Mario-Levels mit GamePad und Stylus im Stile von Super Mario Bros. und New Super Mario Bros. erstellen und sie anschließend mit der Welt teilen. Großartig und intuitiv! Als letzter großer Titel des Digital Events wird Splatoon angekündigt. Dazu melden sich Hisashi Nogami, Yūsuke Amano und Tsubasa Sakaguchi zu Wort, die drei Köpfe hinter dem Projekt. In Splatoon treten zwei Teams gegeneinander an, die mit Farbpistolen bewaffnet sind und in einem Zeitrahmen ein Gebiet mit Farbe ausfüllen müssen. Das erinnert ein wenig an de Blob, erscheint uns hier jedoch wesentlich anspruchsvoller und in einigen Momenten auch sehr viel intuitiver.

Warten auf die Zukunft

Nintendo auf der E3 2014 (7)Mit den Figuren werden wir uns beispielsweise in Tintenfische verwandeln, mit denen wir in unsere eigene Farbe eintauchen und darin schwimmen gehen. Das macht Splatoon dynamisch. Die Farbe soll jederzeit Auswirkung aufs Spielgeschehen und ebenso alle Spieler haben. Der Team-Shooter ist in unseren Augen tatsächlich ein wahrer Überraschungshit für die Wii U, da wir mit dem Titel nie im Leben gerechnet hätten. Wir müssen uns jedoch auch hier bis 2015 gedulden, wie uns der Trailer im Anschluss ans Entwicklergespräch erläutert. Abschließend meldet sich Fils-Aime wieder zu Wort. Der darauf verweist, dass noch sehr viel mehr Spiele auf der E3 2014 warten, die man aber unmöglich alle im Digital Event vorstellen könnte. Es geht jedoch noch ein wenig weiter. Palutena wird als spielbarer Charakter in Super Smash Bros. for Wii U enthüllt und einen kurzen Abstecher ins Hauptquartier in Kyōto macht die Show ebenfalls. Dort treffen wir auf Shigeru Miyamoto, der von den Spielerlebnissen erfreut ist, die mit dem GamePad möglich sind und dass er daran arbeitet, diese Erlebnisse immer weiter zu vertiefen. Deshalb arbeitet er an drei neuen Projekten, die stellenweise auf der E3 2014 sogar vorgestellt werden. Eines dieser Projekte ist ein neues Star Fox, was nach sieben Jahren auch endlich an der Zeit wäre, doch auch hier gilt: Man muss aufs nächste Jahr warten!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem Nintendo Digital Event): Bereits einige Wochen bevor das Nintendo Digital Event ausgestrahlt worden ist, habe ich mich gefragt, ob Nintendo den wohl letzten Sargnagel der Wii U durch den Verzicht auf eine Pressekonferenz selbst reinhaut oder ob man damit noch abwartet. Obwohl Nintendo im Konzert der Konsolenhersteller gut daran getan hätte, in diesem Jahr auf eine Pressekonferenz zu setzen, wird der letzte Sargnagel der Konsole trotzdem wohl fürs Erste aufgeschoben. Ob das jedoch auch aufgehoben bedeutet, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen. Fakt ist, dass Nintendo vor allem im Jahr 2015 viele gute Titel in petto hat. Nintendo hat jedoch dasselbe Problem wie Microsoft. Die Konsole will jetzt verkauft werden und nicht erst im nächsten Jahr. Der Vorsprung zur PlayStation 4 ist schon längst verspielt und jetzt wird die Konkurrenz Fahrt aufnehmen. Nintendo geht jedoch so gut wie immer einen deutlich anderen Weg als die Konkurrenz und genau diese Einstellung kann man entweder bewundern oder kritisieren. Ich finde es schade, dass man für dieses Jahr so gut wie keine Spiele für die Wii U veröffentlichen wird, wobei es die Konsole doch so sehr nötig hätte. Immerhin kann ich mich dafür aufs nächste Jahr freuen. Als Wii-U-Besitzer sollte ich zwar über jedwede Software dankbar sein, doch macht es mir Nintendo in diesem Jahr dennoch sehr leicht, mich bald zusätzlich für eine andere Konsole zu entscheiden, damit ich zumindest in den Genuss einiger toller Titel komme. Unterm Strich war das Digital Event in meinen Augen gut, wenn auch nicht überragend. Wer noch keine Wii U besitzt und ständigen Videospielnachschub erwartet, sollte sich derzeit zweimal überlegen, zuzuschlagen.

Jonas‘ Fazit (basierend auf dem Nintendo Digital Event): Zu Beginn wusste ich noch nicht so recht, ob mir die neue Art und Weise, wie Nintendo ihre Ankündigungen unter das Volk bringt – dieses Jahr wieder per Digital Event – wirklich zusagt. Die bekannten Gesichter wie Satoru Iwata und Reggie Fils-Aime einmal im Jahr auf der großen Bühne zu sehen, war schon immer ein besonders Event, dem ein Anstrich im Kalender sicher war. Nintendo zeigte aber mit der cineastisch geschnittenen und von Effekten beladenen Einleitung, dass sie sich genau den Punkt der vorzeitigen Bearbeitung zu Nutze machten. Spiele Yoshi’s Wooly World oder Splatoon sehen auch super aus, bekommen – wenn es nach mir geht – aber einen Tick zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Dass der nächste Teil der The Legend of Zelda gezeigt wurde, war wohl schon im Voraus klar und es sieht wie zu erwarten super aus. Das merkt man selber spätestens immer dann, wenn einem die vorgestellten Szenen eindeutig zu kurz vorkommen. Und dann war das Event auch schon zu Ende, nach etwa der Hälfte der Zeit der Konkurrenz. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn nicht kurz darauf eine Menge neuer Trailer zu echt interessanten Spielen im Netz kursierten, die Nintendo parallel ankündigte – aber eben nicht auf dem eigentlichen Event. Das stößt bei mir auf völliges Unverständnis. Nintendo bewies dieses Jahr, dass Formate wie Nintendo Direct Potential besitzen, aber die Firma wohl selbst noch nicht weiß, wie sie diese vollständig umsetzen wollen. Am Feinschliff muss unbedingt noch gearbeitet werden!

E3 2014: Die Termine der Pressekonferenzen

Die schönste Zeit des Jahres steht vor der Tür. Vom zehnten bis zum zwölften Juni 2014 sind die Augen aller Videospieler wieder nach Los Angeles gerichtet. Dort findet auch in diesem Jahr die wichtigste Videospielmesse der Welt statt. Ein Jahr nachdem Sony und Microsoft ihre Konsolen angekündigt haben, müssen die beiden Konzerne in diesem Jahr zeigen, welche Titel in den kommenden ein bis zwei Jahren unbedingt gespielt werden müssen. Für den einen oder anderen Spieler wird diese E3 also besonders wichtig sein, da jene Spiele wohl oder übel auch mit Kaufgründen für PlayStation 4 und Xbox One verbunden sein werden. Die Messe ist jedoch für Nintendo am wichtigsten, denn das eigene Zugpferd verkauft sich leider nicht wie prognostiziert und auf dieser E3 muss Nintendo endlich zeigen, dass man die Wii U nicht abschreiben darf. Ebenso muss Nintendo die Konsole für Dritthersteller attraktiver machen.

Den Startschuss legt jedoch nicht Nintendo, sondern Microsoft. Bereits am neunten Juni 2014 hält der US-amerikanische Konzern seine Pressekonferenz um 18:30 Uhr ab. Um 21 Uhr folgt der Branchenriese Electronic Arts. Dessen Konkurrent Ubisoft hält dann am zehnten Juni um 0 Uhr seine Pressekonferenz ab. Lebt man in Deutschland und möchte die Sony-Konferenz live miterleben, muss man wie gewohnt lange wach bleiben. Bereits um 3 Uhr nachts stellt Sony Computer Entertainment die PlayStation-Neuheiten vor. Nintendo darf sich um 18 Uhr endlich selbst behaupten und mit diesem Event quasi auch die Messe in Los Angeles einleiten. Wir werden uns wie in den letzten Jahren alle Konferenzen anschauen und in der E3-Woche wieder ausgiebig darüber berichten. In diesem Sinne – wir wünschen euch eine tolle und spannende Messe!

Prime Time: Blue Exorcist – The Movie – Limited Edition (Unboxing)

Nachdem wir euch die Anime-Serie Blue Exorcist sowohl in Reviews, als auch in Unboxing-Videos reichlich vorgestellt haben, folgt heute passend zu unserem Review das Unboxing-Video zu Blue Exorcist – The Movie. Warum ihr unbedingt zur limitierten Auflage greifen solltet, klären wir in unserem Video. Wir wünschen euch dabei gute Unterhaltung!

Prime Time: Role Play Convention 2014

Auch in diesem Jahr veröffentlichen wir passend zu unserem alljährlichen Special ebenso unseren Messerundgang über die Role Play Convention. In diesem Jahr gibt es jedoch nicht nur zwei, sondern gleich drei Videos. Den Anfang macht der Messerundgang durch Halle 4.2.

Anschließend lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, auch durch Halle 5.2 zu schlendern.

Zu guter Letzt geht es dann auch noch bei strömenden Regen raus auf den Mittelaltermarkt im Außenbereich.

Review: Senran Kagura – Vol. 1

Senran Kagura (1)Hübsche Gesichter und vollbusige Heldinnen – fertig ist das Grundkonzept von Senran Kagura. Dabei benötigt der Anime aus dem Jahr 2013 nicht einmal ein ganzes Jahr, um bei uns – passend zum Release des 3DS-Spiels Senran Kagura Burst – zu erscheinen.

Senran Kagura (2)Die Hintergrundgeschichte von Senran Kagura ist ebenso schnell erzählt wie verinnerlicht. Es dreht sich alles um die Hanzō-Akademie im Herzen von Japans Hauptstadt Tōkyō. Offenbar handelt es sich bei der Akademie um eine Elite-Schule, doch in Wahrheit werden hier hinter verschlossenen Türen junge Mädchen zu Ninjas ausgebildet. Dazu kommt noch, dass sich die Hanzō-Akademie seit Jahren in einem Zwist mit den Shinobi der Hebijo befindet. So erfüllt Senran Kagura auch direkt die Vorgabe, dass ein ewiger Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt stattfinden muss. Eingeleitet wird die Geschichte des Animes jedoch damit, dass die vollbusige Asuka nach einem Besuch bei ihrem Großvater nach Tōkyō zurückkehrt. Dort trifft sie auf ihre Mitschülerinnen, die wegen ihrer Tollpatschigkeit nicht immer gut auf sie zu sprechen sind. Da sie jedoch die Enkelin des großen Shinobi Hanzō, welcher der Akademie seinen Namen gibt, wird sie weitgehend toleriert. Von ihrem Lehrer Kiriya erhalten Asuka und ihre Freundinnen direkt ihren ersten Auftrag. Unruhestifter tauchen in der Stadt auf. Die Hanzō-Schülerinnen sollen sie doch bitte von dort vertreiben. Um das Gebiet zu untersuchen, trennen sich die Shinobi und versuchen paarweise die Übeltäter aufzuspüren. Blöd ist nur, dass Asuka bei dieser Aufteilung ohne Partner ausgeht und somit sehr leicht abgelenkt wird.

Gute und böse Shinobi

Senran Kagura (3)Asuka trifft auf Homura, die sich in Tōkyō wohl verlaufen hat. Mit positiver Energie geladen möchte Asuka ihrer neuen Bekanntschaft natürlich helfen. In der Zwischenzeit treffen die anderen Charaktere auf ihre Gegner. Dabei müssen Ikaruga, Katsuragi, Yagyu and Hibari jedoch feststellen, dass es sich bei ihren Gegnern um Puppen handelt, die von einem bösen Shinobi kontrolliert werden. Ein Kampf entbrennt, in dem aus dem Off von einem Erzähler immer wieder Techniken erläutert werden, welche die Shinobi bei einer Kampfsituation einsetzen. Dazu gehört beispielsweise die Barriere, welche den Kampfraum für sämtliche Kampfteilnehmer absteckt. Das wird nicht nur charmant erklärt und umgesetzt, sondern zeigt auch, dass Senran Kagura mehr bieten möchte, als vollbusige Mädchen. Wie der Kampf in der ersten Episode ausgeht, möchten wir euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Auch was es eigentlich mit Homura auf sich hat, bleibt vorerst unser Geheimnis. Auf der Disc befinden sich jedoch noch zwei weitere Episoden, welche uns tiefer in das Universum von Senran Kagura einführen möchten. So können die Shinobi in dieser Welt auch einen persönlichen Tiergeist beschwören, was sich besonders für die ungeschickte Asuka als relativ schwierig herausstellt. Sie kann Frösche nicht ausstehen, doch genau das soll ihr Tiergeist werden.

Spannend und unterhaltsam

Senran Kagura (4)Die dritte und letzte Folge auf der Blu-ray dreht sich dann voll und ganz um Ikaruga, deren Vorgeschichte erläutert wird. Es entbrennt ein Streit um ein Erbstück, in welchen sich sogar Hanzō persönlich einmischt. In jeder Episode wird ausleitend das Geschehen auch aus der Sicht der bösen Ninja gezeigt. Es bleibt somit sehr spannend, denn über den Auslöser des Streits beider Schulen wird kaum gesprochen. Eine ernste Angelegenheit ist Senran Kagura deswegen trotzdem nicht. Der Anime ist durchzogen mit sexuellen Anspielungen zwischen den Heldinnen; einige beginnen sich sogar zu begrapschen. Die deutsche Synchronisation ist in solchen Situationen eher nicht so gelungen, da die Bedeutung der Tat heruntergespielt wird. Im japanischen Originalton sind die Dialoge unweit passender, meist sogar witziger. Zudem ist der Anime teils stark mit der japanischen Kultur und Lebensweise durchdrungen, weshalb wir euch unbedingt den Originalton ans Herz legen wollen. Die deutsche Fassung ist aber immer noch gut, so dass auch Zuschauer ohne Japanischkenntnisse und Untertitel-Faulpelze ebenso zufriedengestellt werden können. Die Erstauflage des Anime enthält neben einem lustvollen Poster auch wieder den von Kazé Anime gewohnt sehr guten Schuber, wo am Ende alle vier Volumes ihren Platz finden können. Ein sehr netter Kundenservice, wie wir finden!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man sich einzelne Szenen von Senran Kagura anschaut, dann kann man sehr leicht einen falschen Eindruck von diesem Anime bekommen. Das soll nicht heißen, dass die Ecchi-Elemente zu kurz kommen, doch bietet Senran Kagura tatsächlich mehr. Im Hintergrund baut sich eine spannende Story auf, die sich in den nächsten Episoden hoffentlich noch mehr entfalten und mit der eigentlichen Handlung verwoben wird. Die ersten Folgen des Anime werden in meinen Augen vorbildlich dazu genutzt, um die Charaktere vorzustellen und die Grundlage für den aufkommenden Kampf zwischen guten und bösen Shinobi zu bilden. Szenen, in denen sich zwei Freundinnen (wenn auch eher einseitig) an die Wäsche gehen und die Protagonistinnen in Bikinis gezeigt werden, lockern die Geschichte immer wieder mit viel Humor auf. Das muss nicht jedem gefallen, doch mir gefällt der heitere Mix aus japanischer Kultur, Ninja und Frauenbrüsten. Eine Chance hat Senran Kagura definitiv verdient, sofern man sich traut, sich mit dem Mix anzufreunden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Senran Kagura – Vol. 1!

Review: Hometown Story

0419_HOMETOWNSTORY_LOGOTYPE+TM*Mit der Harvest-Moon-Videospielserie hat uns Entwicklerlegende Yasuhiro Wada eine der wohl bedeutendsten Reihen geschenkt. Mit Hometown Story möchte uns der Japaner erneut mit einem Spiel bezaubern, schafft dies jedoch trotz toller Grundidee leider nicht ganz.

Hometown Story (2)In Hometown Story zieht es uns wie im großen Vorbild Harvest Moon aufs Land. Der Grund, warum es uns in diese ländliche Idylle verschlägt, ist schnell gefunden. Eine gewisse Omi ist gestorben, erfahren wir aus einem Brief, und wir sollen doch bitte ihren Laden übernehmen. Lustigerweise befindet sich dieser Laden genau in jener Stadt, in dem unser Protagonist seine Kindheit verbracht hat. Eine längere Einleitung gibt es dazu nicht. Wir werden quasi ins kalte Wasser geworfen und wachen inmitten von Ladenregalen wieder auf. Das kleine flauschige Wesen Pochikal ist es, welches uns in die Realität von Hometown Story einführt. Das schließt die Kunst des Handelns natürlich nicht aus. Als frischer Verkäufer beginnen wir auch gleich damit, Waren an die Kundschaft zu verkaufen. Ein Glück, dass Omi uns auch noch ein halb gefülltes Lager hinterlassen hat, wodurch wir ein wenig Spielraum haben, um unser erstes Geld zu verdienen. Zunächst möchte jedoch der Laden nach unseren Vorlieben gestaltet werden. Vorlieben sollte in diesem Falle jedoch heißen, dass wir den Laden sehr ökonomisch gestalten. Die Regale beziehungsweise Tische sollten so aufgestellt werden, dass die gesamte Verkaufsfläche so effektiv wie möglich genutzt werden kann. Da der Laden am Anfang sehr klein ist, ist das noch eine kleine Herausforderung. Später ist das Management wichtiger.

Kapitalismus, wohin man auch schaut

Hometown Story (3)Mit der Zeit werden die Bewohner der Stadt auf unseren Laden aufmerksam und beginnen (fast) wahllos, irgendwelche Sachen einzukaufen. Damit das überhaupt erst vonstatten gehen kann, müssen wir zunächst Objekte auf der genutzten Verkaufsfläche ablegen. Leider können wir immer nur ein einzelnes Item gleichzeitig auf einen Tisch legen und ebenso zum Verkauf anbieten. Wird beispielsweise eine Flasche Milch gekauft, verschwindet sie vom Tisch und wir müssen erneut eine Flasche auf besagter Verkaufsfläche offerieren. Das ist mit der Zeit zwar durchaus nervig, aber es motiviert ungemein. Es macht Spaß, den Laden zu gestalten und Items an die Städter zu verkaufen. Mit der Zeit rennen wir fast nur noch durch den Laden, um neue Objekte auszustellen und an der Kasse die Kunden zum Zahlen aufzufordern. Da wir auch die Preise für Gegenstände bestimmen können, sollten wir immer mit einbeziehen, dass wir zwar einen guten Gewinn erzielen wollen, das Lager aber ebenso leeren müssen. Hin und wieder kommt auch ein Händler vorbei, bei dem wir uns mit neuen Items eindecken dürfen, was auch besondere Objekte mit einbezieht, die spezielle Events auslösen können. Es ist im Grunde ratsam, diese immer zu kaufen – auch wenn das Event erst viele Stunden später erst ausgelöst werden kann. Welche Events das sind, hängt von den jeweiligen Bewohnern ab.

Informationsflut und Informationsarmut

Hometown Story (4)So und nicht anders kommunizieren wir mit den Dorfbewohnern und lernen sie mit der Zeit immer besser kennen. In unserem Haus lassen sich sogar Notizen finden, welche Waren sie bevorzugt kaufen würden. Es ist also wichtig, nicht nur die Preise sorgfältig zu bestimmen, sondern auch die Waren gut auszuwählen. Leider gibt es abseits des Ladenalltags nicht viel zu tun. Wir können zwar Fische fangen und Objekte in der Natur sammeln, doch das war es dann auch schon. Das Vorbild Harvest Moon bietet wesentlich mehr Abwechslung. Suboptimal ist auch, dass wir nicht wissen, wann wir welche Bewohner in der Stadt antreffen können. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn wir dem einen oder anderen Städter etwas nach Hause liefern sollen. Hinzukommt, dass solche Aufträge nirgends festgehalten oder gar wiederholt werden. Wir denken, dass die Zeiten, in denen wir uns derlei Informationen mit Stift und Papier mühselig festhalten mussten, doch längst vorbei sind. Auch wenn wir die Simulation mit dem putzigen Grafikstil und dem lieblichen Soundtrack fest ins Herz schließen, ist das Gameplay einfach zu repetitiv. Dem Titel mangelt es an Abwechslung. Bei einem möglichen Nachfolger muss Herr Wada mit seinem Team also noch ordentlich nachlegen, um aus Hometown Story ein durchweg gutes Spiel zu basteln. Wir drücken ihm dabei selbstverständlich die Daumen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Im Vorfeld habe ich mich sehr auf Hometown Story gefreut. Auch wenn die letzten Teile der Harvest-Moon-Reihe nicht immer meinen Geschmack getroffen haben und ich mir (wie viele andere Fans auch) eher eine Orientierung an den älteren Serienteilen wünsche, hat Hometown Story vor dem Release für Wirbel gesorgt. In Interviews zeigt sich Herr Wada von seinem Spiel richtig begeistert und grundsätzlich kann ich diese Begeisterung auch sehr gut nachvollziehen. Das Verkaufen in der Heimatstadt meines Charakters ist wirklich spaßig, auch wenn sich die Tagesabläufe im Spiel ständig wiederholen. Es fehlt dem Titel jedoch an Komfort und Feinschliff. Es ist umständlich, jedes Item einzeln zum Verkauf anbieten zu können und es ist nervig, wenn man ständig Kundenaufträge erhält, bei denen man früher oder später einfach den Überblick verliert. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass Hometown Story trotz des fehlenden Bauernhofaspekts einige Elemente aus Harvest Moon übernommen hätte, die den Tagesablauf spannender und vor allem viel abwechslungsreicher gestalten. Hometown Story ist somit sicherlich kein richtig gutes Spiel, doch unbeachtet lassen sollte man den Titel dennoch nicht. Er bietet interessante Ansätze, die leider nicht zu Ende gedacht oder entwickelt worden sind. Sobald der Titel jedoch günstiger zu haben sein sollte, könnte jeder Fan von entspannten Simulationen ruhig einmal einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Rising Star Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hometown Story!

Review: Psycho-Pass – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)

Psycho-Pass (Vol. 2) (1)Nachdem die ersten Straftaten durch das Amt für öffentliche Sicherheit eher peu á peu in den ersten sechs Folgen des Anime Psycho-Pass aufgeklärt wurden, zeichnet sich jetzt zum Glück ein durchgehender Handlungsstrang ab, der mit einigen Szenen mitreißend geschildert wird.

Psycho-Pass (Vol. 2) (2)Die Zukunft in der Welt von Psycho-Pass ist düster. Ein Fabrikarbeiter wird schikaniert, der daraufhin eine Drohne manipuliert, die anschließend seine Kollegen umbringt, ein gestörter Internetnutzer, der Personen tötet, nur um ihre persönlichen Avatare zu übernehmen und eine Internatsschülerin, die Freude dabei empfindet, ihre Klassenkameradinnen zu quälen und sie bei lebendigem Leibe zu zerstückeln. Schaurige Verbrechen sind das, welche Inspektorin Akane Tsunemori Tag für Tag im einhundert Jahre in der Zukunft angesiedelten Japan mit den ihr untergeordneten Vollstreckern lösen muss. Die genannte Internatsschülerin hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, auf sich aufmerksam zu machen. Die zerstückelten Körper setzt sie kunstvoll zusammen. Zusammen mit ihrem Kollegen Shinya Kōgami beginnt Tsunemori die Ermittlung, welche sie in eine Nervenheilanstalt für ausgediente latente Verbrecher führt. Hier landen jene Vollstrecker, die für den Dienst nicht mehr tauglich sind und genau solch ein Vollstrecker muss ihnen nun bei der Aufklärung des Falls helfen. Schnell erfahren sie, wer für die grauenvollen Kunstwerke aus Menschenteilen verantwortlich ist, doch kann die Schülerin fliehen. Das führt jedoch dazu, dass diese von ihrem Waffenlieferanten in Zusammenarbeit mit einem weiteren Killer ermordet wird und die Handlung eine neue Richtung einschlägt.

Gesellschaftskritik

Psycho-Pass (Vol. 2) (3)Ihr Waffenlieferant wird auf Kōgami aufmerksam und sieht diesen als sein neues Spielzeug. Sein perfider Plan beginnt, der sich durch fast alle Episoden auf dieser Blu-ray schlängelt. In den vorliegenden Episoden gibt es jedoch noch eine weitere Storyline, die ebenso Tsunemori mit einbezieht. Deren Freundin ist nirgends aufzutreiben; niemand kennt ihren Aufenthaltsort. Als Polizei-Inspektorin hat sie jedoch die Möglichkeiten, sie aufzuspüren. In Zusammenarbeit mit Kōgami dringen sie in einen heruntergekommenen Stadtteil vor, wo die beiden getrennt werden. Am Ende der Hetzjagd muss Tsunemori eine Entscheidung treffen, welche ihr Leben und das ihrer Freundin für immer verändern wird. Welche schwerwiegende Entscheidung dies ist, werden wir euch an dieser Stelle keinesfalls verraten. Erstaunlich ist nur, wie sehr sich der Anime mit gesellschaftlichen Themen gekonnt auseinandersetzt. Selbst die Waffentechnik in den Händen der Polizei wird kritisiert. Mehrmals wird hinterfragt, ob es richtig ist, dass die Waffen in Polizistenhand abgefeuert werden darf, auch wenn der Verbrecher noch nicht das notwendige Level auf seinem Psycho-Pass erreicht hat. Ebenso wird die Technik in Frage gestellt, denn die Ausrüstung eines Polizeibeamten kann nämlich nur dann auch abgefeuert werden, wenn der Psycho-Pass des Gegners den Zugriff überhaupt erst autorisiert. Heftig!

Dunkle Dystopie

Psycho-Pass (Vol. 2) (4)Abermals wird die düstere Handlung von Psycho-Pass vor der Kulisse einer dystopischen Zukunft gezeigt. Das Bild in Full-HD-Auflösung wirkt sehr stimmig. Zudem spielen sich die meisten Szenen in der Dunkelheit ab, weshalb ebenfalls ein sehr melancholisches Gefühl bei uns entsteht. Die wenigen Leuchtquellen, die dezent ins Bild eingewoben sind, unterstützen das sich bemerkbar machende Gefühl ebenso, wie die Musik. Dumpfe und teils elektrische Klänge untermauern die Handlung sehr, sehr spannend. Zudem wird die Story tiefgründiger, da man zum einen Geschehnisse aufgreift, die zwar vor Tsunemoris Zeit als Inspektorin passiert sind, für die aktuellen Fälle jedoch durchaus von Bedeutung sind. Es kristallisiert sich nämlich ein Bösewicht heraus, dessen Name vor seinem Erscheinen bereits mehrmals gefallen ist. Wir gehen davon aus, dass der Anime in den nächsten Episoden hier noch einmal wesentlich nachlegen wird. Zum anderen erklingen in unseren Ohren wieder sehr tiefgründige Dialoge, die sich diesmal aber stärker mit den Charakteren auseinandersetzen – sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch in der japanischen Originalfassung ist dies der Fall. Bonusmaterial liegt in digitaler Form diesmal nicht vor, doch drei Postkarten geben uns zumindest hochwertiges Material, an dem wir uns haptisch ein wenig erfreuen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Den Hype um Psycho-Pass kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte dümpelt nach den ersten abgeschlossenen Fällen nicht mehr vor sich hin und es entfaltet sich ein durchgehender Handlungsfaden, der zudem einen gefährlichen und angsteinflößenden Gegner einbaut. Psycho-Pass nutzt so gut wie alle Möglichkeiten, um eine solche düstere Zukunft, in der ein ähnlicher Überwachungsstaat (erneut) entstehen könnte, zu verhindern, indem man vorzeitig Kritik daran übt. Die Gegenwart bleibt vor dieser Kritik natürlich nicht verschont, doch wurde dies bereits abgehandelt. In den vorliegenden sieben Episoden bekommen wir es stattdessen mit der Kritik in der Welt von Psycho-Pass zu tun und wie die Charaktere damit umgehen oder auch noch umgehen werden. Das ist nicht nur interessant geschildert, sondern auch spannend inszeniert und obendrein auch noch melancholisch eingefangen. Wer bereits die ersten sechs Episoden gesehen hat, wird von den weiteren Folgen noch sehr viel besser unterhalten werden. Hier gilt nach wie vor, dass man einfach zuschlagen sollte!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)!

Special: Role Play Convention 2014

Role Play Convention 2014 (1)Alle Jahre wieder pilgern rollenspielbegeisterte Menschen ins rheinische Köln. Dort findet im Frühling bekanntermaßen die Role Play Convention statt. Zwischen Elben, Orks und Zwergen treffen wir auf der Messe auch auf Pokémon-Arenaleiterinnen und imperiale Sturmtruppen.

Role Play Convention 2014 (2)Am Morgen des zehnten Mai 2014 verdunkeln sich über dem Köln-Deutzer Messegelände die Wolken. Wenige Minuten später tröpfeln auch schon die ersten Regentropfen auf den harten Asphalt. Die Role Play Convention 2014 steht wetterbedingt unter einem guten Stern, denn in unseren Augen könnte eine mittelalterliche Atmosphäre nicht besser eingefangen werden. Im Eingangsbereich lassen wir uns noch schnell akkreditieren und uns mit zwei Cosplayerinnen, welche jeweils die Khaleesi aus der Fernsehserie Game of Thrones verkörpern, fotografieren. Danach geht es auch schon los, noch einmal während des Regens durch den Innenhof und in die heimeligen Hallen, wo dutzende Aussteller und Händler bereits auf uns warten. Neben vielen weiteren Besuchern, die sich bereits ein paar Stunden früher aufs Messegelände gewagt haben, bahnen wir uns unseren Weg durch die Gänge. Links und rechts warten majestätische, weniger majestätische, flippige, futuristische, apokalyptische und weltfremde Stände auf uns, die mit unterschiedlichen Angeboten locken. Unsere Augen richten sich jedoch vermehrt auf die vielen Cosplayer, die sich unter die Menschenmassen gemogelt haben. Zombies, die auf der Suche nach Opfern sind, haben wir ebenso getroffen wie Zauberer Gandalf und Darth Vader persönlich. Auch Arenaleiterin Misty hat die Reise nach Köln auf sich genommen.

Rollenspiele auf PC und Konsolen

Role Play Convention 2014 (3)Nintendo selbst haben wir auf der Messe abermals vermisst, obwohl der Konzern mit Fire Emblem: Awakening ein immer noch gern gespieltes Strategie-Rollenspiel im Repertoire hat und mit den neuen Inazuma-Eleven-Episoden bereits die nächsten Rollenspiele in der Pipeline sind. Dafür hat sich Square Enix abermals auf die Messe getraut, um Final Fantasy XIV: A Realm Reborn mit den jüngsten Neuerungen zu präsentieren. Genutzt hat die Messe jedoch vor allem Entwickler Piranha Bytes, die mit Risen 3: Titan Lords den dritten Teil der Risen-Serie im Gepäck hatten. Leider konnten wir den Titel aus Zeitgründen nur kurz anspielen, doch das hat uns schon gereicht und wir können uns wohl auf ein weiteres tolles Rollenspiel freuen. Obwohl der Release von Ubisofts Watch Dogs an diesem Mai-Wochenende gar nicht mal in so weiter Ferne lag, konnten sich volljährige Hacker an die PlayStation-4-Fassung des Spiels wagen. Die Role Play Convention ist jedoch in erster Linie keine Messe für digitale Spiele. Das Spektrum ist weitaus gestreuter, wie wir in diesem Jahr erneut feststellen können. Pen-and-Paper-Rollenspiele, Tabletop-Titel und Trading Card Games konnten auf der Messe in aller Ruhe ausprobiert werden. An vielerlei Tischen fand man sich zusammen mit anderen Gleichgesinnten, die ebenfalls neue Erfahrungen sammeln wollten und konnten.

Kommerzielle, aber ruhige Messe

Role Play Convention 2014 (4)Hatte man genug Geld dabei, konnte man sich bei Gefallen direkt mit dem getesteten Spiel bei den verschiedenen Händlern ausstatten. Wie in den vergangenen Jahren gab es dieses Mal erneut einen Mittelaltermarkt. Hier haben sich Händler aus ganz Deutschland versammelt, um ihre Waren feilzubieten. Neben Ausrüstungsgegenständen für Live-Action-Role-Player ließen sich auch Met-Anbieter unter der Händlermenge nieder. Wer einmal Honigwein kosten wollte, hatte auf der Role Play Convention 2014 wieder die beste Gelegenheit dazu und konnte auf Wunsch direkt die eine oder andere Flasche erwerben. Obwohl wir das Gefühl haben, dass die Messe in diesem Jahr wesentlich kommerzieller wirkte, als noch in den Vorjahren (selbst die Einzelhandelskette Saturn hatte einen eigenen Stand), haben wir auch Verbesserungen auf der Messe wahrgenommen. Der Lärmpegel ist weiter zurückgegangen und das konnte man selbst den zufriedenen Gesichtern entnehmen, die wir allerorts auf dem Messegelände begegnet sind. Wer sich für Rollenspiele aller Art interessiert, ist auf der Role Play Convention immer noch ein gern gesehener Gast. Wer mit der Materie nur einzelne Aspekte verbindet, wird zwar auch ein tolles Wochenenderlebnis erfahren, sich aber stellenweise fremd fühlen. Wir haben die Reise nach Köln jedoch gerne erneut aufgenommen und freuen uns bereits aufs nächste Jahr!

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Jedes Jahr bevor die Role Play Convention ihre Pforten öffnet, bitte ich um eine Akkreditierung – mit gutem Grund. Nirgends in Europa findet man eine vergleichende Veranstaltung wie diese. Tausende Live-Action-Rollenspieler und Cosplayer versammeln sich ein Wochenende lang in Köln und zeigen, was in jahrelanger Arbeit an Kostümen entstanden ist. Auch dieses Jahr war ich wieder mit dabei und absolut begeistert, wie viel Mühe sich die Leute geben. Überraschend ist auch, wie die Messe von Jahr zu Jahr an Größe gewonnen hat. Neben vielen Vereinen die ihre fantasievolle Welten vorstellen, Brettspielbereiche und Shops, gab es die verschiedensten Möglichkeiten sich zu beschäftigen. So konnte ich die Gelegenheit nutzen, die Grundlagen im Mittelalterschwertkampf zu lernen, mit einem Bogen zu schießen und sogar eine Einweisung erhalten, wie ich mit einer Armbrust umzugehen habe. Ich kann jedem, egal ob er ein Fan von Live-Action-Rollenspielen ist, von Herzen empfehlen, sich dieses Event anzugucken. Alleine schon die Vielfalt an Kostümen und deren Detailgenauigkeit zu begutachten ist ein Genuss und somit bin ich mir sicher, dass auch nächstes Jahr die Messe mit mir stattfinden wird.

Erics Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Fünf Jahre und sechs Messen später ist der Besuch der Role Play Convention unlängst zu einem traditionellen Ereignis geworden, welches ich mir in jedem Jahr nicht nehmen lassen möchte. Nachdem ich letztes Jahr von der Messe ein wenig enttäuscht war, konnte man mich dieses Jahr ein wenig mehr begeistern. Das liegt vor allem daran, dass es auf dem Gelände vom Lärmpegel gesehen dieses Mal wesentlich ruhiger war. Das habe ich auch in den Gesichtern der Besucher gesehen, die in diesem Jahr wesentlich fröhlicher aussahen. Schade nur, dass die Messe auf mich diesmal den Eindruck gemacht hat, dass sie fast nur noch kommerziell gestaltet ist. An fast jedem Stand konnte man sich mit Spielen, Büchern oder Filmen eindecken. Die Vorstellung von ehrgeizigen Projekten ist meiner Auffassung nach zurückgegangen. Dafür habe ich mich sehr darüber gefreut, dass ich (zeitlich bedingt nur kurz) Risen 3: Titan Lords anspielen konnte. Beide Vorgänger habe ich gerne gespielt und freue mich nach nur wenigen Spielminuten schon sehr auf den August, in dem der Titel erscheint. Alleine dafür hat sich für mich die Reise nach Köln definitiv gelohnt und bin schon sehr darauf gespannt, wie es nächstes Jahr mit der Messe weitergeht!

Vielen Dank an die Messeleitung der Role Play Convention für die freundliche Bereitstellung der Eintrittskarten!

Review: Mario Golf: World Tour

CTR_MarioGolfWT_TS_GEP_01.inddAls Sportler hat Mario eine steile Karriere hinter sich. Als Kartfahrer und als Tennisspieler ist der gelernte Klempner auf dem Nintendo 3DS bereits vertreten. Nach Verschiebungen hat es Mario und seine Freunde nun auch endlich auf den virtuellen Golfplatz verschlagen.

Mario Golf - World Tour (2)Bevor wir uns Mario und seinen Freunden jedoch widmen, möchten wir zunächst auf die im Spiel enthaltene Kampagne eingehen. Der Palastclub wird zwar nicht als solche beschrieben, doch sind die Ähnlichkeiten unverkennbar. Nachdem wir Einstellungen vorgenommen haben, beispielsweise ob wir unsere Golfkarriere als Links- oder Rechtshänder starten, wählen wir auch schon unseren Mii aus, mit dem wir uns im Palastclub zurechtfinden dürfen. Bevor wir auch nur einen Golfschläger in die Hand nehmen können, müssen wir uns erst daransetzen, um unser Handicap zu bestimmen. Sind wir mit unserem Mii genug durch die Hallen des Palastclubs gelatscht, schauen wir uns das Außenareal an und bekommen dort auch endlich den besagten Golfschläger in die Hand gedrückt. Der Waldkurs ist unser erstes Ziel, denn hier können wir die Grundlagen des Golfspiels relativ schnell lernen und dabei auch mit wenigen Hindernissen konfrontiert werden. Während wir auf der Wii bei einem Golfspiel Bewegungen noch mit der Wii-Fernbedienung nachahmen würden, ist es auf dem 3DS jedoch so, dass wir die Schlagbewegungen klassisch wie auf älteren Konsolen ausführen müssen. Wir wählen als erstes einen Schläger aus, wobei jeder Schläger für unterschiedlich große Distanzen geeignet ist. Als nächstes variieren wir mit dem Schläger noch die Distanz, die der Ball fliegen soll.

Learning by Doing

Mario Golf - World Tour (3)Entsprechend müssen wir mit der bestimmten Stärke zuschlagen, um den Schlag auszuführen. Wie das auch bei realen Golfspielen der Fall ist, reicht das noch lange nicht aus, um den Ball ins Loch zu befördern. Wetterbedingungen wie Regen oder Wind sind zwar vorhanden, doch in unserem Test ist es nur der Wind, der die Flugbahn unseres Golfballs effektiv beeinflusst. Entsprechend möchte die Ideallinie vorab eigens beachtet und verschoben werden. Anfangs ist das noch gewöhnungsbedürftig, doch schnell lernen wir damit umzugehen. Während bei den ersten Runden Pars und Birdies bei durchschnittlichen Spielern dominieren, können nach einigen Spielstunden auch sehr gut Eagles erreicht werden. Golfunkundige denken jetzt bitte nicht an Vögel, denn bei Eagles und Birdies handelt es sich schlichtweg um Bezeichnungen für Punkte. Je besser wir spielen, desto weniger Punkte erhalten wir, denn im Golfsport sind es wenige Punkte, nach denen wir eingeschätzt werden. Nachdem unser Handicap erfasst ist, können wir die Meisterschaft im Waldkurs angehen und uns mit Computergegnern anlegen beziehungsweise messen. So schalten wir dann auch den Zugang zu weiteren Kursen frei, wo es dann auch Hindernisse zu bewältigen gibt. Am Strandkurs wartet das kühle Nass nur darauf, um unseren Golfball zu versenken und im Gebirgskurs machen uns Schluchten zu schaffen.

Kosmetische Golfausrüstung

Mario Golf - World Tour (4)In Mario Golf: World Tour gibt es neben diesen drei Kursen selbstverständlich noch weitere Orte, wo wir den Golfschläger schwingen dürfen. Bereits zum Release hat Nintendo zudem zusätzliche Inhalte zum kostenpflichtigen Download veröffentlicht. Ob diese Geschäftspolitik nun richtig oder falsch ist, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Fakt ist, dass sämtliche Kurse sich gut und sehr unterschiedlich spielen. Abwechslungsreich ist der Golferalltag auf jeden Fall, zumal wir auf den Kursen auch zahlreiche Münzen sammeln können, die wir dann im Laden ausgeben dürfen, um uns neue Golferausrüstung zulegen zu können. Neue Schläger, Bälle oder Kleidung haben dezente Auswirkungen aufs Vorankommen in unserer Karriere. Der kosmetische Effekt bleibt zwar nicht aus, aber wenn wir auf dem Golfplatz unterwegs sind, ist unsere Kleidung ohnehin nur bei Nahaufnahmen gut zu erkennen. Gut zu erkennen sind auch alle wichtigen Faktoren auf dem Platz, doch machen uns seltene Kameraprobleme besonders beim Putten zu schaffen. Wenn beispielsweise zwanzig Meter bis zum Loch zu überbrücken sind, wird uns zwar aus der Vogelperspektive ein Raster angezeigt, wie sich die Erhöhungen und Vertiefungen auf den Schlag auswirken würden, doch beim Rauszoomen ist dieses kaum zu erkennen und bei der Nahansicht mangelt es leider an der Übersicht.

Gleichzeitig auf dem Golfplatz

Mario Golf - World Tour (5)Das ist auf einem Handheld mit einer mittelgroßen Auflösung wohl nicht anders möglich. Im Angesicht der sonst übersichtlichen Gestaltung der Spielwelt ist dieser Fehler doch durchaus zu verkraften. Die Umgebungen sind sehr bunt, die Kurse liebevoll gestaltet und sämtliche Charaktere passend animiert. Mario, Donkey Kong, Daisy und Co. bringen neben den bereits angesprochenen Ausrüstungsgegenständen einen weiteren taktischen Anteil ins Spiel, den wir nicht missen wollen. Besonders im Online-Spiel gegen andere Spieler machen die Attribute der Charaktere durchaus Sinn, da der Wettkampf so etwas spannender geschürt wird. Online ist Nintendo zudem vorbildlich, da die Schläge mit den anderen Spielern nicht abwechselnd, sondern simultan ausgeführt werden. Wir sehen also immer die Position der gegnerischen Bälle und können einschätzen, wie gut wir uns im Vergleich schlagen müssen. Wettkämpfe und das Bilden einer temporären Community runden das Vergnügen ab. Permanente Gruppen hätten wir uns jedoch mehr gewünscht, genauso wie eine Download-Spiel-Funktion. Wollen wir lokal mit mehreren Spielern golfen, benötigt jeder einen 3DS und eine Cartridge. Dabei sind es doch vor allem solche Nischenspiele, die von der Funktion profitieren und gefördert werden sollten. Fans von arcade-lastigen Golf-Videospielen sollten aber unbedingt zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mario Golf: World Tour stellt für mich eine gewisse Premiere dar, denn mit der Mario-Golf-Reihe konnte ich bisher noch keine Erfahrungen sammeln. Ich bin froh, dass die ersten Schritte in der Fusion des Golfsports mit dem Super-Mario-Franchise sich für mich definitiv gelohnt haben. Die Idee, Mario-Charaktere in Sportarten zu verstricken, ist zwar uralt, doch zündet sie im Jahr 2014 immer noch. Mir gefallen die unterschiedlichen Kurse, die mit abwechslungsreichen Hindernissen ausgestattet sind und meine Fähigkeiten langsam verbessern. Nach mehreren Spielstunden bekomme ich immer noch nicht genug von dem Spiel, da der Golfsport mich – obwohl ich noch nie selbst einen richtigen Golfschläger in der Hand hielt – nicht mehr los lässt. Hier noch den Golfball versenken, dabei Münzen einsammeln und im Anschluss direkt den Laden aufsuchen – das ist Mario Golf: World Tour für mich. Auch wenn ich sehr gerne mit Mario, Yoshi und deren Freunde auf dem Golfplatz stehe, gibt es dennoch ein paar negative Punkte, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Seltene Kameraprobleme beim Einputten, eine für mich nicht immer nachvollziehbare Schlaglinie und Items, die den Spielfluss selten vernünftig bereichern, treiben mich gelegentlich zum Verzweifeln. Sobald ich jedoch die nächsten Münzen eingesammelt habe, kann ich dem Spiel diese Patzer jedoch verzeihen. Nicht verzeihbar ist jedoch das komische Hauptmenü, denn eine Unterteilung in Offline-, Online-, Freies- und Kampagnenspiel gibt es nicht. Erst will herausgefunden werden, wo sich diese Punkte verstecken und was sich hinter ihnen verbirgt. Danach kann das Spiel jedoch stundenlang und über einen längeren Zeitraum fesseln.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario Golf: World Tour!

Review: Child of Light

Child of Light (1)Das Erwachsenwerden wird in Spielen häufiger thematisiert. Während wir in Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin einen kleinen Jungen verkörpert haben, schlüpfen wir dieses Mal in die Haut einer kleinen Prinzessin, die den Werdegang einer Königin unfreiwillig verfolgt.

Child of Light (2)Um die Jahrhundertwende zum zwanzigsten Jahrhundert lebt die kleine Aurora zusammen mit ihrem Vater in Österreich. Dieser ist ein Herzog, der seine Gattin vor einigen Jahren zu Grabe tragen durfte. Aurora ist sein ein und alles, doch wie das in einer Märchenbuchgeschichte fast immer der Fall ist, gibt es auch eine böse Stiefmutter. Eines Abends schläft Aurora ein, doch wird sie aus diesem Traum so schnell nicht mehr aufwachen. Sie findet sich im fantasievollen Königreich Lemuria wieder. Die ersten Schritte sind schnell getan. Auf zweidimensionalen Ebenen bewegen wir uns durchweg durch Lemuria, beobachten dabei die aufregende Fauna und Flora des Landes. In Nebelschwaden gehüllt ist sogar ein Riese in der Ferne zu sehen. Die Idylle ist jedoch schnell vorbei. In einer Höhle treffen wir auf ein gefräßiges Wolfstier. So schnell wir die Höhle betreten haben, verlassen wir sie auch wieder. Die Erkundungstour wird zu einem Abenteuer und unser erster Begleiter ist schnell gefunden. Ein Glühwurm bietet uns unsere Hilfe an, die wir doch dankend annehmen. Mit der Hilfe des Glühwurms ist es nämlich möglich, dunkle Höhlen zu erhellen oder Licht-und-Schatten-Rätsel zu lösen. Das erste Rätsel ist schnell gefunden und rasch gelöst. Hätten wir es doch lieber gelassen, denn die nun offene Tür führt uns tief in einen Schrein, wo wir zugleich ein Schwert aus dem Stein ziehen dürfen.

Auf ins Gefecht

Child of Light (3)Mit dem Schwert bewaffnet offenbart sich uns auch schon das Genre des Spiels. In den ersten Spielminuten macht Child of Light den Eindruck, dass es ein Action-Adventure sei, doch mit dem Schwert in der Hand greifen uns auch schon die Monster der Spielwelt an. Feindkontakt ist gleichgesetzt mit dem Öffnen eines Kampfbildschirms. Während auf der linken Seite die Heldin beziehungsweise später auch die Helden Platz nehmen, schauen uns von der rechten Seite des Bildschirm die Monster an. Über ein Auswahlrad, welches uns immer wieder an die Paper-Mario-Reihe erinnert, wählen wir die entsprechenden Kommandos aus. Das dürfen wir jedoch nur, wenn der entsprechende Charakter auch an der Reihe ist. Auf dem Bildschirm ist unten ein Balken zu sehen, der in Wartezeit und Vorbereitungszeit aufgeteilt ist. Während wir warten, können wir keinerlei Aktionen ausführen. An der Schwelle der beiden Zeiten wählen wir dann das Kommando aus, welches dann eine unterschiedlich lange Vorbereitungszeit mit einbezieht. Werden wir währenddessen von Gegnern getroffen, und das passiert vor allem in der zweiten Spielhälfte leider viel zu häufig, wird das Kommando unterbrochen. Das heißt außerdem, dass wir wieder darauf warten müssen, bis wir die Wartezeit hinter uns lassen. In unseren Augen hätte man den Kämpfen mehr taktischeren Tiefgang spendieren müssen.

Illustre Truppe

Child of Light (4)Während wir am Anfang nur alle paar Jubeljahre auf einen neuen Charakter treffen, kommen wir später fast in jeder Spielstunde in den Genuss neuer Persönlichkeiten. Ein Mäuserich auf der Jagd nach dem großen Geld und seiner Jugendliebe, ein magiebegabter Zwerg mit einem berlinerischen Akzent, eine Gauklerin und ein Narr, die vom Zirkus ausgeschlossen werden und auch die Stiefschwester von Aurora wollen sich unserer Gruppe anschließen. Während wir die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Charaktere wirklich gutheißen, so sehr stört es uns, dass sich ihre Fähigkeiten vor allem gegen Ende doch zu sehr ähneln. Auch hier hätte man dem Titel deutlich mehr Spieltiefe zugutekommen lassen müssen. Immerhin motiviert es, die Charaktere immer wieder aufs Neue mit neuen Spezialfähigkeiten auszustatten. Für jeden Stufenaufstieg erhalten wir einen Fähigkeitspunkt, den wir auf einem Fähigkeitsbaum relativ frei verteilen dürfen. Es gibt bei jedem Charakter mehrere Äste, die wir entweder stringent verfolgen dürfen oder stückweise ausbauen. Diese Entscheidungsfreiheit freut uns sehr, da wir die Charaktere so nach unseren Vorlieben ausbauen können. Ebenso lassen sich die Helden mit Edelsteinen ausstatten, die ihnen unterschiedliche Fähigkeiten geben. Wer viele Klunker sammelt, darf sie jederzeit zu stärkeren Edelsteinen verarbeiten. Grundsätzlich nett!

Durchschnittliches Gameplay

Child of Light (5)Das Manko des Features ist jedoch, dass wir nur im Ausrüstungsmenü erfahren, welche Werte die Edelsteine mitbringen. So wechseln wir andauernd zwischen den Menüs, was mit der Zeit nervig sein kann. Da Child of Light auf dem normalen Schwierigkeitsgrad keine allzu große Herausforderung ist, kann man das Feature fast schon außer Acht lassen. Ebenso fragen wir uns, welche Daseinsberechtigung Tränke haben. Bis kurz vorm Finale haben wir die Tränke unberührt gelassen. Wer trotzdem Wert auf die eigentlich wertvollen Utensilien legt, sollte mit offenen Augen durch Lemuria schreiten. Sammelwütige werden an jeder Ecke fündig. Während wir dabei mit dem linken Analog-Stick Aurora bewegen dürfen, können wir über den rechten Stick den Glühwurm frei in der Gegend herumschwirren lassen. Wer den Titel auf der Wii U spielt und es intuitiver (und in den Kämpfen effektiver) mag, kann den eingangs erwähnten Glühwurm auch mittels Touchpen bewegen oder einen zweiten Spieler mit einer Wii-Fernbedienung ausrüsten. Das Gameplay von Child of Light ist zwar durchschnittlich, doch entschädigt der Titel dafür mit einer europäisch wirkenden Märchenwelt, in der auch amerikanische und asiatische Einflüsse zu finden sind, und mit einem Soundtrack, den wir vor lauter melancholischschöner Flöten- und Klavierklängen nicht mehr so schnell vergessen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Als ich das erste Mal von Child of Light gehört habe, bin ich schon ein wenig neugierig geworden. Der Grafikstil ist wirklich schön und auch die dazugehörige Musik stimmt mich zugleich fröhlich und etwas wehmütig. Am Ende sind meine Gefühle jedoch etwas gemischt, denn so schön ich die Erzählstruktur der Geschichte finde (sie wird fast ausschließlich in (einfachen) Reimen vorangetrieben), so sehr wünsche ich mir, dass man diese Liebe auch dem restlichen Spielanteil geschenkt hätte. Das Gameplay ist mittelmäßig, denn sowohl die Action-Adventure-Anteile, als auch die Kämpfe des Rollenspielaspekts, harmonieren einfach nicht gut miteinander. Zwölf Stunden kann der Titel dann aber doch bei Laune halten, da das Aufstufen der Charaktere und das Sammeln der verschiedenen Utensilien (auch wenn man sie im Endeffekt doch nicht braucht) einfach sehr motiviert. Wer sich von einer schönen Optik und toller Musik blenden lassen möchte, darf sehr gerne zu Child of Light bekennen – diese Aufgabe erfüllt der Titel nämlich mit Bravour. Wer aber neben einer fantasievollen und tiefgehenden Geschichte auch inhaltlich überzeugt werden möchte, wird bei Child of Light wohl trotz hoher Erwartungen eher nicht fündig werden.

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Das märchenhafte Abenteuer besitzt neben der künstlerischen Oberfläche leider nicht ganz die Spieltiefe und Komplexität, die es bräuchte, um mit anderen Rollenspielen verglichen werden zu können. Das einzigartige Gewand, in welches das Spiel gesteckt wurde, macht das dafür alle Male wieder wett. Dabei bin ich ein großer Fan des rundenorientierten Gameplays, das durch den manipulierbaren ATB-Balken eine ganz eigene Note verpasst bekommen hat. Denn der echte Kampf wird durch diese taktische Raffinesse am unteren Bildschirmrand ausgetragen und gewinnen wird nur derjenige, der stets die Kontrolle über alle Figuren auf dem Bildschirm besitzt. Dank des entspannten Schwierigkeitsgrads, fiel es mir dafür aber leichter, die künstlerische Gestaltung zu genießen. Dazu zählt auch der wunderbare Soundtrack mit Ohrwurmcharakter, durch den ich mich selbst bei abgeschalteter Wii U in die traurig-schöne Atmosphäre von Child of Light zurückversetzen kann. Auroras Abenteuer ist daher ein entspanntes Rollenspiel mit Wohlfühlfaktor, an dem sich auch Genre-Verfechter heranwagen dürfen.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Child of Light!

Review: Short Peace: Ranko Tsukigime’s Longest Day

Short Peace - Ranko Tsukigime's Longest Day (1)Nur sehr selten schaffen es verrückte Spielideen aus Fernost in den Westen. Spieler werden von den Publishern oftmals bevormundet, doch bei Short Peace: Ranko Tsukigime’s Longest Day ist dies nicht der Fall. Wir haben uns durch das kurze Action-Abenteuer geschnetzelt.

Short Peace - Ranko Tsukigime's Longest Day (2)In Short Peace schlüpfen wir in die Rolle der titelgebenden Heldin Ranko Tsukigime. Diese ist eigentlich eine normale Schülerin an einer Tōkyōter Schule, doch der Schein trügt leicht. Während sie am Tage die Schulbank drückt und von ihrer Freundin zu Karaoke-Sessions gedrängt wird, verwandelt sich Tsukigime nach Unterrichtsschluss in eine Assassine. Ihr Auftrag an ihrem längsten Tag ist es jedoch, ihren Vater zu töten. Was nach einem großen Aufhänger für eine spannende Story klingt, entpuppt sich jedoch leider nur als Anhaltspunkt in einer Handlung, die wir selbst nach dem einmaligen Durchspielen nicht verstehen. Neben plötzlich auftauchenden Helfern gibt es auch hastig eingeführte Antagonisten. So wirklich spannend ist das nicht, da die Handlung nur lose zusammengehalten wird. Das ist vor allem deshalb so seltsam, das das Spiel definitiv die Möglichkeiten bietet, eine durchgehende Story zu erzählen. Viele Minuten Anime-Szenen verbinden die kurzen Spielabschnitte, die auch nur einen Bruchteil der Spielzeit in Anspruch nehmen. Tatsächlich könnte Short Peace auch Short Piece heißen, denn nach gerade einmal neunzig Minuten flimmert der Abspann über den Fernsehbildschirm. Gerne würden wir schreiben, dass man in dieser Zeit sensationell gut unterhalten wird, doch kann sich das Gameplay in dieser Zeit leider nicht vollends entfalten.

Ziellinie in Sicht

Short Peace - Ranko Tsukigime's Longest Day (3)Im ersten Level werden wir behutsam in die Steuerung eingeführt. Unsere Aufgabe ist es im Grunde nur, von links nach rechts zu laufen, dabei über Abgründe zu springen, allerlei Gegner zu verdreschen, Abhänge hinunter zu rutschen, Wandsprünge durchzuführen und am Ende das Ziel zu erreichen. Während wir in den meisten Fällen keinen Schaden nehmen können, ist es dennoch notwendig, die Gegner zu besiegen. Durch besiegte Gegner erhalten wir Energie, die wir aufwenden müssen, um Verfolger wir greifende Hände oder einen riesigen Hund immer wieder zurückzudrängen. Sind wir nämlich zu langsam, werden wir von diesen Ungetümen eingeholt und dürfen den Level anschließend von vorn beginnen. Außerdem sollten wir darauf achten, welche Route wir durch den Spielabschnitt nehmen, da sich mittendrin Geschenke finden lassen, welche neue Kostüme und Konzeptbilder für uns bereithalten. Das erhöht zumindest den Wiederspielwert leicht. In der zweiten Spielhälfte kann der Titel dafür aber mit etwas anderen Gameplay-Mechaniken aufwarten, die jedoch auch nur eine Hommage an Klassiker wie R-Type und Konsorten darstellen. Der Schwierigkeitsgrad erscheint dann und wann zwar mal etwas unfair, doch bereits beim zweiten Anlauf merkt man, dass er doch sehr human gehalten ist und gelegentlich etwas Können von uns abverlangt. Mehr aber auch nicht.

Kurzer Auftritt

Short Peace - Ranko Tsukigime's Longest Day (4)Die Spielgrafik selbst befindet sich auf einem durchschnittlichen Niveau, wird jedoch in jeder Minute mit passender Musik unterlegt. Der Soundtrack passt zur schrillen Gestaltung Japans im Spiel und auch zu den Effekten, wenn Gegner besiegt werden und daraufhin Blitze über den Bildschirm flitzen. Bemerkenswert sind jedoch die Anime-Szenen, die unterschiedliche Stile aufweisen. Von der typisch bunten Gestaltung moderner Anime, gibt es auch Szenen, die schwarzweißen Manga nachempfunden sind. Hier fährt die Kamera teilweise so nahe an die Szenen ran, dass die normalerweise gedruckten Bildpunkte deutlich zu erkennen sind. Das gesamte Spiel ist übrigens mit einer japanischen Sprachausgabe unterlegt, die ausdrucksstark und in vielen Fällen mit Humor bestückt ist. Alle Bildschirmtexte sind zwar auch japanischer Herkunft, doch in der deutschen Fassung werden zudem deutsche Untertitel drübergelegt. Das hilft jedoch nicht viel, da die Story dermaßen zusammenhanglos abgedreht ist, dass sie kaum zu verstehen ist. Auch die vier Kurzfilme, die ebenfalls auf der Blu-ray versteckt sind, können da nur bedingt helfen. Diese erzählen nämlich jeweils eigenständige Geschichten, die fast nichts miteinander zutun haben. Wer sich von der kurzen Spielzeit nicht abschrecken lässt, erhält mit den Kurzfilmen zumindest einen kleinen, aber feinen Kaufgrund für Short Peace.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Short Peace ist zwar kein schlechtes Spiel, aber sicherlich auch kein sehr gutes. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen, denn grundsätzlich macht mir das ganze Gameplay Spaß. Ich liebe es, mit Tsukigime durch die Levels zu rasen, vor den Kreaturen zu fliehen, dem Soundtrack und der aberwitzigen Handlung zu folgen. Leider funktioniert das in der Praxis nicht ganz so gut wie erhofft. Bereits nach der Hälfte des Spiels, die nach dreißig Minuten erreicht wird, also dann wenn man sich gerade eingewöhnt hat, bricht das Gameplay mit der Tradition und bereicht es mit ganz anderen Faktoren, nur um mir dann nach einer weiteren halben Stunde zu sagen, dass das Spiel jetzt abgeschlossen ist. Die ganze Story hätte dabei so viel Potential, welches in Short Peace einfach nicht genutzt werden will. Die meisten Anime-Szenen wirken einfach nur zusammenhanglos in ein Spiel gequetscht, welches dafür gar nicht ausgelegt ist. Vor allem wenn ich bedenke, dass Gōichi Suda am Spiel mitentwickelt und quasi den fünften Kurzfilm in spielerischer Form produziert hat, könnte man von Short Peace sehr viel mehr erwarten. So bleibt am Ende ein schnell durchgespieltes Abenteuer, das neunzig Minuten ansatzweise unterhält und dann wohl oder übel im Spielregal verstaubt.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Short Peace: Ranko Tsukigime’s Longest Day!

Review: New Police Story

New Police Story (1)Mit Police Story erschafft Jackie Chan 1985 eine Filmreihe, die seinen Fans bis heute wohl unvergesslich ist. An diese Klassiker des Action-Genres knüpft Benny Chans New Police Story an, legt jedoch mehr Wert auf Ernsthaftigkeit und spart dabei reichlich an Humor.

New Police Story (2)In New Police Story aus dem Jahre 2004 übernimmt Jackie Chan die Rolle des Inspektor Chan in Hongkong. Gleich zu Beginn zeigt der Film, dass es sich bei Inspektor Chan um eine sehr tragische Person handelt – er zieht durch Bars, ertrinkt seinen Kummer in Alkohol und torkelt des Nachts durch die Straßen. Kurz darauf macht der Film einen Zeitsprung in die Vergangenheit, um zu erklären, wie es dazu kommen konnte. Hongkong wird bedroht durch eine Gruppe wahnsinniger Jugendlicher. Diese räumen eine Bank nach der anderen aus. Sie machen das nicht, um sich zu bereichern, sondern um sich untereinander zu messen. Dabei ist es ihnen wichtig, dass die Polizei anrückt. Für jeden zerstörten Streifenwagen und für jeden angeschossenen oder gar getöteten Beamten hagelt es Punkte aufs Konto und je nachdem wer am Ende des Raubzugs die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt den größten Batzen des gestohlenen Geldes. Während einer Pressekonferenz kündigt Inspektor Chan an, dass die Polizei von Hongkong maximal drei Stunden benötigen wird, um die Ganoven dingfest zu machen. Wenige Stunden später hat seine Einsatztruppe das Versteck der Kriminellen zwar ausfindig gemacht, doch anstatt sich zu ergeben oder aggressiven Widerstand zu leisten, ist das Auftreten der Polizei für die Diebe eine Möglichkeit mehr, sich untereinander zu messen.

Ernstzunehmende Gegner

New Police Story (3)Bereits in der ersten halben Stunde des Films wird klar, welche Akzente dieser setzen will. Der Ton ist durchgehend düster. Die Polizisten wissen, dass ihr Leben auf dem Spiel steht und fühlen sich nicht wie etwaige Halbgötter. Wie das perfide Spiel der Bösewichte aussieht, soll an dieser Stelle nicht zur Sprache kommen. Fakt ist, dass der Ausgang dieser Situation Chans Leben bestimmen wird. Seiner Verlobten kann er nicht mehr unter die Augen treten, sein Schwager weilt nicht mehr unter den Lebenden und um das Erlebte zu verarbeiten, verfällt Chan dem Alkohol. Zusammengesackt in der Gasse wird er von seinem neuen Partner aufgelesen. Längere Zeit war es um die Jugendlichen, die ihre Raubzüge in ein Videospiel einfließen lassen, still. Nach einem Jahr melden sie sich jedoch wieder zurück, womit Chan und sein Partner Zheng eine eindeutige Mission zu erfüllen haben. Bald wissen jedoch auch ihre Gegenspieler, dass die Polizei ihnen auf den Fersen ist und denken sich für Chan und Zheng ein ganz besonderes Spiel aus. Nahezu bis zum Abspann ist der Film gefüllt mit sehr viel Action. Eine tiefgründige Handlung will der Film auch nicht erzählen. Die Geschichte dient eher dazu, die Action-Elemente des Films zu verbinden. Vom Fabrikgelände bis zum Dach eines Wolkenkratzers besitzt der Film eine reiche Bandbreite an gelungenen Kulissen.

Ernstzunehmender Hauptdarsteller

New Police Story (4)Dass Benny Chan weiß, wie man grandiose Action-Szenen dreht, wissen wir unter anderem aus Invisible Target. Selbst an eine Hommage an Police Story II hat der Regisseur gedacht und wer jetzt an Doppeldeckerbusse denkt, liegt goldrichtig. Erstaunlicher ist eher, dass Jackie Chan sich 2004 für New Police Story bereit erklärt; ist es in seinen Augen doch eher interessanter, nur die Fäuste sprechen zu lassen und Gewalt eher sanft zu vermitteln. Viele denken in dieser Zeit, dass Chan andere Rollen gar nicht spielen kann, doch an der Seite von Nicholas Tse (bekannt aus Dragon Tiger Gate: Martial Arts Action) zeigt Altmeister Chan, dass er auch ernste Rollen problemlos spielen kann – weitere ernste Rollen sollen nach 2004 noch folgen. Die kantonesische Originalfassung und die deutsche Synchronisation tun ihr Bestes, um den Charakteren reichlich Glaubwürdigkeit einzuhauchen. Der englischsprachigen Synchronisation gelingt dies nur zum Teil und ist recht gewöhnungsbedürftig. Das Bildformat entspricht laut Packungsangaben zwar 2,35:1, doch in den letzten Szenen macht ein schwarzer (schmaler) Balken am rechten Bildschirmrand einen unschönen Fleck auf dem Gesamtbild. Das stört aber genauso wenig wie das nur während des 123 Minuten langen Films aufrufbare Menü, wo Einstellungen vorgenommen und SD-Trailer abgespielt werden dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Eigentlich hatte ich 2005 vor, mir den Film im Kino anzuschauen. Daraus wurde jedoch nichts, weshalb eine spät in der Nacht laufende Fernsehausstrahlung einige Zeit später herhalten musste, um Wissenslücken zu schließen. Nach all den Jahren hat der Film nichts an seiner Faszination eingebüßt. Diese Faszination spiegelt sich vor allem in Jackie Chan wieder, der solche Rollen zuvor in der Regel meistens ablehnte und sich auf seine eigentlichen Talente konzentrierte, sprich lustige Rollen und Martial-Arts-Kämpfe. Mit New Police Story erhält der Schauspieler von seinen Kollegen reichlich Anerkennung. New Police Story selbst ist ein Film, der sich weniger durch seine Handlung mitsamt den wahnsinnigen Bösewichtern identifiziert, sondern mehr durch seine Action. Diese dominiert den Film nahezu von Anfang bis Ende, während zwischendurch auch ruhige Momente Zeit zum Verschnauben lassen. Fans von Martial Arts kommen auch auf ihre Kosten, müssen jedoch verstehen, dass die Gewalt des Films vor allem durch viele Schüsse und den kranken Machenschaften der Jugendlichen illustriert wird. Wer sich damit anfreunden kann, kommt hier in den Genuss eines der besten Filme mit Jackie Chan. Alle anderen schauen sich wohl lieber Police Story an und schwelgen dabei in Erinnerungen.

Vielen Dank an 3L Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von New Police Story!

Prime Time: Waiting in the Summer – Vol. 2 (Unboxing)

Nachdem wir euch bereits jeweils ein Review zur ersten und zweiten Volume präsentiert und ebenso ein Unboxing-Video zur ersten Ausgabe veröffentlicht haben, folgt heute unser Unboxing-Video zur zweiten Volume. Kurz und knapp wollen wir euch erzählen, welche Merkmale die Packung hat und auf welches physische Bonusmaterial ihr euch diesmal wieder freuen dürft. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Lego Der Hobbit

Lego Der Hobbit (1)Nicht zum ersten Mal reisen wir nach Mittelerde. Bereits 2012 haben wir das Fantasy-Reich in Lego Der Herr der Ringe einmal ausgekundschaftet. Zwischen dem zweiten und dritten Kino-Abenteuer von Der Hobbit, kehren wir abermals ins Miniatur-Mittelerde zurück.

Lego Der Hobbit (2)Damit hat der König unter dem Berg wohl nicht gerechnet. Da häuft man über Jahrhunderte die größten Reichtümer an und plötzlich taucht ein Drachen auf, der die Besitztümer für sich beansprucht. Da von den Elben keine Hilfe zu erwarten ist, geht das Zwergenreich im Berg Erebor unter. Viele Jahre später macht die Handlung einen Sprung ins Auenland, wo das wohl gemütlichste Geschöpf Mittelerdes lebt. Ein Hobbit namens Bilbo Beutlin. Dieser bekommt eines Tages Besuch von Zauberer Gandalf. Im Schlepptau hat der Zauberer dreizehn Zwerge, unter denen sich auch Thorin Eichenschild aufhält. Er ist der Thronfolger und will mit seinen Kameraden, Zauberer Gandalf und einem Meisterdieb, Goldschatz und Thron zurückerobern. Blöd nur, dass der Meisterdieb in der Gestalt von Bilbo Beutlin eigentlich kein Interesse daran verspürt, sein Leben für ein Abenteuer ohne Wiederkehr zu opfern. Trotzdem kann Bilbo von Gandalf überzeugt werden und die Reise quer durch das nördliche Mittelerde kann beginnen. In Lego Der Hobbit spielen wir nämlich die Geschehnisse der beiden ersten Filme nach. Das heißt, dass wir sowohl Trolle, Elben als auch Riesenspinnen sehen werden. Das gemeinsame Abendessen in Beutelsend erleben wir ebenso wie den furiosen Showdown am Erebor, doch abseits der Filmwege dürfen wir auch Orte wie die Stadt Bree oder die Hügelgräber besuchen.

Querfeldein durch Mittelerde

Lego Der Hobbit (3)Grundsätzlich spielt sich Lego Der Hobbit wie sein inhaltlicher Vorgänger Lego Der Herr der Ringe. Das heißt, dass wir uns frei über eine Miniaturausgabe von Mittelerde bewegen dürfen und via einer Brotkrumenspur aus Lego-Steinen zur nächsten Aufgabe geleitet werden. Haben wir keine Lust, die nächste Story-Aufgabe anzugehen, können wir allerhand Schabernack in Mittelerde anstellen. Wir können mit ein paar Schlägen oder Schwerthieben Kisten zerstören, Felsen in ihre Einzelteile zerlegen oder Büsche aus dem Erdboden befördern. So erhalten wir auf der einen Seite die bekannten Studs, mit denen wir uns im Verlauf der unerwarteten Reise neue Figuren kaufen dürfen. Auf der anderen Seite erhalten wir so wertvolle Rohstoffe, wie Holzbretter, Steine, Möhren oder wertvolle Mineralien. Diese können wir bei Händlern gegen andere Rohstoffe tauschen oder erfüllen in ganz Mittelerde Aufträge von Personen, die uns daraufhin mit wertvollen Legosteinen versorgen. Das motiviert nebenher enorm, doch erst wenn wir die Story beendet haben, erhalten wir Zugriff auf alle Charaktere. Jeder Charakter hat nämlich verschiedene Fähigkeiten. Elben springen beispielsweise höher, Zwerge können durch Tunnel kriechen und Zauberer bringen im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkle. Selbstverständlich hat auch der Ring der Macht eine kleine, aber feine Daseinsberechtigung.

Bildung der Gemeinschaft

Lego Der Hobbit (4)Die einzelnen Levels spielen sich dann recht ähnlich, sind aber natürlich sehr viel mehr auf die einzelnen Charaktere ausgelegt. Unsere Aufgabe ist es quasi immer wieder, die Level-Architektur zu zerstören, Studs einzusammeln und herumliegende Lego-Steine wieder in ihr ursprüngliches Gebilde zusammenzusetzen. Wie in The Lego Movie Videogame können wir in Lego Der Hobbit auch komplexere Lego-Modelle zusammenbauen. Dabei setzen sich die Modelle automatisch zusammen; wir wählen zwischendurch immer nur vorgegebene Steine aus und je geschickter wir uns dabei anstellen, desto mehr Studs hagelt es als Belohnung. In den einzelnen Levels kommt es auf Zusammenarbeit der verschiedenen Lego-Figuren ganz besonders an. Beispielsweise stapeln wir drei Zwerge übereinander, an deren Lanzen dann ein vierter Charakter hochklettern kann. Auf der dadurch erreichten Plattform schieben wir unter Umständen eine Kiste an den Rand und lassen sie hinunterfallen. Unten kann dann ein anderer Charakter die Teile der Kiste zu einer Leiter zusammenbauen, damit die Gemeinschaft zum Charakter auf der Plattform hinzu stoßen kann. Im Mittelteil des Spiels bekommen wir es dann auch mit gefährlichen Orks und Warge zu tun. Haucht unsere Figur ihr Leben aus, setzt sie sich danach ordnungsgemäß wieder zusammen. Als Strafe verlieren wir nur diverse Studs.

Dritter Teil nicht enthalten

Lego Der Hobbit (5)Wer damals Lego Der Herr der Ringe auf der Wii gespielt hat, musste technisch Abstriche machen, welche an der Präsentation gekratzt haben. Auf der Wii U macht Lego Der Hobbit dafür eine umso bessere Figur. Die Umgebungen werden stimmig und die Lego-Charaktere durchaus glaubhafter. Außerdem hat man sich unsere damalige Kritik zu Herzen genommen. Soll heißen, dass man nun auch bei der deutschen Synchronfassung auf Sprachsamples von den Filmen zurückgegriffen hat. Laiensynchronsprecher gibt es zwar auch, tauchen aber nur in Form von Quest-Gebern und Händlern auf. Die durchaus ernste Thematik der Filme wird im Spiel mit diversen Slapstick-Einlagen gepaart. Das passt nicht immer, aber ist aber dann für jene, die nur die Handlung der Filme nacherleben möchten, zumindest so dezent, dass es im Grunde gar nicht stört. Einem Zwerg, der einem Drachen die Zunge rausgestreckt, kann man gar nicht böse sein. Am Ende fragen wir uns jedoch, ob wir dem Publisher böse sein müssen. Bis der dritte Film in den Kinos anläuft, dauert es noch eine Weile und man spricht bereits davon, die Inhalte des letzten Teils als herunterladbaren Zusatzinhalt anzubieten. Hier muss Warner Bros. Interactive noch zeigen, dass das Preisleistungsverhältnis stimmt. Dann kann Lego Der Hobbit wie sein Vorgänger dutzende Stunden wirklich spannend unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Lego Der Herr der Ringe habe ich damals auf der Wii gespielt. Präsentation und Atmosphäre ließen stellenweise zu wünschen übrig, da man die technische Limitierung der Konsole nicht genügend ausgereift hat und man zudem fragwürdige Entscheidungen in puncto Synchronisation getroffen hat. Bei Lego Der Hobbit bestehen diese Probleme nicht mehr. Von der ersten bis zur letzten Minute erhalte ich hier ein sauberes Bild, welches mir das Mittelerde der zwei bisherigen Der-Hobbit-Filme näherbringt und da man sich fast ausnahmslos auf Sprachsamples aus den Filmen ausruht, spart man sich diesmal die doch recht mittelmäßige Synchronisation des Vorgängers. Positiv hervorheben möchte ich jedoch, dass man den deutschen Sprecher des Zauberers Saruman (Otto Mellies) für das Spiel gewinnen konnte. Dieser erzählt die Handlung vor und nach jedem Level geschickt weiter. Spielerisch bietet Lego Der Hobbit aber nicht mehr und nicht weniger, als die unzähligen anderen Titel des Franchises. Auf der einen Seite funktioniert das Gameplay sehr gut, doch fehlt es an inhaltlichen Herausforderungen oder gar Innovationen. Da jedoch auch dieser Titel selbst nach dem Abspann ein ungeheueres Suchtpotential bietet, dauert es wieder etliche Stunden, bis man den Controller beiseite legen kann und jedes Geheimnis gelüftet hat. Wenn dann Ende des Jahres noch der dritte Teil als günstiger Zusatzinhalt erscheint, dann bin ich mit Lego der Hobbit fast rundum zufrieden!

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Lego Der Hobbit!

Review: Dracula – Prince of Darkness

Dracula - Prince of Darkness (1)Spätestens seit der Twilight-Buchreihe und der Fernsehserie The Vampire Diaries erfreuen sich Vampire großer Beliebtheit. Leider nur auf einer eher romantischen Art und Weise und weniger als blutrünstige Monster. Dracula – Prince of Darkness macht da keine Ausnahme.

Dracula - Prince of Darkness (2)Die hintergründige Handlung von Dracula – Prince of Darkness orientiert sich an dem Film Bram Stoker’s Dracula aus dem Jahr 1992, weicht von dessen Geschichte aber schnell ab. Fürst Dracul zieht in den Krieg und lässt seine Frau Elisabeta zurück. Bei seiner Rückkehr erfährt er, dass diese angeblich von den Türken ermordet worden sei. Der Fürst weicht von Gottes Pfaden ab und stellt sich gegen ihn, weshalb er Unsterblichkeit erlangt. Ein ganzes Jahrhundert vergeht und der Film macht einen Sprung zu den Dämonenjägerinnen Alina und Esme, die im Wald auf den Vampirjäger Leonardo Van Helsing warten. Von den Geräuschen von Untoten aufgeschreckt, verirren sich die beiden Frauen im Wald und werden darauf von einer Diebesbande, angeführt von Lucian, aufgenommen. Diese interessieren sich jedoch nur für ihr Hab und Gut. Als Van Helsing die Szene betritt und den Lichtbringer, jene Waffe, mit der nach christlichem Glauben Kain Abel erschlagen haben soll, an sich nehmen will, tauchen in den Wäldern plötzlich die bereits genannten Untoten auf. Auf Lucian reagiert die Waffe und kann die Untoten somit in die Flucht schlagen, doch entführt der Untote Wrath Alina auf die Burg des Fürsten Dracula. Lucian, Esme und Van Helsing nehmen die Verfolgung auf und bekommen bald wohlwollende Gesellschaft vom axtschwingenden Dämonenjäger Andros.

Romantisches Transsylvanien

Dracula - Prince of Darkness (3)Während sich die eine Hälfte des Films mit der Reise zur Burg des Fürsten beschäftigt, liegt es an der anderen Hälfte der Erzählung, die Geschehnisse im Schloss vorzustellen. Dracula erkennt in Alina seine unsterbliche Liebe Elisabeta wieder und beginnt freundlich, die junge Dame zu umgarnen. Obwohl sich diese zunächst gegen Dracula wehrt, verfällt sie bald dem Zauber des Vampirs und erkennt in ihm eine tragische Figur und keine Bestie, welche die Welt ins Verderben stürzen will. Luke Roberts, der hier als Dracula zu sehen ist, wirkt in der Rolle des Fürsten sehr weichgespült. Den mächtigen Vampir, den man sich beim Hören seines Namens vorstellt, zeigt man in Dracula – Prince of Darkness jedenfalls nicht. Obwohl der romantische Anteil des Films erheblich ist und sicherlich seine Daseinsberechtigung in dieser Intention hat, spart das Produktionsteam nicht mit Kämpfen. Die Untoten werden mehrmals vom Schloss des Fürsten losgeschickt, um den anrückenden Dämonenjägern aufzulauern. Hier merken wir auch, dass man sich wirklich Mühe mit der inhaltlichen Struktur gegeben hat. Keine Szene wirkt fehl an ihrem Platz. Manchmal wünschen wir uns nur, dass man der einen oder anderen Szene etwas mehr Raum gegeben hätte. Der Kuss zwischen Alina und Lucian kommt so plötzlich und hat in der finalen Konfrontation kaum Bedeutung mehr.

Unsterbliche Geschichte

Dracula - Prince of Darkness (4)Kelly Wenham, welche Alina verkörpert, passt jedoch absolut ins Bild dieser hundertjährigen Liebesgeschichte. Fehlbesetzt ist hingegen Jon Voight als Van Helsing. So gerne wir den Schauspieler in Filmen sehen, wirkt er in dieser Rolle zu stumpf und zu edel; auch wenn letzteres sicher wieder dem romantischen Anteil des Films geschuldet ist. Dafür gefallen uns sowohl die Kostüme, als auch die Gestaltung der Szenerie. Es wirkt alles wie aus einem Guss. Da fallen selbst die eher mauen, aber unterpräsenten, Spezialeffekte kaum auf. Am Bild der Blu-ray-Fassung haben wir uns übrigens nichts auszusetzen. Dieses wirkt sehr scharf und beweist mit einem düsteren Farbton jederzeit die Stimmung der fantasievollen Welt, in der Dracula – Prince of Darkness angesiedelt ist. Das Bild in 1080p wird dabei mit einem ebenfalls gelungenen Soundtrack unterlegt, der die Szenen sehr atmosphärisch wirken lässt. Sowohl die deutsche, als auch die englische Sprachfassung des Films hat uns gefallen. Wir empfehlen jedoch den englischen Originalton, da dieser etwas authentischer wirkt. Nach rund einhundert Minuten findet die Vampirjagd ihr Ende, doch mit Bonusmaterial können wir uns nicht weiter in die Welt des Films vertiefen – es liegt nicht vor. Wer Fantasy-Filme mag und einem großen romantischen Anteil nicht abgeneigt ist, darf guten Gewissens zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Liebe stirbt nie! So und nicht anders wird Dracula – Prince of Darkness auf der Packung beworben. Dieser Leitfaden trifft den Film genau, denn es dreht sich im Grunde alles nur um die Liebe zwischen Dracula und Elisabeta, die jetzt in Form von der Dämonenjägerin Alina neu entfacht wird. Die Vampirjagd ist zwar ebenfalls ein Thema, welches im Film charakterisiert wird, doch nimmt die Jagd auf Dracula einen sehr beiläufigen Handlungsfaden ein, obwohl sich die meisten Szenen außerhalb der Burg abspielen. Während die Geschichte an manchen Stellen aufgesetzt wirkt und sich wohl eher hier und da aus anderen Filmen oder gar Spielen wie Castlevania bedient, gilt dies nicht für die gelungene Schneiderarbeit. Die Kostüme wirken wirklich umwerfend und ebenso die Kulissen machen eine sehr gute Figur, die man als Fantasy-Liebhaber sicherlich schon mal in sehr ähnlicher Form in anderen Produktionen gesehen hat. Trotz des romantischen Anteils sollte man Dracula – Prince of Darkness nicht verschmähen. Auf der Rangliste der besten Vampirfilme aller Zeiten mischt er jedoch nur im Mittelfeld mit.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dracula: Prince of Darkness!

Review: Police Story II

Police Story II (1)Der erste Teil der Police Story avanciert sich 1985 zu einem finanziellen Erfolg auf ganzer Linie. Da wundert es nicht, dass Hauptdarsteller und Regisseur Jackie Chan drei Jahre später gleich den Nachfolger ins Kino bringt und zudem nahtlos an die Handlung des Erstlings anknüpft.

Police Story II (2)Wir erinnern uns (und wer nicht gespoilert werden will, sollte jetzt besser nicht weiterlesen): Detective Kevin Chan hat Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto, sowie einige Schlägereien und Schusswechsel hinter sich bringen müssen, um Drogenboss Ko endlich zu verhaften. Der wohl größte Coup seiner bisherigen Karriere ist endlich geglückt, da wird Kevin auch schon wieder abkommandiert, um Streife zu fahren, verdächtige Lastwagen zu überprüfen und den Verkehr auf einer Kreuzung zu regeln. Just in diesem Moment taucht Freundin May auf, die ihn mit einem kalten Getränk von der Arbeit ablenken möchte. Die Zusammenkunft währt nicht lange, da beschwert sich ein Mann von der Rückbank eines Autos bei ihm. Als dieser Kevins Aufmerksamkeit erlangt, lugt auch schon Drogenboss Ko aus dem Auto. Dieser hat laut eigenen Angaben nur noch drei Monate zu leben, weshalb man ihn aus dem Gefängnis vorzeitig entlassen hat. Kevin fürchtet um May. Bereits am Abend tauchen Ganoven auf, die ihnen das Leben schwermachen wollen. Die Ereignisse nehmen in den nächsten Tagen nicht ab. Ständig lauern die Bösewichte May auf. Ihre Beziehung wird auf die Probe gestellt und schlussendlich gelingt den Handlangern die Entführung von May. Noch dazu wird eine der großen Kaufhausketten Hongkongs von einem Bombenleger in Angst und Schrecken versetzt.

Gern gesehene Langfassung

Police Story II (3)Kevin hat somit auch in Police Story II wieder beide Hände voll zu tun. Um seine Freundin und das Leben von den Bewohnern Hongkongs zu beschützen, muss er abermals einiges über sich ergehen lassen. Das geht sogar soweit, dass er kurzzeitig den Dienst quittiert. Police Story II macht von Anfang an klar, dass der Unterton des Films weniger lustig, sondern mehr ernst ist. Das heißt aber nicht, dass der Film eine todlangweilige Angelegenheit ist. Nach wie vor versteht es Chan, humorvolle Einlagen und witzige Sprüche in den Raum zu werfen, die zum Schmunzeln anregen. Die Handlung wird dabei noch stringenter erzählt als im ersten Teil der Reihe. Es gibt keine Szene, die unnötig oder unsinnig erscheint – zumindest in der jetzt auf Blu-ray enthaltenen Langfassung. Diese einst exklusive und nur für Japan bestimmte Schnittfassung nimmt ganze 123 Minuten ein und ist somit beispielsweise länger als jene Kinofassung, welche das deutsche Publikum bisher ertragen durfte. Von der Eröffnungsszene, die aus einem Zusammenschnitt der Geschehnisse des ersten Teils besteht, bis hin zum Finale in einer Feuerwerkskörperfabrik, besticht Police Story II mit Action, Humor, Martial Arts und sogar einer omnipräsenten Liebesgeschichte, welche dem Protagonisten zunehmend zusetzt. Folgerichtig ist es für ihn also nicht leicht, Arbeit und Privatleben ordentlich zu trennen.

Abklingendes Finale

Police Story II (4)Fans des Kampfkünstlers, welche besonders den Martial-Arts-Anteil seiner Filme schätzt, kommen in Police Story II ebenso auf ihre Kosten. Gekämpft wird unter anderem auf einem Kinderspielplatz, wo Gerüst, Schaukel und Rutsche genügend Abwechslung für gehaltvolle Auseinandersetzungen liefern. Das Finale in der bereits erwähnten Fabrik bricht dem Film schlussendlich zwar nicht das Genick, doch kann hier nur ein einzelner Kampf tatsächlich überzeugen. Hier hätte man sich ruhig etwas mehr an Police Story orientieren können, doch schlecht wird der Film dadurch noch lange nicht – der Kampf mit Benny Lai überzeugt uns auf ganzer Linie, doch für den Abschluss eines Filmes reicht es im Kontext doch nicht aus. Das Bild des Films wirkt auf uns ähnlich gut wie das des Vorgängers. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass vereinzelte Unreinheiten und ein weiches Bild im 16:9-Format (2,35:1) dominieren. Positiv bemerken möchten wir, dass man sich sowohl die durchgehende deutsche Kinofassung mit 97 Minuten, als auch durchgehend die kantonesische Langfassung anschauen kann. Bei der Mischfassung, wo ehemals zensierte Szenen eingefügt sind, stehen deutsche Untertitel bereit. Beim Bonusmaterial fasziniert die Dokumentation Jackie Chan: King of Action, ein Interview mit Benny Lai, der trashige deutsche Trailer und der Original-Trailer.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Meine Rezension zu Police Story II kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die gekürzte Fassung des Films hätte ich mir nur sehr ungern angeschaut. Den einen oder anderen mag es vielleicht stören, wenn sowohl der deutsche, als auch der kantonesische Ton wechseln, doch steht für diesen Fall die Lösung auf dem Datenträger bereit: Man kann sich zum Beispiel auch nur die deutsche Kinofassung anschauen. Empfehlen möchte ich das jedoch absolut nicht, da so einige Zusammenhänge unvollständig erklärt werden und die große Faszination des Films auf der Strecke bleibt. Wer es sich zutraut, den Film in Kantonesisch zu verfolgen (und gegebenenfalls die Untertitel während der gesamten Filmsession im Auge zu behalten), bekommt sicherlich das beste Erlebnis. Für die deutsche Synchronisation hat man sich meiner Meinung nach jedoch noch mehr Mühe gemacht als beim ersten Teil. Obwohl das Finale des Films vielleicht nicht ganz so gut gelungen ist wie bei Police Story, ist Police Story II für mich aber dennoch eindeutig der bessere Film! Das liegt einfach daran, dass die Handlung noch besser erzählt wird und dabei nicht mit allzu vielen unnötigen Spielereien ablenkt. Chan bleibt dabei gekonnt witzig, baut die Gags diesmal einfach nur intelligenter in den Streifen ein. Es ergibt sich ein Film, der mit tollem Humor in den Dialogen, einer guten Portion Spannung, gelungener Action und vielen Martial-Arts-Einlagen definitiv zu den besten Filmen von und mit Jackie Chan gehört!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Police Story II!

Prime Time: Waiting in the Summer – Vol. 1 (Unboxing)

Vor einer Weile haben wir euch bereits den Anime Waiting in the Summer vorgestellt. Ergänzend zu unserem Review möchten wir ein Unboxing-Video nachlegen, welches die Blu-ray-Fassung zeigt. Bei dieser Fassung liegt ein Artbook bei, welches wir euch keinesfalls vorenthalten wollen. In welchem Umfang das Artbook die sechs Episoden von Waiting in the Summer – Vol. 1 sinnvoll ergänzen, erzählt euch unser Chefredakteur im Video. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: The Lego Movie Videogame

The Lego Movie Videogame (1)So einen Film haben sich Lego-Fans seit Jahren gewünscht: Ein cineastisches Werk, das (fast) nur aus Lego-Steinen besteht! Passend zum Kinostart bereichert der Publisher die Lizenz mit einem Videospiel, welches in unserem Test ein Paradebeispiel für gute Lizenzspiele abgibt.

The Lego Movie Videogame (2)The Lego Movie Videogame erzählt die Geschichte des Films nach. Das heißt, dass wir in die Rolle des Lego-Männchen Emmet schlüpfen. Dieser ist eine gewöhnliche Figur unter vielen, doch bereits nach dem Aufstehen erfahren wir, dass er nicht von den anderen Bewohnern von Steinburg ausgeschlossen werden will. Tagtäglich begibt er sich zur Baustelle, um dort seinen Beruf auszuüben. Emmet ist nämlich ein Bauarbeiter. Da man in Steinburg jedoch strikt nach Plan arbeitet, läuft auf dem Bau nichts ohne Bauanleitung. Das heißt, dass wir uns bereits im ersten richtigen Level, auf die Suche nach mehreren Anleitungsseiten machen müssen. Dabei lernen wir gleich die Spielmechaniken des Titels kennen, der sich am Einmaleins der meisten Lego-Videospiele orientiert. Soll heißen, dass wir in jedem Level wieder je Menge Studs, also die kleinen, platten und rundlichen Lego-Steine sammeln, indem wir verschiedene Objekte zerstören. Schnell sind die beiden Seiten der Anleitung gefunden und eine Abrissbirne kann von uns zusammengesetzt werden. Hier bricht der Titel mit der Tradition und bietet uns eine Alternative des Bauens. Das Spiel übernimmt zwar den Großteil der Arbeit, doch mittendrin im Zyklus müssen wir schnell das passende Stück aus einem kleinen Sortiment wählen. Sind wir schnell genug, belohnt uns das Spiel entsprechend mit mehr Studs – dazu später mehr.

Weltenübergreifender Widerstand

The Lego Movie Videogame (3)Nach getaner Abend wollen wir gerne mit unseren Kollegen Würste verdrücken gehen, doch da uns ohnehin niemand Beachtung schenkt, wird daraus mal wieder nichts. Wachsam wie wir jedoch sind, bemerken wir eine seltsame Gestalt, welche über die Baustelle huscht. Einen Moment später machen wir mit Wyldstyle Bekanntschaft. Von ihr erfahren wir, dass wir etwas ganz besonderes sind. Ebenso hören wir vom gefährlichen Lord Business, der in ein paar Tagen nicht nur Steinburg, sondern auch die anderen Lego-Welten zerstören will. Hier bricht für Emmet innerlich eine Welt zusammen, denn von den anderen Welten hat er noch nie etwas gehört. Das macht aber nichts, denn zusammen mit Wyldstyle machen wir uns auf eine Reise durch verschiedene Themenwelten. Flachbusch, Wolkenkuckucksheim und noch mehr Gebiete warten nur darauf, von uns erkundet zu werden. Unterwegs schließen sich unserer Sache weitere illustre Gestalten wie Batman an, die Widerstand gegen Business leisten wollen. Während die ersten Levels beim ersten Spieldurchgang noch sehr generisch wirken, da wir kaum Interaktionsmöglichkeiten haben, ändert sich das im Verlauf des Spiels schlagartig. Jede Figur hat nämlich andere Fähigkeiten, die wir nutzen können. Emmet bohrt rissige Stellen auf, Wyldstyle springt höher und andere Figuren zerstören etwaige Objekte.

Die Sammelhatz beginnt aufs Neue

The Lego Movie Videogame (4)Dabei bemerken wir, dass wir einige Plattformen oder Räume in den Spielabschnitten noch gar nicht betreten können. Erst wenn wir eine Figur mit entsprechender Fähigkeit frei gespielt haben, können wir im freien Spiel zurückkehren und Geheimnisse lüften. Davon lebt so gut wie jeder Titel seit Lego Star Wars und wenn man seit so vielen Jahren diesem System noch nicht überdrüssig geworden ist, dann wird man daran auch in The Lego Movie Videogame seine wahre Freude haben. Nicht nur die einzelnen Spielabschnitte, die uns in fünfzehn Story-Akten zum Finale führen, laden zum Erkunden ein. Auch die Lego-Welten bieten jede Menge Orte, die uns erst mit der Zeit offen stehen. Es lohnt sich also vor allem erst nach dem Abschluss der Story zurückzukehren und in den Welten aufzuräumen. Für jeden Fortschritt hagelt es, wie bereits erwähnt, Studs. Mit denen kaufen wir uns dann zusätzliche Figuren oder Extras wie rote Lego-Steine. Diese schalten dann Spezialfähigkeiten frei; beispielsweise das permanente Orten von goldenen Bauanleitungsteilen. Während man die Story in unter zehn Stunden durchspielen kann, verlängert das Freischalten und Entdecken aller Geheimnisse die Spielzeit enorm. An den Umfang von Lego City Undercover reicht der Titel zwar nicht heran, unterhält aber vor allem aufgrund des Mehrspielermodus bis zum Happy End langfristig.

Am Ende siegt die Kreativität

The Lego Movie Videogame (5)Gemeinsam mit einem Freund können wir (offline) simultan an einer Konsole spielen. Dabei übernimmt jeder die Rolle einer Figur und teilt sich die Arbeit auf. Klasse! Besitzer der Wii-U-Fassung freuen sich zudem darüber, dass man entweder via vertikalem Splitscreen-Modus spielt oder das Geschehen auf Fernseher und GamePad aufteilt. Zwar läuft der Titel in diesem Falle nicht mehr ganz so flüssig, doch stören tut das nur selten. Störender finden wir da eher, dass die Abmischung von Musik, Dialogen und Effekten nicht ganz so gut gelungen ist. Auch Einstellungsmöglichkeiten sind rar gesät. Grafisch bietet der Titel ein schönes HD-Bild, doch da die Kamerafahrten nicht immer möglich sind und in einigen Fällen keine Schatten von den Figuren dargestellt werden, gehen Sprünge öfters mal ins Leere. Das kennt man alles schon von den Vorgängern und das ist dann auch der wahre Kritikpunkt am Spiel. Die Entwickler wissen seit Jahren, welche Defizite ihre Titel haben und ändern daran nur wenig. Da bringt es auch kaum etwas, dass neue Elemente wie das Bauen nach Plan oder diverse Tanzeinlagen ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Wer damit leben kann, bekommt ein humorvolles Spiel mit einer fantastischen Story, die jedoch gegen Ende abrupt nachlässt. Die Kernaussage des Spiels könnte nicht besser wie im Film sein: Am Ende aller Dinge siegt doch die Kreativität!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Leider habe ich den Film bis heute noch nicht gesehen, doch egal mit wem ich mich über diesen unterhalte, wird immer nur davon geschwärmt, wie toll er doch sei. Als alter Fan der Bausteine werde ich mir diesen aber definitiv noch anschauen, was vor allem an dem wirklich guten Lizenzspiel liegt. Das Spiel erzählt mir die Story von Anfang bis Ende so, dass ich sie auch verstehe – wenn man mal davon absieht, dass die letzte Viertelstunde auf der einen Seite zu viel erzählen will, es aber mit zu wenig Inhalten versucht. Bis dahin habe ich jedoch absolut meinen Spaß gehabt. Die Idee, das Bauen nach Plan gegen kreatives Denken antreten zu lassen, ist wirklich großartig. So sehr ich mir wünschen würde, dass die Entwickler endlich mal die Fehler korrigieren würden, die sie seit fast einem Jahrzehnt machen, so sehr kann ich ihnen verzeihen. Die Story unterhält mit humorvollen Dialogen und vielen Filmsequenzen. Wenn ich nach dem Abspann (und fünfstündigem Spielen in dieser Session) immer noch Lust verspüre, weitere Stunden mit The Lego Movie Videogame zu verbringen, dann macht der Titel gar nicht so viel falsch. Wer das nahezu unveränderte Gameplay immer noch mag und vor allem gerne mit einem Freund spielt, wird mit The Lego Movie Videogame zehn bis dreißig Stunden gut unterhalten werden.

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Lego Movie Videogame!

Review: Police Story

Police Story (1)1985 tritt Jackie Chan nicht nur in Der Protektor als Polizist auf. Von diesem Film inspiriert dreht Chan nach seiner Rückkehr nach Hongkong noch im selben Jahr Police Story. Welche Achtung man vor der richtigen Polizeiarbeit hat, möchte Chans Police Story erklären.

Police Story (2)Police Story beginnt einleitend mit einer großen Action-Szene, worauf die gesamte Handlung aufbaut. Kevin Chan ist angestellt bei der Polizei in Hongkong und wird mit seinen Kollegen direkt zu einem Großeinsatz gerufen. Der Boss eines Drogenkartells soll sich in der Siedlung am Hange eines Berges befinden. Die Übergabe des Geldes soll verhindert werden und auch wenn die Operation zunächst glückt, wird Drogenboss Ku vorgewarnt. Als dieser vom Ort des Geschehens fliehen will, beginnt eine waghalsige Schießerei zwischen den brüchigen Häusern und zwischen den Köpfen der Bewohner zu entbrennen. Wie es der Zufall so will, entkommt Ku aus der Siedlung, doch Kevin lässt nicht locker und nimmt die Verfolgung auf. Diese führt ihn nicht nur den Abhang auf beiden Füßen herunter, sondern auch auf die Stoßstange eines Doppeldeckerbusses. Endlich gelingt es Kevin den Drogenboss zu verhaften. Kus Sekretärin wird ebenfalls verhaftet, doch schon bald darauf auf freien Fuß gesetzt. Der Grund ist denkbar einfach – sie soll als Kronzeugin im Prozess gegen Ku aussagen. Damit ihr nichts geschieht, wird Kevin als ihre Leibwache eingesetzt. Es beginnt ein Spiel auf Zeit, denn Ku hat bereits seine Leute darauf ausgesetzt, seine Sekretärin zwar zunächst nicht zu töten, aber sie aus der Obhut von Kevin zu befreien und zu verhindern, dass sie gegen ihn aussagen kann. Spannend!

Martial-Arts-Kunst und Polizei-Arbeit

Police Story (3)Zugegeben ist diese Story heute nicht mehr taufrisch, doch immer noch verständlich und real. Gepaart ist die spannende Handlung mit einigen Wendungen, die man aus dem Genre zwar kennt, aber dennoch eine überraschende Wirkung haben. Ein Polizist, der die Seiten wechselt; jemand wird unschuldig des Mordes verdächtigt; ein Polizist, der Gerechtigkeit will – nie endende Geschichten des Kriminalgenres, die sowohl heute als auch im Erscheinungsjahr gut unterhalten können. Zudem ist der Film selbstverständlich gespickt mit jeder Menge Szenen, die sowohl aus turbulenten Action-Stunts und jeder Menge Kämpfe. Regisseur und Darsteller Chan verzichtet weitgehend auf Schießereien und demonstriert fast bis zum Ende, wie Gewalt mit harmloseren Mitteln als eine Kugel zwischen den Augen dargestellt werden kann. Fans des Martial-Arts-Genre kommen absolut auf ihre Kosten, zumal Chan in Police Story richtig glänzen kann. Besonders die einleitende Szene beim Kampf am und im Bus, sowie beim großen Finale in einem Kaufhaus, stellt Chan sein Können einmal mehr unter Beweis. Eine wahrhafte Sternstunde des Kampfkünstlers, Schauspielers und Regisseurs, auf den am Ende des Tages auch die Schnittfassung des Films geht. Chan erzählt die Handlung meist locker, wodurch der Film dann und wann kurz an Tempo verliert, es aber schnell wieder einholt.

Tonspurdifferenzen

Police Story (4)An dieser Stelle möchten wir übrigens unbedingt die Originaltonspur empfehlen. Dank der deutschen Untertitel muss man dem Kantonesischen nicht mächtig sein, doch diese Tonspur ist weitaus authentischer, da hier Gags und ernste Szenen nicht durch Albernheiten verfälscht werden. Trotzdem kann man sich an einem entspannenden Nachmittag auch die deutsche Synchronfassung anhören. Diese ist allerdings unvollständig, da der Film hierzulande niemals ungeschnitten veröffentlicht wurde. Szenen, die nicht synchronisiert worden sind, werden mit der kantonesischen Tonspur unterlegt. Dabei werden die Unterschiede zum Original mehr als deutlich. Während beide Tonspuren in 5.1 und 2.0 DTS-HD vorliegen, ist das Bild im 16:9-Format (2,35:1) enthalten. Man merkt dem Film sein Alter leider an, weshalb ein wackliges Kamerabild und einige Verunreinigungen den Spaß ein wenig trüben. Hier hätten wir uns für die Blu-ray-Fassung ein kräftigeres Bild gewünscht. Trotzdem haben wir 102 Minuten lang unseren Spaß mit dem Polizeibeamten Kevin, der mit viel Humor in den Tag hineinlebt, in das eine oder andere Fettnäpfchen tritt und Dank Chan als Martial-Arts-Kenner glänzt. Das Bonusmaterial glänzt ebenfalls – mit alternativem Anfang und Ende, einem zwanzigminütigen Interview mit Jackie Chan, dem Trailer und einem Audiokommentar von Bey Logan!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Polizeigeschichten gibt es wie Sand am Meer. Es läuft sicherlich jeden Tag mindestens eine Serie im Fernsehen, die mir diverse Teams vor die Nase setzt, welche einen Fall aufklären sollen. In der Regel werden diese Fälle aber innerhalb von einigen Minuten gelöst und Einzelpersonen kommen gelegentlich zu kurz. So gefällt mir Police Story mit einer Länge von 102 Minuten deutlich besser. Dazu kommt, dass die Kulisse von Hongkong heutzutage viel zu selten genutzt wird und mit dem Achtziger-Jahre-Touch des Films gleich noch eine ganz andere, herausstechende, Bedeutung erhält. Die Polizeigeschichte mit und von Jackie Chan wird durchgehend spannend erzählt, auch wenn der Film an der einen oder anderen Stelle kurzzeitig an Tempo verliert. Sobald aber die nächste Action-Szene in Anflug ist, gelingt es Police Story aber bestens, das Tempo schnell wieder einzuholen. Police Story fasziniert zwar mehr im kantonesischen Originalton, doch auch wer sich nur die deutsche Synchronfassung anschauen beziehungsweise anhören will, wird dennoch mit viel Humor, spannender Action und einigen tollen Martial-Arts-Szenen von Anfang bis Ende belohnt!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Police Story!

Review: Ninja – Pfad der Rache

Ninja - Pfad der Rache (1)Martial-Arts-Filme haben nicht selten damit zu kämpfen, dass ihnen vorgeworfen wird, dass ihre erzählte Geschichte alles andere als intelligent sei. Ninja – Pfad der Rache muss sich den Vorwurf ebenfalls gefallen lassen, glänzt dafür jedoch mit atemberaubenden Kampfszenen.

Ninja - Pfad der Rache (2)Der Film Ninja – Pfad der Rache aus dem Jahr 2013 knüpft nahezu an die Geschehnisse von Ninja aus dem Jahr 2009 an. In diesen vier Jahren hat sich Protagonist Casey zum Sensei, also zum Lehrer und Leiter einer Kampfkunstschule, entwickelt. Mit seiner Frau Namiko lebt er in Japan, wo sich die beiden auch schon auf Nachwuchs freuen. Nachdem Casey nachmittags, nachdem er seiner Frau ein Medaillon erworben hat, von zwei Schlägertypen überfallen wird, tut er dies als leichte Übung ab und denkt nicht mehr darüber nach. Nachdem seine Frau in der Nacht aufwacht und Heißhunger auf etwas Süßes verspürt, begibt sich ein guter Ehemann natürlich zum Laden auf der anderen Straßenseite, um beim Bezahlen jedoch zu merken, dass er seine Geldbörse vergessen hat. Zuhause angekommen wird er jedoch Zeuge eines traurigen Bildes. Seine schwangere Frau Namiko wurde von Unbekannten brutal ermordet. Nach der Trauerfeier lädt ihn ein Freund in dessen Kampfkunstschule in Thailand ein. Dieses Angebot nimmt Casey wenige Zeit später wahr, als er glaubt, die beiden Mörder seiner Frau erledigt zu haben. Sein Freund in Thailand erklärt ihm jedoch, dass hinter dem Mord an seiner Frau sehr wahrscheinlich der Bruder eines toten Kampfkunstmeisters steckt, der immer noch Rache am Clan der Takeda nehmen will. Caseys Reise führt ihn daraufhin weiter nach Myanmar.

Hervorragende Kampfszenen

Ninja - Pfad der Rache (3)In der ersten Hälfte plätschert die Story des Films ein wenig vor sich hin. Anstatt auf die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Teil der Reihe einzugehen, setzt der Film einfach so in der Geschichte ein. Vorkenntnisse braucht man dabei aber nicht, da die Story selbsterklärend ist und der Fokus schon bald ohnehin auf die fantastisch choreographierten Kämpfe legt. Der Film nutzt das Motiv der Rache, um Gewalt als alleinige Lösung preiszugeben. Zunächst hat uns schon sehr verwundert, wie der Film mit seiner teils exzessiven Gewaltdarstellung durch die Prüfung der Freiwilligen Selbstkontrolle gekommen ist – ungeschnitten! Wenige Minuten vor dem großen Finale wird die Handlung jedoch noch einmal mit einem genialen Storytwist umgeworfen. Im Gesamtbild rettet das die Geschichte zwar nicht, passt aber hervorragend ins Martial-Arts-Genre. Der Film mit Scott Adkins in der Hauptrolle brilliert mit Kampfszenen, die ohne Drahtseile, Spezialeffekte oder Stuntdoubles umgesetzt werden. Das heißt auch, dass hier keine Darsteller meilenweit durch die Luft gleiten und alle Schläge, Tritte und Techniken von den Darstellern selbst ausgeführt werden. Wer sich vor allem unter diesem Aspekt einen Martial-Arts-Film anschaut, wird von Ninja – Pfad der Rache durchgehend zufriedengestellt. Einzig und allein die Wandlung zum Ninja kommt unserer Meinung nach etwas zu plötzlich.

Mittelprächtige Synchronisation

Ninja - Pfad der Rache (4)Wenn man sich fünf Minuten mehr Zeit für das Drehbuch genommen hätte, hätte man sich so auch sicher einen anderen Kniff einfallen lassen können. Für die Erzählweise des Streifens reicht die gegebene Erklärung jedoch aus. Gerade so ausreichend ist auch die Synchronisation ins Deutsche. Die Synchronsprecher sind zwar gut gewählt, doch verliert der Film ein wenig an Identifikation. Der Grund ist denkbar einfach. Während Scott Adkins im Originalton mit Japanern tatsächlich Japanisch spricht, kommt es uns in der deutschen Synchronisation so vor, als ob Protagonist Casey zwar in Japan lebt, aber bis auf vier Worte kein Japanisch versteht. Dafür ist der Soundtrack des Films gelungen, da er jede Szene hervorragend unterlegt. Wir hätten uns jedoch über ein paar einprägsame und unverwechselbare Tracks gefreut. Das Bild der Blu-ray-Fassung in 1080p und im 16:9-Format besticht mit einem scharfen Kontrast und dazu mit einer gesunden Kameraführung, die nicht zu hektisch und auch nicht zu sanft das brachiale Geschehen zwischen Casey und seinen Kontrahenten zeigt. Wer nach 95 Minuten noch mehr über den Film erfahren will, wird leider mit gerade einmal weniger als 15 Minuten Bonusmaterial (Produktionseinblicke und B-Roll-Material) und ein paar Trailern abgespeist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): So wenig der Film mit seiner Story einen Handlungsfanatiker begeistern kann, desto mehr kann der Streifen mit seinen Kampfszenen beeindrucken. Hier wird nicht mit billigen Effekten getrickst oder mit Drahtsteilen durch die Gegend geschwungen. Wenn Scott Adkins mit den anderen Kampfkünstlern aufräumt, dann sieht der Kampf authentisch aus. Selbst wenn die großartigen Kampfszenen zu Kosten der Handlung gehen, unterhält der Film gerade deswegen. Ich würde sogar sagen, dass eine gute Handlung dem Film eher schaden könnte, wenn man deswegen den Martial-Arts-Anteil weniger Beachtung schenkt. Mehr Beachtung hätte man auch dem Bonusmaterial schenken können, denn dieses fällt äußerst spärlich aus. Interviews und ein Making-of hätten diese Blu-ray sicherlich noch interessanter gestaltet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Regisseur Isaac Florentine und Scott Adkins auch in Zukunft wieder miteinander arbeiten würden, denn ihre Zusammenarbeit in Ninja – Pfad der Rache ist wirklich herausragend und kein Fan des Martial-Arts-Genre sollte den Film aufgrund eines westlichen Hauptdarstellers verpassen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja – Pfad der Rache!

Review: Armour of God – Chinese Zodiac

Armour of God - Chinese Zodiac (1)Mehr als zwanzig Jahre müssen sich Jackie-Chan-Fans auf einen Nachfolger gedulden, wenn Armour of God II – Der starke Arm der Götter im Jahr 1991 erscheint. 2012 kommt mit Armour of God – Chinese Zodiac der lang erwartete dritte und letzte Teil der Trilogie in die Kinos.

Armour of God - Chinese Zodiac (2)Hierzulande schafft es der Film lediglich auf DVD und Blu-ray. Man könnte sagen aus gutem Grund, denn in fast jeder Disziplin fällt Armour of God – Chinese Zodiac durch. Das fängt bei der zusammenhanglosen Handlung an. Irgendwo in den Bergen flieht Jackie, der gar nicht mehr der asiatische Falke, sondern J.C. genannt wird, aus einem Sicherheitskomplex. Man erfährt nicht, warum Jackie, pardon J.C., dort ist und auch nicht, warum die mysteriöse Schönheit, die dort aus einem Sportwagen steigt, eigentlich die Schlüssel von den Wachen unter einem anderen Auto versteckt. Auf der Flucht wird J.C. dann ja doch von jeder Menge Militärs in diversen Wagen verfolgt. Cool ist hingegen die Inszenierung, denn überall an J.C.s Körper befinden sich kleine Rädchen, mit denen er unter Lastwagen oder durch Abflussrohre hindurchflutschen kann. Noch während der Flucht erhält J.C. einen Anruf, der den richtigen Auftrag des Films einleitet. Es geht um zwölf Tierkreisfiguren beziehungsweise deren Köpfe, die damals aus dem Sommerpalast in China gestohlen worden sind. Hier und da besucht J.C. Wissenschaftler, Demonstranten und Adlige. Mal in offizieller, mal in inoffizieller Mission. Obwohl die Kopfskulpturen an einem Ort gezeigt werden und von J.C. mit technologischen Wunderhandschuhen abgescannt werden, muss er danach dennoch auf Weltreise gehen.

Action ohne Sinn und Verstand

Armour of God - Chinese Zodiac (3)Mit der Zeit erfahren wir, dass sich J.C. nun offiziell mit dem Titel Dieb schmücken kann, doch wie seine Organisation genau funktioniert, bleibt weitgehend im Dunkeln. Auch warum die gesuchten Objekte später auf einer Auktion landen, dann von dieser genommen werden, verstehen wir nicht – zumal der Drachenkopf deswegen auch noch in einen aktiven Vulkan geworfen werden soll. Die Intention der Geschichte ist sicherlich gut gemeint, funktioniert aber in dieser Form vorne und hinten nicht. Da hilft es auch nicht, dass man mit den neuesten technischen Mitteln, die sowohl dem Produktionsteam, als auch J.C. vor zwanzig Jahren nicht zur Verfügung stand, arbeiten kann. Gutgemeinte Action-Szenen wie der Auftakt mit dem Rädchenanzug oder der Ritt auf einem Baumstamm auf einer tropischen Insel funktionieren einfach nicht, wenn man sie nicht logisch verknüpft. Armour of God – Chinese Zodiac tendiert sowieso mehr dazu ein Action-, als ein Abenteuerfilm zu sein. Den Anspruch haben zumindest noch die ersten beiden Filme erhoben und zudem mit tollen Martial-Arts-Szenen unterlegt. Der Martial-Arts-Anteil kommt diesmal leider wieder viel zu kurz und zeigt sich so richtig nur in einer einzelnen Szene. Zwischen Teppichrollen, Stahlgittern und Sofakissen schlägt sich Chan, genauso wie eine seiner Kolleginnen, wacker und eindrucksvoll.

Fortschritte und Rückschritte

Armour of God - Chinese Zodiac (4)Chan möchte mit Armour of God – Chinese Zodiac trotzt negativer Meinungen von anderen Regisseuren wieder zu der optischen Vielfalt älterer Filme zurückführen, anstatt sich auf die Kulisse Südchinas zu beschränken. Das gelingt mit Frankreich, einer tropischen Insel und einem Ausflug in die Berge wunderbar. Viele Szenen werden jedoch dadurch kaputtgemacht, dass jetzt mit Computereffekten getrickst wird. Davon war in den Vorgängern (fast) nichts zu sehen und hat diese Filme natürlich gehalten. Jetzt wirken viele Szenen einfach lächerlich; insbesondere der Aufprall am Fuß des Vulkans. Ebenso hat die charmante Musik, mit der die ersten beide Teile geglänzt haben, ausgedient. Das mag am Wandel der Zeit liegen, ist aber dennoch schade, da sich der Film so in die Riege schwächerer Action-Filme einreiht. Die deutsche Synchronfassung geht dabei zwar in Ordnung, doch der Originalton, wo mal in Englisch, mal in Chinesisch gesprochen wird, sollte man nach Wahl durchaus bevorzugen. In 110 Minuten wird man zwar nicht sonderlich gut unterhalten, aber einschläfernd ist der Film dadurch noch lange nicht. Hinzukommt das Bonusmaterial, welches aus einem einstündigen Making-of und einer Computeranimation besteht. Besonders das Making-of ist interessant und ist gespickt mit Humor – Humor, den wir im Hauptfilm überwiegend vermissen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von einigen Seiten wird gemunkelt, dass Armour of God – Chinese Zodiac der letzte Action-Film mit Jackie Chan in der Hauptrolle sein soll. Passend dazu tauchen im Abspann Szenen aus dutzenden Filmen von Chan auf, die seinen Abgang untermauern. Trotzdem behauptet der Star, dass er so lange es ihm möglich ist, weitermachen wird. Das möchte ich auch hoffen! Obwohl ich Chan natürlich seinen wohlverdienten Ruhestand gönne, fände ich es sehr schade, wenn sich der Kampfkünstlers mit einem unterirdischen Film, der seinem Können absolut nicht gerecht wird, verabschiedet. Armour of God – Chinese Zodiac bietet zwar abwechslungsreiche Schauplätze und Charaktere, doch werden sowohl die Handlung, als auch die Geschichten der Charaktere nicht ausreichend miteinander verknüpft oder erläutert. Zudem gesellen sich viele schwache, aber auch einige gute Action-Szenen dazu, die ebenfalls nicht so richtig ins Gesamtkonzept passen. Über den Sinn des Filmtitels in Bezug auf die Rüstung Gottes, gehe ich beim dritten Teil schon gar nicht mehr ein. Lange Rede, kurzer Sinn: Während die ersten beiden Teile der Trilogie noch glänzen, kann der abschließende dritte Teil nicht annähernd so bezaubern.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Armour of God – Chinese Zodiac!

Review: The Garden of Words

The Garden of Words (1)Die Vergänglichkeit des Lebens und unvollkommene Gefühle sind die Leitthemen, die in The Garden of Words behandelt werden. Vor der Kulisse der Regenzeit begegnen sich in Tōkyō zwei ungleiche Charaktere. Ihr Gefühlsleben wird positiv und negativ auf den Kopf gestellt.

The Garden of Words (2)Takao Akizuki ist alles andere als ein Musterschüler, da er sich in der Schule treiben lässt und doch hat er ein altmodische, wenn auch großes Ziel vor Augen. Eines Tages möchte er gerne ein Schuhmacher sein. Immer wenn es morgens regnet, schwänz er die Schule, um im Park in Ruhe seine Entwürfe zu zeichnen. Eines Tages trifft der fünfzehnjährige Oberschüler auf die zwölf Jahre ältere Yukari Yukino. Diese schwänzt anscheinend ihre Arbeit und verbringt die regnerischen Tage ebenfalls viel lieber im Park. Dort begnügt sie sich unter dem Pavillon mit Schokolade und Alkohol, um den Alltag zu entfliehen. Mit der Zeit lernt Frau Yukino auf der einen Seite ihren Gesprächspartner besser kennen, doch erfährt Takao nur wenig über sie. Der Altersunterschied könnte ein Indiz dafür sein, dass die Gespräche zunächst oberflächlich sind und erst zum Ende des Films wesentlich bedeutender für beide werden. Tiefsinnig sind sie für den Zuschauer dennoch, da die Geschichte mit vielen Metaphern und Symbolen arbeitet. Es wird zuweilen sogar poetisch, da man Bezug auf Haikus nimmt und Dialoge ähnliche Formen annehmen. Sie beschließen, dass sie sich wiedersehen wollen, wenn es wieder regnet. Mit der Zeit bauen sie Vertrauen zueinander auf, welches jedoch jäh unterbrochen wird, als der Regen langsam verschwindet und die Sonne den dunklen Wolkenschleier über Tōkyō durchdringt.

Vergänglichkeit des Lebens

The Garden of Words (3)The Garden of Words zieht sich über den gesamten Sommer. Von Juni bis September erhalten wir Einblicke in das Leben beider Charaktere. Erzählt wird zwar überwiegend aus der Sicht von Takao, doch auch Frau Yukino lernen wir mit der Zeit besser kennen und verstehen. Die tiefgründigen Dialoge helfen beiden Protagonisten dabei, ihr Leben entsprechend zu ordnen. Was auf der einen Seite zu gelingen scheint, geht auf der anderen Seite völlig schief. Beide Charaktere erfahren Enttäuschungen und gehen völlig unterschiedlich damit um. Während der unerfahrene Takao sehr extrovertiert interagiert, schlägt Frau Yukino gebeutelt durch äußere Einflüsse den introvertierten Weg ein. Mit der Zeit verstehen sie, dass das Leben vergänglich ist und lernen dabei, wie sie ihre unvollkommenen Gefühle bewältigen können. Nach nur 46 Minuten müssen nicht nur beide Charaktere auf die eine oder andere Weise voneinander Abschied nehmen, sondern auch wir als Zuschauer. Weniger ist oft mehr heißt die Devise und diese trifft auf The Garden of Words zu. Jede Minute ist wunderbar gefüllt und keine einzige Szene wirkt in diesem Anime deplatziert. Regisseur Makoto Shinkai zieht die Story nicht in die Länge und beendet sie so, um die Intention des Films zu verstärken. Im Interview verrät er, dass sich der Film an jene richtet, die ein ähnliches Gefühlsleben wie die Helden haben.

Ein Platz in unserem Herzen

The Garden of Words (4)Natürlich kann man sich den Film auch anschauen, wenn man glücklich und zufrieden ist – im schlimmsten Fall hat der Film für einen dann eine ganz andere Bedeutung. Mit The Voices of a Distant Star und 5 Centimeters per second hat Shinkai bereits eindrucksvoll bewiesen, wie er tiefgründige Themen angeht und umsetzt. Im Endeffekt erwartet uns nicht weniger bei The Garden of Words. Das heißt auch, dass man sich wieder viel Mühe gegeben hat, um sämtliche Orte der Realität nachzuempfinden und die Charaktere natürlich wirken zu lassen. Das Bild in Full HD glänzt mit gelungenen Perspektiven und glanzvollen Lichteffekten. Wer wissen will, wie der Anime durch das Storyboard entstanden ist, kann sich den gesamten Film in dieser Form anschauen. Auf der Blu-ray Disc liegt der Film sowohl mit japanischer Synchronisation, als auch mit einer deutschen Tonspur vor. Beide Versionen nehmen sich nichts und können bedenkenlos angeschaut werden. Besonders die Stimme von Rubina Kuraoka verleiht der deutschen Fassung einen sanftmütigen Touch. Die japanischen Synchronsprecher Miyu Irino und Kana Hanazawa erinnern sich in Interviews an ihre Arbeit in The Garden of Words. Der Kurzfilm The Place promised in our Early Days rundet das Bonusmaterial, welches insgesamt 107 Minuten unterhält und für einen recht kurzen Anime wirklich herausragend ist, gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von Makoto Shinkai erwartet man, dass jeder seiner Animes eine Bedeutung hat und sie für immer in Gedanken bleiben. The Garden of Words schafft es wieder mit Leichtigkeit, dass ich auch Stunden nach dem Abspann über den Film nachdenken muss. Zunächst habe ich tatsächlich etwas ganz anderes vom Anime erwartet, doch dass Makoto Shinkai dieses Thema erwachsen umschifft oder sich davon in einer der letzten Szenen entfernt, hätte ich nicht gedacht. 46 Minuten sind zwar sehr kurz, doch mehr braucht The Garden of Words nicht, um sich entfalten zu können. Die Story ist auf ein Minimum reduziert und spielt stattdessen mehr mit Metaphern und Symbolen, wie zum Beispiel Schuhe, die hier eine tiefgründige Bedeutung haben. Aus Spoiler-Gründen verzichte ich jetzt jedoch darauf, Sinn und Zweck des Schuhwerks zu erläutern. Wer tiefgründige Anime mag und sich gerne mit ernsten Problemen auseinandersetzen will, ist bei Shinkais Werken im Grunde immer gut aufgehoben und The Garden of Words macht da keine Ausnahme.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Garden of Words!

Review: Waiting in the Summer – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)

Waiting in the Summer (1)Waiting in the Summer umfasst gerade einmal zwölf Episoden, die auf zwei Volumes klar aufgeteilt werden. Nachdem die ersten sechs Episoden bereits überzeugen, kommen Werte wie Freundschaft und Liebe in den abschließenden Folgen nochmals besonders zur Geltung.

Waiting in the Summer (2)Gerade noch legt Ichika Takatsuki mit ihrem Raumschiff eine Bruchlandung auf der Erde hin, da muss sie schon das Leben des jungen Hobby-Regisseur Kaito Kirishima retten. Es dauert nicht lange, da findet sie sich bald in einer eingeschworenen Clique wieder und wird sogar in diese aufgenommen. Da Kaitos Schwester Nanami nach wie vor in Bolivien arbeitet, darf die hübsche Ichika im Haus der Takatsukis leben. Zusammen beschließen die Freunde einen Film zu drehen, in denen Ichika lustigerweise eine Außerirdische spielen darf, die auf der Erde in letzter Sekunde notgelandet ist. Sie hofft dabei, dass ihr Geheimnis nicht gelüftet wird, denn die Regierung ihres Sterns hat sehr strikte Vorschriften, was Kontakte mit Bewohnern anderer Planeten betrifft. Das bezieht Beziehungen, insbesondere Liebesbeziehungen, mit ein. Blöd nur, dass sich Ichika unsterblich in Kaito verliebt hat und ihre Gefühle grundsätzlich auch von ihm erwidert werden. Bis sie sich ihre Gefühle eingestehen können, sind mittlerweile einige Wochen vergangen und das Gefühlschaos bezieht auch ihre Freunde Kanna Tanigawa, Mio Kitahara und Tetsurō Ishigaki mit ein. Diese lieben nämlich jeweils ein anderes Mitglied ihrer Gruppe, was ihre Freundschaft tatsächlich auf die Probe stellt. Wie erwachsen die Charaktere mit dieser doch recht heiklen Situation umgehen, ist das zentrale Element der Anime-Serie.

Erwachsenwerden

Waiting in the Summer (3)Die Geschichten der Charaktere werden dabei immer gekonnt mit der eigentlichen Handlung der Serie, dem Drehen des Films, verbunden. Die Handlung in der siebten Episode setzt dabei während des gemeinsamen Urlaubs in Okinawa ein, wo das Filmdrehen bei knallender Sonne auf Hochtouren läuft. Nebenfiguren wie Kaitos angebliche Verlobte Kaori Kinoshita und ihre Freundin Chiharu Arisawa verkomplizieren die Situation für alle Freunde ein weiteres Mal. In diesen Momenten kristallisiert sich jedoch für jeden Einzelnen heraus, was es eigentlich ganz genau bedeutet, jemanden zu lieben und seine Gefühle zu zeigen – selbst dann, wenn sie nicht von der Person ihres Herzens erwidert werden. Zum Ende der zwölfteiligen Serie drückt diese Thematik sogar einmal stark auf die Tränendrüse, da einem als Zuschauer das Glück aller Protagonisten wirklich wichtig geworden ist. Nichtsdestotrotz kann Waiting in the Summer in den vorliegenden Episoden wieder einmal mit sehr viel und auch subtilen Humor punkten. Da ist die Enthüllung einer Figur, die klammheimlich Nudistin ist, noch das Harmloseste. Zum Ende treten die Science-Fiction-Elemente verhäuft auf, weshalb noch wesentlich abstrusere Situationen entstehen – ein Augenzwinkern auf einen Film mit Will Smith und Tommy Lee Jones ist da genauso inbegriffen wie das Auftreten von eiförmigen Raumschiffverfolger.

Trauriger und humorvoller Abschluss

Waiting in the Summer (4)Wir möchten an dieser Stelle einmal mehr die japanische Synchronisation loben. Diese wirkt wie aus einem Guss und durch Synchronsprecher wie Nobunaga Shimazaki, Haruka Tomatsu oder Aya Hisakawa erreicht diese Fassung einen auf der einen Seite wirklich tiefgründigen und auf der anderen Seite herausragenden humorvollen Touch, der Waiting in the Summer zu einem Genuss macht. Bei der deutschen Synchronfassung hat man sich auch bei den Folgen der zweiten und letzten Blu-ray Disc Mühe gegeben, diese Qualität zu erreichen. Das gelingt nicht ganz, doch trotzdem ist die deutsche Fassung keinesfalls schlecht, da die Stimmen der Sprecher hervorragend zu ihren Charakteren passen. Beide Tonspuren liegen in DTS HD Master Audio 2.0 vor. Die japanische Fassung kann man sich wie bei vielen Animes typisch nur mit deutschen Untertiteln anschauen; bei der deutschen Fassung ist dies optional. Auf Seiten des Bildformats bietet Waiting in the Summer ein scharfes und kontrastreiches Bild in 1080p. Sowohl die Charaktere als auch die vielen Umgebungen existieren hier in Harmonie. Bonusmaterial liegt bei der zweiten Volume nur in Form eines Booklets vor, welches dafür mit vielen Begleitinformationen punkten kann. Digitales Bonusmaterial gibt es dagegen nicht, was wir bei der sonst sehr spannenden und unterhaltsamen Serie doch sehr schade finden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss zugeben, dass die Entwicklung der Handlung ein wenig abzusehen ist. Ich hätte jedoch nicht damit gerechnet, wie abstrus es am Ende dann doch wird. Hier bricht der Anime ein wenig mit seiner ernsten Grundhaltung, doch um das Ende von Waiting in the Summer zum Abschluss zu bringen, ist das in meinen Augen jedoch absolut nötig. Durchgehend besinnen sich auch die letzten sechs Episoden auf die Qualitäten der Serie. Das heißt zum einen das witzige Momente subtil in die Situationen eingewoben werden und zum anderen, dass dadurch eine ernste Geschichte über Liebe und Freundschaft durchgehend aufrechterhalten werden kann. Dabei erreicht die Handlung an einer Stelle sogar eine sehr philosophische Ebene, was mir angenehm auffällt. Hat man sich die ersten sechs Episoden bereits angesehen und mag das Szenario, kommt man um die letzten sechs Folgen auch gar nicht mehr umher. Waiting in the Summer ist zwar eine sehr kurze Serie, doch eine Serie über einen Sommer voller Liebe und Freundschaft kann ich jedenfalls nicht so schnell vergessen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Waiting in the Summer – Vol. 2 (Episoden 7 – 12)!

Review: Resident Evil: Marhawa Desire (Band 4)

Resident Evil - Marhawa Desire (Band 4) (1)Ein ganzes halbes Jahr mussten sich Resident-Evil-Fans auf den vierten Band der Manga-Reihe Marhawa Desire gedulden. Mitte Dezember 2013 war es dann endlich soweit und auch die deutschsprachigen Fans können jetzt wieder mit ihren Helden mitfiebern und das im wahrsten Sinne des Wortes. An der Marhawa-Akademie ist der Ausnahmezustand nach wie vor präsent. Gerade in dem Moment, als sich Ricky Tozawa das Leben nehmen will, taucht endlich die seit dem ersten Band unterpräsente Bioterrorism Security Assessment Alliance auf. Allen voran natürlich der berühmte Chris Redfield, der dem Tränen nahen Ricky aus den Fängen der drohenden Zombie-Apokalypse mit ein paar Salven aus seinem Gewehr befreit. Ricky erklärt Chris’ Team, was bisher an der Schule passiert ist, woraufhin Piers schnell die Verstärkung von der Fernost-Abteilung einholen soll, um die Gefahr einzudämmen. Die im dritten Band eingeführten Mutanten sind ebenfalls wieder mit dabei, die sich den Helden des vierten Bandes schlagkräftig entgegenstellen. Der Kampf ums Überleben beginnt erneut und leider müssen wir deshalb im vorliegenden Teil Abschied von einem bereits lieb gewonnenen Charakter nehmen. Wer das genau ist, verraten wir an dieser Stelle aus Spannungsgründen nicht. So oder so müssen diesmal alle Protagonisten mit ein paar Rückschlägen kämpfen.

Kurze Taten statt lange Worte

Der vierte Band der Reihe setzt die Entwicklung der Manga-Serie konsequent weiter. Auch wenn die Handlung mit wichtigen Ereignissen punkten kann, die ausschlaggebend für das Fortbestehen und womöglich den Ausgang der Story sind, steht die Action nach wie vor im Vordergrund. Infizierte werden von der Bioterrorism Security Assessment Alliance mit ein paar Karren Munition niedergeschossen und andere Lebewesen verlieren Körperteile. Wer ein schwaches Gemüt hat, wird mit der einen oder anderen Zeichnung von Naoki Serizawa wohl nicht konform gehen. Da sich die Reihe aber ohnehin an ein erwachsenes Publikum richtet, welches die mittlerweile recht übertriebenen Serienteile auswendig kennt, ist das jedoch kein negativer Punkt. Schade finden wir nur, dass wir den Manga auf diese Art und Weise sehr viel schneller beenden, als so manche Geschichte aus anderen, weniger blutrünstigen Manga. Die insgesamt 176 Seiten verfliegen wie im Nu, doch da die Manga-Reihe in ungleichmäßigen Veröffentlichungszeiträumen erscheinen, kann man so sehr gut noch einmal die vorherigen Bände konsumieren und sich immer und immer wieder auf die spannende Fortsetzung im nächsten Band freuen. Wir sind in einigen Wochen jedenfalls wieder mit dabei, wenn die Flucht aus der Marhawa-Akademie womöglich (nicht) funktionieren wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem die Videospiele von Resident Evil immer mehr zu stumpfen Action-Orgie von den Medien und Capcom selbst degradiert werden, finde ich es schade, dass man diesen Weg wohl auch in der Manga-Reihe einschlägt. Das ist in erster Linie nichts Schlechtes, da die Spannung trotzdem aufrechterhalten wird. Das Flair des ursprünglichen Franchise geht so jedoch mehr und mehr verloren. Fernsehserien wie The Walking Dead schaffen es, wenn gelegentlich auch nicht besonders gut, zwischenmenschliche Beziehungen zu schildern und ein Universum zu schaffen. Resident Evil: Marhawa Desire legt natürlich ein ganz anderes Temperament an den Tag, doch eine Kursänderung würde auch hier sicherlich nicht schlecht bei den Fans ankommen. Wer die ersten drei Serienteile bereits mehr als einmal verschlungen hat, wird auch beim vierten Manga nicht umhinkommen, denn schlecht oder gar langweilig wird Marhawa Desire mit zusätzlicher Action ohnehin nicht!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Marhawa Desire (Band 4)!

Review: Btooom! – Vol. 4 (Episoden 10 – 12)

Btooom! - Vol. 4 (1)Vergeben ist menschlich, heißt es. Vergebung ist auch eine Eigenschaft, welche die Spieler auf der Insel brauchen, wenn sie andere Menschen zum Guten erziehen wollen – auch wenn sie dabei selbst den Tod finden könnten. Ein schmaler Grad tut sich in Btooom! auf.

Btooom! - Vol. 4 (2)Nach neun Episoden voller Spannung, Dramatik und Action neigt sich die Geschichte um den jungen Ryōta Sakamoto dem Ende entgegen. Die Insel voller Gefahren, gefräßigen Waranen, hinterhältigen Gegenspielern und angeblichen Freunden kann Ryōta nicht verlassen. Ihm und seinen Verbündeten Himiko, Kiyoshi Taira und Masahito Date ist es noch nicht gelungen, die acht notwendigen Chips zu sammeln, um das Eiland zu verlassen. Dabei ist Ryōta kurz davor, seinem Gegenspieler Nobutaka Oda dessen erbeutete Chips abzunehmen und entgeht während des Unterfangens sogar dessen Hinterhalt. In der Schule waren Ryōta und Nobutaka zeitweise Freunde, die sich auf der Insel jedoch als erbitterte Kontrahenten gegenüberstehen. Da sich in das Getümmel auch Frauenmörder Kōsuke Kira, sowie ein unbekannter Teilnehmer, der mit seinen Bomben die Gegend in Brand setzt, mischen, geht es auf der Insel heiß her. Das Duell zwischen Ryōta und Nobutaka geht schlussendlich unentschieden aus, doch verliert er dabei einige seiner Bomben und der Koffer voller Essen ist ebenfalls futsch. Arzt Date kann die Fassade der Freundschaft nicht mehr lange aufrechterhalten, Himiko kommen erste Zweifel und als sie sich mit ihm und Ryōta in ein verlassenes Gebäude aufmachen, um dort nach den für Herrn Taira wichtigen Medikamente zu suchen, eskaliert umgehend die Situation.

Humanität

Btooom! - Vol. 4 (3)Date stellt sich als jener Arzt heraus, der mit Shiki Murasaki bereits auf der Insel war und für ihren fehlenden Unterarm verantwortlich ist. Date dreht durch und versucht seine angeblich Verbündeten zu töten. Wir möchten hier zwar nicht zu viel verraten, doch in den vorliegenden drei Episoden nehmen wir unweigerlich Abschied von einem liebgewonnenen Charakter. Das Leitthema der letzten drei Episoden von Btooom! ist definitiv Vergebung. Obwohl der Verrat durch eine freundliche Person erst sehr schmerzhaft ist, ist es die Humanität der Individuen, die selbst dem unliebsamsten Menschen Vergebung schenken kann. Weitere Themen, die in der dritten Volume behandelt werden, sind einmal mehr Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Oft sieht es so aus, dass ein Charakter unweigerlich verloren scheint, doch wer einer Person in Btooom! wie im echten Leben vertraut und wem das Vertrauen effektiv erwidert wird, schafft es ebenfalls auf der Insel zu überleben. Zum Ende des Anime wird Btooom! sogar ein wenig metaphysisch, da Dialoge und Taten darauf ausgelegt sind, den Tod als einen möglichen Ausweg zu betrachten. Am Schluss bleibt Btooom! jedoch offen. Fragen bleiben weitgehend unbeantwortet und alleine in der letzten Minute wird eine weitere große Frage aufgeworfen, wie das Leben auf der Insel weitergehen wird. Das ist unterm Strich sehr unbefriedigend.

Spannung bis zum Schluss

Btooom! - Vol. 4 (4)Wirklich kritisieren darf man das aber nicht, da die Manga-Vorlage umfangreicher ist und bis heute fortgesetzt wird. Außerdem werden wir in keiner der zwölf Episoden gelangweilt. Fast jede Episode besitzt einen Cliffhanger, der uns tiefer in das Btooom!-Universum ziehen will. Nach dem Ende einer jeden Episode, welche jeweils eine Laufzeit von circa 23 Minuten aufweisen, ertappen wir uns schnell dabei, die nächste Folge direkt im Anschluss anzusteuern. Das digitale Menü der Blu-ray Disc fällt dabei sehr spartanisch aus. Keine Animationen und Standbilder wie zu DVD-Zeiten sind hier an der Tagesordnung. Ärgerlich ist vor allem, dass sich im Menü kein Bonusmaterial findet. Ein Vergleich zwischen Anime und Manga wäre in unseren Augen nicht verkehrt gewesen. Das eigentliche Bild in Full HD kann sich selbst in der vierten und letzten Volume sehen lassen. Alle Zeichnungen wirken sehr scharf und der Einsatz von Filtern in bestimmten Szenen macht Sinn, um das Bild einmal wärmer und dann einmal kühler ausfallen zu lassen. Gepaart mit den hintergründigen Melodien und der guten japanischen Synchronisation, wird Btooom! zu einem Genuss. Der Anime wird uns wie das Titellied No pain, No game von Nano und das Schlusslied Aozora von May Nakabayashi lange im Gedächtnis bleiben und wir hoffen, dass er wie der Manga hoffentlich bald fortgesetzt wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist sehr, sehr schade, dass der Anime Btooom! gerade einmal zwölf Episoden umfasst und bisher nicht weitergeführt wird – zumal das Ende wirklich offen ist und man nur mutmaßen kann, wie es weitergeht. So kann ich mich zwar auf die Manga-Ausgaben freuen, die immer noch erscheinen (werden), doch den Anime habe ich samt der Musik und den Synchronsprechern ins Herz geschlossen und würde mich nach einem gefühlten Bruchteil der Handlung nur ungern von diesen trennen. Dass ich mehr von Btooom! erleben möchte, liegt vor allem daran, dass mich diese ganzen Cliffhanger im wahrsten Sinne des Wortes wahnsinnig machen – im positiven Sinne! Immer wenn ich denke, dass es schlimmer oder besser nicht kommen wird, macht mir der Anime einen Strich durch meinen Gedankengang und wenige Minuten später schaue ich mir schon die nächste Folge an. Wer dem Serienkonzept, welches eine Mischung aus Lost und einem Battle-Royale-Ansatz darstellt, nicht abgeneigt ist, sollte sich Btooom! unbedingt einmal ansehen – auch wenn auf eine Fortsetzung in Anime-Form womöglich vergeblich gewartet werden muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! – Vol. 4 (Episoden 10 – 12)!

Review: Blue Exorcist – The Movie

Blue Exorcist - The Movie (1)Bis heute zeichnet Kazue Katō fleißig Manga zu Blue Exorcist. Eine Serienadaption in Form eines Anime hat Ao no Ekusoshisuto bereits erhalten. Ende 2012 schafft es das Franchise in die japanischen Kinos und mit etwas Verspätung erscheint der Titel bei uns auf Blu-ray Disc.

Blue Exorcist - The Movie (2)Während die Abenteuer von Rin und Yukio Okumura in der Anime-Serie vorerst beendet sind und Satan zunächst kein Unheil mehr stiften kann, hat man sich dazu entschlossen, einen Film an die Handlung anknüpfen zu lassen. Der Film ist jedoch keine direkte Fortsetzung, denn um den Leibhaftigen dreht sich die Story diesmal nicht. Viel mehr möchten die Köpfe hinter dem Projekt ein einzelnes Abenteuer erzählen, welches auf den Charakteren aufbaut. Rin, Yukio und Shiemi Moriyama beschließen eines Nachts eine Expedition zu unternehmen. Während Rin natürlich verschläft und sich verspätet auf den Weg macht, fährt der zu untersuchende Geisterzug pünktlich in die Haltestelle ein. Betreten dürfen Yukio und Shiemi die Bahn aber nicht, um das Vorhaben nicht zu gefährden. Als die beiden sich schon ohne Rin auf den Weg machen, trifft dieser gerade noch rechtzeitig zur Gruppe. Von Yukio erfahren die beiden, dass der Zug auf dem Weg nach Gehenna ist und dass sie ihm den Dämon vorher austreiben sollen. Da bleibt zwar eigentlich keine Zeit, um die Menschenseelen Verstorbener in den Wagons zu retten, doch während sich ihr Lehrer Yukio zur Lokomotive aufmacht, beschließen Rin und Shiemi eigenhändig, die Menschenseelen zu retten. Die Situation eskaliert, der Geisterzug bemerkt das Vorhaben der drei Freunde und der Kampf mit einem Dämon entbrennt.

Gutwillige Taten

Blue Exorcist - The Movie (3)Die Zerstörungswut des Dämons zerstört einige Gebäude und legt den Weg frei zu Schreinen, die von den Exorzisten vergessen wurden. Rin bemerkt einen kleinen Jungen, der bewusstlos in den Trümmern liegt und rettet ihn. Zurück in der Heiligenkreuz-Akademie bemerken die Exorzisten jedoch, dass es sich bei dem Jungen ebenfalls um einen Dämonen handelt. Wild schlägt der Junge um sich und am Leben soll er nicht gelassen werden. Rin setzt sich für ihn jedoch ein, weshalb er für den Zeitraum des Festes, dessen Vorbereitungen in der Stadt gerade auf Hochtouren laufen, auf den Jungen aufpassen soll. Als er herausfindet, dass der Dämon sprechen kann, freundet sich Rin mit ihm an. Da der Junge nicht weiß, wie er heißt, tauft Rin ihn auf den Namen Usamaru. Unbemerkt gelingt es dem Jungen anscheinend gutwillige Taten zu vollbringen. Obwohl Rin vom Unterricht suspendiert ist und von Yukio gestellte Aufgaben abarbeiten muss, reicht ein Augenzwinkern aus, damit Usamaru Rin alles vergessen lässt, so dass dieser sich endlich hinlegen und sich ausruhen kann. Später beklagen sich Rins Freunde darüber, dass sie so viel arbeiten müssen und sie sich lieber auf dem Fest amüsieren wollen. Usamaru meint es jedoch zu gut und erzeugt Vergnügungssucht in der Stadt. Das Chaos ist vorprogrammiert, da niemand mehr die Zellen bewacht und Dämonen aus diesen entkommen.

Gemacht für die große Leinwand

Blue Exorcist - The Movie (4)Die Handlung von Blue Exorcist – The Movie steht der Serie in absolut nichts nach. Die Story ist bis zum finalen Kampf spannend erzählt, bietet einige Wendungen, versteckte Hinweise, hintergründige Informationen, Rückblenden an die Kindheit von Rin und Yukio und selbst der Humor der Serie wird an einigen Stellen deutlich. Da der Film für japanische Kinos bestimmt ist, gestaltet man die Farbpalette etwas erfrischender mit bunten Farben. Das merkt man als Zuschauer jedoch nur selten, weshalb der Film optisch in Full HD wie die Serie brilliert. Akustisch besticht der Titel mit einem tollen Soundtrack und passenden Synchronsprechern. Sowohl im Deutschen als auch im japanischen Original liegen gut geschriebenen Dialoge vor, welche die Handlung mit Tiefsinn und Humor vorantreiben. Es macht wirklich viel Spaß, sich ganze 89 Minuten zurückzulegen und die Zeit zu vergessen. Der Anime ist in einer Limited Edition auf Blu-ray Disc und DVD erhältlich. Diese enthält als Bonusmaterial vier Postkarten mit Artworks des Films darauf, die jedoch wirklich viel zu schade sind, um sie tatsächlich zu verschicken. Besonders gut gefallen uns die beiden beiliegenden Booklets, die randvoll mit Zeichnungen, Hintergrundinformationen und längeren Interviews (beispielsweise mit Kazue Katō) sind, die das Gesamtpaket (auch ohne digitale Boni) hervorragend abrunden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Manchmal muss ich wirklich bedauern, dass ich in Deutschland lebe. Ich mag mein Land zwar, doch Anime und Manga fristen hier leider immer noch ein Nischendasein. Besonders Blue Exorcist – The Movie hätte ich mir als Fan der Anime-Serie sehr gerne im Kino und auf der großen Leinwand angeschaut. Die Handlung ist wirklich spannend erzählt, trumpft mit vielen tiefsinnigen Ideen auf, bleibt dabei zwar meist ernst, kann dann aber doch mit dem typischen Humor der Serie punkten. Mir gefällt ganz besonders, dass man endlich mehr von der Stadt sieht, die sich um die Akademie erstreckt. Europäische und japanische Architekturen im Einklang und Gegensatz zu sehen, ist sowohl für mein Auge, als auch für den Film wirklich eine Bereicherung. Bereichernd ist das physische Bonusmaterial ebenfalls. Die Postkarten sind für Sammler ein nettes Schmankerl, doch die gleich zwei Booklets haben das Eintauchen in das Franchise auch nach dem Film zu einem Genuss gemacht. Wer Informationen zur Entstehung von Blue Exorcist – The Movie haben möchte, sollte unbedingt zur Limited Edition greifen. Überhaupt – jeder Fan der Serie sollte sich den Film anschauen, denn das losgelöste Abenteuer steht der Serie in nichts nach!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorcist – The Movie!