Review: Ghost ‘n Goblins Resurrection

1985 eroberte Ghost ‘n Goblins aus dem Hause Capcom die japanischen Arcade-Hallen und sorgte mit dem hohen Schwierigkeitsgrad dafür, dass den Spielern das Geld aus der Tasche gezogen wurde. Das Remake Ghost ‘n Goblins Resurrection schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Ghost ‘n Goblins Resurrection erzählt wie das Original keine großartige Handlung. Wirklich schlimm ist das nicht, denn die Geschichte um den Ritter Arthur, dessen Schäferstündchen mit einer Prinzessin von einem Dämonenüberfall torpediert wird, reicht uns aus, um auf die Monsterjagd zu gehen und die holde Maid zu retten. Direkt zu Beginn des Spiels haben wir die Wahl zwischen zwei verschiedenen Levels. So können wir uns zwischen dem Friedhof und der Richtstätte entscheiden. Später kommen noch weitere Gebiete wie Höhlen, verschneite und verwüstete Ortschaften hinzu. Sämtliche Areale sind in einem schaurig schönen Design gehalten, beschränken sich aber selten auf das, was sie sein wollen. So verwandelt sich der Friedhof in einen Sumpf und die Richtstätte öffnet sich zu einer weiten Ebene, auf der uns der Wind nur so um die Ohren pfeift. Das ist abwechslungsreich und spannend zugleich, da die Levels grandios gestaltet sind. Manche Teile der von Anfang bis Ende zweidimensionalen Level-Architektur des Action-Spiels mit Jump-’n’-Run-Elementen können zerstört werden, andere Elemente brechen gescriptet weg oder verändern sich wechselhaft. So verkleinern sich beispielsweise überlebenswichtige Plattformen, auf denen wir Halt finden, oder sie wachsen und schrumpfen wie die Äste im Sumpf, die uns nur temporär das Fortbewegen ermöglichen.

Hilfreiche Zauberfeen

Ein wichtiges Merkmal von Ghost ‘n Goblins Resurrection ist das hohe Gegneraufkommen, sodass uns keine Verschnaufpause bleibt. Entsprechend müssen wir uns auch mit Waffen zur Wehr setzen. Diese fallen ähnlich wie die Levels sehr unterschiedlich aus. Während Lanzen in einer geraden nach Linie beim Werfen nach Vorne flitzen, sieht es bei den mit Weihwasser gefüllten Phiolen anders aus. Diese werfen wir in einem Bogen auf die Gegner. Mit dem Hammer hauen wir hingegen im Nahkampf um uns. Schnell lehrt uns das Spiel, dass wir die Funktionsweise der Waffen kennen, denn wenn wir sie erst einmal aufgehoben haben, sind wir an diese gebunden, bis wir eine neue Waffe finden – und das passiert in Ghost ‘n Goblins Resurrection nicht so häufig, wie wir uns das wünschen. Ein Glück, dass wir später mit einer Fähigkeit auch mehr als nur eine Waffe tragen können. Dazu ist es jedoch nötig, die in den Levels versteckten Zauberfeen zu sammeln. Bringen wir diese zum ominösen Feenbaum, können wir dort im Austausch neue Fähigkeiten oder Zaubersprüche erlernen. Fantastisch ist, dass wir jeden erlernten Skill auch wieder verlernen dürfen und so auch noch die Zauberfeen zurückerstattet bekommen. Verskillen ist praktisch unmöglich, zumal wir so auch jeden einzelnen Zauber und jeden Vorteil auch ausgiebig in den einzelnen Levels ausprobieren können.

Zaubersprüche und ihre Möglichkeiten

Zur Auswahl stehen hier Flammenschilde, die vor und hinter uns Gegner versengen. Ebenso ist es möglich, alle kleineren Gegner auf dem Bildschirm in Frösche zu verwandeln oder mit dem Blick der Medusa Feinde zu versteinern. Diese können wir dann wiederum als Sprungbrett zu höheren Plattformen verwenden. Auch versteckte Schatztruhen lassen sich mit einem Zauberspruch teilweise sichtbar machen. Solche positiven Nebeneffekte verfeinern das Gameplay von Ghost ‘n Goblins Resurrection, das es überwiegend auf knifflige Passagen in den Levels und einem Großaufgebot an Gegnern anlegt, wirklich enorm. Allerdings sei hierzu erwähnt, dass die Zaubersprüche in ihrer Struktur aufeinander aufbauen. Es ist also nicht möglich, einfach nur die stärksten Zaubersprüche zu erlernen. Wer darauf gehofft hat, sich mit einem Zauberspruch einfach wiederzubeleben oder sich direkt die Goldrüstung zuzulegen, wird also womöglich enttäuscht. Dies ist aber nicht weiter tragisch, da der Schwierigkeitsgrad von Ghost ‘n Goblins Resurrection ähnlich wie das Arcade-Original, das danach noch auf viele andere Plattformen portiert wurde, sehr, sehr hoch ist und keine Kompromisse macht. Wer also keine Gegnerpositionen auswendig lernen möchte oder Sprünge über Abgründe genau bemessen will, wird keine große Freude an Capcoms neu aufbereiteten Klassiker haben.

Vier Schwierigkeitsgrade

Ghost ‘n Goblins Resurrection ist in mehrere Schwierigkeitsgrade gegliedert. Dieser geht vom Edelmann absteigend über den Ritter und den Junker bis hin zum Knappen. Während das Spiel den Edelmann als höchsten Schwierigkeitsgrad direkt als Standard vorschlägt, ist es aber überhaupt keine Schande, auch mit einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad ins Abenteuer einzusteigen. Je geringer dieser ist, desto mehr hält Protagonist Arthur aus. Auf Edelmann stirbt der Held bereits nach zwei Treffern, als Knappe sind es hingegen vier Feindkontakte, die Arthur bis zu seinem Ableben aushält. Wie schon im Original, und im Remake vielleicht noch viel besser, wird uns das auch optisch übermittelt. Ist Arthur bei bester Gesundheit, trägt er noch seine komplette Rüstung. Ist diese weg, entkleidet er sich peu à peu bis er nur noch seine Unterhose anhat. Die Auswahl des Schwierigkeitsgrades ist in unseren Augen eine sehr willkommene Ergänzung zum Original, denn so können wir selbst entscheiden, wie schwer oder wie leicht das Spiel sein soll. From Software und Konsorten können also durchaus noch etwas von Capcom lernen. Dennoch ist Ghost ‘n Goblins Resurrection auch auf dem zweit- und dritthöchsten Schwierigkeitsgrad nicht sonderlich einsteigerfreundlich. Blutige Anfänger sollten unbedingt auf Knappe spielen, da Arthur hier nach dem Ableben wiederbelebt wird.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Obwohl Ghost ‘n Goblins Resurrection Sitzfleisch und Durchhaltevermögen einfordert, gibt es noch weitere Neuerungen im Remake, die das Erlebnis für Anfänger und Einsteiger lockerer gestalten. So sind die Levels in mehrere Bereiche unterteilt. Sobald wir eine Stelle mit einem Banner erreichen, dient dieses fortan als Kontrollpunkt, an dem wir nach dem Tod der Spielfigur wieder einsteigen können. Das geht auch, wenn wir den Level fürs Erste verlassen und später gestärkt zurückkehren. Sterben wir zu oft, können wir bis zum Ende des Levels auch den Schwierigkeitsgrad senken. Nicht selten ist an den zahlreichen Toden auch in der altertümlichen Steuerung ein Opfer gefunden, denn Sprünge können nicht abgebrochen werden und bei Feindkontakt können wir uns ebenfalls nicht wehren und müssen zuerst den Rückstoß abwarten, bis wir uns wieder bewegen dürfen. Das führt regelmäßig dazu, dass wir in einen Graben zurückgeworfen werden und beim letzten Banner wieder einsteigen müssen. Ebenfalls mit an Bord ist ein Coop-Modus, bei dem ein zweiter Spieler – leider nur lokal – die Rolle eines Geistes übernimmt, der zwar sterben kann, aber stets wiederbelebt wird. Nur wenn Arthur endgültig das Zeitliche segnet, ist auch für den Geist Schluss. Unter grafischen und akustischen Aspekten bietet Ghost ‘n Goblins ein schickes Design. Alles wirkt düster, schaurig und erwachsen inklusive wunderbar neu aufgelegter Musik aus dem Original. Toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): In meiner Jugend habe ich erste Bekanntschaft mit dem Franchise gemacht, doch bis heute habe ich keinen Serienteil jemals durchgespielt, so toll ich die Spiele auch finde. Das dürfte sich jedoch mit Ghost ‘n Goblins Resurrection auf kurz oder lang ändern, denn das Spiel bietet genügend Ansatzpunkte, wo der Schwierigkeitsgrad zwar hoch, aber nicht mehr ganz so hoch wie im Original ist. Ich kann die architektonisch abwechslungsreichen Levels in Instanzen abarbeiten, Arthur neue Fähigkeiten beibringen und mit diesen nach Belieben experimentieren. Eine nette Dreingabe ist auch der Coop-Modus, durch den ich das Spiel mit einem Freund gemeinsam und lokal durchspielen kann. Schade, dass es keine Online-Modi gibt. Dafür gefällt mir der aufgemöbelte Artstyle und die sehr schön überarbeiteten Melodien, die das Action-Spiel zu einem wahren Erlebnis machen. Fans des Originals kommen nicht umehr und müssen sich das Remake einfach zulegen. Anfänger oder all jene, die noch keine Berührung mit dem Franchise hatten, sollten sich den Kauf aber zweimal überlegen. Der Schwierigkeitsgrad ist exorbitant hoch und das Gameplay nicht für jeden geeignet. Wer aber einmal zum Kern von Ghost ‘n Goblins Resurrection durchgedrungen ist, wird sehr viel Spaß mit dem Spiel haben – egal wie oft Ritter Arthur bei diesem Unterfangen das Zeitliche segnet!

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ghost ‘n Goblins Resurrection!

Review: One Piece: Box 24 (Episoden 716–746)

Seit der 21. Serienbox von One Piece dreht sich alles um das einstige Inselidyll Dress Rosa. Mit der 24. Volume gelingt es der langlebigen Anime-Serie endlich, den Handlungsstrang um den durchtriebenen Don Quichotte de Flamingo mit einem ganz großen Knall abzuschließen.

Unglaublich, aber wahr: Seit drei Serienboxen beschäftigt sich die Handlung der Anime-Serie One Piece um den schier endlosen Kampf gegen den wohl bösartigsten Gegenspieler, der sich Monkey D. Ruffy bisher in den Weg gestellt hat. Dabei beginnen die ersten Episoden der 24. Ausgabe der Serie noch gar nicht um den finalen Kampf. In diesen erlebt der Zuschauer lediglich die ausgehenden Kämpfe zwischen anderen, aber nicht weniger wichtigen Protagonisten. Frankie duelliert sich beispielsweise immer noch mit Señor Pink in und um die Smile-Fabrik herum, während sich der einbeinige Kyros im Sonnenblumenfeld mit Diamante misst. Dieser lässt tödlichen Sternenstaub über das Areal hageln. Ein Glück, dass Archäologin Nico Robin zur Stelle ist und sowohl Kyros als auch dessen Tochter Rebecca mit ihren Teufelskräften beschützen kann. Piratenjäger Lorenor Zorro wiederum befindet sich noch immer im Gefecht mit dem steinernen Pica, der die Bewohner von Dress Rosa nicht nur mit seiner hohen Piepsstimme in Angst und Schrecken versetzt. Mit seiner Spezialfähigkeit, sich mit der Umgebung zu verschmelzen, ist es ihm gelungen, in die übergroße Statue des Landes zu schlüpfen. Da ihm die Rückkehr von König Riku Doldo III. ein Dorn im Auge ist, da dieser sein Anrecht auf den Thron gelten machen könnte, versucht er, ihn in Form der riesigen Statue zu zerquetschen.

Entscheidung auf Dress Rosa

Hauptsächlich dreht sich die 24. Serienbox von One Piece jedoch um den Entscheidungskampf. Auf der einen Seite stehen Ruffy und sein Komplize Trafalgar D. Water Law, auf der anderen Seite wiederum De Flamingo und der schleimige Trébol. Zu sehr ins Detail kann an dieser Stelle nicht gegangen werden, da der Kampf wie für die Serie und das Genre üblich in der ersten Hälfte vor allem mit Rückschlägen gepflastert ist, aus denen die Helden lernen und sich eine neue Taktik überlegen müssen. Dennoch sei gesagt, dass Law sich bis zuletzt weigert, De Flamingo zur Unsterblichkeit zu verhelfen und einige Tricks einsetzt, die soweit gehen, dass er seinen eigenen Tod vortäuschen muss. Ruffy blieb im zweijährigen Zeitsprung, den die Serie in der 17. Serienbox angerissen hat, selbstverständlich nicht untätig. Trotz aller Abenteuer, die die Strohhut-Piraten seit jeher erlebt haben, hat er seine Geheimwaffe(n) bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht eingesetzt geschweige denn erwähnt. Weitere Einzelheiten sollen an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen ein Geheimnis bleiben, aber der langjährige Zuschauer kann sich hierbei sicher sein, dass bei Ruffys neuen Techniken selbst einem übermächtigen Feind wie De Flamingo ordentlich die Spucke wegbleiben wird. Der eigentliche Kampf zieht sich über einige Episoden, ist im Vergleich zum ganzen Handlungsstrang aber angenehm kurz.

Handlungsstrang mit Überlänge

Tatsächlich gibt es in dieser Serienbox noch ein flüchtiges Wiedersehen mit den anderen Strohhüten, die sich vor einigen dutzend Folgen auf Ruffys und Laws Geheiß hin dazu entschieden haben, aus Dress Rosa zu verschwinden und ihre Geisel Caesar Crown auf die Insel Zou zu bringen. Was erfreulich klingt, ist handlungstechnisch aber äußerst mau inszeniert. Weder ist die einzige Episode, die sich um Navigatorin Nami, Smutje Sanji, Arzt Chopper und Musiker Brook dreht ordentlich in die restliche Handlung eingewebt, noch erklärt sich der Sinn dieser Folge für den Zuschauer. Zudem werden hier Namen von weiteren Antagonisten eingeworfen oder angedeutet, die für die Serie bisher noch keinen oder zumindest keinen allzu großen Stellenwert hatten. Hier bleibt tatsächlich nur zu hoffen, dass die voneinander getrennten Strohhüte in den kommenden Episoden möglichst bald wieder zueinander finden und die Serie wieder etwas stringenter erzählt wird. So hat der Zuschauer nach dem Ansehen der 31 Episoden der 24. Serienbox erneut das Gefühl, dass der Handlungsstrang auf Dress Rosa über die Jahre hinweg einfach Überhand genommen hat. Dennoch könnte diese Überlänge ein gutes Zeichen dafür sein, auf welche Strapazen sich die Strohhutpiratenbande in den kommenden Erzählsträngen gefasst machen muss. Für die Zukunft bleibt es also spannend!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 716 bis 746 der Serie): One Piece hat mit dem überlangen Handlungsstrang auf der Insel Dress Rosa den Vogel endgültig abgeschlossen. Es ist zwar keine Seltenheit, dass sich eine Geschichte auch schon mal über zwei oder vielleicht drei Serienboxen zieht, aber auch noch die vierte Volume bis zum Schluss auszukosten, dürfte womöglich auch für den größten One-Piece-Fan ein Dorn im Auge sein. Auch wenn langsam ein paar Ermüdungserscheinungen das Gesamtbild trüben, kann auch die 24. Serienbox in der einen oder anderen Disziplin punkten. Allzu viele Hintergrundinformationen oder Rückblicke, die zum Verständnis beitragen, gibt es zwar nicht, doch dafür können vor allem die Kämpfe zwischen den einzelnen Akteuren auf ganzer Linie punkten. Hier sticht vor allem der entscheidende Schlagabtausch zwischen De Flamingo und Ruffy positiv hervor, denn während De Flamingo eine Gräueltat nach der anderen vollzieht und auch vor Toten nicht zurückschreckt, spielt Ruffy auf einmal Karten aus, von denen der Zuschauer bis zu diesem Zeitpunkt wohl kaum etwas geahnt hat. Ähnlich wie bei Dragon Ball und Co bleibt die Frage, wie Oda Eiichirō, der Autor der Manga-Vorlage, das noch toppen möchte. Der Zuschauer kann sich aber sicher sein, dass diesem gewitzten Genie definitiv noch etwas einfallen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 24 (Episoden 716–746)!

Review: VirtuaVerse

Point-and-Click-Adventures erfreuten sich in den 1980er- und 1990er-Jahren großer Beliebtheit, verschwanden dann jedoch weitgehend von der Bildfläche. Mit Spielen wie VirtuaVerse erlebt das zwischenzeitlich totgesagte Genre jedoch seit vielen Jahren eine neue Renaissance.

In VirtuaVerse schlüpfen wir in die Rolle des Schmugglers Nathan, der in der fernen Zukunft in einer nicht näher beleuchteten Metropole lebt. Nach einem Streit mit seiner Lebensgefährtin Jay verschwindet diese, woraufhin wir mit ihm die Verfolgung aufnehmen, um Jay zu finden und sich mit ihr zu versöhnen. Eingebettet in einem Cyberpunk-Szenario, das wie üblich stark an Filme wie Blade Runner erinnert, werden wir auf der Suche nach Jay in immer mehr abstruse Situationen hineingezogen. Um Jay zu finden, müssen wir uns unter anderem einer Gruppe von Hackern anschließen, eine Band in die Existenznot treiben und in einer Hütte im Dschungel einer holografischen Gottheit huldigen. Damit wir einen Vorteil von allem erlangen, nutzen wir dabei Nathans Mitmenschen bewusst oder unbewusst schamlos aus. Auf der einen Seite sorgt das beim Verfolgen der rund zehnstündigen Handlung für ein mulmiges Gefühl in unserer Magengrube, unterstreicht auf der anderen Seite jedoch deutlich den dystopischen Unterton der Spielwelt. VirtuaVerse trifft damit vor allem in der ersten Spielhälfte voll ins Schwarze und erweckt auch dank der urbanen Kulisse eine weitgehend funktionierende Cyberpunk-Stimmung. In der zweiten Spielhälfte verlagert sich das Geschehen jedoch weitgehend in natürliche Umgebungen und wendet sich deutlich dem Science-Fiction-Genre zu.

Zeitreise zu den Anfängen des Genres

Auf die spannende Geschichte hat dieser Wandel aber keine spürbaren Auswirkungen, denn VirtuaVerse ist intelligent strukturiert und kritisiert an allen erdenklichen Stellen die Vergangenheit und somit unsere reale Gegenwart um das Jahr 2020 herum. Datenschutzlücken, Echtnamenabfragen und die zunehmende Verlagerung des sozialen Geschehens in die Weiten des Internets sind nur ein paar der Themen, die das Spiel von Entwicklerstudio Theta Division anspricht. Wie für das Genre üblich wird das Geschehen weitgehend über Dialoge zwischen Nathan und den Nicht-Spieler-Charakteren oder auch über Monologe der Hauptfigur erzählt. Hinzu kommen kräftige Bilder in einer Pixel-Optik, die nicht zuletzt aufgrund der gelungenen Animationen überzeugen. Leider bleiben die Charaktere dabei stets stumm. Eine Sprachausgabe gibt es sowohl auf Englisch und Deutsch als auch in allen anderen verfügbaren Sprachen nicht. So erinnert VirtuaVerse stärker an die Anfänge des Genres denn an spätere Auftritte nach Etablierung des CD-ROM-Laufwerks. Für die wirklich gut gelungene deutsche Übersetzung zeichnet sich Marcel Weyers verantwortlich. Eine Stelle im späteren Spielverlauf, bei der das zu lösende Rätsel fragmentiert im Bildschirmtext herauszulesen ist, ist ihm dabei besonders gut gelungen, da sich diese Szene stark von der englischen Fassung unterscheidet.

Kontextsensitive Aktionsmöglichkeiten

Obwohl sich das Spiel in stilistischer Hinsicht eher an den Anfängen des Genres orientiert, ist es in puncto Gameplay deutlich moderner ausgefallen. So müssen wir beispielsweise nicht mit einer Vielzahl von Aktionen hantieren, um die richtige Handlung bei einem Objekt auszuführen. Stattdessen können wir uns ein Objekt in der Umgebung anschauen, mit diesem interagieren oder auch zwischen beiden Optionen wählen. So sind sämtliche Aktionen kontextsensitiv ausgelegt, was in unseren Augen dem Spielfluss deutlich zu Gute kommt. Um im Spiel voranzukommen, müssen wir in regelmäßigen Abständen selbstverständlich auch Rätsel lösen. Ein Großteil der Rätsel ist dabei logisch in die Geschichte integriert und ergibt im Kontext mit dem Geschehen auch jedes Mal Sinn. Leider ist die Umsetzung der Rätsel aber nicht immer so gut gelungen wie der Rest des Spiels. Öfters kommt es vor, dass wir ein Objekt aufheben wollen, Nathan aber beteuert, dass das zum jeweiligen Zeitpunkt noch nicht nötig ist. Erst wenn wir in einem Dialog eine Information erhalten oder wir bei der Aktion mit einem Objekt scheitern, bei dem der Gegenstand benötigt werden würde, schaltet das Spiel die Option frei. Dieses Konzept ist unterm Strich einfach antiquiert. VirtuaVerse steht mit diesem Problem aber nicht alleine da. Auch Sense: A Cyberpunk Ghost Story macht redlich Gebrauch davon.

Spielflussstörende Rätselpassagen

Ein größeres Problem des Spiels ist jedoch, dass wir bei einigen Rätseln zu sehr um die Ecke denken müssen. Beispielsweise benötigen wir im Verlauf des Abenteuers eine ganz spezielle Frucht, die jedoch nur auf einem Hügel an einem bestimmten Baum wächst. Diese Anhöhe können wir allerdings nicht erreichen, da ein Bienenstock samt seiner Bewohner uns den Weg dorthin versperrt. Um den Pfad freizulegen, benötigen wir eine Fackel, mit der wir die Behausung der stechwütigen Bienen anzünden können. Dafür ist es jedoch notwendig, dass wir einen Ast von einem Baum absägen und mit einem Höschen, das wir zuvor in einem Darkroom ergattert haben, kombinieren. Das Höschen muss zuvor selbstverständlich in Benzin getunkt sein. VirtuaVerse lässt hierzu auch keine Hinweise fallen, was das gefühlt stundenlange Umherirren begünstigt. Nicht falsch verstehen: Die meisten Rätsel von VirtuaVerse sind nachvollziehbar. Derlei Ausreißer kommen aber immer wieder vor und stören den Spielfluss. Ein Glück, dass das Point-and-Click-Adventure äußerst atmosphärisch ist. Wer mit Nathan schon einmal durch den dichten Dschungel von Nuwaka gestapft ist und dabei der stimmungsvollen Geräuschkulisse mitsamt der ohrwurmverdächtigen Musik gelauscht hat, wird diese Erfahrung nicht mehr so schnell vergessen. Genre-Fans mit einem Hang zur Nostalgie greifen zu!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: VirtuaVerse ist in erster Linie ein wunderbar erzähltes Abenteuer, das mit vielen bildgewaltigen Momenten überzeugt, mit unerwarteten Wendungen auftrumpft und in seinen detaillierten Dialogen und Monologen mit zahlreichen Anspielungen an die Zeit um das Jahr 2020 herum überrascht. Das Point-and-Click-Adventure besticht mit seiner detailreichen Welt und Anlehnungen an das Cyberpunk- und Science-Fiction-Genre. Es macht Spaß, den Protagonisten bei seinem Werdegang zu begleiten und die dystopische Atmosphäre, an die die Spielfigur mit ihren Entscheidungen nicht unschuldig ist, in sich aufzusaugen. Zusammen mit der hübschen Pixel-Optik, den angenehmen Animationen, den stimmungsvollen Soundeffekten und der eindringlichen Musik ergibt sich so ein fast überwiegend gelungenes Abenteuer. Ein paar der Rätsel kratzen jedoch stark am sonst guten Gesamtbild, denn die Knobeleien führen mehr zu Kopfschütteln und Kopfzerbrechen, als dass sie das Gameplay mit cleveren Ideen unterstützen würden. Des Weiteren fehlt es dem Spiel an einer Sprachausgabe, die den Charakteren noch mehr Leben eingehaucht hätte. Dennoch ist VirtuaVerse eine deutliche Empfehlung an alle Genre-Fans, die sich am kultverdächtigen Retro-Design erfreuen möchten.

Vielen Dank an Theta Division für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von VirtuaVerse!

Prime Time: Dragon Ball (Movies 1–4, Unboxing)

Nachdem Kazé Anime die vier Dragon-Ball-Filme bereits 2011 schon einmal in einer Gesamtausgabe auf DVD veröffentlicht hat, wurde die Filmreihe im Jahr 2020 noch um eine Blu-ray-Ausgabe bereichert. Unser Chefredakteur stellt euch die haptischen und optischen Merkmale der Neuauflage in einem Unboxing-Video ausgiebig vor. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 4)

Fans der Anime-Serie Re:Zero – Starting Life in another World mussten im Frühjahr 2020 sehr stark sein, denn nach dem Cliffhanger in der dritten Volume wartete Kazé Anime gleich zwei Monate mit der Fortführung der Veröffentlichungsreihe. In dieser geht es turbulent weiter.

Am Ende der dritten Volume von Re:Zero – Starting Life in another World müssen Natsuki Subaru und die Maid Rem mit ansehen, wie das Anwesen von Roswaal L. Mathers von Mitgliedern der Kirche der Hexe angegriffen und sämtliche Bewohner dabei getötet werden. Nachdem der aus Japan stammende Neet diesen Alptraum gleich mehrfach durchlebt, fasst er jedoch neuen Lebensmut und versucht die anderen Anwärterinnen auf den Königsthron zu überzeugen, ihm bei seinem Vorhaben, den bevorstehenden Angriff der Kirche der Hexe abzuwehren, zu unterstützen. Hier baut die Serie wieder auf dem Konzept der Zeitschleife auf, sodass Subaru diese Tage nach jedem seiner Tode erneut durchlebt. Crusch Karsten macht ihm klar, dass sie ihm nicht helfen wird, da er mit keinem einzigen Wort erwähnt, dass er Emilia retten will. Sie sieht nur, dass Subaru die Kirche der Hexe bekämpfen will. Priscilla Barielle verlangt von ihm hingegen, dass er einen Fußfetisch entwickelt. In purer Verzweiflung willigt er zwar ein, doch daraufhin wird er auch von Priscilla aufgrund seiner Unterwürfigkeit verschmäht. Nach einem zuerst gut verlaufenden Gespräch mit Anastasia Hoshin, die ihm in die Kunst der Verhandlungstaktiken einweiht, kommt er aber auch bei ihr nicht weiter. Einzig und allein Händler Otto Suwen bietet ihm Unterstützung an, womit das neue Kapitel beginnt.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Im vierten Episodenpaket beginnt allerdings nicht nur der Kampf gegen die Kirche der Hexe, denn in der sechzehnten und damit ersten Folge dieser Ausgabe von Re:Zero – Starting Life in another World eröffnet sich zusätzlich ein neues Mysterium. Die Rede ist vom weißen Wal, der ein wenig an den Windfisch aus The Legend of Zelda: Link’s Awakening erinnert und seine Feinde mit weißem Nebel verwirrt und womöglich auch noch in den Wahnsinn treibt. Beispielsweise zerstreiten sich in der Panik auf einmal Otto und Subaru. Grund dafür ist wohl das plötzliche Verschwinden eines anderen Charakters, an den sich außer Subaru niemand mehr erinnern kann. An einer anderen Stelle entwickelt sich das Konzept der Serie gar weiter, denn während die Story in den ersten drei Volumes so funktioniert, dass Subaru niemandem etwas über seine tödlichen Vorahnungen verraten kann, da sonst eine dunkle Kraft sein Herz zerreißen würde. Dieses Mal trifft es jedoch nicht ihn selbst, sondern die unschuldige Emilia, die Subarus Worte einfach nicht verstehen kann. Dieses Ereignis zerrüttet Subarus Leben – es sorgt nicht nur für den nächsten Reset, sondern verändert auch seinen Blickwinkel auf die Zukunft. Hier verknüpft die Anime-Serie auf intelligente Arte und Weise Subarus Situation mit seiner Vergangenheit als Neet. Es weckt ihn in gewisser Weise auf und lenkt die Story von Re:Zero – Starting Life in another World gewissenhaft in eine ganz bestimmte Richtung.

Entwicklungen von Charakteren

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere. Vor allem die Beziehung zwischen Subaru und Rem wird auf eine ganz neue Ebene gehievt, die unfassbar wichtig für die weitere Entwicklung der Anime-Serie sein dürfte. Ein wenig mehr ins Rampenlicht wird auch Antagonist Petelgeuse gerückt. Bei ihm handelt es sich um einen der sogenannten Todsündenbischöfe. Mit unsichtbaren Armen und Händen attackiert Petelgeuse seine Gegner. Zudem hat er die gefährliche Fähigkeit, seinen Geist in einen anderen Körper zu übertragen, sollte seine alte Gestalt nicht mehr einsetzbar sein. Inszeniert wird all das im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p. Alle Charaktere fügen sich hier wunderbar in die schicken Hintergründe ein. Zusammen mit der stimmungsvollen Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 ergibt sich auch in der vierten Volume von Re:Zero – Starting Life in another World abermals ein atmosphärisches Gesamtbild. Synchronsprecher wie Marie Hinze oder Matthias Klie passen ebenfalls wunderbar in dieses Bild hinein und sind ihren japanischen Gegenstücken Minase Inori und Koyasu Takehito ebenbürtig. Digitale Boni liegen in Form von fünf Mini-Episoden vor, während der Volume als physische Dreingabe ein Booklet beiliegt, in der ein Episodenguide und Charakterinformationen festgehalten wurden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die dritte Ausgabe von Re:Zero – Starting Life in another World mit einem wahnsinnig atmosphärischen und gleichzeitig auch desillusionierenden Cliffhanger endete, ist es wirklich erstaunlich, wie gut die Handlung in der vierten Volume darauf aufbaut. Zum einen nutzt die Anime-Serie einmal mehr das Konzept der Zeitschleife. Zum anderen wird damit auch die Charakterentwicklung von Subaru und den anderen Figuren verknüpft und vertieft. Auch, dass Platz für „neue“ Mysterien wie den weißen Wal und eine Vertiefung der Figur Petelgeuse bleibt, sorgt für eine ordentliche Atmosphäre. Einzig und allein das Ziel der Erzählung bleibt für den Zuschauer bis hierhin unklar. Die fünfte und leider auch schon letzte Volume der Staffel sollte daher schnell Licht ins Dunkle bringen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re:Zero – Starting Life in another World (Vol. 4)!

Review: Ocean’s Heart

Oftmals können Entwickler nicht verleugnen, dass sie für ihr eigenes Werk bereits vorhandene Spiele von kreativen Köpfen neu interpretieren oder sich gar vor diesen verbeugen. Über Max Mraz, dem alleinigen Entwickler von Ocean’s Heart, lässt sich sagen, dass er das Vorbild für sein Spiel regelrecht vergöttert.

Bisherige Versuche, das typische The-Legend-of-Zelda-Gefühl auf das eigene Spiel zu übertragen, haben selten durchweg überzeugen können. Ocean’s Heart hat ebenfalls seine Macken, kommt dem großen Vorbild aus dem Hause Nintendo vom Gefühl her aber näher als zum Beispiel Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas. Das fängt schon bei der Wahl des Charakters an, denn in Ocean’s Heart schlüpfen wir in die Rolle von Tilia, die noch ein ungeschriebenes Blatt ist. Zusammen mit ihrem Vater Malvo und ihrer Schwester Linden lebt sie auf der kleinen Kalksteininsel im fantasievollen Nordmeer. Alle Figuren auf der Kalksteininsel gehen ihrem Tagwerk nach und so soll Tilia aus dem Geheimvorrat ihres Vaters eine Schnapskiste besorgen, damit die Gäste in der Familientaverne nicht auf dem Trockenen sitzen. Blöderweise überfallen in dieser Zeit Piraten die Insel und entführen Tilias beste Freundin Hasel. Ihr Vater Malvo, immerhin ein renommiertes Mitglied der Freiwilligen Flotte, eilt sofort zur Rettung. Sechs Monate ziehen ins Land, ohne dass Tilia und Linden etwas von ihrem Erzeuger oder ihrer Freundin hören. Damit das Abenteuer in Schwung kommt, machen wir uns mit Tilia auf die Suche nach den beiden. So reisen wir in Ocean’s Heart kreuz und quer durch die üppige Inselwelt, spielen Detektivin und finden immer mehr Einzelheiten über die Piraten und das Verschwinden unserer Liebsten heraus.

Liebevolle Spielwelt

Hauptsächlich wird die zuckersüße Geschichte von Ocean’s Heart, ähnlich wie im vergleichbaren Titel Blossom Tales: The Sleeping King, über zahlreiche Dialoge und wenige Monologe vorangetrieben. Die Bildschirmtexte liegen unter anderem auf Deutsch oder Englisch vor und sind in diesen beiden Sprachfassungen fast durchweg gelungen. Die Sprache ist meistens einfach oder gar schlicht, dafür aber mit reichlich Humor angereichert. Wenn wir mit Tilia Schatzkarten in einem Piratenversteck durchstöbern und sich dazwischen ein abgebrochenes Kreuzworträtsel befindet, kommen wir nicht umher, um über den Sachverhalt zu schmunzeln. Ocean’s Heart ist voller seichter Gags, die das Abenteuer stets auflockern. Wir konzentrieren uns aber nicht nur auf die Suche nach Malvo und Hasel, denn das Nordmeer wird in den kleinen und großen Städten und in der Wildnis von einzigartigen Figuren bevölkert. Diese werden zwar nicht ansatzweise so stark charakterisiert wie die Hauptfiguren, doch verdichten sie ein ganzes Stück die Atmosphäre der Spielwelt. Da wir von den Nicht-Spieler-Charakteren nicht selten mit Nebenaufgaben betraut werden, führt das auch dazu, dass wir mehrmals mit ihnen sprechen müssen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass wir durch die Aufträge und Botengänge auch die nähere und fernere Umgebung peu à peu besser kennenlernen. Nach und nach kristallisiert sich so ein stimmungsvolles Bild der Welt heraus.

Erkundungsdrang als Motivation

Einen Blumentopf für die beste Story gewinnt Ocean’s Heart aber nicht. Dafür sind die Erlebnisse zu vorhersehbar und die einzelnen Charaktere nicht tiefgründig genug. Wie das Vorbild zählt in Mraz’ Spiel aber vor allem das Gameplay und genau in dieser Disziplin weiß das Action-Adventure weitgehend zu überzeugen. Nach und nach erhalten wir durch das Abklappern von Dungeons oder für das Erfüllen bestimmter Voraussetzungen neue Gegenstände, mit denen sich die Spielwelt häppchenweise öffnet. Obwohl schon kurz nach Spielstart ein Großteil der Welt für uns offen steht, gibt es immer wieder Stellen, die wir nur erreichen können, wenn wir das richtige Item einsetzen. Mit dem Eichenamulett können wir beispielsweise schwere Objekte aufheben, die uns den Weg blockieren. Entdecken wir zugeschüttete Eingänge, können wir die Höhle dahinter mit dem geschickten Einsatz von Bomben freilegen. Ist irgendwo eine Fackel erloschen, so sollten wir diese schleunigst wieder anzünden. Dieses Konzept hat Miyamoto Shigeru schon im ersten The Legend of Zelda zu einem großartigen Spielgefühl gemacht. Mraz kopiert diese Dinge frech. Fakt ist aber, dass er mit Ocean’s Heart genau die Spieler anspricht, die von Nintendos Experimenten wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild regelrecht vor den Kopf gestoßen werden. Es müssen nicht immer Innovationen sein!

Unausbalancierter Schwierigkeitsgrad

An anderer Stelle geht Mraz mit Ocean’s Heart aber ein Stück weiter, denn für unser Schwert, unsere Pfeile, unsere Bomben und unsere Rüstung lassen sich im Nordmeer jede Menge Upgrades finden. Nicht selten benötigen für die Verbesserungen auch bestimmte Materialien, die wiederum in der Spielwelt verborgen sind. So rüsten wir uns über die ganze Spielzeit ständig auf, können immer mehr Treffer einstecken oder mehr austeilen. Grundsätzlich ist das eine feine Idee, da dies auf der einen Seite dazu führt, gegen immer stärkere Gegner in neu entdeckten Gebieten zu kämpfen und noch mehr in die Spielwelt einzutauchen. Auf der anderen Seite kann das die Balance bei Entdeckernaturen kräftig stören. Während wir den Schwierigkeitsgrad vor allem zu Beginn von Ocean’s Heart als recht knackig empfinden, fällt er zum Ende hin viel zu leicht aus. Selbst größere Bossgegner, die theoretisch mehr Treffer einstecken, sind durch den Einsatz eines kräftigen Schwertes oder gar übermächtiger Magie binnen weniger Sekunden besiegt. Selbst wenn wir uns im Spiel mit einem Fluch belegen lassen, der die Gegner stärker macht, fällt das in den letzten Stunden des Spiels kaum merklich ins Gewicht. Zumindest, wenn wir über genug Energiepunkte – dem Äquivalent zu den Herzcontainern – verfügen, die wir in der Welt finden. Das hätte in der Entwicklung auffallen müssen.

Vielversprechende Immersion

Ein wenig unschön fallen die Kämpfe aus, denn die Kollisionsabfrage lässt hier und da zu wünschen übrig. Nicht immer ist es klar, wie weit wir mit unserer Waffe ausholen oder ob uns der Gegner noch erreichen kann. Daran gewöhnen wir uns zwar mit der Zeit, doch hätte der Entwickler vor der Veröffentlichung noch einmal am Kampfsystem feilen können. Trotzdem macht das Action-Adventure jede Menge Spaß, denn gerade die Rätsel, die klar ans Vorbild angelehnt sind, funktionieren auch in Ocean’s Heart außerordentlich gut. Neben dem bedachten Einsatz von Items müssen hier Schalter umgelegt und Schlüssel gefunden werden, die wiederum verschlossene Türen öffnen, hinter denen sich entweder der nächste Weg oder oft auch eine Schatztruhe versteckt. Noch dazu verrät einem das Spiel die größten Geheimnisse nur in Dialogen mit den Bewohnern der Spielwelt. Wer also wissen will, hinter welcher Wand sich im Kloster auf dem Marmorfelsen ein geheimer Raum befindet, muss dies in einem Gespräch erst einmal herausfinden. Noch stärker wird die Immersion durch das Verzehren von Mahlzeiten geprägt, denn die Lebensenergie kann ausschließlich so aufgefüllt werden. Also sammeln wir Äpfel und Beeren oder verkaufen Monsterinnereien in der Stadt, um uns dafür Brote oder Tränke zu kaufen. Ein wenig erinnert das an das Rollenspiel Final Fantasy XII.

Charmantes Abenteuer mit Nostalgiefaktor

In puncto Bedienung geht Ocean’s Heart in Ordnung. Wir finden es aber sehr schade, dass wir die Steuerung nicht frei belegen können, was vor allem auf Gamepads tragisch ist. Auf unserem einem Super-Nintendo-Controller nachempfundenen Eingabegerät von Hersteller Buffalo öffnen wir das Menü beispielsweise mit der linken Schulter-, statt mit der Start- oder der Select-Taste. Optisch ähnelt Ocean’s Heart vor allem The Legend of Zelda: The Minish Cap, doch auch Einflüsse von The Legend of Zelda: A Link to the Past und The Legend of Zelda: Link’s Awakening sind zu spüren. Der kunterbunte 16-Bit-Grafikstil überzeugt mit charmanten Charaktermodellen und niedlichen Animationen. Dazu gesellen sich passende Musikstücke, die aber meistens sehr ruhig sind. Während die Melodien der romantisierten Piratenthematik vor allem in den Städten ihren Stempel aufdrücken, fehlt es uns vor allem in den Kämpfen und bei der Erkundung ein wenig an Wucht. Dafür punkten die nostalgischen Soundeffekte, die beim Betreten von Treppen oder dem Fallen in Abgründe einmal mehr ans Vorbild erinnert. Obwohl das Spiel technisch weitgehend eine gute Figur macht, sind wir gelegentlich über Bugs gestolpert. So ließ sich eine spielrelevante Stelle erst passieren, als wir die Spracheinstellung temporär von Deutsch auf Englisch geändert haben. Ganz ausgefeilt ist Ocean’s Heart über seine angenehme und circa elf- bis zwölfstündige Spielzeit damit zwar nicht, aber dennoch eine klare Kaufempfehlung für alle Action-Adventure-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ocean’s Heart von Entwickler Max Mraz fängt die bekannte The-Legend-of-Zelda-Formel wirklich gut ein. Das Action-Adventure bietet ausgewogene Kost zwischen Story, Erkundung, Rätseln und Kämpfen, wobei das Gameplay klar und deutlich im Vordergrund steht. Mit dem Nordmeer bietet das Spiel eine kompakte und detailverliebte Welt, in der sich bei mir schnell ein heimeliges Gefühl einstellt. Wie im Rausch möchte ich schnell die Inselwelt erkunden und Geheimnisse aufspüren. Stets ist auch das Verlangen da, Tilia bis an die Zähne mit Items, Schwert- und Rüstungsupgrades zu bewaffnen. Ebenfalls visuell ist das Spiel ein wahrer Genuss für jedweden Nostalgiker oder Retro-Fan, der mit dem Super Nintendo oder dem Game Boy Advance aufgewachsen ist. In musikalischer Hinsicht geht der Soundtrack zwar in Ordnung, ist mir persönlich aber überwiegend zu ruhig. Lediglich ein paar Punkte gibt es an Ocean’s Heart auszusetzen. Alle Bugs, über die ich im Spiel stolpere, wären meiner Meinung nach vermeidbar gewesen, hätte Mraz noch ein wenig mehr Zeit in die Entwicklung gesteckt. Auch die Kollisionsabfrage in den Kämpfen ist verbesserungswürdig. Zudem gibt es keine Komfortfunktionen wie das Markieren von interessanten, aber noch nicht zugänglichen Stellen auf der Übersichtskarte. Trotz seiner klar vorhandenen Defizite macht Ocean’s Heart eine Menge Spaß und ist in meinen Augen sogar die beste Alternative zu Nintendos The-Legend-of-Zelda-Reihe!

Vielen Dank an Nordcurrent für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ocean’s Heart!

Review: Miss Kobayashi’s Dragon Maid (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im März 2020 die erste Volume der lustig-heiteren Anime-Serie Miss Kobayashi’s Dragon Maid veröffentlicht hat, folgte im Mai 2020 das zweite Episodenpaket, in dem weitere abstruse und durchgeknallte Situationen auf den gespannten Zuschauer warten.

Seit ein paar Wochen geht die kleine Kanna Kamui zur Schule und schließt Freundschaften. In der sechsten Episode von Miss Kobayashi’s Dragon Maid fragt die quirlige Saikawa Riko auf dem gemeinsamen Heimweg, ob Kanna nicht mal zum Spielen zu ihr nach Hause kommen möchte. Was für normale Kinder in dem Alter nicht verwunderlich ist, könnte bei Kanna, die in Wahrheit ein Drache ist, jedoch zum Problem werden. Mit ihrer „Erziehungsberechtigten“ Kobayashi und der titelgebenden Drachen-Maid Tōru im Schlepptau, soll das Treffen möglichst reibungslos über die Bühne gehen. Einerseits verläuft der Spieltag wie geplant, andererseits kommen sich die Charaktere auch etwas näher. Diese Annäherung ist allerdings diskussionswürdig, da die Episode nicht ohne erotische oder gar sexuelle Anspielungen auskommt – und womöglich für den einen oder anderen Zuschauer ein klein wenig zu weit gehen dürfte. Während sich Kanna und Riko beim Spielen einer Variante des Gesellschaftsspiels Twister an recht empfindlichen Stellen berühren und anschließend auch vor dem Fernseher beim Zocken von Videospielen regelrecht aufeinander hocken, wird der neu eingeführte Charakter Magatsuchi Shōta sogar noch sehr viel mehr bedrängt. Um sein Vertrauen zu gewinnen, schlägt die vollbusige Lucoa dem kleinen Jungen verschiedene Sachen vor und bietet ihm zum Schluss sogar ihren Körper an. Das wirkt bei aller Liebe zum Detail recht deplatziert.

Durchgeknalltes Szenario

Es dürfte aber kaum die Absicht von Kyōto Animation sein, die angedeuteten Handlungen in Miss Kobayashi’s Dragon Maid zu verherrlichen. Sämtliche Situationen, so unpassend sie in den Augen des einen oder anderen Zuschauers wohl sein dürften, werden immerhin mit sehr viel Humor aufgepeppt. Beispielsweise bezeichnet Shōta das Busenwunder Lucoa häufig als dämonischen Sukkubus und läuft im Anschluss panisch weg, um nicht in Versuchung geführt zu werden. Ohne Humor kommt zudem keine einzige der fünf enthaltenen Episoden aus. So sind die Charaktere in der siebten Folge auf einer Convention unterwegs – und da Tōru in ihrem „Kostüm“ wie eine Maid aussieht, wird sie auch schon prompt von den Besuchern gefragt, ob sie für ein Fotoshooting bereitstehen würde. In einer anderen Episode steht hingegen ein Kochwettbewerb im Stile von Food Wars! im Mittelpunkt. Hier messen sich Kobayashi und Tōru darum, wer denn das beste Bentō zubereiten kann. Ihre Freunde Kanna, Lucoa und Fáfnir mimen die Schiedsrichter – und freuen sich zu allem Überfluss auch noch über ein paar Köstlichkeiten. Auf einmal taucht mit Elma dann auch noch eine weitere Figur aus der Drachenwelt auf. Würde das nicht schon für genug Chaos sorgen, stellt sich Elma am Tag darauf Kobayashi als ihre neue Kollegin vor. So geht es bis zur zehnten Episode, die ganz im Zeichen von Weihnachten steht, munter weiter.

Zwischen Humor und Ernsthaftigkeit

Abseits der humorvollen Eskapaden bietet die zweite Volume von Miss Kobayashi’s Dragon Maid jedoch auch Platz für den Ernst des Lebens. So erfährt der Zuschauer, dass Kobayashi es einfach nicht gewohnt ist, von allen „Menschen“ um sich herum so begehrt zu werden. Im Gegensatz dazu beginnt Fáfnir zu unterscheiden, welche Menschen es seiner Meinung nach wert sind, wirklich Zeit mit ihnen zu verbringen. Im Gegensatz zur plumpen Erotik passen die Entwicklungen der zwischenmenschlichen Beziehungen deutlich besser zur Serie. Dennoch bleibt die Erzählung auf einem lockeren Niveau, was sich hervorragend mit der visuellen und auditiven Ebene ergänzt. Wie schon bei der ersten Volume von Miss Kobayashi’s Dragon Maid liegen auch der zweiten Ausgabe vier Artboards und ein 32-seitiges Booklet bei. In diesem werden die drei Charaktere Takiya Makoto, Fáfnir und Elma vorgestellt. Im Anschluss folgt ein ausführlicher Episodenguide zu den enthaltenen fünf Folgen inklusive Anmerkungen von verschiedenen an der Produktion beteiligten Köpfen. Zudem erhält der Käufer auch noch einen Einblick in die Tagesabläufe von Takiya, Fáfnir und Kanna. Konzeptzeichnungen, Artworks und Illustrationen runden das schön gestaltete Booklet ab. Digitales Bonusmaterial gibt es in der zweiten und vorletzten Volume von Miss Kobayashi’s Dragon Maid leider nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Miss Kobayashi’s Dragon Maid entwickelt sich mit jeder Folge ein klein bisschen weiter, was vor allem daran liegt, dass mehr und mehr neue Charaktere eingeführt werden, die das Ensemble hervorragend ergänzen. Da jede Figur nicht übermäßig stark auftritt oder im Umkehrschluss in den Hintergrund rückt, bleibt für jeden Charakter eine gesunde Screentime übrig. In alltäglichen und abstrusen Situationen müssen sich die Freunde stets aufs Neue zusammenraufen, um ein Problem mit sehr viel Humor zu lösen und dabei den Ernst des Lebens nicht zu vergessen. Schade ist lediglich, dass in der zweiten Volume recht viele erotische und sexuelle Anspielungen vorkommen, die womöglich ein wenig unangebracht sind. Dies muss aber jeder Zuschauer für sich selbst bewerten. Wer die erste Volume mochte, sollte dennoch beim zweiten Episodenpaket von Miss Kobayashi’s Dragon Maid zugreifen und sich auf ein Wiedersehen mit den illustren Charakteren freuen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Miss Kobayashi’s Dragon Maid (Vol. 2)!

Prime Time: Citrus (Vol. 1–3, Unboxing)

In den letzten Monaten haben wir euch die Anime-Serie Citrus im Rahmen von drei Rezensionen präsentiert. Abschließen möchten wir diese Reihe mit einem Unboxing-Video, in dem wir euch die drei Ausgaben und die dazugehörigen Booklets etwas ausführlicher vorstellen können. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Tōkyō Ghoul:re (Vol. 5)

Nachdem im Juni 2019 die vierte Volume von Tōkyō Ghoul:re erschien und die erste Staffel der Serie beendete, dauerte es fast ein ganzes Jahr, bis der hiesige Publisher Kazé Anime den Auftakt der zweiten Season respektive die fünfte Ausgabe im Mai 2020 veröffentlichte.

Wenig überraschend führt die fünfte Volume von Tōkyō Ghoul:re die Handlung der ersten Staffel fort. Allerdings fällt der Einstand ein wenig holprig aus und wer die letzten Episoden der Serie nicht mehr ganz so sehr im Gedächtnis hat, wird Probleme haben, in die Geschichte einzusteigen. So tauchen schon in der dreizehnten und damit ersten Episode der fünften Ausgabe jede Menge Figuren auf, die der Zuschauer erst einmal einordnen muss. Da die im Jahr 2018 erstmals im japanischen Fernsehen ausgestrahlte Staffel ohnehin komplex genug ist, ist der Sprung zwischen verschiedenen Handlungsorten und teils auch Zeitebenen fürs Verständnis nicht gerade förderlich. Beispielsweise erfährt der Zuschauer, dass der Kampf zwischen der Kommission zur Bekämpfung der titelgebenden Ghule und der terroristischen Vereinigung Phönixbaum immer noch tobt. Das Versteck des Phönixbaums soll sich auf der Insel Ru befinden, wodurch noch in der ersten der drei auf den Datenträgern enthaltenen Episoden der Angriff eingeleitet wird. Es wird jedoch auch an anderer Stelle gekämpft, denn seit geraumer Zeit wird Fueguchi Hinami, da sie eine Ghula ist, in einer Strafanstalt für Ghule gefangen gehalten. Da Kaneki Ken sein Bewusstsein zurückerlangt hat, beschließt er, seine Freundin aus früheren Tagen zu retten und seine Vergangenheit als Ermittler hinter sich zu lassen.

Farbliches Zusammenspiel

In optischer Hinsicht entsprechen auch die Folgen der zweiten Staffel so ziemlich dem, was die Fans von Tōkyō Ghoul:re bereits aus der ersten Season kennen. Viele Hintergründe sind blass, sodass die Charaktere sich davon abheben können. Dies gelingt der Serie aber nicht immer, da sich die Kleidung der Figuren häufig auch am farblichen Hintergrund orientiert und so eine stimmungsvolle Symbiose erzeugt wird. Licht- und Schatteneffekte sorgen in diesem Zusammenhang ebenso für eine ordentliche Präsentation, die in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format jeden Fan zufriedenstellen dürfte. Leider sind die Animationen der Charaktere, vor allem in den Kämpfen, aber nicht immer flüssig. Hier hätte Studio Pierrot ruhig ein wenig mehr Sorgfalt walten lassen sollen. Wer sich bisher nicht daran gestört hat, wird auch in der fünften Volume von Tōkyō Ghoul:re kein Problem mit der Art der technischen Gestaltung haben, zumal die Serie in akustischer Hinsicht sehr viel mehr überzeugen kann. Die actiongeladenen Szenen werden mit adrenalingetränkten Melodien unterlegt, während Dialoge und leise Momente meist ohne Musik auskommen oder lediglich mit beruhigender Musik ausgeschmückt sind. Nicht selten sind hier Klavierklänge zu hören, die schon in den vorherigen Serien des facettenreichen Tōkyō-Ghoul-Franchises dominierten.

Einstand mit kleinen Tücken

Dieser konträre Konflikt ist schon im Intro zu hören, das ruhig beginnt, dann aber regelrecht Fahrt aufnimmt. Tōkyō Ghoul:re begeistert übrigens akustisch im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, in dem alle Soundeffekte und Stimmen gut zur Geltung kommen. Zumindest lässt sich dies über die japanische Sprachfassung sagen, denn auch wenn die deutschen Sprecher überwiegend gut ausgewählt worden sind, lässt der Klang der Tonspur zu wünschen übrig. Das Bonusmaterial der fünften Volume der Anime-Serie fällt zudem nicht gerade üppig aus, denn in digitaler Form liegen nur Clean Opening und Clean Ending vor. Ein Umstand, der in der Branche leider normal ist. Ebenso gewöhnlich fällt der physische Bonus aus, denn dieser besteht nur aus einem Booklet. Dieses lag uns nicht für den Test vor und kann daher an dieser Stelle auch nicht bewertet werden. Es ist jedoch von der gewohnten Qualität von Kazé Anime auszugehen, die in den meisten Fällen sehr viel Mühe und Liebe in die beiliegenden Heftlein stecken. Käufer der limitierten Erstauflage dürfen sich aber immerhin noch über einen Schuber freuen, in dem alle vier Blu-ray-Hüllen der zweiten Staffel von Tōkyō Ghoul:re Platz finden können. Dennoch bleibt zu hoffen, dass in den nächsten drei Volumes der Staffel ein wenig mehr Wert aufs Bonusmaterial gelegt wird, um die Anime-Serie richtig zu würdigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Tōkyō Ghoul:re ist definitiv eine Anime-Serie, die Fans des Franchises zufriedenstellen wird. Allerdings sollten sich auch beinharte Fans auf die zweite Staffel, die mit der fünften Volume eingeläutet wird, nur einlassen, wenn sie die Geschehnisse der ersten Season noch gut in Erinnerung haben. Andernfalls dürfte es dem Zuschauer schwer fallen, in die Story aufgrund der vielen Charaktere und Handlungsorte einzufinden. Der Einstand fällt inhaltlich also ziemlich holprig aus. Inszenatorisch überzeugt Tōkyō Ghoul:re deutlich mehr, da vor allem die farbliche Abstimmung der Charaktermodelle und der Hintergründe symbiotisch miteinander harmonieren. Schade nur, dass die Effekte und Animationen nicht den Standard erreichen, der für eine actionreiche Anime-Serie zu erwarten wäre. Ebenfalls dürftig fällt das Bonusmaterial aus. Ob sich Tōkyō Ghoul:re in den nächsten drei Ausgaben diesbezüglich noch fangen wird, bleibt schlussendlich abzuwarten. Zu hoch sollten Interessierte die Erwartungen aber nicht schrauben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul:re (Vol. 5)!

Review: Scott Pilgrim vs. the World – The Game (Complete Edition)

2004 begann Bryan Lee O’Malley mit dem Zeichnen an seiner Graphic Novel über den titelgebenden Scott Pilgrim. Zeitgleich mit Erscheinen des letzten Bandes lief 2010 der Film in den Kinos an. Mit Scott Pilgrim vs. the World – The Game veröffentlichte Ubisoft auch ein Videospiel, das zehn Jahre später nur noch wenig kennen.

Jüngere Spieler werden womöglich noch gar nichts von Scott Pilgrim und noch weniger von der Videospielumsetzung gehört haben. Das liegt zum einen daran, dass das Franchise nach Abschluss der Handlung stetig an Popularität verlor und das Videospiel aus Lizenzgründen Ende 2014 aus den Shops von PlayStation 3 und Xbox 360 genommen werden musste. Wer sich das Spiel in diesem Zeitraum nicht gekauft hat, hatte seither keine Möglichkeit, den Titel nachzuholen, zumal auch keine physische Version des Download-Titels existiert. Mit der für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC veröffentlichten Complete Edition schreit der Titel seit Januar 2021 wieder nach neuer Aufmerksamkeit. In Scott Pilgrim vs. the World schlüpfen wir in die Rolle des titelgebenden Helden, der sich in die hübsche Ramona Flowers verliebt hat. Um mit ihr zusammen sein zu können, muss sich Scott jedoch ihrer sieben teuflischen Ex-Freunde entledigen. Das ist genauso absurd wie es klingt, steht aber im logischen Kontext zur Story der Graphic Novel respektive zum Kinofilm. Für uns heißt das, dass wir uns in bester Beat-’em-up-Manier durch sieben große Levels kämpfen, an deren Ende die insgesamt sieben Ex-Freunde auf uns warten. Eingepackt in einer hübschen Retro-Pixel-Optik ähnelt das Videospiel stilistisch aber eher der Graphic Novel als dem Kinofilm.

Jede Menge Videospielanspielungen

Sonderlich schlimm ist dies aber ganz und gar nicht, denn wer die Vorlagen nicht kennt, der weiß womöglich nicht, dass diese voller Referenzen an bekannte Videospiele stecken. Scott Pilgrim vs. the World geht in Videospielform noch ein wenig weiter. In einem Level läuft uns beispielsweise Link aus der The-Legend-of-Zelda-Reihe aus dem Hause Nintendo über den Weg. Dann wiederum erinnern uns an einer Stelle Animationen und Soundeffekte an Capcoms Mega-Man-Franchise. Zu Beginn des Spiels landen wir im Übrigen auf einer Oberweltkarte, die stark von Super Mario World inspiriert zu sein scheint. Nach und nach schalten wir die Level mitsamt ihren Unterabschnitten frei und können uns mit zunehmender Spielzeit freier über die Karte bewegen. Dennoch bleibt das Spiel zu jeder Zeit linear. Versteckte Wege gibt es, mit Ausnahme von wenigen Abkürzungen in den Levels selbst, keine. Hier haben die Entwickler bei Ubisoft Montréal und Ubisoft Chéngdū Potenzial verschenkt – und genau das zeigt sehr gut, dass die Complete Edition keine überarbeitete Fassung des Spiels aus dem Jahr 2010 ist, sondern nur eine Gesamtausgabe. Schlimm ist aber auch das nicht, zumindest nicht in weiten Teilen. Die visuell abwechslungsreichen Levels führen uns etwa durch die verschneiten Vororte Torontos, durch Filmsets, zu Partys und in einen unterirdischen Club.

Undurchschaubare Auswirkungen

Scott Pilgrim vs. the World spielen wir durchweg aus einer zweidimensionalen Seitenansicht. Wie im Sega-Mega-Drive-Klassiker Streets of Rage bewegen wir uns aber dennoch durch den dreidimensionalen Raum. So können wir über Abgründe springen, die Umgebung mit Fäusten und Tritten zerstören oder uns mit den zahlreichen Gegnerhorden messen. Ramonas sieben teuflische Ex-Freunde haben, zumindest im Videospiel, jede Menge Komplizen im Schlepptau, die uns von unserem Vorhaben abbringen wollen. Besiegte Gegner hinterlassen in der Regel ein paar kanadische Cent- oder Dollar-Münzen, mit denen wir uns in Restaurants die Bäuche vollschlagen oder uns Ausrüstungsgegenstände in den Läden erwerben. Leider erklärt einem das Spiel in dieser Hinsicht nicht viel, denn was die gekaufte Mahlzeit oder das Objekt bringt, erfahren wir erst nach dem Bezahlen. Hier müssen wir uns also auf ständiges Herumexperimentieren einlassen, denn nur so können wir unsere Attribute wie Stärke, Abwehr oder Schnelligkeit erhöhen. Bei einer Neuveröffentlichung hätte Ubisoft dieses Manko, das schon auf Xbox 360 und PlayStation 3 kritisiert wurde, ruhig anpassen dürfen. Dennoch ist es eine wahre Freude, plötzlich gestärkt aus dem Laden oder dem Lokal zu treten und weiter gegen die Feinde zu kämpfen und so peu à peu die kleinen, aber feinen Unterschiede zu bemerken.

Mitreißende Musik für alle Levels

Grundsätzlich funktionieren die Kämpfe nach einer gewissen Einarbeitungszeit ordentlich. Früher oder später haben wir gelernt, wie und wann die Gegner angreifen, sodass wir ihnen ausweichen können oder unseren Gegenangriff im richtigen Augenblick starten. Allerdings ist die Kollisionsabfrage den Entwicklern nicht durchweg gelungen. Manchmal stehen wir nur ein paar Millimeter diagonal zu weit weg und schon geht unser Angriffs ins Leere. Besonders ärgerlich ist, dass uns auch Gegner attackieren können, die sich gerade nicht im gezeigten Bildschirmabschnitt befinden. Wenn wir mal zu Boden geworfen werden und im Begriff sind aufzustehen, kommt es ebenfalls zu häufig vor, dass die Feinde die Situation ausnutzen und uns gleich wieder auf unseren Hosenboden katapultieren. Auch hier hätten wir uns gewünscht, dass Ubisoft noch einmal Hand an Scott Pilgrim vs. the World legt. Allerdings finden wir es gut, dass der Soundtrack nicht angerührt wurde und dieser das Geschehen noch genauso gut unterlegt wie in der Ursprungsfassung. Passend zum Retro-Stil setzt die Musik auf Chiptune-Klänge, die wir so ähnlich auch auf dem Nintendo Entertainment System oder dem Game Boy hätten erleben können. Die Melodien reißen mit und sorgen für Ohrwürmer. Auch wenn wir einen Level mehrfach spielen müssen, macht der Soundtrack immer noch Laune. Echt klasse!

Zu viert gegen den Rest der Welt

Scott Pilgrim vs. the World bietet in puncto Schwierigkeitsstufe eine steile Lernkurve. Wem der Titel auch auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade zu heftig ist, kann das Spiel sowohl online als auch offline mit bis zu drei Mitstreitern angehen. Zum Glück muss Scott, anders wie den Vorlagen, so nicht alleine kämpfen. Ramona, Knives Chau, Stephen Stills oder Kim Pine sind ebenfalls mit von der Partie. Jede Spielfigur will für sich aufgestuft werden und so neue Fähigkeiten erlernen. Leider unterscheiden sich die Charaktere für unseren Geschmack aber zu wenig. Die größten Unterschiede dürften somit kosmetischer Natur sein. Dennoch macht der Mehrspielermodus wie für das Genre üblich gleich doppelt so viel Spaß, zumal die Skills der Figuren hier auch kombiniert werden können. Wer genug vom Hauptspiel hat, kann sich auch in den Zusatzmodi versuchen. Hier gibt es zum Beispiel einen Boss-Rush-Modus, in dem wir alle Bossgegner möglichst schnell hintereinander besiegen müssen. Da kaum ein Spiel noch ohne Zombie-Modus auskommt, können wir in einem weiteren Modus versuchen, so viele Untote wie möglich zurück ins Grab zu schicken. Zu guter Letzt gibt es noch einen Versus- und einen Völkerballmodus. Alle, die an Kunio-kun gedacht haben, dürfen genüsslich schweigen. Notwendig wären diese Boni zwar nicht, doch sie sorgen dafür, dass wir abseits der Story noch ein wenig mehr Spaß mit Scott Pilgrim vs. the World haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Tatsächlich muss ich sagen, dass ich mit dem Kinofilm Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt bei der Erstaufführung im Jahr 2010 nicht so viel Spaß wie erhofft hatte. Passend zur Neuveröffentlichung des Videospiels habe ich dem Film eine zweite Chance gegeben – und was soll ich sagen: Geschmäcker ändern sich! Genauso sieht es auch mit Beat ’em ups aus. Konnte ich vor zehn Jahren mit dem Genre noch nichts anfangen, spiele ich sie mittlerweile richtig gerne als kürzere Lückenfüller. Mit Scott Pilgrim vs. the World werde ich aber auch nach dem Abspann noch sehr viel mehr Zeit verbringen. Mir gefallen der farbenfrohe Retro-Stil, der wuchtige Soundtrack mit Ohrwurmcharakter und die immer besser von der Hand flutschenden Kämpfe mit den Schergen von Ramonas Ex-Freunden. Das Beat ’em up von Ubisoft ist aber nicht makellos, denn es geizt zum einen mit Informationen und Erklärungen und zum anderen hätte die Kollisionsabfrage ruhig ein wenig besser respektive fairer gestaltet werden können. Schließlich bietet sich eine Neuauflage doch geradezu an, Schönheitsfehler zu beseitigen. Trotz dieser kleineren Mängel bleibt unterm Strich aber ein wirklich gutes Beat ’em up, an dem sich nicht nur Fans der Vorlage erfreuen werden. Genre-Fans kommen ohnehin nicht um den Klassiker herum!

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Scott Pilgrim vs. the World – The Game (Complete Edition)!

Review: Dragon Ball: Movies 1–4

Mit Dragon Ball schuf Manga-Zeichner Toriyama Akira ein Werk, das auch dreißig Jahre später noch einen wichtigen Teil der japanischen Populärkultur ausmacht. Nachdem Kazé Anime im September 2011 die vier Filme bereits auf DVD veröffentlicht hat, folgte im September 2020 die Blu-ray-Fassung.

Die Legende von Shenlong, so auch der Titel des ersten Films, besagt, dass auf der Erde insgesamt sieben magische Kugeln existieren, die eine sagenumwobene Kraft innehalten. Jener, der alle sieben der titelgebenden Dragon Balls findet und zusammenträgt, darf den Drachen Shenron rufen und sich von ihm einen beliebigen Herzenswunsch erfüllen lassen. Das lässt sich die junge Buruma natürlich nicht nehmen und macht sich auf die Suche nach den sieben Kugeln. Ihre Reise führt sie ins Gebirge, wo sie auf den Einsiedler Son Gokū trifft, dem einer der Dragon Balls gehört. Son Gokū möchte die Glitzerkugel aber nicht hergeben, da sie ein Andenken an seinen verstorbenen Großvater darstellt. Er willigt aber ein, Buruma die Drachenkugel zumindest zu leihen. Fortan suchen sie gemeinsam nach den verbliebenen Dragon Balls und an dieser Stelle weicht der Film von der bekannten Story der Anime- beziehungsweise Manga-Vorlage ab. Normalerweise wäre es Prinz Pirafu, der sich der Heldentruppe entgegenstellen würde, doch in Die Legende von Shenlong werden die Freunde mit König Gurumesu konfrontiert, der ebenfalls die Kugeln in seine Hände kriegen will. Sein Wunsch passt wirklich gut in das durchgedrehte Setting des Franchises, denn Gurumesu möchte die schmackhafteste Delikatesse der Welt serviert bekommen. Daran ist zu erkennen, dass die witzigen Ideen der Serie fließend in den ersten Film übergehen und den Zuschauer unterhalten.

Weitere Handlungsabweichungen

Nicht nur der bekannte Dragon-Ball-Humor ist im ersten, wie auch in den anderen drei Filmen der Kollektion vertreten, sondern auch Schlüsselmomente der Serie. Gokū meistert beim Zusammentreffen mit Muten Rōshi die Kampftechnik Kamehameha. Außerdem treffen Gokū und Buruma auf den Formwandler Ūron und den Wüstenräuber Yamucha. Im zweiten Film, Das Schloss der Dämonen, beginnen Gokū und Kuririn ihre Ausbildung beim Herrn der Schildkröten. Damit dieser die beiden Kämpfernaturen trainiert, müssen sie für den gemeinhin bekannten Lüstling zunächst eine schlafende Prinzessin im weit entfernten Schloss der Dämonen ausfindig machen und diese zu ihrem künftigen Lehrer bringen. Als sich auch noch Buruma mit dem Rest des Gespanns auf den Weg zum Schloss macht, ist Ärger vorprogrammiert und die beiden angehenden Schüler müssen nun alles tun, um ihre Freunde aus den Klauen der Fieslinge zu befreien. Son Gokūs erstes Turnier, so der Titel des dritten Films, erzählt hingegen vom ersten Kampfsportturnier, an dem Muten Rōshis Schüler teilnehmen. Hier ist aber nicht die Rede vom großen Turnier, das alle drei Jahre auf der Papaya-Insel ausgefochten wird, sondern von einem Turnier fernab der bekannten Story, die einmal mehr von der Anime- und Manga-Vorlage abweicht: Im Königreich Mīfan herrscht der kleine Chaozu, der vom Herrn der Kraniche, Tenshinhan und Tao Pai Pai vom Thron gestürzt werden will.

Nicht erfolgte Synchronisation

Bereits bei der DVD-Veröffentlichung im Jahr 2011 lagen die ersten drei Filme auf Deutsch vor, da sie bereits einige Jahre zuvor synchronisiert wurden. Der Weg zur Macht, der vierte in der Box enthaltene Film, galt damals sogar als eine Premiere im deutschsprachigen Raum. Allerdings hat sich der hiesige Publisher Kazé Anime nicht die Mühe gemacht, den Film bei der Neuveröffentlichung im Jahr 2020 ins Deutsche zu synchronisieren. Stattdessen muss der Zuschauer mit der japanischen, aber nicht weniger stimmungsvollen Originalfassung vorliebnehmen. Dennoch wurde hier reichlich Potenzial verschenkt, zumal Dragon Ball definitiv zu den beliebtesten Anime im deutschsprachigen Raum zählt. Besonders langjährige Dragon-Ball-Fans, die womöglich sogar mit der deutschen Fassung der Anime-Serie aufgewachsen sind, hätten sich sicherlich darüber gefreut. Inhaltlich lässt Der Weg zur Macht das Abenteuer von Neuem beginnen. Das heißt, dass sich Son Gokū und Buruma erst einmal kennenlernen und dann auf die Suche nach den Dragon Balls machen. Von Prinz Pirafu ist hier allerdings weit und breit nichts zu sehen. Hier weicht der Anime einmal mehr insofern von der Vorlage ab, dass sich die beiden Freunde direkt mit der Red-Ribbon-Armee anlegen, die in der Serie erst später in Erscheinung tritt. Der Grund, warum die Armee die Drachenkugeln sucht, hat sich im Film jedoch nicht geändert. Dragon-Ball-Fans dürfen jetzt genüsslich schmunzeln.

Verbesserte Bildqualität auf Blu-ray Disc

Sämtliche Tonspuren der vier Filme liegen im Tonformat Dolby Digital 2.0 vor. Eine Aktualisierung auf das bei Blu-rays gewöhnlich angewandte Format DTS-HD Master Audio 2.0 fand nicht statt. Dennoch sollte sich der Zuschauer davon nicht abschrecken lassen, da alle Informationen verständlich über die Lautsprecher ausgegeben werden. Deutsche Untertitel gibt es bei allen vier Filmen, aber nur bei eingeschalteter japanischer Tonspur. Erwähnt werden sollte, dass sich die Untertitel auch nicht deaktivieren lassen. Dieser Umstand ist zwar etwas ernüchternd, doch dafür kann die deutlich bessere Bildqualität punkten. Das 4:3-Bildformat hat auf der Blu-ray Disc ausgedient, wodurch alle vier Filme im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in 1080p erstrahlen. Selbst Kenner der Filme dürften damit einen triftigen Grund haben, sich die Filme ein weiteres Mal anzuschauen. Da die vier Werke auch nicht wirklich lang sind, können sie zudem wunderbar zwischendurch konsumiert werden. In aufsteigender Reihenfolge haben die Filme eine Laufzeit von 50, 44, 46 und 79 Minuten. Wie schon bei der DVD-Veröffentlichung gibt es kein digitales Bonusmaterial. Als physische Boni liegen der Neuveröffentlichung allerdings vier Postkarten als kleine Entschädigung bei. Auch wenn sich die Story hin und wieder ein paar Freiheiten lässt und manchen Fan vor den Kopf stoßen könnte, sind diese vier Anime-Klassiker selbst im Jahr 2020 dennoch mehr als nur einen Blick wert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und der DVD-Fassung): Als ich die vier Filme vor vielen Jahren auf DVD das erste Mal gesehen habe, konnte ich mich nicht so wirklich mit ihnen anfreunden. Für mich waren die vier Filme viel zu frei interpretiert, insbesondere was die Charakterkonstellationen angeht. Mehr als neun Jahre und einem weiteren Durchschauen der kompletten Serie später denke ich aber anders darüber, denn im Umkehrschluss bereichern diese vier Geschichten das Franchise ungemein, da sie mir ähnliche, aber eigentlich doch neue Abenteuer mit Son Gokū und seinen Freunden bescheren. Als Fan der Anime-Serie und der Manga sind mir die Protagonisten und einige der Antagonisten bestens bekannt. Aus diesem Grund muss ich mich auch nicht neu in die Filme hineindenken. Wer die kultverdächtige Anime-Serie aber nicht kennt, sollte sich diese vorher unbedingt einmal anschauen, da die Abweichungen, die sich bei den Filmen sogar gegenseitig annullieren, sonst nicht wirklich deutlich werden. Wer die Filme auf DVD bereits gesehen hat, braucht die Blu-ray-Fassung nicht unbedingt, sofern er oder sie sich nicht an der aufgebohrten Bildqualität erfreuen will. Anhand des hochauflösenden und bildschirmfüllenden 16:9-Formats ist sehr gut zu erkennen, was Tōei Animation aus den sehr alten Klassikern gemacht hat. Wer die Filme also bisher noch nicht gesehen hat, sollte spätestens jetzt bei den Dragon Ball: Movies 1–4 zugreifen!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball: Movies 1–4!

Review: Immortals: Fenyx Rising – Ein neuer Gott

Am 3. Dezember 2020 veröffentlichte Ubisoft das Action-Adventure Immortals: Fenyx Rising für alle gängigen Plattformen. Fast zwei Monate später veröffentlichte der französische Konzern den ersten Download-Inhalt des Season Pass. Bühne frei für einen neuen Gott!

Bei Immortals: Fenyx Rising – Ein neuer Gott handelt es sich um den ersten von drei geplanten Download-Inhalten des Season Pass, die im Laufe des Jahres 2021 veröffentlicht werden sollen. Inhaltlich knüpft die Geschichte von Ein neuer Gott eng an das Ende von Immortals: Fenyx Rising an. Wer das Hauptspiel noch nicht beendet hat, sollte dies schleunigst nachholen, bevor er sich an die Download-Episode wagt. In dieser übernehmen wir nach wie vor die Rolle von Fenyx und erkunden je nachdem mit ihm oder ihr den Olymp. Dort müssen wir uns verschiedenen Aufgaben von Aphrodite, Athene, Ares, Hermes, Hephaistos und Zeus stellen. Diese Aufgaben ähneln den Gewölben des Tartaros aus dem Hauptspiel und sind sehr ähnlich aufgebaut, wirken mit ihrer hellen Farbgebung aber deutlich fröhlicher. Hier müssen wir wie gewohnt Schalter- und Schieberätsel lösen oder gegen mythische Feinde antreten, wobei uns ein Großteil der Mechaniken bereits aus dem Hauptspiel bekannt ist. Neue Gegnertypen gibt es nicht. Hier wurde viel recycelt. Dennoch erlernt Fenyx in der rund fünfzehnstündigen Story neue Fähigkeiten. So können wir uns mit dem Zorn des Ares noch höher in die Luft schießen lassen und mit dem Phosphortausch den Platz mit unserem Trugbild wechseln. Das macht besonders die späteren Rätsel um einiges kniffliger, hin und wieder aber auch nerviger, wenn wir eine vermeintliche einfache Spielmechanik nicht gleich auf Anhieb verinnerlicht haben.

Im Olymp nichts Neues

Eingebettet sind all diese Aufgaben in eine übersichtliche Oberwelt, dem Olymp. Im Gegensatz zur Goldinsel aus dem Hauptspiel lädt der Olymp jedoch nicht ansatzweise so gut zum Erkunden ein. Hier und da gibt es Schatztruhen zum Plündern, in denen meistens Artefakte mit Hintergrundinformationen zur römisch-griechischen Götterwelt schlummern. Wollen wir eine „geheime“ Aufgabe freischalten, die sich unter anderem als Verbeugung vor anderen Videospielen oder Sportarten versteht, müssen wir alle Artefakte sammeln. Wer aufmerksam durch die Levels läuft, dürfte aber in einem Rutsch alles finden. Abseits dessen können wir im Olymp noch Adamantscherben zum Verbessern von Waffen und Rüstungen einsammeln. Für alles gibt es eine neue Stufe, wodurch Fenyx noch mächtiger wird. Leichter wird das Spiel dadurch aber nicht, denn Heiltränke und andere Arten der sofortigen Lebensenergierückgewinnung wurden ersatzlos gestrichen. Rätsel abseits der Aufgaben, die als Instanzen losgelöst von der Oberwelt sind, gibt es im Olymp ebenfalls keine. Das ist unserer Meinung nach sehr schade, denn gerade das Abgrasen der mit Rätseln und kleinen Nebenaufgaben vollgestopften Oberwelt hat Immortals: Fenyx Rising doch gerade so motivierend gemacht. Trotz des Humors, der die Geschichte unterhaltsam untermauert, ermüdet Ein neuer Gott daher des Öfteren – aber nur so lange, bis hin und wieder genial designte Spielstellen für offene Münder sorgen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-5-Fassung): Immortals: Fenyx Rising ist ein sehr motivierendes Spiel, das über sechzig Stunden unterhält. Mit Ein neuer Gott wird diese Spielzeit um fünfzehn Stunden erweitert. Leider kann der Download-Inhalt nicht mit dem Hauptspiel mithalten. So gibt es mit dem Olymp zwar eine neue Oberwelt, diese ist jedoch weitgehend steril und lädt nur bedingt zum Erkunden ein. Sie führt in erster Linie von einer Aufgabe zur anderen und dafür ist meiner Meinung nach eigentlich keine Oberwelt nötig. Die einzelnen Aufgaben, die wie die Gewölbe des Tartaros im Hauptspiel funktionieren, überzeugen mich dann aber dennoch weitgehend. Vor allem die späteren Spielabschnitte, in denen Fenyx noch mächtigere Fähigkeiten zur Verfügung stehen, hieven die kniffligen Rätsel auf eine ganz neue Ebene. Hin und wieder rege ich mich über wenige Stellen aber auf, weil die Möglichkeiten der neuen Fähigkeiten bei der ersten Verwendung nicht immer gänzlich klar sind. Unterm Strich bleibt ein solider Download-Inhalt, der die Geschichte von Fenyx fortführt oder gar zu einem Abschluss bringt. Wer das Hauptspiel schon beendet hat und noch ein kurzes Abenteuer mit Fenyx erleben will, darf aber guten Gewissens einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Immortals: Fenyx Rising (Season Pass)!

Prime Time: Inuyasha (Box 1, Unboxing)

Vor ein paar Wochen haben wir euch die erste Serienbox der Anime-Serie Inuyasha im Rahmen einer Rezension sehr ausführlich vorgestellt. Im Review haben wir auch die sehr stabile Verpackung erwähnt, die wir euch in unserem Unboxing-Video mitsamt der kompletten Gestaltung noch einmal näherbringen wollen. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung!

Review: Yōkai Watch (Band 13)

Nachdem sich der zwölfte Band der Yōkai-Watch-Manga-Reihe, wie die anderen beiden Ausgaben zuvor, auf dem traditionellen Konzept der Serie ausgeruht hat, ändert sich die bekannte Struktur mit dem dreizehnten Band schlagartig. Das Flehen und Betteln scheint endlich Wirkung zu zeigen, denn anstatt sich in einem Kapitel lediglich auf eine kleine Story zu stützen, in der lediglich ein neuer Yōkai vorgestellt oder ein bereits bekanntes Wesen vertieft wird, ist ausgerechnet der verflixte dreizehnte Band mit einem durchgehenden Handlungsstrang gefüllt. Alles beginnt damit, dass der Yōkai Tomnyan Hauptfigur Nathan Adams besucht. Auf einmal beginnt er damit, seine Hintergrundgeschichte aufzudecken. Wie Jibanyan war auch er einst eine Katze, die frühzeitig den Tod gefunden hat. Seitdem trauert ein kleines Mädchen namens Emily um ihn. Verschlimmert wird dieser Umstand durch einen Beitrag des mysteriösen Gangsters Don Vendetti, den Kenner der Videospielvorlage aus dem dritten Serienteil kennen. Dieser taucht vor Emilys Haus mit seinem Ufo und seinen Schergen auf. Da Tomnyan im Kampf unterlegen ist, erschafft der Mafioso eine Kopie des katzenartigen Yōkai, damit Emily seine wahre Gestalt endlich vergisst. Um Don Vendetti schließlich das Handwerk zu legen, ist Tomnyan überhaupt erst nach Lenzhausen gekommen, um Yōkai für seine Sache zu gewinnen.

Erwachsene Themen in einer stringenten Handlung

Es ist erstaunlich, wie gut die so genannte Don-Vendetti-Saga für sich genommen funktioniert, auch wenn es beim dreizehnten Band ein paar kleine Unstimmigkeiten gibt, an die sich der Leser stören könnte. Um nach Amerika zu kommen, wo Emily lebt, sind die Charaktere rund um Tomnyan auf die Hilfe von Meister Enma angewiesen. Dieser tauchte in den Manga aber zuvor noch gar nicht auf, sodass mitunter Vorwissen aus dem dritten Teil der Videospielhauptreihe oder aus dem zweiten Kinofilm vorhanden sein sollte. Es ist wirklich bedauerlich, dass sich der Autor der Manga-Vorlage, Konishi Noriyuki, nicht die Zeit genommen hat, um solche Verbindungen auf einer Extraseite zu erläutern. So wird der Leser unnötigerweise verwirrt. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch, denn durch die konsekutiv aufeinander aufbauenden Kapitel zieht sich ein roter Faden, sodass der Leser regelrecht mit seinen Helden mitfiebern kann. Während sich die ersten zwölf Manga eher an ein jüngeres Publikum richten, dürfte dieses beim dreizehnten Band an ein paar Stellen große Augen machen. Yōkai Watch geht erwachsen mit Themen wie Tod oder Verlust um und in diversen Kämpfen fließt auch schon mal der eine oder andere Tropfen Blut. All das bleibt jedoch auf einem recht niedrigen Niveau, sodass besorgte Eltern keine große Angst um ihre kleinen Schützlinge haben müssen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Auf der einen Seite ist es sehr verwunderlich, warum Yōkai Watch im dreizehnten Band auf einmal eine stringente Handlung erzählt, auf der anderen Seite ist das aber auch ein sehr zu begrüßender Schritt. Hinzu kommt, dass der Manga plötzlich mit Themen wie Tod und Verlust äußerst erwachsen umgeht und sein kindisches Image, zumindest für diese Ausgabe, hinter sich lässt. Obwohl der dreizehnte Band damit im Gesamtüberblick der Reihe besonders ist, dürfte das für den einen oder anderen Fan auch schon zu viel des Guten sein. Beispielsweise ist Humor kaum bis gar nicht vorhanden, denn jeder im Entferntesten lustig wirkende Witz wird sofort in einen ernsten Zusammenhang gerückt. Es bleibt an dieser Stelle nur abzuwarten, ob die Don-Vendetti-Saga ein einmaliger Ausrutscher bleibt oder ob sich das Franchise auch in den folgenden Manga weiterentwickeln oder sogar neu erfinden will. Fans von Yōkai Watch dürfen durchaus hoffen und bangen!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 13)!

Review: Turrican Flashback

Zu Beginn der 1990er-Jahre gehörte Turrican zu den Videospielreihen, die in einem Atemzug mit Mega Man, Castlevania und Contra genannt wurden. Seitdem ist die Serie weitgehend in Vergessenheit geraten. Turrican Flashback soll etwas an diesen leidlichen Umstand ändern.

Eine ausgeklügelte Story dürfen wir von den vier Action-Titeln, die in der Videospielsammlung Turrican Flashback enthalten sind, nicht erwarten. Wir übernehmen die Rolle eines Helden, der in einem futuristischen Raumanzug ähnlich wie Samus Aran im Metroid-Universum Jagd auf Außerirdische macht, die sich ihm in den Weg stellen. Ziel von Turrican, Turrican II: The Final Fight, Mega Turrican und Super Turrican ist jeweils die Rettung eines Planeten vor dem Bösen. Mehr müssen wir auch nicht wissen, denn diese Ausgangslage ist uns damals wie heute genug, um sich den dunklen Mächten in einem Science-Fiction-Setting zu stellen. Den Helden des Franchises, der je nach Spiel, Version oder Anleitung auch auf den Namen Bren McGuire oder Turrican hört, spielen wir dabei durchweg aus der Seitenperspektive. Das heißt, wir laufen und springen mit ihm durch zweidimensionale Levels, eröffnen das Feuer auf alle Elemente, die sich kreuz und quer durch den Raum bewegen und klauben Waffen-Upgrades auf. Dennoch sind wir mit den besten Waffen nicht durchweg gefeit vor den teilweise sehr intelligent agierenden Gegnerhorden, denn diese machen uns so oder so das Leben schwer. Es gilt also, anstürmenden Feinden geschickt mit Sprüngen auszuweichen und diese gezielt zu erledigen, bevor sie uns erreichen. Auch die Level-Architektur mit herabstürzenden Felsen und fiesen Fallen sorgt dafür, dass uns Turrican Flashback Action am laufenden Band bietet.

Bahnbrechendes Seriendebüt

Eines der wichtigsten Markenzeichen der Turrican-Reihe sind die für damalige Verhältnisse recht großen Levels. Im Gegensatz zu vergleichbaren Action-Titeln der frühen 1990er-Jahre sind diese nicht nur deutlich umfangreicher, sie scrollen auch nicht einfach nur von links nach rechts. Stattdessen können wir uns im Areal frei bewegen und müssen auch schon mal Höhen erklimmen, in tiefe Schluchten hinabsteigen oder dann und wann auch schon mal den Rückweg antreten, wenn wir in einer Sackgasse gelandet sind. Das fühlte sich damals sehr erfrischend an und unterhält auch Jahre und Jahrzehnte später noch. Womöglich liegt das auch daran, dass in so gut wie jedem Winkel der vier Spielwelten Collectibles wie 1-ups oder Waffen-Upgrades versteckt sind. Da macht das beiläufige Erkunden während der Ballerorgie gleich doppelt Spaß. Schade nur, dass die Kollektion keine Anleitung enthält und wir die Wirkung von Upgrades selbst erforschen müssen. Turrican Flashback ist kein Zuckerschlecken. Insbesondere das Debüt, das 1990 für den Commodore Amiga erschienen ist, entpuppt sich als harte Nuss. Werden wir von einem Gegner getroffen, so gibt es zwar keinen Rückstoß, der uns in einen Abgrund werfen würde, doch solange wir den Feind berühren, nehmen wir kontinuierlich Schaden. Unsere Lebensenergie müssen wir also jederzeit im Auge behalten, denn sonst verlieren wir unnötig einen wertvollen Versuch. Immerhin werden wir an Ort und Stelle wiederbelebt: Für die damalige Zeit ein echtes Novum und auch heute noch gerne gesehen!

Bren McGuires Spezialmanöver

Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben dürfen die gelungenen Spezialmanöver, die Bren McGuire auf dem Kasten hat. Sind schon mal zu viele Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm, sodass wir keinen Ausweg mehr sehen, können wir den Sichtbereich stilecht mit Sprengstoff leeren. Inspiration hat sich der damals maßgeblich verantwortliche Entwickler Manfred Trenz auch von Nintendos Metroid-Reihe geholt, denn Bren McGuire kann sich mit seinem Spezialanzug auch einrollen, um beispielsweise durch enge Gänge zu schlüpfen. Im Gegensatz zu Samus Aran kann der Held von Turrican währenddessen aber auch nach links und rechts schießen. Ein ganzes Minenfeld ablegen ist ihm erst ab Turrican II: The Final Fight vergönnt. Während die Steuerung bei Turrican noch etwas träge wirkt, sieht das beim Nachfolger, der nur ein Jahr später und zwar 1991 ebenfalls für das Commodore Amiga veröffentlicht wurde, schon ganz anders aus. Bei diesem ist eine Vielzahl von Verbesserungen im Detail zu spüren. Vor allem die noch bessere Waffenvielfalt trägt dazu bei, dass das Gameplay noch etwas besser flutscht. Je nach Waffen-Upgrade durchsieben wir die Gegner mit regelrechten Laser-Salven oder wir schießen die Projektile so geschickt in die Level-Architektur hinein, dass sie regelmäßig abprallen und jeden Gegner mitnehmen, der zufällig um die Ecke kommt. Einfach nur genial!

Technisch bis an die Grenzen

Am recht hohen Schwierigkeitsgrad hat sich in Turrican II: The Final Fight aber nur sehr wenig verändert. Erst Super Turrican von 1993 und Mega Turrican von 1994 sind in dieser Hinsicht wesentlich zugänglicher. Das liegt ebenfalls daran, dass die Levels noch verschachtelter und intelligenter aufgebaut sind. Mega Turrican, das wie der Titel es vermuten lässt, für das Sega Mega Drive veröffentlicht wurde, bietet uns beispielsweise die Möglichkeit, uns mit einem Greifhaken an der Decke stilecht festzuhaken, um über Abgründe zu schwingen oder eine erhöhte Plattform zu erreichen. Auch Bossgegner, die sich uns regelmäßig in den Weg stellen und uns zudem deutlich mehr abverlangen als die stärkeren Standardgegner, müssen mit einer bestimmten Taktik besiegt werden – und da kommt der Greifhaken genau richtig. In puncto Gameplay holt Mega Turrican alles aus Segas 16-Bit-Konsole raus, was im Jahr 1994 in irgendeiner Weise für einen Action-Sidescroller möglich gewesen ist. Dennoch war es den Entwicklern möglich, das Spiel auf der technischen Ebene auf dem Super Nintendo mit Super Turrican noch einmal zu toppen. So wirkt die erwachsene 16-Bit-Grafik noch einen Tacken bunter, kräftiger und detailreicher. Vor allem jedoch der fulminante Soundtrack von Komponist Christopher Hülsbeck, der sogar in Dolby Surround ausgegeben wird, sucht im ganzen Action-Genre seinesgleichen und lässt uns vor dem Fernseher mit Bren McGuire mitfiebern.

Mit Komfort abgerundete Collection

Wie es heutzutage jeder vernünftigen Retro-Videospielsammlung gebührt, kommt auch Turrican Flashback nicht ohne Personalisierungsoptionen aus. So wählen wir aus dem spartanisch aufgebauten Menü zunächst unser bevorzugtes Spiel aus und können dann in den vielfältigen Optionen einige Einstellungen vornehmen. Unter anderem dürfen wir die Aktionsknöpfe völlig frei belegen. Haben wir keine Lust auf Bildschirmanzeigen, können wir diese ausschalten. Hier schummelt die Kollektion aber ein wenig, denn eigentlich wird nur in den Bildschirmausschnitt hineingezoomt. Außerdem dürfen wir uns dafür entscheiden, das Spiel in einer 4:3-Auflösung zu spielen, einen Pixel-Perfect-Modus zu aktivieren oder das Bild – warum zur Hölle wir das auch immer tun sollten – unschön an die Seitenränder zu strecken. Eine geniale Idee ist ebenso, dass wir Shader-Experteneinstellungen wie die Mask Intensity oder die Scanline Intensity unabhängig voneinander erhöhen oder verringern können. Hinzu kommen ganze sieben Farbschemata, sodass wir Turrican Flashback so erleben dürfen, wie wir es wollen. Neben einem ganz schwarzen Hintergrund gibt es auch drei Hintergründe für den nicht ausgefüllten Bildbereich im 4:3-Format respektive Pixel-Perfect-Modus. Cheat-Notizen zu jedem Spiel, die Anpassung der Geschwindigkeit der Zurückspulfunktion und die neu hinzugekommene Möglichkeit, jederzeit speichern oder laden zu dürfen, runden das Paket wirklich sehr gut ab. Lediglich der eine oder andere Spielabsturz schmälert das Erlebnis auf der Switch.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Turrican Flashback ist für mich eine vortreffliche Zeitreise in die frühen 1990er-Jahre. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich mir Super Turrican damals häufiger ausgeliehen und rauf und runter gespielt habe. Auch zweieinhalb Jahrzehnte später kann der Titel mit seiner Action und seinem genialen Soundtrack noch punkten, doch auch Mega Turrican braucht sich nicht vor der technisch leicht besseren Super-Nintendo-Variante verstecken. In puncto Gameplay ist der Sega-Mega-Drive-Ableger tatsächlich noch einen Tacken besser. Auch wenn die Musik das adrenalingeladene Geschehen vor allem in Super Turrican auf die Spitze treibt, kann der Soundtrack von Christopher Hülsbeck aber auch in allen anderen Titeln der Sammlung voll und ganz überzeugen. Auch wenn ich mit den ersten beiden Serienteilen, so gut sie für sich genommen auch sind, etwas weniger Spaß habe, zeigt mir Turrican Flashback mit einfachen Mitteln, zu welchen Höchstleistungen Super Nintendo, Sega Mega Drive und Commodore Amiga imstande sind. Wer die Titel damals verpasst hat, sich nicht vor einem kleinen Schuss Retro fürchtet und auf der Suche nach spannenden Action-Titeln ist, sollte Turrican Flashback nicht zuletzt aufgrund der gelungenen Komfortfunktionen unbedingt eine Chance geben. Schade finde ich nur, dass die Sammlung nicht vollständig ist. So kann ich leider nicht zwischen den verschiedenen Versionen bei den ersten beiden Teilen wählen, während andere Ableger komplett fehlen. Vor allem Super Turrican 2 hätte es noch verdient gehabt, Teil von Turrican Flashback zu werden.

Review: Citrus (Vol. 3)

Obwohl zwischen der Veröffentlichung der ersten und zweiten Volume von Citrus zwei lange Monate lagen, hatte Publisher Kazé Anime Erbarmen mit den Fans und brachte das dritte und leider auch schon letzte Paket bestehend aus vier Folgen im Dezember 2020 auf den Markt.

Citrus knüpft in der neunten Episode nahtlos an die Geschehnisse der vorherigen Folge der zweiten Volume an. Die intrigante Mizusawa Matsuri erwischt Aihara Mei am Abend in der Oberschule und erpresst sie mit dem Foto, auf die beiden küssend zu sehen sind. Da sie ein sehr großes Interesse daran hat, ihr Yuzu als große Schwester und womöglich als Objekt der Begierde wegzuschnappen, soll sich Mei stattdessen mit einem unbekannten Menschen aus dem Internet zu verabreden. Unbeirrt diesen Weg eingeschlagen verbringen Matsuri und Yuzu miteinander Zeit in einem Café, während Mei dazu genötigt wird, sich mit dem Fremden am Bahnhof zu treffen. Eingewickelt ist die neunte Episode in eine vorweihnachtliche Stimmung, denn Yuzu ahnt nichts davon, welches perfide Spiel hinter ihrem Rücken gespielt wird. So versucht sie beispielsweise für Weihnachten einen Kuchen zu backen, was ihr aber nicht auf Anhieb gelingt. Wie katastrophal sich das Erlebnis entwickelt, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Es sei aber gesagt, dass das Weihnachtsfest, das in Japan natürlich keine große Bedeutung hat, hervorragend dazu genutzt wird, um die Vergangenheit zwischen Yuzu und Matsuri aufzuarbeiten. Ebenfalls erhält der Zuschauer einen Einblick in das Innenleben von Matsuri und warum sie Entscheidungen trifft, die weder für sie noch für andere gut sind.

Zufriedenstellender Abschluss

In der zehnten Episode macht Citrus hingegen einen Zeitsprung von zwei Monaten. Der Tag beginnt damit, dass Yuzu verschläft – ausgerechnet am Abfahrtstag der Klassenfahrt nach Kyōto. Dass sie den Zug verpasst, dürfte wohl jedem Zuschauer vorher klar sein. Allerdings bringt dies die Geschichte der letzten drei Folgen überhaupt ins Rollen, denn am Bahnsteig trifft Yuzu auf die kleine, aber erwachsen wirkende Tachibana Sara. Diese hat ebenfalls den Zug nach Kyōto verpasst. Während sie ihren Klassenkameradinnen hinterherfahren, kann Yuzu in einem Gespräch über ihre Gefühle zu Mei nachdenken. Da Sara, deren Schwester Nina und Yuzu zudem noch im selben Hotel nächtigen, kann sich die neue Freundschaft über mehr als nur eine Episode entwickeln. Was beide zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist, dass sich Sara in eine ganz bestimmte Person verliebt hat, die beiden sehr nahesteht. Dies führt abermals zu Komplikationen. Es ist wirklich schön zu sehen, dass selbst im Finale noch neue Figuren Platz in der Serie von Animationsstudio Passione finden. Das ist vor allem deshalb so besonders, da Sara und Nina ausschlaggebend dafür sind, wie die Geschichte zwischen Mei und Yuzu ausgeht. Soll heißen, dass Citrus tatsächlich zu einem befriedigenden Abschluss geführt wird, obwohl die Manga-Vorlage zur Erstausstrahlung noch nicht abgeschlossen war.

Anime-Serie für Romantiker

Humor ist natürlich abermals ein Bestandteil der Erzählweise von Citrus. Dieser wird jedoch wie gewohnt bedacht eingesetzt und nicht selten mit Themen wie Erotik, Liebe und Romantik verknüpft. Beispielsweise schlägt Matsuri den beiden Stiefschwestern Yuzu und Mei beim Einsteigen in den Zug im Vorbeigehen vor, zu dritt Geschlechtsverkehr auszuprobieren. Das Drama wird in den abschließenden Folgen unabhängig davon auf die Spitze getrieben, was vor allem an den glaubhaften Charakteren liegt. Daran sind auch die tollen Synchronsprecher nicht unschuldig, die sowohl auf Deutsch als auch auf Japanisch ihren Charakteren reichlich Leben einhauchen. Auch in visueller und akustischer Hinsicht kann die Anime-Serie im Finale mit dem typischen Gesamtbild bestechen. In puncto Bonusmaterial kann die letzte Volume von Citrus leider nur bedingt überzeugen. So gibt es beispielsweise keinerlei digitale Boni auf der Blu-ray Disc. In physischer Form kommt der Käufer jedoch in den Genuss eines Booklets, zweier schicker Artboards und einem Rezept für Meis Yuzubotchi-Geburtstagskuchen. Das ist zwar eine tolle Idee, die bei Anime-Serien kaum zur Geltung kommt, aber warum der Käufer für die Zusammensetzung der Füllung noch eine externe Internetseite aufrufen muss, ist ein wenig schleierhaft. Dennoch bleibt die Serie so oder so ein Tipp für jedweden Romantiker.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Citrus endet mit einem sehr schönen und weitgehend abgeschlossenen Ende. Das ist vor allem deshalb positiv zu erwähnen, da es sehr vielen kürzeren Anime-Serien nicht gelingt, rechtzeitig die Kurve zu kriegen. Überraschend ist das zusätzlich, da die Anime-Serie in den letzten drei Folgen noch wichtige Charaktere einführt, die für das Ende maßgeblich verantwortlich sind. Erzähltechnisch und inszenatorisch können sich andere Serien eine gute Scheibe von Citrus abschneiden. Stilistisch ist die Anime-Serie ebenso über jeden Zweifel erhaben, denn sowohl die detaillierten Charaktermodelle als auch die hübsch gestalteten Umgebungen machen Citrus auch in den abschließenden Episoden zu einem wahren Genuss für Anime-Fans. Mit der Musik von Komponist Takahashi Ryō kann das Werk von Animationsstudio Passione ebenso überzeugen und überrascht besonders im Finale mit sehr schönen Klängen. Zusammen mit den gut ausgewählten Synchronsprechern, sowohl im Deutschen als auch im Japanischen, hinterlässt Citrus einen bleibenden Eindruck. Wer ein Faible für romantisch angehauchte Anime-Serien hat, kommt um Citrus nicht herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Citrus (Vol. 3)!

Review: Seven Mortal Sins (Vol. 1)

Seit 2016 wird in Japan die Manga-Reihe Seven Mortal Sins von Hobby Japan veröffentlicht. Basierend auf dem Manga entstand bei den Animationsstudios Artland und TNK 2017 eine Serie mit zwölf Episoden, die Kazé Anime Mitte 2020 in Deutschland veröffentlicht hat.

Wie es der Titel von Seven Mortal Sins schon erahnen lässt, beschäftigt sich die Anime-Serie mit den sieben Todsünden. Eingebettet ist das Szenario in die Geschichte von Luzifer, die in Seven Mortal Sins in einer weiblichen Variante aus dem Himmel verbannt wird. An ein mit der Spitze zur Erde gerichteten Kreuz gebunden, brettert Luzifer zunächst in eine Kirche, wo sie kurzerhand Bekanntschaft mit Totsuka Maria macht und ihr Leben in ihre Hand legt. Es dauert nicht lange, da wird das Kennenlernen jäh unterbrochen, als sich der Erdboden auftut und Luzifer hinunter in die Hölle fährt. Dort trifft sie auf Leviathan, die Dämonenfürstin des Neids. Von ihr wird sie in das Herrschaftsgefüge der Hölle eingeführt und lernt schnell die sieben titelgebenden Todsünden kennen, die über das Unterreich herrschen. Luzifer ist allerdings der Ansicht, dass ein Machtwechsel das Beste für die Hölle wäre, da Belial, die Dämonenfürstin der Eitelkeit, ihrer Meinung nach genauso arrogant wie ihr göttlicher Vater ist. Somit entbrennt zwischen Luzifer und Belial ein heftiger Kampf, der einerseits dazu führt, dass Luzifer zur Dämonenfürstin der Hochmut aufsteigt. Andererseits folgt die erneute Verbannung von Luzifer, die zur Erde zurückkehrt. Dort trifft Luzifer abermals auf Maria, die sie für ihren Rachefeldzug gegen die sieben Todsünden instrumentalisiert – der Startschuss für die Geschichte!

Erotische Story mit zu starkem Ecchi-Anteil

Ähnlich wie bei der Anime-Serie The Devil is a Part-Timer! sollte der Zuschauer allerdings keine allzu ausgeklügelte Handlung erwarten. Zwar fühlt sich die Erzählung deutlich besser an als das Werk von Animationsstudio White Fox, doch sind es meistens Einzelgeschichten, die in Seven Mortal Sins im Mittelpunkt stehen und peu à peu miteinander verzahnt werden und so die stringente Handlung ergeben. Sonderlich tiefgründig ist das trotz der Prämisse, die an US-amerikanische Werke wie Supernatural oder Lucifer erinnert, allerdings nicht. In erster Linie dürfte das dem Genre geschuldet sein, denn Seven Mortal Sins fungiert überwiegend als Ecchi-Anime-Serie. Das heißt, dass mit nackter Haut nicht gegeizt wird. Schon bei Luzifers Eintritt in die Hölle werden ihr von Leviathan die Kleider vom Leib gerissen und dabei unsittlich berührt. Luzifer gelingt es jedoch auch oft genug, Belial zu entkleiden, sodass deren Brüste dem Zuschauer nur so ins Gesicht springen. Was bei Figuren wie der Dämonenfürstin der Wollust nachvollziehbar wäre, lässt den Zuschauer bei den meisten anderen Charakteren nur den Kopf schütteln, da die sexuellen Handlungen nur sehr selten sinnvoll in den Kontext der Anime-Serie eingewebt sind. Wenn Marias Freundin Mina ihr an den Hintern grabscht, wirkt das aufgesetzt. Hier bietet Seven Mortal Sins mehr Fanservice als sinnliche Erfahrungen.

Bonusmaterial mit leichten Schwächen

Neben Trailern zu weiteren Produkten aus dem Kazé-Anime-Sortiment kommt der Zuschauer unter anderem in den Genuss von Clean Openings und Clean Ending. Daneben gibt es ein anderthalbminütiges Musikvideo des Dämonenkönigs Astaroth, über das sich Fans der Serie sicherlich freuen dürfen, auch wenn es nur spärlich animiert ist. Das Highlight bilden jedoch zehn kurze Bonus-Episoden, die mit ihrem eigenwilligen Humor unterhalten sollen. Wer an der eigentlichen Anime-Serie Gefallen findet, wird auch mit den Mini-Folgen definitiv seinen Spaß haben. Interviews mit Regisseur Yoshimoto Kinji oder anderen Beteiligten gibt es aber leider nicht. Hier verschenkt die Volume reichlich Potenzial, denn Einblicke in die Entstehung oder in die Umsetzung vom Manga zum Anime erhält der Zuschauer so nicht. Als physische Dreingabe bietet Seven Mortal Sins einerseits ein Wendeposter und andererseits ein 32-seitiges Booklet. Dieses stand für diesen Test allerdings nicht zur Verfügung, doch ist von der gewohnten Qualität des Publishers auszugehen. Genauere Angaben folgen im Test zur zweiten Volume der Serie. So lässt sich sagen, dass die erste Hälfte der Serie zwar nicht mit den Boni überzeugt, aber in inhaltlicher und stilistischer Hinsicht punktet. Zumindest werden Ecchi-Fans einen Heidenspaß daran haben, wenn die Charaktere miteinander interagieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Seven Mortal Sins erzählt eine zumindest interessante Geschichte um den gefallenen Erzengel Luzifer. Anstatt jedoch die Herrschaft über die Hölle zu übernehmen, wird Luzifer gleich zweifach und damit auf die Erde verbannt. Von dort aus plant sie den Umsturz der Hölle, was grundsätzlich die Schablone für viele tolle Ideen sein könnte. Diese Ideen gipfeln jedoch allesamt in kuriosen und erotischen Szenen, die meistens aber plump in die Handlung eingestrickt sind. Dennoch sollte gesagt werden, dass Seven Mortal Sins trotz dieses Defizits zu den besseren Ecchi-Serien gehört, da die Story trotz allem gut vorangetrieben wird. Inhaltlich und auch stilistisch gibt es nur wenig zu bemängeln. Anders sieht es beim Bonusmaterial aus, das mit zehn Mini-Episoden zwar sehr viel üppiger ausfällt als vergleichbare Serien, die Hintergründe bei der Gestaltung bleiben dem Zuschauer so jedoch verwehrt. Wer den omnipräsenten Ecchi-Anteil tolerieren kann, kommt in den Genuss einer unterhaltsamen Story. Wem das aber zu albern ist, sieht sich wohl lieber nach Alternativen um, da keine einzige Episode ohne nackte Haut auskommt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Seven Mortal Sins (Vol. 1)!

Prime Time: One Piece (TV-Box 23) Unboxing

Vor ein paar Wochen haben wir euch die 23. Serienbox der Anime-Serie One Piece im Rahmen eines Reviews ausgiebig vorgestellt. Wie immer möchten wir unsere Rezension zu dieser Serie mit einem Unboxing-Video vervollständigen. Auf welche Optik und Haptik ihr euch bei der mittlerweile 23. Volume der Serie freuen dürft, verrät euch unser Chefredakteur im Video. Viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: Dragon Ball Super: Broly

Nachdem im März 2018 die letzte Folge der Anime-Serie Dragon Ball Super über japanische Fernsehbildschirme flimmerte, erschien mit Dragon Ball Super: Broly ein weiterer Ableger des Franchises in Filmform. Im Gegensatz zu anderen Filmen gehört dieser aber zum Kanon.

Dragon Ball Super: Broly beginnt mit einem Rückblick. Vor 41 Jahren trifft Korudo Daiō auf dem Planeten Bejīta ein und erklärt, dass sein Sohn Furīza die Kontrolle über seine Armee übernimmt. Das ist aber nicht das einzige Ärgernis, mit dem sich der König herumschlagen muss. In einer Aufziehstation für junge Saiyajin wächst der kleine Burorī auf, der angeblich über ein noch höheres Potenzial verfügt als Prinz Bejīta. Entsprechend wird Burorī mit einer Raumkapsel auf einen entfernten und unbewohnten Planeten geschickt, um die Gefahr zu bannen. Um Burorī vor der drohenden Einsamkeit oder gar dem Tod zu befahren, nimmt sein Vater Paragasu die Verfolgung auf. Einen fünfjährigen Zeitsprung weiter konzentriert sich die Geschichte auf Bādakku, der genau wie alle anderen Saiyajin auf Geheiß von Furīza zum Planeten Bejīta zurückkehrt. Hier verknüpft der Anime-Film die Geschichte mit der Handlung der Serie und beleuchtet das tragische Schicksal des Planeten, das in der Serie vor allem in Überlieferungen und Gesprächen stattfindet. Dank einer bösen Vorahnung schickt Bādakku seinen zweitgeborenen Sohn Kakarotto mit einer Raumkapsel zu einem Planeten namens Erde, was die Ereignisse in Dragon Ball überhaupt erst ins Rollen gebracht hat. Mit einem weiteren Zeitsprung erreicht der Film schlussendlich die Dragon-Ball-Super-Erzählebene.

Nahtlose Fortführung der Geschichte

Angesiedelt nach dem Turnier der Kraft, das sich über die Episoden der siebten und achten Serienbox erstreckt, trainieren Bejīta und Son Gokū munter weiter. Dennoch ärgert sich Bejīta immer noch darüber, dass Gokū ihren Erzfeind Furīza für Zen’ōs Turnier wiederbelebt und im Anschluss nicht zurück in die irdische Hölle geschickt hat. Kaum wurde dieser Umstand ein weiteres Mal in Worte gefasst, werden die von Buruma gesammelten Dragon Balls gestohlen – ausgerechnet von Übeltätern, die auf den Überwachungskameras als Mitglieder von Furīzas Armee identifiziert werden können. Wie es der Zufall so will, werden zu jener Zeit auch Burorī und Paragasu nach 36 Jahren gerettet. Furīza erklärt ihm, dass der Planet Bejīta nicht mehr existiert und auch der König bei dem „Vorfall“ umkam. Da Paragasu aber immer noch Rache nehmen will, wird ihm der Aufenthaltsort des einstigen Prinzen Bejīta verraten. Auf der einen Seite beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die sieben Dragon Balls sind mittlerweile alle beisammen und könnten entweder Buruma ihren Wunsch, sich fünf Jahre zu verjüngen, oder Furīzas Begierde, fünf Zentimeter zu wachsen, erfüllen. Auf der anderen Seite müssen sich Gokū und Bejīta in Acht nehmen, denn mit Burorī erwartet die beiden Kämpfer ein viel mächtigerer Gegner, als sie es sich vorstellen können. Da zittert und bebt die Erde!

Vergangenheit und Gegenwart

Dragon Ball Super: Broly verknüpft intelligent die Vergangenheit der einzelnen Charaktere mit dem gegenwärtigen Handlungsstrang. So und nicht anders wird eine Geschichte mit Niveau fortgeführt, ohne nur einen Kampf auf den nächsten folgen zu lassen, wie es der Zuschauer aus Dragon Ball Super bekannt ist. Der Film bereichert die Story ungemein um neue Facetten – und auch die Auseinandersetzung zwischen Burorī, Gokū und Bejīta gibt insbesondere den Fans des Franchises einen Einblick in den Ideenreichtum von Dragon-Ball-Erfinder Toriyama Akira, der auch das Drehbuch für Dragon Ball Super: Broly verfasst hat. Im Gegensatz zur Anime-Serie ist der rund 100-minütige Film im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in 1080p auch wesentlich besser gezeichnet und animiert. Da kommen tatsächlich Gefühle auf, die so zuletzt bei Dragon Ball Z Kai zu spüren waren. Fans der alten deutschen Synchronisation von Dragon Ball Z dürfen sich im Übrigen darüber freuen, dass Gokū von Tommy Morgenstern, Bejīta von Oliver Siebeck und Pikkoro von David Nathan gesprochen werden. Bei der japanischen Fassung, die auch im Tonformat DTS-HD Master Audio 5.1 vorliegt, sind hingegen die Stimmen von Nozawa Masako, Horikawa Ryō und Furukawa Toshio zu hören, die den Charakteren ebenfalls reichlich Leben einhauchen. Zusammen mit der packenden Musik entpuppt sich Dragon Ball Super: Broly als überaus stimmiges Abenteuer!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Obwohl mir Dragon Ball sowohl in Serien- als auch in Filmform gefällt, finde ich es immer sehr schade, wenn Ereignisse aus den Filmen nicht zum offiziellen Kanon des Franchises gehören. Anders sieht es bei Dragon Ball Super: Broly aus, denn der Film bedient sich nicht nur vielen Hintergründen, die in den Serien an einigen Stellen erwähnt oder sogar in Szene gesetzt werden. Genauer gesagt führt er auch die eigentliche Storyline fort, die mit der achten Serienbox nach dem Turnier der Kraft abrupt endet. In einhundert Minuten wird mir hier eine äußerst mitreißende Geschichte erzählt, die wirklich jeden einzelnen Dragon-Ball-Fan überzeugen dürfte. Das liegt im Übrigen auch an den wesentlich besser gezeichneten Hintergründen und Animationen, die in der Anime-Serie leider nicht annähernd diese Qualität erreichen. Dragon Ball Super: Broly gehört somit zu den besten Filmen des Franchises, die sich kein Fan entgehen lassen darf!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super: Broly!

Review: Miss Kobayashi’s Dragon Maid (Vol. 1)

Im Frühjahr 2017 lief im japanischen Fernsehen die auf einem noch nicht abgeschlossenen Manga basierende Anime-Serie Miss Kobayashi’s Dragon Maid. Drei Jahre später hat der hiesige Publisher Kazé Anime die Comedy im deutschsprachigen Raum veröffentlicht.

Gleich zu Beginn der dreizehnteiligen Anime-Serie Miss Kobayashi’s Dragon Maid stellt die titelgebende Protagonistin Kobayashi klar, dass Drachen die mächtigsten Wesen aller Zeiten seien, die sowohl fliegen als auch Zauber wirken können. Zumindest war sie bis zum heutigen Tag felsenfest davon überzeugt. Am Anfang der ersten Folge steht plötzlich eines dieser Wesen vor ihrer Haustür, entpuppt sich eine Sekunde und eine Verwandlungssequenz später jedoch als Maid. Damit dürfte auch schon die Frage nach dem Titel der Anime-Serie, Miss Kobayashi’s Dragon Maid, beantwortet sein. Beim Drachen beziehungsweise bei der Maid handelt es sich um die übermotivierte Tōru. Nachdem Kobayashi in den Bergen eine Statue gesehen hat und diese aus Jux gefragt hat, ob sie mit ihr nach Hause kommen möchte, hat sie damit unabsichtlich den Stein ins Rollen gebracht. Dadurch wurde Tōru gerettet, die nun als Maid ihre „Schuld“ bei Kobayashi begleichen will. Dieses Unterfangen geht allerdings gehörig schief, denn einerseits scheint Tōru nicht wirklich für die Hausarbeit geeignet und brät dafür sogar ein Stück ihres Schwanzes an. Andererseits fällt Tōru als Drache viel zu schnell auf, weshalb Kobayashi nicht wirklich ihre Flugfähigkeit einsetzen kann. Noch dazu will Kobayashi auch in sexueller Hinsicht nicht von Tōru bedient werden, was ihre Anwesenheit eigentlich überflüssig macht.

Absurditäten am laufenden Band

Miss Kobayashi’s Dragon Maid lässt sich am ehesten dem Comedy-Genre zuordnen. Somit wird so gut wie jede einzelne Szene überdreht dargestellt. Das liegt allen voran am kindlichen respektive unausgereiften Verhalten von Tōru, zumal sie eigentlich ein Drache und keine im Ansatz vermenschlichte Maid ist. In der Welt der Menschen macht sie immerhin ihre ersten Gehversuche und muss sich zunächst zurechtfinden. An einer Stelle erklärt Kobayashi ihrer Drachen-Maid beispielsweise, wie das Internet und Suchmaschinen funktionieren, und an einer anderen Stelle muss Tōru erst einmal lernen, dass sie für den Gasherd keine riesige Flamme entfachen sollte. Im Gegensatz dazu muss Kobayashi das turbulente Geschehen stets unter Kontrolle halten respektive Tōru rügen und ihr erklären, wie sie sich in Japan zu verhalten hat. Warum Tōru jedoch weiß, wie ein Telefon funktioniert, bleibt dem Zuschauer allerdings ein Rätsel. Wirklich schlimm ist das aber nicht, passt dieses Element doch sehr gut zur durchgeknallten Gestaltung der Anime-Serie. Kobayashi’s Dragon Maid verknüpft den humorvollen Anteil in dieser Hinsicht zudem mit Fantasy-Elementen, da am anderen Ende der Telefonleitung niemand geringeres als Fáfnir auf Tōrus Anruf wartet. So wird mehr als einmal auf die nordische Mythologie eingegangen, was den blanken Wahnsinn noch absurder macht.

Abwechslungsreiches Charakterportfolio

Mit der Zeit führt Miss Kobayashi’s Dragon Maid weitere Charaktere ein. Eine dieser Figuren ist die quirlige Kanna Kamui, die aus derselben Welt wie Tōru stammt und sich schon ab der zweiten Episode bei Kobayashi einnistet. Da es in ihrem Zuhause für die drei Mädels zu eng wird, kommt es in der dritten Folge ebenso schnell zu einem Umzug. Ein anderer wichtiger Charakter ist Takiya Makoto, ein Arbeitskollege von Kobayashi. Da er sich mit Kobayashi außerordentlich gut versteht, ist Tōru eifersüchtig und versucht ihn aus der Bahn zu werfen. Takiya bleibt aber selbst bei Tōrus Verwandlung in einen Drachen absolut gelassen. Optisch wirkt die Anime-Serie fast schon wie ein Bilderbuch, bei dem die Charaktere herausstechen. Dieser kunterbunte Stil passt unglaublich gut zum durchgeknallten Geschehen und versprüht von der ersten bis zur letzten Minute einer jeden Episode gute Laune. Auch wenn Tōru hin und wieder vom Ende der Welt spricht und womöglich auch die Macht hätte, dieses wirklich einzuläuten, bleibt der Grundton von Kobayashi’s Dragon Maid aber durchweg gelassen. Das liegt nicht zuletzt an der fröhlichen Musik, die die Atmosphäre zusätzlich aufheizt. Digitales Bonusmaterial liegt in Form von Clean Opening und Ending vor. Laut Kazé Anime liegen der Volume ein 32-seitiges Booklet und vier Artwork bei. Diese Inhalte standen nicht zur Rezension zur Verfügung, doch erfahrungsgemäß ist hier von der gewohnten Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Miss Kobayashi’s Dragon Maid ist eine sehr humorvolle Anime-Serie, die selbst an verregneten Nachmittagen die Sonne scheinen lässt. Die Idee, ein Wesen aus einer anderen Welt bei sich zuhause aufzunehmen, mag zwar nicht besonders originell sein, funktioniert als Aufhänger aber außerordentlich gut. Zusammen mit den regelrecht absurden Situationen, in denen sich die Hauptfiguren Kobayashi und Tōru wiederfinden, unterhält die seichte Geschichte durchweg. Wer ein Faible für komödiantische Anime-Serien vorweist, nichts gegen ein paar Fantasy-Elemente einzuwenden hat und sich einen ganzen Nachmittag lang berieseln lassen will, kommt um die erste von drei Volumes von Miss Kobayashi’s Dragon Maid definitiv nicht herum.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Miss Kobayashi’s Dragon Maid (Vol. 1)!

Review: Inuyasha (Box 1, Episoden 1–28)

Zwischen 1996 und 2008 erschien der Manga Inuyasha von Autorin Takahashi Rumiko. Im Jahr 2000 erhielt das Werk eine Anime-Umsetzung von Animationsstudio Sunrise unter Leitung von Regisseur Ikeda Masashi, die es mittlerweile auch auf Blu-ray Disc geschafft hat.

Inuyasha erzählt die wundersame Geschichte der Mittelschülerin Higurashi Kagome, die mit ihrer Mutter, ihrem Großvater, ihrem jüngeren Bruder Sōta und ihrem Kater Buyo in einem Schrein im Herzen von Japans Hauptstadt Tōkyō lebt. An ihrem fünfzehnten Geburtstag erhält sie von ihrem Großvater das sagenumwobene Shikon no Tama, das Juwel der vier Seelen. Durch dieses überaus wertvolle Geburtstagsgeschenk setzt Kagomes Großvater unwissentlich eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben seiner Enkelin für alle Zeit auf den Kopf stellen soll. Noch am selben Tag wird ein Yōkai von diesem Juwel aus einem Brunnen angelockt und zieht Kagome mit ihren Klauen in die Tiefe, die daraufhin bewusstlos wird. Als sie wieder zu sich kommt, muss sie leidlich feststellen, dass sie etwa 450 Jahre in die Vergangenheit gereist ist und sich nun im Japan zur Zeit der streitenden Reiche befindet. Kaum im japanischen Mittelalter angelangt, lernt sie auch schon den titelgebenden Hanyō Inuyasha kennen. Der Halbdämon wurde vor fünfzig weiteren Jahren auf der Flucht vor der Miko Kikyō mit einem magischen Pfeil an einen Baum gebunden, da er das Shikon no Tama für seine persönlichen Zwecke scheinbar an sich reißen wollte. Von Kaede, Kikyōs jüngerer, aber inzwischen gealterten Schwester, erhält Kagome den Rat, Inuyasha unter keinen Umständen zu befreien.

Anime voller dämonischer Kräfte

Obwohl die Geschichte von Inuyasha für alle beteiligten Figuren glimpflich ausgehen könnte, schlägt sie natürlich eine ganz andere Richtung ein. Als der ominöse Yōkai auftaucht, gegen den sich Kaede und die anderen Dörfler nicht zur Wehr setzen können, geraten die Dinge außer Kontrolle. Als der Yōkai das Juwel der vier Seelen verschlingt, dadurch ungeheure Kräfte erlangt und auch noch Kagomes Leben beenden will, bleibt ihnen jedoch keine andere Wahl: Sie befreien den Halbdämon Inuyasha, der sie im Kampf tatkräftig unterstützt. Anschließend stolpert Kagome jedoch von einer Misere in die nächste. Kaum ist der Yōkai besiegt, bringt Kaede Inuyasha mit einem Bannzauber unter die Kontrolle von Kagome. Als dann auch noch das Shikon no Tama bei der Auseinandersetzung mit einem weiteren Yōkai zerbricht und zu allem Überdruss auch noch in hundert Richtungen verstreut wird, ist das Unglück angerichtet. Einerseits rückt Inuyashas Wunsch in weite Ferne, mit dem Juwel zu einem vollwertigen Dämon zu werden. Andererseits spricht sich sowohl bei den Dämonen als auch bei den Menschen schnell herum, dass das Juwel zerbrochen ist, denn schon ein kleiner Juwelensplitter ist dazu imstande, seinem Besitzer sehr viel Macht zu verleihen. So schließen sich Kagome und Inuyasha zusammen, um die Splitter zu suchen und schließlich wieder zusammenzusetzen.

Kagome in bester Gesellschaft

Takahashi Rumiko ist es mit Inuyasha vortrefflich gelungen, eine sehr spannende Geschichte zu erzählen, die auch in der Anime-Serie positiv heraussticht. Das liegt vor allem an beiden Hauptfiguren, die als Duo hervorragend funktionieren. Während Kagome mit einer Gabe gesegnet ist, die Juwelensplitter aufzuspüren, ist sie im Kampf weitgehend unterlegen. Inuyasha gleicht diesen Nachteil mit seinen Dämonenkräften zwar aus, doch auch er wird im Verlauf der Geschichte als tragische und sogar verletzbare Figur charakterisiert. Unter anderem erfährt der Zuschauer von Inuyashas Zwist mit dessen bösartigem Bruder Sesshōmaru oder der Beziehung zur sanften Kikyō. Ebenfalls erhält der Zuschauer Einblicke in Inuyashas Kindheit, wie er als Halbdämon gedemütigt wurde, und wie sich seine Schwäche auch als Erwachsener in Neumondnächten widerspiegelt. Im Verlauf der ersten 28 Episoden, die in der ersten Serienbox von Inuyasha enthalten sind, stoßen der Gruppe noch weitere Figuren bei. Zunächst einmal sei hier der fuchsähnliche Yōkai-Waise Shippō genannt, der die Gruppe mit dem Wirken von Illusionsmagie unterstützt. Miroku, ein buddhistischer Mönch, leidet an einem Fluch, der erst gebrochen wird, wenn der Hanyō Naraku bezwungen ist. Ein ähnliches Ziel hat die Dämonenjägerin Sango, deren Dorf durch Narakus Anhänger vollständig ausgelöscht wurde.

Humorvolle Heldenreise

Anhand dieser Ausführung dürfte klar sein, dass alles auf den Konflikt mit Naraku hinausläuft. Diese Auseinandersetzung kann in den ersten 28 Folgen von Inuyasha natürlich nicht geklärt werden. Viel mehr wird das Seriendebüt dazu genutzt, die Protagonisten und wiederkehrenden Nebenfiguren sowie Antagonisten vorzustellen und von einem Abenteuer ins nächste zu schicken. Dazu gehören sowohl abgeschlossene Episoden als auch Geschichten, die sich über mehrere Folgen strecken. Ein paar der Begegnungen haben auch einen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Story. Positiv ist anzumerken, dass die Serie nicht durchweg ernst ist, sondern genügend Raum für Humor lässt. Bestes Beispiel dürfte Kagomes Großvater sein, der seine Leiden und Krankheiten dazu verwendet, um Kagomes Mitschülerinnen ihre Abwesenheit in der Schule zu erklären. Auch Kagomes Wut, die Inuyasha oft provoziert, fällt in diese Kategorie. In diesem Punkt spielt die deutsche Vertonung eine wichtige Rolle, denn Ulrike Greitner-Jenni und Dominik Auer verleihen Kagome und Inuyasha viel Charme. Im Vergleich hat die japanische Originalfassung die Nase aber vorn, da viele japanische Namen und Begriffe in der deutschen Version falsch ausgesprochen werden. Schade in beiden Tonspuren ist, dass die Intro-Songs „Flieg durch die Zeit“ von Petra Scheeser und „Change the World“ von V6 gestrichen und mit der, wenn auch tollen Musik von Wada Kaoru ausgetauscht wurde.

Fantastische Anime-Umsetzung

Die visuelle Umsetzung von Takahashi Rumikos Zeichenstil, den der Zuschauer womöglich noch vom Manga und Anime Ranma ½ kennt, ist Animationsstudio Sunrise wirklich geglückt. Sämtliche Charaktere sind liebevoll animiert und auch die Hintergründe passen hervorragend zu der mittelalterlichen Atmosphäre. Selbst wenn Computergrafiken für die Gestaltung von Effekten oder anderen Aspekten der Serie genutzt wurde, so fällt sie überhaupt nicht auf. Inuyasha gehört damit auch zwei Dekaden nach der japanischen Erstausstrahlung zu den hübschesten und angenehmsten Anime überhaupt. Lediglich bei langsamen Kamerafahrten ist in regelmäßigen Abständen ein leichtes Stottern zu vernehmen, was aber genauso zu verschmerzen ist, wie das 4:3-Bildformat. Letztere Entscheidung, in der HD-Version nicht ins Bild hineinzuzoomen, um den Bildbereich auf Breitbildfernsehern komplett auszufüllen, ist absolut zu begrüßen. Nur so gehen keine Bildinformationen verloren. Zudem ist das Bild klar und gestochen scharf, sodass sich an diesem Umstand wohl kaum jemand stören dürfte. Allerdings ist es mehr als nur schade, dass der ersten Serienbox kein Bonusmaterial beigelegt wurde. Weder haben es digitale Inhalte auf die vier Datenträger mit jeweils sieben 24-minütigen Episoden geschafft, noch liegt der Box ein Booklet mit Episodenguide zum Nachlesen bei. Immerhin ist die erste Volume äußerst stabil produziert und bietet allen vier Blu-ray Discs reichlich Schutz.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Leider war es mir nie vergönnt, Inuyasha in meiner Jugend vollständig anzusehen. Zwischen langem Schulunterricht, Sportaktivitäten am Nachmittag und zu vielen Fernsehmöglichkeiten in den Abendstunden blieb mir leider kaum eine Möglichkeit, die Anime-Serie zu verfolgen. Erst die Blu-ray-Veröffentlichung von Kazé Anime hat mir viele Jahre später die Möglichkeit gegeben, Inuyasha ab der ersten Episode wirklich zu genießen. Letzteres ist wortwörtlich gemeint, denn die Anime-Serie ist nicht nur ein hübscher und schön animierter Augenschmaus, an dem ich mich gar nicht satt sehen kann, sondern auch in inhaltlicher Natur gelungen. Die Geschichte ist äußerst spannend inszeniert und mit vielen Rückblenden gespickt, die das verflochtene Schicksal der Helden immer wieder betont. Letztere sind zudem so unterschiedlich gestaltet, dass es eine wahre Freude ist, sie peu à peu kennenzulernen und ins Herz zu schließen. Auch wenn mir die deutschen Synchronstimmen sehr gut gefallen, finde ich es dennoch sehr schade, dass nicht konsequent genug darauf geachtet wurde, dass japanische Namen und Begriffe korrekt ausgesprochen werden. Ein Glück, dass auch die japanische Originalfassung mit an Bord ist. Nostalgiker werden es aber vermutlich bedauern, dass sowohl der deutsche als auch der japanische Intro-Song gestrichen und mit der typischen Musik aus der Serie ersetzt wurde. Nichtsdestotrotz bleibt Inuyasha eine sehr gelungene Anime-Serie. Ich freue mich auf die zweite Serienbox!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inuyasha (Box 1, Episoden 1–28)!

Review: Golden Kamuy (Vol. 4)

Im Juli 2020 veröffentlichte Kazé Anime die vierte und leider auch schon letzte Volume der Anime-Serie Golden Kamuy. Obwohl in Japan im Herbst 2020 bereits die dritte Staffel an den Start ging, sind die letzten Folgen der zweiten Season jedoch für jeden Fan spannend gestaltet.

In der dritten Volume von Golden Kamuy hat der Zuschauer verschiedene Enthüllungen über sich ergehen lassen müssen. Mittlerweile weiß der Zuschauer, dass der Dieb Noppera-bō womöglich der Vater von Asirpa ist. Die Wahrsagerin Inkarmat ist hingegen davon überzeugt, dass der Dieb nicht Asirpas Vater sein kann. Stattdessen behauptet sie, dass der Ainu Kiroranke der Mörder ihres Vaters sei. Es kann sich also niemand sicher sein, was die Wahrheit in all diesem Wirrwarr ist. Eine der wichtigsten Fragen, die es in der vierten Volume von Golden Kamuy also zu klären gilt, ist die Identität von Asirpas Vater. Um das in Erfahrung zu bringen, macht sich die Gruppe rund um Protagonist Sugimoto Saichi auf zum Gefängnis in Abashiri im Osten von Hokkaidō, wo Noppera-bō gefangen gehalten wird. Hier zeigt sich ein weiteres Mal, dass die historischen Hintergründe in Golden Kamuy immer wieder zum Tragen kommen. So wurde das Gefängnis während der Meiji-Zeit gegründet und für politische Gefangene genutzt, wofür die japanische Stadt bis heute bekannt ist. Das Finale der zweiten Staffel wird dort mit einem Paukenschlag nach dem anderen beendet. Golden Kamuy bleibt trotz des offenen Endes dadurch gut im Gedächtnis, auch wenn vom Schatz nirgends eine Spur zu sehen ist. Hier wird die dritte Staffel aber genug Möglichkeiten bekommen, die Story fortzuspinnen.

Düstere Atmosphäre mit kulturellem Hintergrund

Wie schon in den vorherigen Volumes bleibt auch im vierten Episodenpaket der Anime-Serie genügend Spielraum, um die Kultur der Ainu einzufangen. In der neunzehnten Folge erfährt der Zuschauer beispielsweise, welche Bedeutung das Totengewand für die Ainu hat. Auch ein besonderer Aufschrei, wenn ein erlegter Bär durch eine Siedlung getragen wird, wird dem Zuschauer bei einem Dialog zwischen Sugimoto und Asirpa behutsam und in aller Ruhe erklärt. Unter technischen Gesichtspunkten stehen die Episoden der vierten Ausgabe von Golden Kamuy den vorherigen Folgen in Nichts nach. Ohnehin ändert sich die technische Qualität einer solch kurzlebigen Anime-Serie selten, doch Golden Kamuy bleibt sich ganz besonders treu. In den vorliegenden Folgen können die Charaktere einmal mehr mit vielen kleinen Details punkten. Die Hintergründe sind im Gegensatz dazu eher unscheinbar, bereichern aber dennoch die meist düstere Atmosphäre der Serie. Vor allem die dezent eingesetzten Lichteffekte wie die ausgestrahlte Wärme eines Lagerfeuers, die auf die Haut der Figuren fällt und die flüssigen Animationen punkten im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p auf ganzer Linie. Ebenso überzeugen kann die bewusst eingesetzte Musik, die die Dramatik bereichert. Selten sind Wortgefechte und Action so spannend wie in Golden Kamuy.

Charakterinformationen en masse

Als besonderer physischer Bonus liegt der vierten Volume von Golden Kamuy ein Booklet bei, das auf 48 Seiten zahlreiche Informationen zu den wichtigsten Charakteren der Serie für den Zuschauer respektive den Leser bereithält. Diese Informationen beziehen sich jedoch nicht nur auf die Charakterzüge der Persönlichkeiten, sondern auch auf deren Ausrüstung, die sie in den 24 Episoden der Anime-Serie mit sich herumschleppen. So erhält der Leser einen Blick in die Taschen von Sugimoto und erfährt beiläufig mehr über Asirpas Bogen und das Katana von Hijikata Toshizō. Alle Inhalte sind mit einer gesunden Anzahl an Artworks aufbereitet, sodass alle Angaben wunderbar mit der Visualisierung belegt werden. Das zeigt einmal mehr, wie viel Liebe der hiesige Publisher in so manches Booklet seiner hierzulande veröffentlichten Anime-Serien fließen lässt. Zwei Art Cards, die die Figuren Tanigaki Genjirō und Ogata Hyakunosuke abbilden, fühlen sich in der Hand ebenfalls positiv an. Zu guter Letzt gibt es mit der Tattoo Card wieder ein Stück der „Schatzkarte“, was Fans ganz sicher gefällt. Schade ist jedoch, dass digitales Bonusmaterial fernab der fünf Mini-Episoden abermals fehlt. Wirklich schlimm ist das aber nicht, denn Golden Kamuy beweist mit Bravour, wie gut eine Anime-Serie mit einem alternativen und fast schon einzigartigen Setting überzeugen kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Golden Kamuy zeigt in der vierten und letzten Volume der Veröffentlichungsreihe, zu was das Medium Anime im Stande. Inhaltlich erreicht die Anime-Serie neue Höhepunkte, die mit vielen Wendungen und Überraschungen gespickt sind. Auch wenn die Serie mit der zweiten Staffel offen endet, bleibt zu hoffen, dass die dritte Staffel das ganze Spektakel noch einmal überbieten wird. In technischer Hinsicht knüpfen die Episoden der vierten Volume an den vorherigen drei Ausgaben an und bieten damit detaillierte Charaktermodelle und hübsche, aber unscheinbar wirkende Hintergründe. Das beiliegende Booklet ist ebenfalls eine Bereicherung für die Veröffentlichungsreihe, da der Zuschauer und Leser hier viele Details über die Figuren und ihre Habseligkeiten erfährt, die er beim Konsumieren der Anime-Serie vielleicht gar nicht erst bemerkt. Auf jeden Fall lässt die vierte Volume den Zuschauer mit einem angenehmen Gefühl zurück, das jedoch die Vorfreude auf die nächste Staffel ordentlich anheizt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplar von Golden Kamuy (Vol. 4)!

Prime Time: Attack on Titan – Season 2 (Unboxing)

In den letzten Monaten haben wir euch die erste und auch die zweite Volume der zweiten Season der Anime-Serie Attack on Titan in zwei voneinander unabhängigen Reviews vorgestellt. Wie schon bei der ersten Staffel ergänzen wir unsere Rezensionen heute mit einem Unboxing-Video. In diesem stellt euch unser Chefredakteur die Optik und Haptik genauer vor. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: Sense: A Cyberpunk Ghost Story

Am 25. August 2020 erschien das Horror-Adventure Sense: A Cyberpunk Ghost Story von Entwicklerstudio Suzaku bereits für den PC. Zu Beginn des Jahres 2021 folgt die Umsetzung für die Nintendo Switch, die sich der Entwickler aber ruhigen Gewissens hätte sparen können.

Angesiedelt ist Sense: A Cyberpunk Ghost Story im August 2084. Wir übernehmen die Rolle der jungen Frau Mei Lin Mak und erkunden mit ihr einen Jahrhunderte alten Gebäudekomplex in Neo Hong Kong. Erzählt wird die Story weniger über die Spielgrafik, sondern deutlich mehr über eindrucksvolle Artworks, die uns das Gefühl vermitteln, mitten im Geschehen zu sein. Einige dieser Bilder können wir nicht gleich verstehen. Vieles ist verschwommen und manche Dinge kristallisieren sich auch erst im Verlauf der auf circa fünf Stunden ausgelegten Handlung heraus. Obwohl sich das Spiel laut Titel dem Cyberpunk-Szenario zugehörig fühlt, wird das Setting aber vornehmlich in der ersten Viertelstunde genutzt. Danach ist es kaum mehr von Belang, da sich Sense: A Cyberpunk Ghost Story mehr und mehr zum Horror-Trip im Adventure-Stil entwickelt. Als Vorbild haben sich die Entwickler unter anderem den Super-Nintendo- und PlayStation-Klassiker Clock Tower aus dem Jahr 1995 ausgesucht und das ist vor allem in puncto Gameplay zu spüren. Das heißt, dass wir das alte siebenstöckige Gebäude aus einer 2,5D-Ansicht erkunden und Rätsel lösen, die wir auch aus zahlreichen Point-and-Click-Adventures kennen. Dabei ist das Spiel meist sehr ruhig, setzt uns aber hier und da immer wieder vor kleinere Herausforderungen, wenn Gespenster in Erscheinung treten.

Sense: A Game Over Ghost Story

Diese Geister machen uns in Sense: A Cyberpunk Ghost Story das Leben schwer, stehen sie doch sinnbildlich für das mäßige Spieldesign. Werden wir von einem Geist überrascht, sollten wir mit Mei schleunigst die Beine in die Hand nehmen und uns im nächstbesten Wandschrank verstecken. Wäre das für die meisten Spiele des Genres schon genug, müssen wir hier aber ein schlecht spielbares Minispiel absolvieren. So bewegt sich ein Zeiger auf einer Leiste stets in eine Richtung und wir müssen versuchen, ihn im Zentrum zu halten, damit Mei ihre Angst nicht auditiv unterstreicht. Weder erklärt uns das Spiel das vorher, noch ist es über den Stick im Ansatz leicht, den Spagat zu halten. Werden wir erwischt, ist der Ausflug sofort vorbei und wir landen auf dem Titelbildschirm. Sense: A Cyberpunk Ghost Story bietet glücklicherweise die Möglichkeit, jederzeit über eine Quicksave-Funktion zu speichern, doch ist das Spiel in seiner Art zu gemächlich, als dass wir stets daran denken würden. So kann es gut und gerne dazu kommen, dass eine halbe Stunde Spielzeit umsonst war. Da das Adventure gelegentlich automatische Spielstände anlegt, fragen wir uns, warum die Entwickler denn nicht an die Stellen gedacht haben, bei denen es wirklich darauf ankommt. Der Titel führt aber nicht nur in solchen Momenten zu Frust, auch an anderen Stellen kommt dieser zu oft zur Geltung.

Zum Kopf schüttelnde Rätselmechanik

Selbst in der für ein Adventure wichtigsten Disziplin, der Rätselmechanik, versagt Sense: A Cyberpunk Story an zu vielen Stellen. Dabei macht der Titel im Grunde alles richtig: Wir klicken Objekte an, reden mit jedem Nicht-Spieler-Charakter, sammeln Informationen und kombinieren diese miteinander, um peu à peu die Story voranzutreiben. Ebenfalls suchen wir versteckte Durchgänge, packen alle nicht niet- und nagelfesten Gegenstände ins Inventar und benutzen diese Items zum richtigen Zeitpunkt. Beispielsweise brauchen wir Schlüssel, um Türen zu öffnen oder nutzen Schraubenzieher oder Rohre, um mit ein wenig Gewalt an den Inhalt von Schubladen zu gelangen. Viele Rätsel wirken in unseren Augen aber einfach nur aufgesetzt und seltsam. So fragen wir uns, warum wir ein Kabel benötigen, um an einen Stift zu gelangen, der unter ein Sofa gerutscht ist. Manchmal ist es auch notwendig, ein Objekt vier oder fünf Mal anzuklicken, um dann zufällig über den Fetzen einer Fotografie zu stolpern. Ein weiteres Beispiel aus der Kategorie Unverständlichkeit: Mei will in einen bestimmten Behälter einfach nicht hineinschauen. Aus welchem Grund sie eine Abneigung gegen das Objekt hat, bleibt uns schleierhaft. Daher wissen wir nicht, dass sich im Behälter Reis befindet, den wir später dringend benötigen, um Räucherstäbchen in einer Schale aufrecht zu positionieren.

Zielloses Adventure mit nervigen Ladezeiten

Damit aber noch nicht genug. Sense: A Cyberpunk Ghost Story schießt an einer bestimmten Stelle mit einem Rätsel den Vogel ab. Um einen Aktenkoffer zu öffnen, brauchen wir einen vierstelligen Code. Dieser wird uns etliche Minuten, bevor wir überhaupt erst die Möglichkeit dazu kriegen, den Koffer zu öffnen, über eine an einem Telefon klebende Notiz verraten. Hier wäre es logisch, dass die Kombination irgendwo katalogisiert wird. Fehlanzeige! Weder im Inventar oder Journal wird der Code hinterlegt, noch können wir das Telefon respektive die Notiz noch einmal zum Nachlesen anklicken. Sense: A Cyberpunk Ghost Story bietet unterm Strich derart Spieldesign aus der Hölle, das uns fast durchweg qualvolles Kopfzerbrechen beschert. In solchen Fällen müsst ihr das Spiel entweder von Vorne beginnen oder auf eine Komplettlösung ausweichen, bei dem die Gefahr besteht, dass diese euch Details verrät, die euch den Spielspaß nehmen. Ebenfalls nervig dürften auf der Switch die vielen Ladezeiten sein, die zwischen fünf und fünfzehn Sekunden einnehmen. Das klingt in der Theorie nach wenig. Da wir in der Praxis in einem Areal aber selten mehr als fünf bis zehn Sekunden bis zur nächsten Tür brauchen, summiert sich das. Vor allem in jenen Momenten, in denen wir nicht weiterwissen und ziellos durchs Gebäude geistern, ist das eine nervige Angelegenheit!

Atmosphäre mit technischen Mängeln

Leider kann Sense: A Cyberpunk Ghost Story auch in technischer Hinsicht nicht überzeugen. So ist die Steuerung unnötig kompliziert. Anstatt einen Mauszeiger über den rechten Stick zu bewegen, laufen wir nur mit Mei herum, während Interaktionsmöglichkeiten lediglich in ihrer Nähe optisch hervorgehoben werden. Durchaus kann es passieren, dass wir bei mehreren Objekten in der Nähe einen Interaktionspunkt übersehen. Im Eifer des Gefechts kann es auch passieren, dass wir eine Tür ins nächste Areal öffnen, anstatt uns das Gemälde an der Wand anzuschauen. In optischer Hinsicht kann das Spiel zumindest halbwegs gefallen, denn hier und da flackern durch die Fenster die neonfarbenen Leuchtreklamen der Großstadt durch und auch die verkommene Umgebung passt zum schaurigen Horror-Setting. Je nachdem wie viel auf dem Bild gleichzeitig passiert, kann das aber zu leichten Ruckeleinlagen führen. Das ist deshalb doppelt unverständlich, da die Animationen der minimalistischen Präsentation sehr, sehr spärlich ausfallen. Immerhin kann der Titel akustisch mit düsteren Klängen, von draußen dröhnendem Straßenlärm und zum Fürchten gruseligen Spukgeräuschen punkten. Wer sich jetzt immer noch für das Horror-Adventure interessiert, sollte gute Englisch-, Russisch- oder Chinesisch-Kenntnisse mitbringen, denn deutsche Bildschirmtexte gibt es nicht. Wer auf eine Sprachausgabe hofft, wird bei Sense: A Cyberpunk Ghost Story leider ebenfalls enttäuscht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Was habe ich mich im Vorfeld auf Sense: A Cyberpunk Ghost Story gefreut! Das Spiel versprach ein interessantes Setting mit spannendem Horror-Einschlag zu bieten. Auch wenn dem Titel das halbwegs gelungen ist, so enttäuscht es jedoch auf ganzer Linie mit seinem Spieldesign. Die Rätselmechanik kann ich nur müde belächeln, denn die Aufgaben sind seltsam und unlogisch. Da meiner Meinung nach die Ladezeiten kumuliert zu viel Zeit in Anspruch nehmen, fallen die langen und meistens planlosen Laufwege durchs Gebäude doppelt so sehr ins Gewicht. Auch bei der Steuerung hätte ich mir mehr versprochen, da ich das Geschehen im jeweiligen Raum selten gut überblicken kann. Wenn sich die Entwickler schon Klassiker wie Clock Tower zum Vorbild nehmen, sollte so etwas Grundlegendes wie ein Mauszeiger der Mindestansatz sein. So kann ich jedem nur raten, einen weiten Bogen um das Spiel zu machen. Es gibt bessere Horror-Spiele und deutlich gelungenere Adventures auf der Switch und anderen Plattformen.

Review: Gamers! (Vol. 1)

Zwischen 2015 und 2019 erschienen in Japan zwölf Bände der Light Novel Gamers!, wenig später wurde das Werk auch als siebenteilige Manga-Reihe umgesetzt. Als Anime feierte das Werk von Aoi Sekina 2017 sein Debüt, erst im August 2020 war es auch hierzulande soweit.

Im Mittelpunkt der Anime-Serie Gamers! steht der Oberschüler Amano Keita, der in der ersten Folge von der Schulschönheit Tendō Karen eine Einladung in den so genannten Games Club erhält. Eigentlich wurde der Klub vor ein paar Jahren aufgelöst, doch Karen hat ihn mit harter Arbeit wieder aufgebaut. Kaum im Klubraum angelangt, erkennt Keita, dass im Games Club rund um die Uhr Videospiele gespielt werden. Es geht im Klub aber nicht darum, besonders gut in einem Videospiel zu sein, sondern seine Technik in den jeweiligen Spielen gemeinsam mit den anderen zu verbessern und sich der Leidenschaft hinzugeben. Obwohl solch ein Klub für einen Videospielenthusiasten wie Keita eigentlich wie gemacht sein müsste, lehnt er die Einladung von Karen ab. Er interessiert sich nicht für die Titel, die im Games Club gespielt werden und will auch gar nicht seine Technik verbessern. Auch die Freunde, die ihm im täglichen Leben fehlen, könnte er dadurch bekommen, doch bleibt er bei seinem Entschluss. Wer das japanische Schulsystem kennt, sollte wissen, dass solche Klubs fast schon ein gesellschaftlicher Zwang für die Schüler sind. Kaum ein japanischer Schüler gehört keinem Klub an, sodass Keitas Entscheidung konträr zum realen Alltag steht oder zumindest eine Ausnahme bildet. Für Gamers! ist es jedoch der Auftakt zu zwölf recht turbulenten Episoden.

Spaßig, aber nicht tiefgründig

Wer sich auf Gamers! einlässt, sollte aber nicht denken, dass sich die Anime-Serie nur um das Thema Videospiele dreht. Nebenher kommen auch viele romantische Elemente zum Tragen, sodass die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Charakteren regelrecht aufgewirbelt werden. Keitas Mitschüler Uehara Tasuku merkt schnell, dass Karen womöglich mehr an Keita interessiert ist, als dieser glaubt. Auf einmal verbringen Keita und Tasuku Zeit miteinander und lernen sich gegenseitig besser kennen, was im Vorbeigehen die Charaktereigenschaften der Figuren nach Außen kehrt. Hinzu kommt die aufgeweckte Hoshinomori Chiaki, die ebenfalls Interesse an Keita zeigt. Dennoch muss sich nicht nur Keita dem Thema Liebe stellen, auch Tasuku hat mit seiner langjährigen Freundin Sakurano Aguri genug um die Ohren. Tiefgründig sind all diese Geschichten allerdings nicht. Sie kratzen nur oberflächlich an der Thematik und verpassen viele Gelegenheiten, die das Genre bietet. Nichtsdestotrotz eignet sich die Serie aber immer noch für verregnete Nachmittage. Das liegt vor allem daran, dass viele Gags auf Kosten der Populärkultur gemacht werden. Wenn Keita beispielsweise an Karen vorbeigeht, ist das für ihn nichts weiter als eine StreetPass-Begegnung, wie es Besitzer des Nintendo 3DS kennen. Die Romantik wird hingegen mit überzeichnetem Humor inszeniert.

Anime für Videospielkenner

In puncto Präsentation und Atmosphäre steht und fällt Gamers! mit dem Hintergrundwissen über (japanische) Videospiele. Steckt der Zuschauer hier nicht in der Materie, wird er sehr viele Anspielungen schlichtweg nicht verstehen. Das beginnt mit dem überladenen Intro: Hier sind an Dragon Quest oder Street Fighter II angelehnte Szenen zu erkennen, die vor allem älteren Semestern sofort bekannt vorkommen dürften. Inhaltlich werden manche Spiele wie Persona 4 Arena als Mittel zum Zweck für das Vorantreiben der Story genutzt. Andere Titel werden wiederum kaschiert. Dazu zählen Spiele wie Counter-Strike oder Ace Combat 7. Stilistisch bestechen vor allem die Hintergründe und in seltenen Fällen sogar die Charaktere. Die Qualität der einzelnen Szenen schwankt leider viel zu oft, was jedoch stark von der jeweiligen Ausgestaltung abhängt. Manchmal wirken die Umgebungen einfach zu karg und die wenigen Charaktere zu detailarm. Im nächsten Moment sieht es allerdings wieder ganz anders aus, denn wenn die Szenen bedingt mit diffusem Licht durchflutet werden oder Licht- und Schatteneffekte die nächtlichen Szenen aufwerten, kann Gamers! gelegentlich gestaltungstechnisch das volle Potenzial ausspielen. Bonusmaterial ist allerdings Mangelware, denn neben einem Clean Opening und einem Clean Ending schlummert nur ein 16-seitiges Booklet in der Box.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Gamers! hat aufgrund des Settings sehr viel Potenzial, das die Anime-Serie jedoch in den seltensten Fällen ausspielen kann. Zwar gibt es zahlreiche Anspielungen auf Videospiele, die dem Anime durchaus geglückt sind, doch reicht das nicht aus. In erster Linie wird die Story über die Charaktere vorangetrieben und hier hapert es stark. Bei diesen handelt es sich allesamt um spätpubertäre Stereotypen, die sich einerseits nach Romantik sehnen, das Ganze aber mit Videospielen aufwiegen. Mit ein wenig Humor wird versucht, die seichte Handlung über Wasser zu halten. Während die Jokes auf Kosten der Populärkultur weitgehend gut funktionieren, sind die romantischen Gags überzeichnet und überzeugen nur in den wenigsten Fällen. Wer einen seichten Anime für verregnete Nachmittage sucht, kann Gamers! eine kleine Chance geben. Alle anderen sehen sich lieber nach Alternativen um, die tiefgründiger, wendungsreicher und schlicht spannender sind.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Gamers! (Vol. 1)!

Review: One Piece: Box 23 (Episoden 688-715)

One Piece führt in der 23. Serienbox den Handlungsstrang auf dem in Mitleidenschaft gezogenen Dress Rosa weiter. Unter anderem gibt es dieses Mal tiefgründige Einblicke in die Vergangenheit der Charaktere und harte sowie ausufernde Kämpfe für den Zuschauer zu erleben.

In der 23. Serienbox der Anime-Serie One Piece geht das turbulente Geschehen auf dem Eiland Dress Rosa munter weiter. Von der einstigen Inselidylle ist aber nicht mehr viel übrig geblieben, denn inzwischen gleicht der Handlungsort einem Schlachtfeld. Grund dafür ist eine von Don Quichotte de Flamingos mysteriösen Kampftechniken, dem so genannten Vogelkäfig. Über die Insel ziehen sich hunderte dünne Fäden, die so messerscharf sind, dass ein Entkommen nur in Scheibenform möglich ist. Für den Kapitän der Strohhüte, Monkey D. Ruffy, ist das allerdings kein großes Problem – er will die Machenschaften seines Gegners unter allen Umständen aufhalten. Sein nächstes Ziel ist der Königspalast, der auf der höchsten Spitze der mittlerweile deformierten Insel thront. Dort zieht der Bösewicht im wahrsten Sinne des Wortes die Fäden und lässt selbst die unschuldigen Bewohner von Dress Rosa wie Marionetten gegeneinander kämpfen. Um zum Palast zu gelangen, ist Ruffy auf Hilfe angewiesen. Dessen Komplizen Trafalgar D. Water Law wurden jedoch Seesteinhandschellen angelegt, sodass dieser erst einmal machtlos ist und nicht befreit werden kann. Der Schlüssel zum Öffnen ist wiederum in den Händen von Gladiatorin Rebecca gelangt, die sich auf einem alternativen Weg zum Königspalast gemacht hat. Da kommt es wie gerufen, dass Cavendish mit seinem treuen Pferd als strahlender Retter zur Stelle ist und Ruffy und Law zum Palast bringen will.

Wertvolle Einblicke in die Vergangenheit

Mit der 23. Volume strapaziert One Piece damit jedoch ein wenig die Nerven der Zuschauer, denn beendet wird der Handlungsstrang auf Dress Rosa immer noch nicht. Ein paar Charaktere wie das humanoide Rentier Chopper, die intelligente Navigatorin Nami oder der sanftmütige Smutje Sanji tauchen in den vorliegenden Episoden zudem gar nicht auf. Das wurde zwar in den vorherigen Folgen zwar logisch erklärt, ein wenig schade ist der gelegte Fokus und dem vergleichsweise geringen Fortschritt der Story aber schon. Wer jetzt an Filler-Episoden im Sinne von unnötig in die Geschichte involvierten Folgen denkt, darf sich sofort wieder abreagieren. One Piece beleuchtet einmal mehr die Hintergründe von wichtigen Charakterkonstellationen, die zum Verständnis des Plots beitragen. So erfährt der Zuschauer in mehreren Rückblenden beispielsweise, wo Law aufgewachsen ist. Gezeigt wird hier die Stadt Frevance, die das seltene und überaus giftige Gestein Bleiweiß fördert, was schließlich zum Untergang von Stadt und Bevölkerung führt. Warum Law die Katastrophe überlebt hat und wie er schließlich De Flamingo und dessen kleinen Bruder Rosinante beziehungsweise Corazón kennengelernt hat, soll an der Stelle nicht verraten werden. Des Weiteren erfährt der Zuschauer mehr über die Vergangenheit der Familie Don Quichotte. Mit einem weiteren Rückblick kann sich der Zuschauer zudem ein Bild über die tragische Figur des Señor Pink machen.

Schlachtfeld Dress Rosa

So schade der geringe Fortschritt der laufenden Geschichte auch ist, so wichtig sind unterm Strich gerade die Retrospektiven für die einzelnen Charaktere. Sie zeichnen ein nachvollziehbares Bild ab und machen Fieslinge, die nur die Zerstörung im Sinn haben, für den Zuschauer auf einmal greifbar. Sie erzeugen Mitgefühl und Mitleid. Eine Entwicklung, die sehr, sehr gut in die Kämpfe von One Piece einfließt. Während sich Ruffy und Law auf den Konflikt mit ihrer Nemesis vorbereiten, muss sich Lorenor Zorro wiederum mit Oberkommandant Pica in einem schier endlos wirkenden Kampf messen, bei dem die Erde nur so bebt und Dress Rosa im gleichen Atemzug verwüstet wird. Kyros, der inzwischen seine menschliche Gestalt zurückerlangt hat, kann seine Tochter Rebecca endlich mit voller Kraft vor dem durchtriebenen Diamante beschützen, der vor vielen Jahren seine Frau kaltblütig ermordet hat. Bartolomeo duelliert sich zum Schutz von Archäologin Nico Robin anderorts mit Gladius, der seine spitzen Haare als Giftpfeile verwendet. Dellinger bekommt im Lauf der Story, bei denen sich die Charakterkonstellationen rasant ändern können, von Cavendish ordentlich die Leviten gelesen. Dass dabei vieles zu Bruch geht, dürfte klar sein. Humor ist in den 28 vorliegenden Episoden auch mit von der Partie, wird aber zugunsten der tragischen Hintergründe dosiert eingesetzt. Fans von One Piece kommen mit der 23. Serienbox trotz weniger Längen voll auf ihre Kosten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 688 bis 715 der Serie): Nachdem die ersten Momente auf der Insel Dress Rosa in der 21. Serienbox noch sehr ruhig ausfielen, konnte die Anime-Serie in der 22. Volume ihren alten Glanz zurückgewinnen. Daran hat sich glücklicherweise in den Episoden der 23. Serienbox nichts geändert. Zwar kann der Handlungsbogen auf Dress Rosa noch nicht abgeschlossen werden, was das ganze Spektakel gefühlt in die Länge zieht, doch dafür erhält der Zuschauer tiefgründige Einblicke in die Vergangenheit von Don Quichotte de Flamingo und Trafalgar D. Water Law, was unglaublich wichtig für das Nachvollziehen der gegenwärtigen Handlungskonstellation ist. Mitgefühl und Mitleid für die Figuren fließen zudem maßgeblich in die Kämpfe mit ein, unter denen das auch so schon angeschlagene Eiland stark leiden muss. Aufgrund der Konzentration auf diese Figuren kommen andere Charaktere wie Brook, Chopper, Nami oder Sanji aber leider gar nicht vor. Das darf sich in der nächsten Volume gerne wieder ändern. Es bleibt auf jeden Fall sehr spannend für den Zuschauer, dem vermutlich einer der absolut größten Kämpfe der Geschichte von One Piece erwarten dürfte.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 23 (Episoden 688-715)!

Review: Citrus (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime die erste Volume der romantischen Anime-Serie Citrus im September 2020 veröffentlicht hat, dauerte es zwei Monate, bis der hiesige Publisher die zweite Ausgabe nachreichte. In erreicht die Beziehung der beiden Stiefschwestern neue Höhen und Tiefen.

Citrus baut im zweiten Episodenpaket auf den gelegten Grundlagen des Seriendebüts auf. Zu Beginn der fünften und damit ersten Folge der zweiten Volume wird das deutlich inszeniert. Obwohl Momokino Himeko die Protagonistin Aihara Yuzu angewiesen hat, sich von der Präsidentin des Schülerrats Mei fernzuhalten, ist das für sie nur schwer umsetzbar. Schließlich sind Yuzu und Mei Stiefschwestern, die im selben Haushalt leben und sich teilweise sogar das Bett teilen. In der fünften Episode steht deshalb unter anderem das Konkurrenzdenken zwischen Himeko und Yuzu im Mittelpunkt der Erzählung. Da beide romantische Gefühle für Mei hegen, wollen sie sich gegenseitig ausstechen, um der Frau ihrer Träume näherzukommen. Wie ein Hund in die Ecke gedrängt geht Yuzu zum Angriff über und überredet Mei, sie zum Grab ihres Vaters zu begleiten anstatt Zeit mit Himeko zu verbringen. Der Ausflug der beiden Stiefschwestern entwickelt sich aber anders als sich Yuzu das vorgestellt hat. So verbringen die beiden auch abseits des Friedhofs Zeit miteinander, doch anstatt Mei näherzukommen, erfährt Yuzu mehr über Meis Vater Shō. Mei vermisst ihn, öffnet dessen Briefe aber nie. Yuzu beschließt, ihre romantischen Gefühle für Mei zu unterdrücken und stattdessen nur noch als Schwester für sie da zu sein. Zu allem Überdruss steht auf einmal Shō vor der Tür.

Neue Akteure im Kampf der Liebe

In den vorherigen Episoden von Citrus wurde Shō in Nebensätzen lediglich angedeutet. Mit der tatsächlichen Einführung der Figur erreicht die Charakterentwicklung von Mei eine ganz neue Stufe, was natürlich auch vor Yuzu keinen Halt macht. Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versucht Yuzu, zwischen Mei und ihrem Vater zu vermitteln, bevor dieser in das nächste Flugzeug steigt und wieder im Ausland arbeitet. Das Fehlen der Vaterfigur macht aus Mei eine nach außen hin hartgesottene Schülerratspräsidentin, nach innen hin aber eine sehr verletzliche Tochter. Um dieser Geschichte ein wenig mehr Bedeutung zu verleihen, fühlt sich die sechste Episode durch den Zeitdruck wie ein richtiges Drama an. Ob dies nun passt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Citrus ist jedoch ein Paradebeispiel dafür, dass sich die Erzählung nicht nur auf die beiden im Kern stehenden Figuren konzentriert, sondern auch weitere Figuren einbezieht, die von Bedeutung für die romantische Entwicklung sind. In diesem Zusammenhang sei auch Mizusawa Matsuri erwähnt. Bei Matsuri handelt es sich um eine alte Freundin von Yuzu, die diese als große Schwester auf ein Podest stellt. Dies führt in der siebten und achten Folge in vielerlei Hinsicht zum Konflikt mit Mei, denn Matsuri, die wie aus dem Nichts plötzlich in einer Arcade-Spielhalle auftaucht, scheint Gefühle für Yuzu zu entwickeln. Matsuri beginnt ein Netz aus Intrigen zu spinnen.

Winterliche Romantik im urbanen Tōkyō

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die zahlreichen sexuellen Anspielungen, die meistens dezent und im passenden Moment in die Handlung eingewebt sind. Zum Beispiel werden Yuzu und Mei in einer Szene in einem überfüllten Zug aneinander gedrückt. Das führt dazu, dass Yuzu mit ihrer Zunge das Ohr ihrer Stiefschwester massiert. An einer Stelle presst Yuzu wiederum die gesundheitlich angeschlagene Mei aufs Bett und in einer anderen Szene hat Yuzu einen Traum von Mei, in dem sie sich vor dem drohenden Beischlaf ziert. Hinzu kommen ein paar Übergriffe von Yuzu, die ihre kaum vorhandene Erfahrung und ihr fehlendes Taktgefühl unterstreichen. Citrus setzt all diese Mittel bewusst ein, zumal Küsse neben vielen Andeutungen das Höchste der Gefühle sind, worauf sich der Zuschauer freuen darf. In visueller Hinsicht wird all das schön inszeniert, was vor allem an den fesch gezeichneten und detaillierten Charaktermodellen liegt. Nicht ganz unschuldig am funktionierenden Gesamtbild ist das urbane Tōkyō, das sich mit Bahnhöfen, Einkaufszentren und der Oberschule wunderbar für die Romantik eignet. Auch die winterliche Atmosphäre trägt dazu bei. Im Gegensatz zur tollen Story fallen die Boni spärlich aus, denn neben zwei hübschen Artboards bietet das achtseitige Booklet nur einen knappen Episodenguide und ein paar Charakterinformationen mit Artworks. Digitales Bonusmaterial gibt es leider gar nicht. Hier wird leider Potenzial verschenkt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die zweite Volume von Citrus führt die im ersten Episodenpaket begonnene Geschichte über zwei Stiefschwestern mit dem bewährten Konzept der Anime-Serie fort. Yuzu und Mei verstehen sich mittlerweile deutlich besser als zuvor, haben aber immer noch ihre Differenzen. Es sind glaubhafte Charaktere, die sich mit der Zeit peu à peu annähern. So gelingt es der Serie nach wie vor, ein Gleichgewicht zwischen purem Verlangen und den romantischen Gefühlen der Charaktere zu halten. Ganz ohne Dramatik kommen auch die vier Episoden der zweiten Ausgabe nicht aus, was vor allem an neuen Nebenfiguren liegt. Meis Vater Shō trägt beispielsweise stark zu Meis persönlicher Entwicklung bei. Matsuri wiederum ist eifersüchtig und intrigant und wird genau im richtigen Moment eingeführt, um die zweite Serienhälfte mit einem Paukenschlag einzuläuten. Wer den Auftakt der Serie schon mochte, wird auch das Mittelstück der Anime-Serie lieben, was womöglich auch an der winterlichen Idylle liegt, die in Tōkyō Einzug gehalten hat. Ob es ein Happy End für Mei und Yuzu geben wird, wird sich in der dritten und leider auch schon letzten Volume zeigen. Hier ist tatsächlich noch alles offen, sodass es definitiv spannend bleibt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Citrus (Vol. 2)!

Wir wünschen euch einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

am heutigen Abend beenden wir nicht nur ein weiteres und sehr ereignisreiches Jahr voller interessanter Spiele, sondern auch ein Jahr voller Anime, Manga und Filme aus Fernost, die wir mit dem Jahr 2020 – trotz Pandemie – bis in alle Ewigkeit in Verbindung bringen werden. Im zweitätigen Rhythmus, den wir hier und da von einem Unboxing-Video unterbrochen haben, konnten wir euch in diesem Jahr viele nennenswerte Titel und auch den einen oder anderen Klassiker näherbringen. News findet ihr, wie in den vergangenen Jahren, nicht mehr auf unserer Seite. Sie machen Platz für viele interessante Reviews, Previews und auch das eine oder andere Special. Daran halten wir auch im kommenden Jahr 2021 fest!

Nintendo konnte in diesem Jahr zwar nicht wirklich mit vielen Neuheiten punkten, doch mit Animal Crossing: New Horizons erschien mitten in der Pandemie ein Spiel, der das ganze Jahr über gute Laune bescheren sollte. Anders sieht es hingegen bei der Konkurrenz aus, denn Sony und Microsoft haben zwei neue Konsolen auf die Welt losgelassen. Während Microsoft eher auf das Konzept einer Flatrate setzt, sieht es bei Sony noch etwas klassischer aus. Dennoch schwindet die Einteilung in Konsolenzyklen durch die Wiederbesinnung an die altbewährte Abwärtskompatibilität Schritt für Schritt. In diesem Jahr stachen dennoch viele Spiele wie Demon’s Souls, Final Fantasy VII Remake, Ghost of Tsushima, Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung, Mafia – Definitive Edition und Trials of Mana aus der Masse an Veröffentlichungen hervor. Im Jahr 2021 werden Videospiele dann aber hoffentlich neue Maßstäbe auf den beiden neuen Konsolen setzen. Inwiefern Nintendo gegen diese Hardware-Überlegenheit gefeit ist, wird sich zeigen. Es bleibt mal wieder spannend!

2020 wurde jedoch nicht nur durch die Populärkultur geprägt. Populismus ist nach wie vor aus unserer Gesellschaft und der Politik nicht mehr wegzudenken, Kriege und Terroranschläge auf der Welt bereiten uns Tag für Tag Sorgen. Hinzu kommt eine Pandemie, die uns in unserem täglichen Leben einschränkt. Trotzdem hat sicher jeder von uns auch positive Erlebnisse in diesem Jahr gemacht und gerade die kleinen Dinge sind es, die das Leben bereichern. Die Welt verändert sich und wir – als Teil davon – sollten Positives beitragen. Mit diesen Worten beenden wir auch dieses Jahr. Einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr wünscht euch

Eric Ebelt

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 8, Unboxing)

Mit der achten Volume der Anime-Serie Dragon Ball Super wird das Werk von Toriyama Akira in Anie-Form vorerst abgeschlossen. Unser Chefredakteur hat es sich deshalb aber nicht nehmen lassen, auch zur achten Serienbox ein Unboxing-Video aufzunehmen. In diesem stellt er euch die optischen und haptischen Merkmale der achten Volume vor. Wir wünschen viel Vergnügen!

Review: Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung

Nachdem die Kooperation von Nintendo und Koei Tecmo im Jahr 2014 in Form von Hyrule Warriors für die Wii U Früchte trug und das Spiel auch für den 3DS und die Switch portiert wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Titel einen ersten Nachfolger spendiert bekam.

Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung ist keine Fortsetzung der Geschichte des ersten Teils, der ohnehin nicht zum Kanon des The-Legend-of-Zelda-Franchises gehört. Stattdessen handelt es sich bei dem Titel um die Vorgeschichte zum viel diskutierten The Legend of Zelda: Breath of the Wild aus dem Jahr 2017. In Rückblenden wurde die titelgebende Verheerung im Spiel zwar angesprochen, doch viele Einzelheiten blieben im Dunkeln. Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung möchte diese Lücke schließen und lässt uns die Schlachten aus dem dunklen Kapitel der Historie hautnah miterleben. Einhundert Jahre vor den Ereignissen von Breath of the Wild tritt die titelgebende Verheerung Ganon erstmals auf. Auch das Wissen um die als Wächter bezeichneten Maschinenwesen und die mysteriösen Türme ist noch nicht gelüftet, die Forschung steht hier noch ganz am Anfang. Wir schlüpfen in die Haut von Link, einem Ritter des Königreichs und Held der Serie. Um die Verheerung zu stoppen, begleiten wir Prinzessin Zelda dabei, Verbündete für den Kampf zu rekrutieren. Mit dem Gameplay der Hauptreihe hat das Musō-Spielprinzip von Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung aber nichts gemein. Statt wie in einem Action-Adventure eine Welt zu erkunden, stellen wir uns in vielen Schlachten tausenden von Feinden und metzeln uns dabei fröhlich durch die Gegnerhorden.

Hyrule als Kriegsschauplatz

Als Kulisse für diese Schlachten hält das titelgebende Fantasy-Königreich Hyrule her, das auf der Karte von Breath of the Wild basiert. Die einzelnen Orte, die wir im Verlauf der auf ein paar dutzend Spielstunden ausgelegten Story erleben, sind stilistisch ebenso den Arealen aus Breath of the Wild nachempfunden. Dennoch gibt es genügend Unterschiede zu sehen, zumal in einhundert Jahren schließlich viel passieren kann. Vom Ausgangspunkt, einem der Türme, machen wir uns in die Winkel der Spielwelt auf. Über eine Karte wählen wir dazu ganz einfach das nächste Schlachtfeld aus. Unsere Reise führt uns unter anderem zum Todesberg, in die Gerudo-Wüste oder ins Tabanta-Grenzland, wo die Orni leben. Wer Breath of the Wild gespielt hat, wird sich darüber freuen, in die bekannten Gegenden zurückzukehren. Wer das Action-Adventure aber noch nicht kennt, es nach Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung aber nachholen will, bekommt so zumindest einen kleinen visuellen Vorgeschmack. Obwohl es im Musō-Gameplay wie in Samurai Warriors 4 darum geht, hunderte oder gar tausende Gegner aus dem Weg zu räumen, müssen wir aber nach wie vor auch mal Vorposten erobern, um das Vorrücken des Feindes zu stoppen. Ebenfalls kommt es vor, dass wir in der Schlacht einen bestimmten Charakter vor Angriffen schützen und zu einem Zielpunkt eskortieren müssen.

Mit der Kraft des Shiekah-Steins

Da jedes von Koei Tecmo respektive Omega Force im Auftrag entwickelte Spiel Eigenheiten des verwerteten Franchises aufweist, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass Mechaniken aus Breath of the Wild in Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung aufgegriffen werden. Wer als erstes an Waffen denkt, die nach dem gefühlt dritten oder vierten Schlag zerbrechen, darf aufatmen. Jede Waffe kann solange genutzt werden, bis wir sie auswechseln, verkaufen oder beim Schmied überarbeiten. Interessanter sind da schon die Anwendungsmöglichkeiten mit dem Shiekah-Stein, mit dem wir Gegner kurzzeitig einfrieren, mit Hilfe des Magnetmoduls metallene Kisten auf diese schleudern, unter ihren Füßen einen Eisblock erscheinen oder Bomben auf sie hageln lassen können. Haben wir eine dieser Fähigkeiten einmal verwendet, sorgt ein Cooldown dafür, dass wir ein paar Sekunden ganz auf den Shiekah-Stein verzichten müssen. Klasse ist ebenfalls, dass die Fähigkeiten auch in der Spielwelt genutzt werden können. Sehen wir brüchige Stellen, könnte eine Bombe zum Freilegen des Geheimnisses nötig sein. Wenn wir eine halb im Boden verbuddelte Truhe entdecken, können wir sie mit dem hilfreichen Magneten befreien. Diese kleinen Spielchen sorgen dafür, dass das genau genommen recht eintönige Schnetzeln zwischendurch immer mal wieder sehr gut aufgelockert wird.

Weniger ist oft mehr

Obwohl das Gameplay im Kern wie gesagt eher monoton ausfällt, bringen die verschiedenen Charaktere häppchenweise mehr Abwechslung ins Spiel. Während Link Einhänder, Zweihänder, Hämmer, Keulen und Lanzen benutzt, sind die anderen Figuren auf einen bestimmten Waffentyp festgelegt. Impa attackiert beispielsweise mit Kodachi, hat dafür aber die Fähigkeit, geisterähnliche Abbilder von sich zu erschaffen, um mit geeinter Kraft einen Feind nach dem anderen zu erledigen. Spielen wir hingegen mit der Zora Mipha, so können wir die Gegner mit Wasserfontänen in die Höhe katapultieren und mit Lanzen durchbohren. Die Gerudo Urbosa greift mit Säbeln an, kann aber auch Blitze durch die Luft schleudern, um die Feinde zu schocken. Mit von der Partie ist auch der Orni Revali, der über die Gegner fliegt und mit einem Bogen aus der Luft attackiert. Wer hingegen auf kräftige Haudegen setzt, kommt um den Goronen Durak nicht herum. Mit gewaltigen Schlägen bringt dieser selbst Lava zur Explosion. Aus handlungsbezogener Sicht dürfte es jedem einleuchten, dass es viel weniger spielbare Charaktere gibt als im Vorgänger. Diese unterscheiden sich dafür in Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung umso mehr voneinander und bieten genügend Anreiz, sie mehr als nur einmal auszuprobieren. So findet jeder schnell seinen ganz eigenen Lieblingscharakter im Spiel.

Kochen mit Link(s)

Eine weitere Ähnlichkeit zu Breath of the Wild ist das Sammeln von unzähligen Materialien. Dies geschieht durch das Abmurksen von Moblins, Echsalfos, Schleimen oder Anhängern der Yiga-Bande nahezu automatisch. Manchmal müssen aber auch Truhen aufgespürt werden, die das gesuchte Material enthalten. Je nach Spielfortschritt werden auf der Karte in Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung neue Orte freigeschaltet, bei denen die Materialien zum Tragen kommen. Haben wir die gesuchten Objekte gefunden, können wir sie dort entweder gegen permanente Verbesserungen wie einem zusätzlichen Herz für die Energieleiste und einer Erweiterung der Angriffskette eintauschen, oder wir sorgen dafür, dass an Ort und Stelle neue Läden eröffnen, bei denen wir Edelsteine oder Kochzutaten erwerben können. Letztere sind besonders dann nützlich, wenn wir erhaltene Rezepte vor einer Schlacht verwirklichen wollen. Haben wir uns für ein Gericht entschieden, können wir es vor dem Kampf zubereiten und auf Boni wie einen erhöhten Schaden oder mehr Erfahrungspunkte setzen. Wirklich notwendig ist das zwar nicht, es bereichert aber in jedem Falle neben der Wahl der Charaktere und der Waffe, die wir mit in die Schlacht nehmen, deren Vorbereitung. Im Gegensatz zum Vorbild lässt sich in Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung auf der Switch aber nur ein Gericht kochen.

Angenehmer Schwierigkeitsgrad

In puncto Schwierigkeitsgrad ist Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung deutlich humaner als Breath of the Wild. Waffen und Schilde können nicht zerbrechen und auch wenn wir mal von einem stärkeren Gegner getroffen werden, zieht uns das nicht exorbitant viel Schaden ab. Außerdem erwartet das Spiel von uns nicht, die Charaktere abwechselnd mit in die Schlacht zu nehmen. Neben vielen Nebenmissionen, bei denen wir auch mit besonderen Materialien belohnt werden, können wir auch Rubine, sprich die Währung des Spiels, für Stufenaufstiege im Trainingslager ausgeben. Hier macht es der Titel genau richtig, um den Spielfortschritt nicht unnötig zu blockieren. Auf der technischen Seite sieht es wiederum anders aus, denn dem Titel gelingt es nicht, die dreißig Bilder pro Sekunde konstant zu halten. Fast durchweg pendelt sich die Bildwiederholrate bei zwanzig bis vierundzwanzig Bildern pro Sekunde ein, was für ein Dauerruckeln sorgt, da viel zu viel auf dem Bildschirm passiert. Eine komplette Katastrophe wie bei Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise bleibt uns zwar erspart, aber von Nintendos hauseigener Qualitätssicherung erwarten wir einfach deutlich mehr. Dafür überzeugt der Soundtrack, der sich an den atmosphärischen Klängen von Breath of the Wild orientiert – und das macht die holprige Framerate zumindest im Ansatz wieder wett.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ein großer Fan von The Legend of Zelda: Breath of the Wild bin ich leider nie geworden. Dieses Spiel hat für mich einfach zu viele Defizite, auch wenn ich die Story des Titels wirklich toll finde. Aus keinem anderen Grund habe ich bei Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung einen Blick riskieren wollen. So erfahre ich viele Hintergründe, die sich mir beim Spielen von Breath of the Wild aufgrund der fragmentierten Erzählweise nicht immer ganz erschließen. Außerdem erlebe ich die Zeit der Verheerung hautnah mit und kann Schlachten schlagen, ohne dass alle zwei Minuten mal wieder eine Waffe zerbricht und ich mich in spielzeitstreckenden Mechaniken nach Alternativen umsehen muss. Koei Tecmo und Omega Force ist es gelungen, die Eigenschaften des Vorbilds zu übernehmen und in der richtigen Form ins Musō-Gameplay zu integrieren. Es macht richtig viel Spaß, die Funktionen des Shiekah-Steins in der Spielwelt und in den Kämpfen in dosierter Form zu nutzen und die in Breath of the Wild erwähnten Ereignisse mit unkompliziertem Button Mashing in den zahlreichen Schlachten nachzuerleben. Bedauerlich ist nur, dass in technischer Hinsicht deutlich mehr zu erwarten gewesen wäre. Die Bildwiederholrate ist für die Action, die auf dem Bildschirm passiert, einfach zu gering. Dennoch kann Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung Genre-Fans ein paar dutzend Stunden lang mit seichtem wie einsteigerfreundlichem Gameplay überzeugen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung!